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Feministischer Fernandes-FondsLinke spenden ihre Diäten

Aus Erschütterung über die digitale Gewalt gegen Frauen wollen die Linken im Bundestag ihre Einkommen deckeln und geschlossen spenden. Ein Streitpunkt bleibt.

Will nicht nur von anderen Reichen Umverteilung fordern, sondern schreitet selbst voran: Heidi Reichinnek im Bundestag Foto: Kay Nietfeld/dpa

Aus Berlin

Kasia Lohfink

Es ist ein Schritt, der selbst langjährige Beobachter der Hauptstadtpolitik überrascht: Die Linksfraktion will geschlossen auf einen Großteil ihrer Diäten verzichten, wie ein Sprecher der Fraktion der taz am Mittwoch mitteilte. Demnach wollen die Abgeordneten von den gut 11.800 Euro brutto künftig nur noch ein Einkommen auf dem Niveau von Fach­ar­bei­te­r:in­nen für sich behalten. Das entspricht netto circa 2.850 Euro.

Das übrige Geld soll in den neu eingerichteten Fernandes-Fonds fließen, der Projekte für gewaltbetroffene Frauen und Queers finanziert. Darunter: Frauenhäuser und Beratungsstellen, denen unter SPD und Union akut Kürzungen drohen. Auch Träger feministischer Bildungsangebote, die durch die Umstrukturierung des Demokratie-Leben-Programms vor dem Aus stehen, sollen davon profitieren. Für März wollen die Linken gar ihr ganzes Gehalt an ein Projekt von migrantischen Frauen spenden.

Anlass für die Entscheidung sei die „tiefe Betroffenheit“ über die virtuelle Vergewaltigung der Schauspielerin Collien Fernandes gewesen, erklärt Heidi Reichinnek der taz. „Als ich gehört habe, was Collien und viele andere Frauen durchmachen, hat sich bei mir ein Schalter umgelegt. Ich hatte das Bedürfnis, statt des hundertsten TikTok-Videos hier und jetzt etwas Sinnvolles zu tun“, so die Fraktionsvorsitzende.

Keine Widerstände gegen Umverteilung mehr

Besonders bemerkenswert ist die Einigung angesichts der bisherigen Widerstände gegen Umverteilung in der Linksfraktion. Der kollektive Diäten-Deckel ist ein alter Zankapfel unter den Genoss*innen, der bis zuletzt für heftige interne Diskussionen sorgte. Einzelne, wie die Parteivorsitzenden Ines Schwerdtner und Jan van Aken hatten schon vor der Bundestagswahl angekündigt, auf einen Großteil des Geldes zu verzichten.

Andere hatten sich vehement gegen eine kollektive Regelung gestellt. „Wer aus einer Arbeiterfamilie kommt, jung ist und zum ersten Mal im Bundestag sitzt, könnte das Geld meinetwegen erst mal behalten“, findet etwa Gregor Gysi. „Aber ich habe in meinem Leben nun wirklich genug verdient“, begründete der 78-Jährige im Gespräch mit der taz seine neuerliche Zustimmung zum gemeinsamen Kurs. „Frauen, die von Gewalt betroffen sind, brauchen das Geld dringender als ich.“

Dietmar Bartsch, der 1998 das erste Mal in den Bundestag eingezogen war, postete nun eine Kachel auf Instagram, auf der es heißt: „Männer, die den Gender-Pay-Gap kritisieren, aber das Doppelte verdienen wie ihre Partnerin, kann ich nicht ernst nehmen.“ Er schrieb weiter, es fühle sich „gut an, endlich einen Beitrag zum Feminismus zu leisten“.

Die Spiegel-Veröffentlichung der Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Mann hatte eine bundesweite Debatte über Gewalt und Demonstrationen mit bis zu 20.000 Teilnehmenden ausgelöst. Umgestimmt hat das auch eine Genossin, die anonym bleiben möchte. „Der Schritt ist nötig, wenn wir als moderne feministische Partei glaubwürdig bleiben und nicht als Salonsozialisten in der Bedeutungslosigkeit versinken wollen. Wir sind schließlich weder die CDU noch die SED“, sagt die Abgeordnete.

Streit über Start-up

Einen kleinen Streitpunkt gibt es dann doch. Nach Ansicht des digitalpolitischen Sprechers, Bodo Ramelow, des Sprechers für Geschlechtergerechtigkeit, Christian Görke, sowie des Sprechers für Polizei und Justiz, Ferat Koçak, soll der neu gegründete Fonds auch ein Start-up fördern: das von Frauen geführte Tech-Unternehmen „We'llGetYouAll“. Die Firma hat ein spezielles Tool entwickelt, um bei Deepfakes die IP-Adressen der Täter zu ermitteln.

Das geht manchen wohl zu weit. Einige in der Fraktion fürchten, dass es mit den Daten der Täter bundesweit zu feministischen Racheaktionen kommen könnte, erzählt eine Abgeordnete der taz hinter vorgehaltener Hand. Ein Vertreter der antikapitalistischen Strömung sagte indes, er wolle sein Einkommen „einfach nicht an eine profitorientierte Klitsche spenden – Feminismus hin oder her“. Auf die offizielle taz-Anfrage antwortet der Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion: „Wir müssen zunächst prüfen, ob die Förderung reiner Frauen-Firmen mit unseren Richtlinien gegen Diskriminierung vereinbar ist.“

Inspiration für den Diäten-Deckel sei laut Heidi Reichinnek übrigens die Linke im Berliner Abgeordnetenhaus gewesen, die schon in der Coronazeit rund 25.000 Euro an Frauenprojekte gespendet hatte. Im Bundestag rechnet man nun mit einer deutlich höheren Summe – mindestens 1,5 Millionen Euro. Aus der Fraktion heißt es, das am 1. April verkündete Modell solle zunächst bis zum Ende der Legislatur erprobt werden. Man hoffe auf Signalwirkung über die eigene Partei hinaus.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde als Aprilscherz veröffentlicht. Er enthält zahlreiche falsche Tatsachenbehauptungen. (2.4.2026)

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23 Kommentare

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  • Wow, bin voll drauf reingefallen ! Habe innerlich meinen Hut gezogen vor den Abgeordneten. War nur etwas komisch, dass sonst niemand darüber berichtet hatte.

  • Nein, der traditionelle taz-Aprilscherz ist diesmal dieser: taz.de/Foerderung-...stspiele/!6167252/



    Leute, ich habe den ganzen Abend darüber gebrütet, welcher der beiden Beiträge denn nun der Aprilscherz und welcher echt ist.😉



    Postfaktische Zeiten halt.

  • Ich hoffe, mindestens eine Diät fließt auch an die Oliver-Pocher-Gedenkstiftung für pointenbedürftige Komiker. Vielleicht wird der nächste Aprilscherz dann lustig.

  • Was für ein ehrenloser Aprilscherz. Ihr verhöhnt Fernandes und Betroffene und macht euch auf deren Kosten unnötig über die Linkspartei lustig. Es gibt genug an der Partei zu kritisieren, aber immerhin deckeln viele Abgeordnete tatsächlich ihr Gehalt und spenden es. In Zeiten wie diesen sich solche Witze zu erlauben ist nicht nur geschmacklos, sondern gefährlich. Schießt doch bitte gegen die richtigen.

    • @warumso?:

      Was soll daran gefährlich sein?

      Warum darf man keine Witze über die Linke machen?

      Da hat schon die AfD keinen Humor.

      Sie meinen, die Linke auch nicht?

      Immer nur über die AfD zu lachen, ist doch langweilig.

  • Sollte es wahr sein, so von wegen 1.April, werden die Damen und Herren Palamentarier sich aber wundern, wie eng es mit sowenig wird.



    Es geht sogar noch mit weniger, jede Verkäuferin bekommt es in Brutto, ABER von 11.000€ auf 3000€ wird extrem schmerzhaft.

    Insoweit alles Gute zum 1.April.

  • P.S.



    Hoffentlich ist das kein Aprilscherz!

  • Das wird die Parlamentarier der anderen Parteien ganz schön ins Schwitzen bringen.

  • Versteh den Aprilscherz nicht. Also erstens was is daran witzig und zweitens spendet die Linke-Fraktion doch eh schon große Teile ihrer Diäten sonst wohin.

  • Auch hier, wie bei der vermeintlichen Ankündigung Weimers, Bayreuth die Förderung kürzen zu wollen, neige ich dazu, einen Aprilscherz zu vermuten. Aber gleich zwei Aprilscherze heute? Haben sich die Ressorts etwa nicht abgestimmt? Fragen über Fragen…

    • @Klabauta:

      Das habe ich vor 20 Jahren in meiner Redakteurszeit bei einem längst vergessenen Magazin auch schon mal gemacht. Einen platten und offensichtlich erkennbaren als Nebelkerze, und einen eher hintergründigen, auf den dann viele reingefallen sind.

  • Im Wohnort von Heidi Reichinnek



    soll auch die Richard-Wagner-Straße weg.

  • Falls das ein Aprilscherz sein soll, bin ich mir nicht sicher, wie gelungen der ist...

    • @Kawabunga:

      Das ist natürlich KEIN Aprilscherz, die Linken verzichten schon seit eh und je auf Teile Ihrer Gehälter und Diäten.

      • @AlexMasterP:

        Das ist soweit altbekannt. Was mit dazu beiträgt, dass ich den Scherz für fragwürdig halte. Vielleicht ist auch der eigentlich Scherz, dass die Autorin des Artikels nicht zu existieren scheint?

        • @Kawabunga:

          Das Pseudonym der Autorin lese ich als Referenz auf #teamginalisa

    • @Kawabunga:

      Ich fand ihn gelungen, weil er mit meinen Erwartungen gespielt hat. Musste spontan an den tatsächlich existierenden Rammstein-Fonds der Amadeu-Antonio-Stiftung denken, ist da eigentlich rausgekommen, was mit der Kohle passiert ist?

      • @Meister Petz:

        Puuff. Im nirvana und verwaltung verschwunden.

  • Fast gut, zu Anfang, dann etwas zu dick aufgetragen im weiteren Verlauf und auch sachlich falsche Dinge geschrieben. Bodo Ramelow ist Sprecher für Kirchen- und Religionspolitik, Digitales wir von Donata Vogtschmidt bekleidet. April, April.

  • Haha, fast hättet ihr mich gehabt aber dann habe ich aufs Datum geschaut.

  • Was für ein Schenkelklopfer. Richtig witzisch. Ok, das Thema ist blöd gewählt, aber mit Humor hat es die TAZ halt nicht so, nicht mal am 1. April.

    • @FraMa:

      „aber mit Humor hat es die TAZ halt nicht so,..."



      Wie des Volkes Mund schon sacht:



      Humor ist, wenn man trotzdem lacht

      • @Mondschaf26:

        In dem Fall war es dann wohl kein Humor.