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Pornografische Deep-FakesCollien Fernandes erhebt schwere Vorwürfe gegen Ex-Mann

Die Schauspielerin behauptet, ihr Ex-Mann Christian Ulmen habe ihr jahrelang digitale Gewalt angetan. Ulmens Anwalt kündigt rechtliche Schritte an.

Rainer Rutz

Aus Berlin

Rainer Rutz

Die Schauspielerin Collien Fernandes wirft ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vor, ihr über Jahre digitale Gewalt angetan zu haben. Auf Instagram schildert sie unter anderem, in ihrem Namen seien Fake-Profile erstellt und darüber sexualisierte Inhalte sowie gefälschte intime Aufnahmen verbreitet worden.

Fernandes benennt Ulmen in dem Post als Verantwortlichen. Collien Fernandes und der Schauspieler Christian Ulmen waren seit 2011 verheiratet, 2025 trennte sich das Paar. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Der Instagram-Post folgte am Donnerstag auf die Veröffentlichung der aktuellen Titelgeschichte des Spiegels. Fernandes erhebt auch dort schwere Vorwürfe gegen Ulmen. Dem Bericht zufolge geht es unter anderem um digitale Gewalt und die Nutzung gefälschter Profile; in Spanien liefen nach einer Anzeige von Fernandes Vorermittlungen. Das Paar lebte eine Zeit lang auf Mallorca. Ulmen ließ Fragen des Spiegels unbeantwortet.

Dafür meldete sich die Anwaltskanzlei Schertz Bergmann zu Wort. Man vertrete „ab sofort und allein die presserechtlichen Interessen von Christian Ulmen“. Zur Spiegel-Berichterstattung stellt die Kanzlei dabei fest: „Es handelt sich zum einen in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung. Zum anderen werden unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet.“ Man sei „beauftragt, gegen den Spiegel rechtliche Schritte einzuleiten“.

Über 20.000 Kommentare

Fernandes – bekannt durch ihre Rolle als Schiffsärztin auf dem ZDF-„Traumschiff“ – thematisiert seit Längerem sogenannte Deepfake-Videos mit pornografischen Inhalten. 2024 strahlte das ZDF eine Doku aus, in der Fernandes am eigenen Beispiel versuchte, Tätern auf die Spur zu kommen. Auf Instagram schreibt sie nun, dass sie in der Fernsehdokumentation „weit umher“ gereist sei. „Doch das wäre gar nicht nötig gewesen, denn der Täter war (wie ich jetzt weiß) die ganze Zeit über ziemlich nah.“

Der Post von Donnerstagnachmittag erhielt innerhalb von weniger als 24 Stunden fast 380.000 Likes und wurde über 20.000 Mal kommentiert, auch von prominenter Seite.

Die Politik müsse digitale Gewalt gegen Frauen „endlich ernst nehmen“, schreibt etwa die ehemalige Grünen-Chefin Ricarda Lang. „Es sind diese Taten, die beweisen, dass der Satz ‚Die Scham muss die Seiten wechseln‘ nicht in irgendwelche Sprüchekalender gehört, sondern in unser Bewusstsein“, antwortete der SPD-Ex-Generalsekretär Kevin Kühnert.

Debatte um Strafverschärfung

Zugleich haben die Vorwürfe Fernandes’ die Debatte über schärfere Strafen und eine konsequentere Verfolgung von Fällen digitaler Gewalt neu befeuert. So kündigte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig an, noch im Frühjahr ein digitales Gewaltschutzgesetz vorzulegen. Täter sollten sich nicht mehr sicher fühlen können, sondern damit rechnen müssen, dass sie bekannt und wirksam strafrechtlich verfolgt werden, so die SPD-Politikerin.

Im Spiegel räumte Hubig ein, dass die Strafverfolgung angesichts der Taten im digitalen Raum komplex sei. „Wir haben es mit internationalen Konzernen und Netzwerken zu tun, und es tauchen ständig neue Phänomene auf“, sagte sie. Es sei extrem schwer, „da ganz vor die Welle zu kommen“.

Um der Überlastung der Justiz etwas entgegenzusetzen, brauche es modernere und schnellere Verfahren sowie mehr Personal. „Dazu wollen wir den Ländern in dieser Legislaturperiode fast eine halbe Milliarde Euro zur Verfügung stellen“, sagte die Bundesministerin.

Auch wolle sie die Rechte der Betroffenen stärken: „Es soll möglich werden, Accounts von Tätern per richterlicher Anordnung sperren zu lassen, wenn sie massiv Recht verletzen. Betroffene sollen auch in Zivilverfahren bessere Auskunftsrechte darüber bekommen, wer hinter digitalen Fakes steckt“, sagte sie.

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