Die Wahrheit: Nachverdichten
Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit: Heute darf sich die geneigte Leserschaft an einem Poem über die Enge der Stadt erfreuen.
Die Stadt ist begehrt, jeder will hin.
Wohnraum verknappt sich. Wie kriegen wir ihn?
Durch kluges Kalkül muss keiner verzichten.
Das Zauberwort heißt: Nachverdichten.
Warum von Baugrund immer nur träumen?
Plätze erkennen, zum Beispiel an Bäumen.
Als grüne Tupfer per se nicht verkehrt,
doch städtebaulich von minderem Wert.
In Hinterhöfen herrscht wahre Verschwendung
von Platz durch romantische Altbauverblendung.
Wir reden von sinnlos klaffenden Räumen.
Am schlimmsten: Hinterhöfe mit Bäumen.
Dort lassen sich durch cleveres Planen
Wohneinheiten für Singles verzahnen.
Apartment-Module – sauber geschichtet.
So wird sinnvoll nachverdichtet.
Die Höhe nicht aus dem Blickfeld verlieren!
Hochhausideen neu diskutieren.
Wie wird der Mieter wieder rentabel?
Nach oben gestapelt, im Wohnturm zu Babel.
Du kannst es in der U-Bahn spüren,
wenn Fahrgäste sich zu Massen summieren,
der Hintermann sich auf dich gewichtet,
dann fühlst auch du dich nachverdichtet.
Die Wahrheit auf taz.de
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hat den einzigartigen Cartoonstreifen: ©Tom Touché.
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