Das Wasser wird knapp : Nur die Vorboten
Der Klimawandel sorgt nicht nur für Stürme und Dürre, sondern auch für Wasserknappheit. Das spüren seit einigen Jahren auch die Kommunen in Deutschland.
E s ist eine Binse: Bei Hitze steigt die Trockenheit. Es erhöht sich nicht nur die Zahl der Flüssigkeitsmengen, die von Menschen verbraucht werden. So meldete der Versorger Badenova in Freiburg im Hitzesommer 2018 mit täglich 63.000 verbrauchten Kubikmetern einen „absoluten Rekord“: Die Leute haben zwei- bis dreimal am Tag geduscht, das Planschbecken befüllt, feuchte Laken vor die Fenster gehängt.
Es steigt auch die Verdunstungsrate in der Natur. Bei zu großer Wärme werden beispielsweise Blattinhaltsstoffe der Buchen geschädigt, weshalb sie eine natürliche Klimaanlage besitzen: Je heißer es wird, umso mehr Wasser verdunsten sie.
Die Energie für diese Verdunstung entziehen die Bäume ihrer Umgebung, um bis zu 5 Grad kann eine Buche so lokal herunterkühlen. Das geht allerdings nur, wenn ausreichend Wasser vorhanden ist: Die Buche braucht mindestens 450 Liter Regen im Jahr – und so viel gibt es heute mancherorts in Deutschland nicht mehr.
Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.
Früher war mehr Wasser
Denn es regnet während großer Hitzewellen in der Regel nicht: Oft kommen Hitzewellen durch Hochdruckgebiete zustande, die Regen einfach nicht vorgesehen haben. Noch fahren Binnenschiffer auf dem Rhein, noch die Dampfschiffe der Weißen Flotte auf der Elbe, aber die Pegel gehen überall zurück und es gibt erste Restriktionen bei der Wasserentnahme, beispielsweise in 14 Landkreisen Brandenburgs.
Deutschland galt früher als wasserreiches Land. Das war zu Zeiten des mitteleuropäischen Klimas. Seit es hierzulande Temperaturen und Trockenheit wie früher am Mittelmeer gibt, gilt das nicht mehr. Immer häufiger kommt es zu Wasserknappheit – und Verteilungskämpfe sind die Folge.
Das hat man bei Wiesenhof im Oldenburger Land gesehen, bei Tesla in Brandenburg und zuletzt im bayerischen Ort Solla, der per Tanklaster mit Trinkwasser versorgt wurde. Es sind erst die Vorboten jener Wasserknappheit, die der Klimawandel mit sich bringt.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert