piwik no script img

Anschlag auf den CSDErmittler fahnden nach 21-Jährigem

Ein Auto fährt im Berliner Tiergarten während des CSD am Samstagabend in die Menschenmenge. Der Täter soll immer noch flüchtig sein – nun veröffentlicht die Polizei einen Fahndungsaufruf mit Foto.

dpa/afp/rtr/kna/taz | Hundertausende feierten am Samstagabend beim Berliner Christopher Street Day – dann wird die Veranstaltung kurz nach 22 Uhr abgebrochen. Nach Angaben der Polizei hat ein Autofahrer in einem weißen Transporter mehrere Menschen angefahren. Eine Frau wurde getötet, 16 weitere teils schwer verletzt. Der Fahrer verließ laut Polizei das Auto und floh.

Am Abend trat unter anderem Sarah Connor bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor auf. Mit einer Regenbogenflagge um die Schultern spielte sie rund eine halbe Stunde lang ihre Songs.

Nach ihrem Auftritt wurde das Bühnenprogramm zunächst fortgesetzt. Wenig später forderte ein Moderator die Menschen jedoch auf, das Veranstaltungsgelände umgehend, aber ruhig und geordnet zu verlassen. Auf den Videoleinwänden am Brandenburger Tor erschien auf gelbem Hintergrund das Wort „Evakuierung“. Die Besucher wurden aufgefordert, nicht in Richtung Siegessäule zu gehen, sondern die U-Bahn-Eingänge am Brandenburger Tor zu nutzen. Auch in den sozialen Medien forderte der Veranstalter die Besucher auf: „Bitte geht nach Hause. Der CSD ist abgebrochen.“

Mindestens 17 Menschen verletzt

Nach Angaben eines dpa-Reporters vor Ort wurden die Besucher auf der Ostseite des Brandenburger Tors zunächst nicht über die Lage informiert. Viele verfolgten das Geschehen und die Nachrichten allerdings auf dem Handy. Der Bereich direkt am Brandenburger Tor war abgesperrt.

Kurz zuvor war im angrenzenden Tiergarten nahe dem Potsdamer Platz ein Autofahrer mit seinem Wagen in eine dort feiernde Menschenmenge gefahren. Wie ein Polizeisprecher berichtet, hat der Fahrer mehrere Menschen an- oder umgefahren, bevor er mit einem Baum kollidiert ist. Mindestens 17 Menschen wurden schwer, teils lebensgefährlich verletzt – eine Frau so schwer, dass sie gestorben ist. Drei Personen seien lebensbedrohlich verletzt und acht schwerverletzt.

Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur AFP, ein Fahrzeug sei mit hoher Geschwindigkeit von der Lennéstraße in den Tiergarten abgebogen. Dabei habe er mehrere Menschen angefahren.

Der Tiergarten ist Berlins grüne Lunge, ein großer Park, der seit jeher auch ein Treffpunkt für die queere Community ist. Die Demonstration zum CSD führte durch die Stadt zur bekannten Siegessäule. Bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor singt an dem Abend auch Popstar Sarah Connor, kurz darauf wird das Gelände wegen der Lage geräumt.

Täter bisher flüchtig

Der Fahrer hat laut Polizei das Auto verlassen und ist geflohen. „Wir fahnden mit Hochdruck nach tatverdächtigen Personen“, so ein Sprecher. Die Polizei ist mit zahlreichen Einsatz- und Rettungskräften im Einsatz.

Offen ist, ob es sich um einen Einzeltäter handelt oder ob es Komplizen gibt und wie groß die Gefahr aktuell noch ist. „Wir wissen momentan noch nichts über irgendwelche Motivlagen, über die Person des Täters oder Ähnliches“, sagte der Polizeisprecher kurz vor Mitternacht. In den sozialen Medien kursierten Fotos einer vermeintlichen Festnahme, jedoch wies die Polizei Berichte über eine mögliche Festnahme zurück.

Seit dem Sonntagmorgen sucht die Polizei öffentlich mit einem Foto nach einem mutmaßlichen Tatverdächtigen. Es handelt sich um den 21 Jahre alten Abdul B., wie Generalstaatsanwaltschaft und Landeskriminalamt Berlin mitteilten. Die Behörden ermitteln „aufgrund des Verdachts eines Anschlags“.

Die Behörden warnten: „Sollten Sie den Tatverdächtigen antreffen, wählen Sie unverzüglich die 110! Sprechen Sie ihn nicht an, er ist möglicherweise bewaffnet und gefährlich!“ Der Verdächtige wird als schlank und etwa 1,90 Meter groß beschrieben.

Er hat nach dpa-Informationen Familie in Berlin und wurde erst im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen.

Mutmaßlich islamistischer Täter identifiziert

Die Polizei teilte mit, dass der Verdächtige einen islamistischen Hintergrund haben soll. „Wir haben einen mutmaßlichen Tatverdächtigen identifiziert“, erklärte ein Polizeisprecher ‌in der Nacht zum Sonntag.

Er sei noch nicht festgenommen worden. „Allerdings ist dieser Tatverdächtige polizeibekannt als Angehöriger des islamistischen Milieus hier in Berlin.“ Es gebe noch keine Hinweise auf ein Motiv oder seinen ‌Tatbeitrag.

Zeugen berichten von Stichverletzungen

Nach Zeugenangaben sollen Menschen bei dem Vorfall am Rande des Christopher Street Days in Berlin auch durch Stiche verletzt worden sein. „Das ist das, was uns Zeugen geschildert haben. Dass dort Leute mit Stichverletzungen liegen sollen“, sagte Polizeisprecher Florian Nath. Die Menschen seien so schnell wie möglich in Krankenhäuser transportiert worden. Bestandteil der Ermittlungen sei auch, ob es eine zweite Tatphase nach der Fahrphase gegeben habe, so Nath. Die Bild berichtete, eine Person mit einem Messer habe das Fahrzeug verlassen, die B.Z. schrieb von einer Machete.

Nach Polizeiangaben gibt es unterschiedliche Aussagen dazu, ob es einen oder mehrere Täter gebe. „Deshalb haben wir uns sehr breit aufgestellt“, sagte der Polizeisprecher. Details wollte er nicht nennen – auch mit Blick auf den oder die flüchtigen Täter.

Es seien seit Samstag mehr als 2.200 Polizisten in Berlin im Einsatz. Sie seien teils schwer bewaffnet. Auch verdeckte Kräfte seien dabei. Hinzu kämen mehrere Hundert Beamte im gesamten Stadtgebiet.

Keine Festnahme nach Polizei-Einsatz in Schöneberg

Die Polizei hat eine Wohnung in Schöneberg durchsucht. Eine Festnahme gab es nicht, weil niemand angetroffen wurde, sagte Polizeisprecher Nath der dpa.

Der Zugriff, an dem Spezialkräfte der Polizei (SEK) beteiligt waren, erfolgte nach Informationen der Welt gegen 1.10 Uhr. Demnach war in dem Mietshaus ein sehr lauter, explosionsartiger Knall zu hören. Vorher hatten Polizisten das Gebäude betreten. Nach dem Welt-Bericht rückte die Polizei gegen 1.25 Uhr wieder ab.

Polizei bittet um Mithilfe per Hinweisportal

Unterstützt wurden die Einsatzkräfte auch durch die psychosoziale Notfallversorgung, die nach Angaben der Feuerwehr etwa 30 Personen betreuten. Es habe zuvor keine Hinweise auf einen solchen Vorfall gegeben, sagte ein ‌Polizeisprecher. „Die Ermittlungen zum Tathergang dauern an.“ Über ein Hinweisportal sollen Angaben und Zeugenberichte zur Tat gesammelt werden.

Für Angehörige wurde eine Personenauskunftsstelle unter der Telefonnummer (030) 84854460 eingerichtet.

Merz verurteilt Todesfahrt als „abscheuliche Tat“

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Todesfahrt am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin als „abscheuliche Tat“ verurteilt. Merz stehe mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) „in engstem Kontakt“ und werde von den Sicherheitsbehörden „fortlaufend unterrichtet“, erklärte ein Regierungssprecher in der Nacht zum Sonntag. Merz und Dobrindt „danken den Einsatzkräften und werden sich mit besonderem Nachdruck für Aufklärung und Ahndung der abscheulichen Tat einsetzen“.

Innensenatorin Spranger: „Entsetzt über die furchtbare Tat“

Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat nach dem Vorfall am Rande des Christopher Street Days in Berlin betroffen reagiert. „Ich bin entsetzt über die furchtbare Tat während des CSD in Berlin, den Tausende von Teilnehmenden friedlich gefeiert haben“, erklärte sie. Auch sie stehe mit den Sicherheitsbehörden in engem Kontakt. „Die Sicherheit der Berlinerinnen und Berliner und der Gäste der Stadt hat höchste Priorität.“

Berliner Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler warnte vor Spekulationen über den Hintergrund. Danach gefragt, ob es irgendwelche Hinweise auf einen politischen oder kriminellen Hintergrund gebe, antwortete der SPD-Politiker, dazu könne man im Moment noch nichts sagen. „Es hat sich ja auch nicht in der Veranstaltung selber abgespielt, sondern tatsächlich im Tiergarten.“ Deshalb sei die Lage auch so unübersichtlich.

Berlins Bürgermeister verurteilt Angriff

In einer ersten Stellungnahme hat Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) kurz nach Mitternacht von einem „Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft“ gesprochen. Nach einem friedlichen CSD sei die Versammlung „auf brutalste Art attackiert“ worden. „Berlin ist die Stadt der Freiheit – und unsere Freiheit ist heute aufs Schrecklichste angegriffen worden.“ Seine Gedanken seien bei den Opfern, ihren Familien und Freunden, teilte der CDU-Politiker mit. Zugleich dankte er allen Einsatzkräften.

Evers: „Es trifft unsere Stadt mitten ins Herz“

Auch CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers hat sein Entsetzen ausgedrückt. „Es trifft unsere Stadt mitten ins Herz“, schrieb er auf der Plattform X. Er dankte allen helfenden Händen und der Berliner Polizei für ihren Einsatz zum Schutz der Menschen. „Ich hoffe für die Verletzten, ich trauere mit Angehörigen und Freunden. Es gibt einiges aufzuklären. Dann ist die Zeit für Konsequenzen!“

Die jährlich organisierten CSD-Kundgebungen erinnern an den 28. Juni 1969, als die Polizei die Schwulenbar „Stonewall Inn“ in New York stürmte. Es folgten tagelange Zusammenstöße mit Aktivsten, die als Geburtsstunde der modernen Schwulen- und Lesbenbewegung gelten.

Bundesanwaltschaft in Kontakt mit Berliner Behörden

Die Bundesanwaltschaft steht mit den Ermittlungsbehörden vor Ort in Kontakt. Das sagte eine Sprecherin der Karlsruher Behörde der Deutschen Presse-Agentur. Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen in diesem Fall aber bislang nicht übernommen.

Die Bundesanwaltschaft ist die oberste Anklagebehörde in Deutschland. Sie kann unter anderem Fälle von islamistisch motiviertem Terrorismus übernehmen. Zudem kann sie solche mit besonderer Bedeutung an sich ziehen.

Berliner Erzbischof trauert um Opfer

Der Berliner katholische Erzbischof Heiner Koch hat mit Entsetzen auf den mutmaßlichen Anschlag auf den Christopher-Street-Day (CSD) in Berlin am Samstagabend reagiert. „Wie schrecklich! Ein so frohes und bewegendes Fest brutal zu zerstören“, erklärte Koch auf Anfrage.

In den Sonntagsgottesdiensten werde Fürbitte für die Betroffenen und ein friedliches Miteinander in der Gesellschaft gehalten, kündigte Koch an. „Der Hass darf nicht gewinnen.“

Rapperin Ikkimel fordert mehr Zusammenhalt

Die Rapperin Ikkimel hat nach dem tödlichen Vorfall am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) zu Zusammenhalt aufgerufen. „Liebe ist NIEMALS der Fehler, ANGST UND HASS niemals eine Antwort“, schrieb die 29-Jährige bei Instagram. Sie hoffe, dass viele Menschen jetzt realisierten, wie wichtig es sei, zusammenzuhalten – „jetzt noch mehr als sonst“.

„Ich hoffe, ihr seid in Ordnung – ich kann es nicht fassen“, schrieb Ikkimel in ihrer Story in Social-Media-typischem Schreibstil. Wenigstens Berlin solle ein sicherer Ort sein, so die Künstlerin, die am Freitag beim „Demokratieabend“ des Berliner CSD am Brandenburger Tor aufgetreten war. „Bitte, bitte bleibt stark. Ich werde immer für uns einstehen.“

Auf taz.de finden Sie eine unabhängige, progressive Stimme. Frei zugänglich, ermöglicht von unserer Community. Alle Informationen auf unserer Webseite sind kostenlos verfügbar. Wer es sich aber leisten kann, darf einen kleinen Beitrag leisten. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema
Stilisierter Packshot der wochentaz mit Handy daneben, in dem das wochentaz-Logo und die taz-tazze zu sehen ist. Daneben die Abbildung der Prämie: ein Jockstrap in Weiß und Rot mit taz-Logo

10 Wochen wochentaz + limitierter taz-Jockstrap

Fest an der Seite der queeren Community seit 1978: Mit unserem Pride-Abo der wochentaz gibt's jede Woche progressiven taz-Journalismus in den Briefkasten.

  • Seit ihrer Gründung nimmt die taz kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, für die Belange von queeren Menschen einzustehen
  • Unser Pride-Abo bietet dir diesen taz-Journalismus jede Woche neu in der wochentaz, unserer progressiven Wochenzeitung
  • Du bekommst 10 Ausgaben der gedruckten wochentaz und eine einmalige Prämie als Dankeschön
  • Unser Dankeschön: Der streng limitierte taz Jockstrap – elegant, minimalistisch und ausdrücklich für alle Geschlechter gestaltet

Probeabo & Prämie für nur 25 Euro

Jetzt Angebot sichern

16 Kommentare

 / 
  • Da erscheinen einem die Zankereien über die Haltung zum Nahostkonflikt noch einmal umso bizarrer.

    DAS hier ist der Feind: der ganz normale Hass und der Vernichtungswille, dem sich LGBT-Menschen seit jeher ausgesetzt sehen. Und nicht etwa andere Meinungen zu Palästina oder sonstwas.

    Seien wir mit unseren Gedanken und unserem ganzen Mitgefühl bei den Opfern des Anschlages und lasst uns hoffen, dass der oder die Mörder rasch gefasst und gerecht bestraft werden.

  • Warum wird in der Überschrift eines Absatzes von "mindestens 17 Verletzten" gesprochen, obwohl eine Frau gestorben ist? Ich finde das irreführend.

  • Hatte eher mit einem rechtsextremistischen Anschlag gerechnet. Aber im Prinzip nehmen sich die Fanatiker unterschiedlicher ideologischer Ausrichtungen ja nicht viel. Der Hass auf die jeweiligen Feindbilder ist immer derselbe.

    • @Forist Grump:

      In der Welt war am Freitag ein Kommentar eines Berliner Schwulen:



      „Auf der Straße fürchte ich mich als Schwuler nicht vor Rechten. Homophobe Täter im öffentlichen Raum haben fast immer einen muslimischen Hintergrund.“

    • @Forist Grump:

      Da klingt doch bei Ihnen Bedauern mit, dass es dummerweise mutmaßlich der falsche Extremist war? Ich kenne zwar Ihre Indizien nicht, aber vielleicht überlassen wir derzeit die Lagebeurteilung der Polizei und beschränken uns mit der Trauer und dem Mitleid für die Opfer, mit Verlaub und habe die Ehre.

      • @Vigoleis:

        »Da klingt doch bei Ihnen Bedauern mit, dass es dummerweise mutmaßlich der falsche Extremist war?«



        Solche Unterstellungen sagen mehr über Sie als mich aus!

  • Schlimm gelaufen, zu viele unnötige Opfer. Beileid allen Betroffenen und den Familienangehörigen sowie der gesamten Community.

    Und die CSD Veranstalter haben vorher vor Rechten gewarnt, das sind aber nicht die einzigen, die mit einer Veranstaltung dieser Art Probleme haben.



    Queer vor Palastine?

    Vielleicht sollte man Links/Queer aufwachen und anfangen zu differenzieren.

  • Wie war es möglich, dass sich ein Pkw dem Festgelände mit hoher Geschwindigkeit überhaupt nähern konnte. Gab es da zu wenig Sicherheitsmaßnahmen? Lernen die Behörden aus den Geschehnissen der Vergangenheit rein gar nichts dazu?

  • Wieso muss ich erst auf bild.de gehen um das offizielle Fahndungsfoto und die Täterbeschreibung der Polizei inklusive Hinweise zur Ergreifung zu finden?

  • So oft schon gelesen. Und so oft ähnliche Umstände. Und nichts ändert sich.

  • 1.) Homophobie, Islamismus, Antisemitismus, und Misogynie werden von UltraReligiösen ebenso wie von UltraRechten vertreten. - Woher kommt das?:

    2.) a) Misogynie, Homophobie, Antisemitismus und Islamismus werden seit Adam und Eva mit wechselnden Anteilen in den abrahamitischen Religionen vertreten. In allen drei Religionen gibt es heute noch starke fundamentalistische Strömungen.



    - b) Die politischen Weltanschauungen u. Parteien des 19. bis 21. Jh. haben wesentliche Funktionen und Wertvorstellungen von Religion säkularisiert u. übernommen. Also findet man bei den UltraReligiösen und UltraLinken traditionelle und radikale Feindbilder (Frauen, Homosexuelle, Liberale, Juden, Kapitalisten, Andersgläubige, Atheisten ... ) analog zu UltraRechten.

    3.) Der Islam - anders als Judentum und Christentum - ist noch nicht durch die europäische Aufklärung des 18.-21. Jh. hindurchgegangen. = Historisches Faktum.

    4.) Islamismus und Rechtsextremismus haben wesentliche Glaubenssätze und Feindbilder gemeinsam. Folglich wird Menschenwürde (Art 1 GG) weder von religiösen noch von politischen Radikalen als GrundWert anerkannt.

    5.) Linke und Progressive sollten die Hufeisentheorie wiederentdecken.

  • Mein Mitgefühl gilt allen Opfern und Zeugen dieses schrecklichen Verbrechens. Ich weiß, dass die Sache noch nicht ausermittelt ist. Aber auch unabhäng davon gibt es aktuell keine größere Bedrohung für queeres Leben in Deutschland als den islamischen Extremismus.

  • Während der Schock noch tief in den Knochen steckt und wir um die Verletzten trauern, läuft in den Medien bereits das zynische Kalkül an. Es dauerte keine Stunde, bis die AfD und ihre rechtsextremen Netzwerke den Anschlag instrumentalisierten, um Hetze gegen Minderheiten und Geflüchtete anzufachen.



    ​Genau hier liegt die hässliche Fratze dieser Tragödie: Islamistischer Hass und rechtsextremer Hass sind zwei Seiten derselben Medaille. Beide verachten unsere freie Lebensweise. Die AfD tritt nicht als Schützerin auf, sondern als zynische Nutznießerin der Gewalt. Sie schlachtet unsere Opferrolle gierig für ihre Agenda aus, während sie uns sonst die Daseinsberechtigung abspricht. Wir lassen uns weder von Terroristen noch von völkischen Spaltern den Mund verbieten!

  • Entsetzlich schlimm, furchtbar und äußerst brutal.



    Wie sollen wir derartige Anschläge, derartiges Denken und Handeln je verhindern?

  • "Ein Auto fährt im Berliner Tiergarten während des CSDs am Samstagabend in die Menschenmenge. Der Täter soll immer noch flüchtig sein – nun veröffentlicht die Polizei einen Fahndungsaufruf mit Foto."

    Wird jetzt nach dem Auto fahndet?

    Es ist so bitter, seit Jahren kämpfen wir darum die verantwortungsverschleiernde Sprache bei Gewalt durch Autoführende los zu werden.

    Ich bin eh schon wütend, entsetzt und traurig. Aber sowas lesen zu müssen, zu realisieren, dass sich die Journalist*innen nicht einmal im Angesicht von einer Toten, verletzten und einer ganzen angegriffenen Community die Mühe machen, solche verharmlosenden Passivkonstruktionen der Polizeimeldungen nicht zu übernehmen. Das ist respektlos. Immer schon gegenüber den täglichen Opfern durch Autogewalt. Aber hier schmerzt es noch mehr.

  • Ich will die Frage mal andersrum stellen: Warum wollen Islamisten eigentlich in diesem Land leben, wenn sie bei derlei Veranstaltungen Hass- und Tötungswillen entwickeln? Wäre ich als Islamist nicht besser in einem anderen Land glücklich?



    Kurzum: Bei heutiger Sonntagsfrage wäre die AfD wieder mal einen Punkt stärker.



    Mein Beileid den Angehörigen der toten Frau und der vielen Verletzten.