BSW-Erfolg in Sachsen-Anhalt : Zum Steigbügelhalten bereit
Das Bündnis Sahra Wagenknecht steht bereit, um einen AfD-Ministerpräsidenten ins Amt zu hieven. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lässt offen, ob er das will.
Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
A llen Umfragen zum Trotz hat es das BSW in Sachsen-Anhalt in den Landtag geschafft. Parteigründerin Sahra Wagenknecht hat alles auf eine Karte gesetzt und die Spaltung ihrer Partei – in Thüringen wie zuvor schon in Brandenburg – in Kauf genommen, um die Partei vor dieser Schicksalswahl wieder als Anti-Establishment-Kraft zu profilieren. In Sachsen-Anhalt hat Wagenknecht ihr Ziel erreicht, mit dem BSW das Zünglein an der Waage zu sein.
Wagenknecht hat schon vor der Landtagswahl klargemacht, dass sie die Brandmauer zur AfD ablehnt und die rechtsextreme Partei als potenziellen Partner betrachtet. Beide Parteien haben viel gemein: Beide lehnen die Unterstützung der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland ab, sie sind für einen harten Kurs gegen Einwanderer und Flüchtlinge und sie wollen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in seiner jetzigen Form abschaffen.
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Nach ihrem Erdrutschsieg hat die AfD wenig Grund, auf Wagenknechts Angebot einzugehen, sich auf einen überparteilichen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten zu verständigen. Das BSW hat schon signalisiert, dass es im Zweifel einem AfD-Ministerpräsidenten an die Macht verhelfen werde. Es steht als Steigbügelhalter bereit.
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Will AfD-Wahlgewinner Ulrich Siegmund das überhaupt? Er will Ministerpräsident werden und sieht den Regierungsauftrag bei seiner Partei, nun sucht er eine Mehrheit im Landtag. Dabei schielt er auf Überläufer aus der CDU, die er nur zu gerne spalten möchte. Das BSW ist gar nicht seine erste Wahl. Insofern ist nicht ausgemacht, dass Wagenknechts Pläne aufgehen und ihre Partei in Sachsen-Anhalt eine Schlüsselrolle spielt.
Es kann auch sein, dass Wagenknecht einen Pyrrhussieg errungen hat. Selbst wenn sich eine AfD-Regierung vom BSW dulden lässt – welche eigenen Akzente kann es dann setzen? Klar ist nur: Der russische Präsident Wladimir Putin kann sich über diese Konstellation in Sachsen-Anhalt freuen.
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