piwik no script img

Zusammenarbeit von BSW und AfDWagenknecht will endlich mal wieder mit Weidel reden

Das BSW lädt AfD-Chefin Weidel vor den Landtagswahlen in Ostdeutschland zum „Anti-Brandmauer-Gipfel“ mit Parteigründerin Wagenknecht ein. Es geht um Aufmerksamkeit.

Sarah Wagenknecht will endlich mal wieder mit AfD-Chefin Alice Weidel diskutieren. Über die von ihr abgelehnte Brandmauer zur AfD, über die Positionen des Bündnisses Sahra Wagenknecht und der extremen Rechten, über „immer engere Meinungskorridore“. Der letzte gemeinsame Talkshowauftritt liegt immerhin schon eineinhalb Jahre zurück.

In einem Brief an Weidel und AfD-Co-Chef Tino Chrupalla wirbt die BSW-Bundesspitze jetzt für gemeinsame Auftritte vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Auf je „einem großen Marktplatz im Osten der Republik“ – vorschlagsweise in den Landeshauptstädten Magdeburg und Schwerin – sollten sich BSW-Gründerin Wagenknecht und AfD-Frontfrau Weidel „eine kontroverse Debatte“ liefern, so der Vorschlag.

„Das Angebot zu diesem Duell, zum Hin- und Rückspiel, ist auch ein Versuch, die große Ausgrenzung zu überwinden, die sowohl wir als auch die AfD nicht zuletzt im öffentlich-rechtlichen Rundfunk erfahren“, begründet BSW-Generalsekretär Oliver Ruhnert den Vorstoß im Gespräch mit der taz. Ruhnert hat das Schreiben mit den beiden BSW-Vorsitzenden Fabio De Masi und Amira Mohamed Ali verfasst.

Ob und wie die AfD auf die Offerte reagiert – unklar. Eine entsprechende Nachfrage der taz bei der AfD-Parteiführung blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Bestätigt ist nur, dass das Schreiben bei der Bundesgeschäftsstelle der extrem rechten Partei eingegangen ist, obwohl es vom BSW falsch adressiert wurde.

Empfohlener externer Inhalt

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob Sie dieses Element auch sehen wollen:

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Empfohlener externer Inhalt

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob Sie dieses Element auch sehen wollen:

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Empfohlener externer Inhalt

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob Sie dieses Element auch sehen wollen:

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Denkbar ist, dass Weidel und Chrupalla dankend ablehnen. Denn welchen Vorteil sollte die in Umfragen führende AfD von gemeinsamen Auftritten haben? Schließlich dominiert sie in Mecklenburg-Vorpommern und insbesondere in Sachsen-Anhalt längst die Marktplätze. Und dass es das BSW im September überhaupt in die Landtage schafft, ist alles andere als sicher. In beiden Ländern turnt die einst im Osten so erfolgreiche Partei nur noch um die 5-Prozent-Hürde herum.

Große Aufregung um „Geheimbrief“

Die Aufregung ist trotzdem groß. Die Bild-Zeitung etwa liest aus den Zeilen des „Geheimbriefs“, dass das BSW in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern von der AfD gestellte Mi­nis­ter­prä­si­den­t:in­nen tolerieren werde. Wagenknecht biete der extremen Rechten „in beiden Ländern den Steigbügel zur Regierungsmacht an“.

Nun ist der vermeintliche Geheimbrief so geheim nicht – er findet sich unter anderem auf der Homepage der Wagenknecht-Partei. Auch von einer Tolerierung einer AfD-Regierung ist nicht die Rede. „Es wäre gut, wenn die, die sich jetzt aufregen, den Brief auch gelesen hätten“, sagt BSW-General Ruhnert. „Wir biedern uns hier nirgends an. Das Gegenteil ist der Fall: Der Brief ist die Einladung an die AfD zu einem kontroversen Duell, nicht zu einer netten Tratschrunde.“

Der Brief ist die Einladung zu einem kontroversen Duell, nicht zu einer netten Tratschrunde

Oliver Ruhnert, BSW-Generalsekretär

Der Inhalt des Schreibens ist aber vor allem auch für die Öffentlichkeit bestimmte Propaganda. So nimmt die Herausstellung „wesentlicher Unterschiede“ zwischen BSW und AfD breiten Raum ein: Anders als das BSW wolle die AfD Milliardäre nicht „angemessen besteuern“, unterstütze die „Hochrüstungspolitik der Bundesregierung“, rechtfertige „die Kriege der USA und Israels“. Und so weiter.

Ein weiterer Hauptzweck des vermeintlichen Geheimbriefs besteht darin, einmal mehr den aktuellen BSW-Schlager von einer „Bürgerregierung“ anzustimmen: Die Regierungen, so Wagenknechts Idee, sollen künftig nicht mehr von Par­tei­po­li­ti­ke­r:in­nen geführt werden, sondern von „überparteilichen Ministerpräsidenten, die in den Landtagen mit wechselnden Mehrheiten regieren unter Einbindung der AfD“.

Empfohlener externer Inhalt

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob Sie dieses Element auch sehen wollen:

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Empfohlener externer Inhalt

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob Sie dieses Element auch sehen wollen:

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Empfohlener externer Inhalt

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob Sie dieses Element auch sehen wollen:

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Es gehe nun mal nicht an, „dass die Rechte der stärksten Fraktion beschränkt werden, was wahrscheinlich die AfD sein wird“, sagt BSW-Generalsekretär Oliver Ruhnert. Dass alle anderen Parteien, die AfD inklusive, eine „Bürgerregierung“ ablehnen, ficht ihn dabei nicht an. Er sei sich sicher, „dass das nach der Wahl ganz schnell ganz anders aussieht“. Aber zunächst will man ja sowieso nur diskutieren, bei einem, so die Parteiheilige Wagenknecht in der Bild, „Anti-Brandmauer-Gipfel“.

Landesverbände haben nichts zu melden

Für die Zeit nach den Landtagswahlen im September stellt Ruhnert gleichwohl klar, dass seine Partei „weder einen CDU- oder SPD- noch einen AfD-Ministerpräsidenten mitwählen“ werde. Entweder es gebe „eine überparteiliche Persönlichkeit als Chef einer Regierung“ oder das BSW spiele nicht mit.

Das kann man glauben oder nicht. Absehbar ist, dass für den Fall eines Einzugs in die Landesparlamente von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ohnehin nicht vor Ort entschieden wird, wie mit der AfD umzugehen ist, sondern in der Parteizentrale in Berlin.

So mussten bereits vor Monaten alle BSW-Bewerber:innen für einen Sitz in den beiden Landtagen vorsorglich eine Verpflichtungserklärung unterzeichnen, sich im Parlament „loyal für die konkrete politische Ausrichtung und die zentralen politischen Vorhaben unserer Partei“ einzusetzen. Andernfalls, so der Schwur, werde man das Mandat sofort niederlegen. Die Partei rechtfertigt das mit dem „schweren Anfängerfehler“ in Thüringen, wo sich das Landes-BSW nach der Landtagswahl 2024 über gegenteilige Befehle aus Berlin hinweggesetzt hatte und mit CDU und SPD eine Koalition bildete.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 30 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema
Fotomontage eines wochentaz-Titels und dem Buchcover „Autoritäre Rebellion“ von Andreas Speit

10 Wochen taz + Sachbuch „Autoritäre Rebellion“

Zeiten wie diese brauchen Seiten wie diese: unabhängig, konzernfrei und mit klarer Kante gegen Faschismus, Rassismus und Rechtsruck. Teste jetzt die taz und erhalte das neue Buch „Autoritäre Rebellion“ von Rechtsextremismus-Experten Andreas Speit als Prämie.

  • Das neue Buch „Autoritäre Rebellion“ von Andreas Speit als Prämie
  • Die wochentaz jeden Samstag frei Haus + digital in der App
  • Die tägliche taz von Mo-Fr digital in der App
  • Zusammen für nur 28 Euro

10 Wochen taz + Buch „Autoritäre Rebellion“

Jetzt bestellen

39 Kommentare

 / 
  • M.E. ein weiterer taktischer Fehler. Nicht wegen der AfD als solcher. Aber es ist ein Bekenntnis: Der Wagen steckt im Graben fest, es muss ihn jemand anders rausziehen. Aber warum sollte das jemand anders machen? Die AfD kann vor Kraft kaum laufen und wird sich gewiss nicht wegen irgendwelcher Rechenspiele um die politische Konkurrenz bemühen.

    Das gut gestartete BSW ist m.E. an schlimmen, geradezu anfängerhaften Fehlern gescheitert, die ich zunächst nicht für möglich hielt. Der allerschlimmste Fehler war, dass die Bundeszentrale im Herbst 2024 Katja Wolf in Thüringen öffentlich in den Rücken gefallen ist. Das war schon der Anfang vom Ende, alles andere folgte mehr oder weniger daraus. Im Osten will man sich nichts von den Berliner Eliten vorschreiben lassen. Eben auch nicht von den BSW-Parteieliten. Man muss die AfD-Protagonisten nicht mögen, aber Alice Weidel wird schon wissen, warum sie Björn Höcke nicht öffentlich zurechtgewiesen hat. Sie hat die anti-zentralistischen Motive im Osten besser verstanden.

  • Wenn die Alice küsst in ihren verschmitzten Träumen



    Das Edle des verbrannten nach rechts gewinkelten und 45 Grad geneigten



    Haken



    Dann sei auf der Hut du Knecht deines eigenen Wagens- stets die Machtergreifung als Lebensinhalt vergöttert -komme was wolle, auch dein Zünglein hat die Haut des Bösen schon längst benetzt.

  • Mir ist es immer auf den Keks gegangen, dass Sahra Wagenknecht es ähnlich wie Karl Lauterbach schafft, in mindestens zwei Talkshows gleichzeitig zu sitzen. Egal wohin man zappt, sie sie schon da. Wunderbar war nur ihr gemeinsamer Auftritt mit Alice Weidel beim letzten Bundestagswahlkampf. Alle beide gönnten der jeweils anderen das Wort nicht, sondern quasselten sehr laut, lebhaft und ohne Punkt und Komma gleichzeitig. Der Moderator oder die Moderatorin (Lanz? Maischberger? ich kann mich nicht erinnern) hatte nicht die geringste Chance, die Kakophonie zu stoppen. Zu schön, sie sorgten beide selbst dafür, dass der Stuss, den sie abzusondern pflegen, für das Publikum nicht zu verstehen war.

    • @Oma:

      Der Witz ist, dass sie sich mittlerweile ganz offen bei den Sendern darüber beklagt, dass sie eben nicht mehr ständig in Talkshows eingeladen wird. Sahra kann nicht leben ohne Beachtung.

  • Sarah Wagenknecht hat einen iranischen Vater und dadurch automatisch die iranische Staatsbürgerschaft an ihrer Stelle würde ich mir Sorgen machen das ihr von einer AFD Regierung die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen wird und sie abgeschoben haben wird. Zu den 20 Millionen Menschen die der rechte AFD Flügel loswerden will gehört sie auch.

    • @Machiavelli:

      Es stimmt zwar dass der Iran niemanden aus der iranischen Staatsbürgerschaft entlässt, Frau Wagenknecht ist aber als uneheliches Kind in der DDR komplett „unter dem Radar“ geblieben, somit hatte sie niemals die iranische Staatsbürgerschaft. Außerdem ist es albern anzunehmen dass eine AfD-Bundesregierung so dermaßen strikt alle Bundesbürger*innen mit Migrationshintergrund abschieben würde, da wären ja auch Alice Weidels Ehefrau gefährdet.

      • @Saile:

        Der rechte Flügel wird Frau Weidel eines Tages stürzen. Und ich denke eine AFD Regierung würde mit verschiedenen Diktaturen deals aushandeln um missbeliebige Menschen loszuwerden. Es ging mehr auch mehr darum darauf hinzuweisen das ein Mensch mit der familiengeschichte von Frau wagenknecht es besser wissen sollte. Aber ihr geht es nur um sich selbst und die macht. Würde mich nicht wundern wenn sie 2029 für die AFD antritt.

    • @Machiavelli:

      „...automatisch die iranische Staatsbürgerschaft..."

      Nein, hat sie nicht.

      • @Thomas Böttcher:

        Die AFD in ihrer Gesamtheit hat sicher nicht vor 20 Millionen Menschen die Staatsbürgerschaft zu entziehen. Letztendlich auch der rechte Flügel nicht. Falls das so wäre, hätte man einen echten Hebel die Partei durch das BVG verbieten zu lassen. Hat man aber nicht. Die Urteile des Landgerichts Berlin gegen Correctiv sind darüber hinaus eindeutig.

      • @Thomas Böttcher:

        Laut iranischer Gesetzgebung schon.

  • Manofraumann.

    Volkers 🫦 “Wer mit dem Teufel 🍲 essen will!



    Braucht nen langen Löffel“ •

    unterm——für Spätgeborene Weidel/Sarah



    🤖Die Zusammenarbeit zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten fand primär in der Endphase der Weimarer Republik statt. Das bekannteste Beispiel für dieses Bündnis gegen die parlamentarische Demokratie war der Berliner BVG-Streik im November 1932. Die Kooperation endete abrupt mit der NS-Machtergreifung 1933 und der grausamen Verfolgung der Kommunisten durch das NS-Regime.



    In der Endphase der Weimarer Republik (ab ca. 1930) sahen sowohl die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) als auch die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) die demokratische Mitte, insbesondere die SPD, als ihren Hauptfeind an.Taktische Allianzen: Beide extremen Ränder arbeiteten punktuell zusammen, um den Staat zu destabilisieren. So unterstützte die KPD 1931 einen von der NSDAP initiierten Volksentscheid zur Auflösung des preußischen Landtages.Der Berliner BVG-Streik (1932): Der Höhepunkt der Zusammenarbeit war der wilde Streik der Berliner Verkehrsbetriebe. KPD und NSDAP streikten gemeinsam, was Zeitzeugen als „perverse Einheitsfront“ beschrieben, …



    Drehbuch?

    • @Lowandorder:

      Vielleicht. Nur ist das BSW nicht kommunistisch (nicht mal sozialistisch).

      • @Chris McZott:

        Schonn. But

        Manchmal ist n breiter plakativer dicker ✏️ - hilfreicher als pausenlos



        Filigrangekritzel - um die Farce deutlich zu machen.



        Mit Onkel Herbert “Ich sage Ihnen Prost!“

  • Die Angst vor dem Ende sitzt dem BSW im Nacken. Da greiffen sie nach allem, sogar nach Alice Weidel, die eigentlich eine Antithese zum BSW ist, aber spielt das noch eine Rolle.



    Und was, wenn Weidel diese Bühne nutzt und das BSW attakiert und vorführt? Was dann?



    Weidel agiert ja nicht im Rahmen des GG, sondern sagt mehr oder weniger alles, was sie so will und das ist eine ganze Menge. Sie ist mehr oder weniger für den Austritt aus der NATO, billiges fossiles Gas aus Russland, gegen die Ukraine, für die Schweiz, für Kapitalisten, gegen Arbeitnehmer, gegen Ausländer, gegen Asylbewerber, gegen Einbürgerungen. Dieser bunte Strauss an zu gutem Teil verfassungswidersprüchlichen Ideen ist schwer zu kontern, weil das eben eher Quatsch und Gift ist.



    Aber das BSW war in den Medien - hurra sie leben noch und sie wollen SPD und CDU nicht unterstützen, wenn es um Ministerpräsidentenposten geht. Ach, wer soll das dann machen? Gute Frage, darauf gibt es eine Hypothese vom BSW und dann irgendwie doch nicht die AfD, mit der man sich zum Schlamschaukamp verabreden will.

    • @Andreas_2020:

      "...Alice Weidel, die eigentlich eine Antithese zum BSW ist,"

      Das ist Weidel nüchtern betrachten eben nicht. Die sozialpolitischen Deifferenzen allein reichen nicht - dazu haben die beiden außen- und migrationspolitisch sowie in ihrem konsequenten Populismus viel zu viele Gemeinsamkeiten. Auch Wagenknechts Demokratieverständis ist hinreichend "top-down", dass man nicht wirklich von Gegensätzen sprechen kann.



      Wenn es eine echte "Antithese" zur AfD gibt, dann sind das die Grünen, und deren Gemeinsamkeiten mit Wagenknechts Agenda und Einstellung halten sich stark in Grenzen. Der Gegenpol zu Wagenknecht ist noch am ehesten die FDP.

  • Das hätte ich von Dr. Sarah Wagenknecht nicht gedacht.

    • @aujau:

      Dass Sahra Wagenknecht ohne jede Scham absolut alles tut, um die Stimmen der Ossis - in diesem Fall jener, die die Bundesrepublik verachten und Russland lieben, aber sich für die Wahl der AfD noch etwas zu fein sind, also ungefähr die Leserschaft der Berliner Zeitung - zu kriegen, hatten Sie bislang nichts mitbekommen?

  • "Sarah Wagenknecht will endlich mal wieder mit AfD-Chefin Alice Weidel diskutieren."



    Da wächst zusammen, was zusammen gehört...

  • Man kann kaum ausdrücken, wie verachtenswert Wagenknecht ist.

  • Man kann ja dann jetzt schon mal den Begriff "diskutieren" neu definieren z.b. als abwechselndes monologisieren in gegensätzlichen Meinungen oder gemeinsam im Chor wenn man sich am rechten Rand einig ist.



    Eitelkeit und Geltungssucht schlagen jegliches Verantwortungs- und Schamgefühl, wirklich wiederlich.

  • Diese Aktion zeigt klar und deutlich, wes Kind Frau Wagenknecht ist: das Kind ihres Egos und ihrer Egozentrik. Die politische Zuordnung des BSW ist mir wie vielen anderen nie wirklich gelungen: links? nöö, rechts schon eher.



    Oder noch besser: zentriert auf die arrogante Selbstdarstellung ihrer eigenen Person...

    • @Perkele:

      " Die politische Zuordnung des BSW ist mir wie vielen anderen nie wirklich gelungen"

      Was ist da so schwirig dran? Das BSW ist



      Rechtskonservativ + Sozialstaat.

      • @Kaboom:

        Also national...sozial?

        • @sociajizzm:

          Japp.

    • @Perkele:

      Tja, was will man auch erwarten von einer Partei, bei der Personenkult schon Teil des Namens ist?

      • @em_es:

        Heißen die jetzt nicht Bündnis für Soziales und Wischiwaschi oder so?

        • @Axel Schäfer:

          "Heißen die jetzt nicht Bündnis für Soziales und Wischiwaschi oder so?"



          Guter Name, gefällt mir.

          Aber der große Fehler beim Namen war, dass sie mit Sahra angefangen haben. Das bleibt hängen, da können sie sich umbenennen wie sie wollen. Hat Sahra ihre Zugpferdwirkung eben doch überschätzt.

          • @Encantado:

            Die letzte Abfahrt von der Selbstzerstörungs-Autobahn war doch der Versuch, den Namen Sahra Wagenknecht aus dem Parteinamen zu streichen. Ist wohl offensichtlich nicht gelungen, den langen Schatten der Frau Wagenknecht loszuwerden.



            Stattdessen weiß jetzt niemand so recht (wahrscheinlich nicht mal deren Wähler), wofür das W in BSW eigentlich steht. Damit steht sie jedoch nicht allein: bei der SPD weiß man es nicht vom S, bei der CDU gleich bei zwei Buchstaben nicht, dem C und dem D.



            (Auweia, jetzt kommt bestimmt ein Mitforist, der mir vorwirft, die CDU in die Nähe von Faschisten zu rücken😉.)

  • "Denkbar ist, dass Weidel und Chrupalla dankend ablehnen. Denn welchen Vorteil sollte die in Umfragen führende AfD von gemeinsamen Auftritten haben?"



    Richtig, gar keinen.



    Das BSW macht hier, was früher die FDP bei der Union gemacht hat. Die stand auch oft genug knapp um die 5% Hürde und hat für die 2. Stimme für die FDP geworben, damit 'die Union einen starken Partner' bekommt oder so ähnlich.



    Das ist natürlich eine Milchmädchenrechnung, weil damit fast ausnahmslos Stimmen aus der Schnittmenge der Wählerschaft zwischen den beiden Parteien angesprochen werden. Stimmen von außerhalb erreicht man damit kaum.



    Die AfD schielt auf die Alleinregierung a la CSU früher - das BSW hat sie so oder so sicher🤷



    Wenn die nicht im Landtag landen, ists der AfD egal - und wenn die im Landtag landen, werden sie dennoch die AfD zumindest tolerieren und somit eine Minderheitsregierung ermöglichen, weil das Wagenknecht Befehl gibt, ein verzweifeltes Bündnis aus Union, SPD, Grüne (falls die beide überhaupt einziehen) und Die Linke zu unterstützen, wird eh nie passieren.



    Wagenknecht wird so lange sie aktiv ist ihre persönliche Fehde mit Die Linken aufrechterhalten. Die AfD kann da ganz entspannt sein.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Sie müssen es schon genauer formulieren: eine Schnittmenge in der Wählerschaft besteht aktuell zwischen der Union, der AfD, der FDP und dem BSW. Leider die überdeutliche Mehrheit der (bürgerlichen) deutschen Wählerschaft.



      Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass das BSW leider auch einen Teil der Linken-Wähler bei der Abspaltung mitgenommen hat, was Die Linke bei der letzten BTW jedoch mehr als kompensieren konnte. Und die SPD hat auch ordentlich Federn an die AfD gelassen, nicht nur CDU und FDP.



      Daher Anlass genug für die demokratischen Parteien, Selbstkritik zu üben, sich nicht gegenseitig zu dissen und gegen die AfD zusammenzuhalten. Auch dann gibt es noch genug Unterscheidungsmerkmale, um in Wahlkämpfen jeweils punkten zu können.

  • Wie kann eine so intelligente, hochgebildete und linke Politikerin sich mit diesem rechten, verfassungsfeindlichen Abschaum gemein machen?



    Da muss doch in ihrem Gehirn irgend etwas krass schiefgelaufen sein...

    • @ Christoph:

      Intelligent, ja. Sie hätte bei Goethe bleiben sollen. Da hat sie was zu sagen.

    • @ Christoph:

      Weil sie eben nicht hoch intelligent und hochgebildet ist. Nehmen sie diese zwei annahmen weg und plötzlich macht das ganze Verhalten der Frau Sinn.

      • @Machiavelli:

        Naja, doof ist sie sicher nicht und zumindest einseitig gebildet. Aus ihrer Sicht haben BSW und AFD sehr ähnliche Wähler. Genau aus dem Grund hat die AFD wohl auch abgelehnt - sie kann ungleich mehr verlieren als beim BSW gewinnen. Erst recht, wenn das BSW deswegen knapp über die 5% Hürde rutschen sollte.

    • @ Christoph:

      Wagenknecht war vor 20 Jahren vielleicht mal links.

    • @ Christoph:

      Ja, das ist es auch: extrem ausgeprägter Egoismus und Selbstüberschätzung.

  • Sie will der AFD halt Wähler abjagen. Komplizierter ist das nicht.

    • @Nachtsonne:

      Das wird nix.

      • @aujau:

        Das sieht Frau Wagenknecht anders. Ich würde die Überschneidungen bei den Frustrierten auch als groß einschätzen.