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BSW-Offerte an die AfDWeidel zeigt Wagenknecht die kalte Schulter

Das BSW wollte sich vor den Wahlen im Osten ein öffentlichkeitswirksames Rededuell mit der AfD liefern. Die extreme Rechte lehnt das Angebot süffisant ab.

AfD-Chefin Alice Weidel will von gemeinsamen Wahlkampfauftritten mit BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht nichts wissen. Die AfD nehme „diesen Vorstoß grundsätzlich positiv auf, gerade weil wir gemeinsam für Diplomatie und die sofortige Beendigung des Ukrainekrieges eintreten“, teilte Weidels persönlicher Sprecher der taz am Mittwoch mit. Letztlich sei „aber jede wahlwerbende Partei für ihren Wahlkampf selbst verantwortlich“.

Die BSW-Spitze hatte der AfD zuvor in einem Brief insgesamt vier öffentliche Rededuelle zwischen Weidel und Wagenknecht vor den anstehenden Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern vorgeschlagen. Wagenknecht selbst sprach von einem „Anti-Brandmauer-Gipfel“. Zur Begründung für die Veranstaltungen „auf einem großen Marktplatz“ hieß es, sowohl die Wagenknecht-Partei als auch die extrem rechte AfD würden vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu wenig in Talkshows eingeladen: Das „wollen wir daher selbst in die Hand nehmen“.

Das kann Wagenknecht gern machen, aber ohne mich, lässt Weidel nun also wissen. Für die Antwort hatte sich ihr Büro auffällig viel Zeit gelassen. Dass die AfD nicht zur Verfügung steht, um dem BSW vor den Wahlen im September zu erhöhter Aufmerksamkeit zu verhelfen, überrascht indes nicht. Sowohl in Sachsen-Anhalt als auch in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD in Umfragen klar vorn, während das BSW darum kämpfen muss, überhaupt die 5-Prozent-Hürde zu überwinden.

Auch Weidels Sprecher verweist süffisant auf die „Herausforderung“ der 5-Prozent-Hürde, die das BSW erst mal überspringen müsse. Um dann hinterherzuschieben: „Sollte es das erreichen, ist die AfD selbstverständlich zu Gesprächen bereit.“ Mit anderen Worten: Als Mehrheitsbeschaffer für einen AfD-Ministerpräsidenten wäre die Wagenknecht-Partei gut genug. Das BSW hat seinerseits ja auch immer betont, die Rechte der AfD nicht einschränken zu wollen.

Wirbel an der Basis

BSW-Chefin Amira Mohamed Ali sagte mit Blick auf die Absage Weidels, sie finde das enttäuschend, aber nicht überraschend. „Ich habe befürchtet, dass sie sich nicht trauen wird, aber ich finde das auch entlarvend.“ Ähnlich BSW-Generalsekretär Oliver Ruhnert, der erklärte: „Dass Alice Weidel kneift, ist unsouverän. Viele Wähler im Osten hätte ein solches Duell ganz sicher interessiert.“

Weniger interessiert waren Teile der BSW-Basis. Jedenfalls hatte der Propagandabrief der Parteispitze an die extreme Rechte für ordentlich Wirbel gesorgt. Während manche im BSW-Jugendverband eine offensive Annäherung an die AfD als überfälligen Schritt feierten, sahen andere in der Partei eine Grenze überschritten. So erklärte Sigrid Hupach, die BSW-Fraktionschefin im Thüringer Landtag, die AfD könne kein politischer Partner sein.

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