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Russische Hyperschallrakete OreschnikHohn und Spott für Wladimir Putin

Kremlnahe Blogger kritisieren den Einsatz von Hyperschallraketen bei russischen Angriffen auf Kyjiw. Das solle von eigenen Misserfolgen ablenken.

Dass Russland bei dem schweren Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw am Sonntagmorgen auch erneut die Hyperschallrakete Oreschnik eingesetzt hat, hat Machthaber Wladimir Putin Empörung im Westen und Spott in der Heimat eingebracht.

Bei dem Angriff auf Kyjiws Stadtzentrum wurden etwa 300 Gebäude zum Teil schwer beschädigt. Das ARD-Hörfunk- und Fernsehstudio im Regierungsbezirk Petschersk ist zu großen Teilen unbenutzbar geworden – wegen einer massiven Druckwelle explodierender Raketen und Drohnen.

Im Westen wurde besonders der nun bereits dritte Einsatz der Hyperschallrakete Oreschnik verurteilt: Von „nuklearem Säbelrasseln“ sprach die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas. Denn die bis zu 6.000 Kilometer weit mit 12.000 Stundenkilometern fliegende Rakete, die übersetzt „Haselstrauch“ heißt, kann mit mehreren atomaren Sprengköpfen bestückt werden.

Auch russische Militärblogger verurteilten den Einsatz der erstmals im November 2024 auf die ostukrainische Industriemetropole Dnipro abgefeuerten Rakete: „Einfach nur sehr teures Eisen in den Boden. Um eines schönen Bildes willen, an das schon niemand mehr (außer Rentnern) glaubt“, empörte sich Wladimir Romanow, einer der prorussischen Militärberichterstatter. Die Oreschnik war im Ort Bila Zerkwa südlich von Kyjiw in einer Garagensiedlung eingeschlagen.

Deutliche Verluste

„Der ganze Kern dieser teuren Vergeltungsschläge liegt darin, dass es an der Front katastrophal an Soldaten und Drohnen mangelt“, schrieb Militärblogger Anatolij Radow. Er bestätigt damit eine Analyse des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW), das täglich die Lage in der Ukraine untersucht: Die russische Militärführung könnte einen Schlag gegen Kyjiw geführt haben, um die Öffentlichkeit von den Misserfolgen auf dem Schlachtfeld abzulenken und „sowohl dem heimischen als auch dem ausländischen Publikum Stärke und Macht zu demonstrieren“, so das ISW.

Russische Truppen hatten in den vergangenen Wochen deutliche Verluste von eroberten Gebieten hinnehmen müssen – obwohl der russische Generalstab das Gegenteil behauptet. Inzwischen ist die Hauptversorgungsroute für die okkupierte Halbinsel Krim unter der Kontrolle möglicher ukrainischer Drohnenangriffe. Es wird damit für Moskau immer schwerer, die für russisch erklärte Schwarzmeer-Halbinsel zu versorgen.

Zudem hat die Ukraine in den vergangenen Wochen durch Drohnenangriffe auf Raffinerien und Öltanklager nach unterschiedlichen Angaben zwischen 17 und 37 Prozent der russischen Ölverarbeitungskapazitäten zerstört. In einigen Regionen kommt es bereits zu Treibstoffmangel.

Weitere Angriffe angekündigt

Das russische Verteidigungsministerium nannte den „massiven Angriff mit ‚Oreschnik‘-Raketen“ eine „Reaktion auf die Terroranschläge der Ukraine auf zivile Ziele auf russischem Territorium“. Allerdings werden aus den Raffinerien auch die russischen Truppen mit Treibstoff versorgt und sie sind – im Gegensatz zu Kyjiwer Wohnhäusern – damit keine rein zivilen Einrichtungen.

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Russland hat indes am Montag erneut Dnipro mit Raketen und Drohnen angegriffen, es gab Verletzte. Zudem kündigte das russische Außenministerium weitere Angriffe auf Kyjiw an.

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13 Kommentare

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  • Die Russen haben diese Rakete natürlich nicht ohne Grund nicht auf Kyjiw abgefeuert, sondern, weil sie wissen, dass diese angebliche Wunderwaffe eben doch durch die rund um die Hauptstadt sehr starke Luftabwehr sehr wohl hätte abgefangen werden können. Und das wäre natürlich extrem peinlich gewesen.

  • Lustig. Die russischen Militärblogger wissen wie man auf die Hyperschalltaketenangriffe reagiert. Den Wurm Putin auslachen.



    Das könnte unsere Presse auch mal lernen.



    Hier ist immer noch nicht angekommen das Russland garnix kann außer rumprollen.



    Sie wollen nur davon ablenken dass sie gerade den Krieg verlieren und sich durch das vortäuschen von Stärke eine bessere Verhandlungsposition schaffen.



    Also auslachen. Das trifft Würmer wie Putin richtig ins Mark. Weil seine Marke läuft über Stärke, der Mann der oberkörperfrei in der Steppe reitet. Das kontert man über auslachen am besten.

    • @Jasmin Reeh:

      Der reitet nirgendwo mehr ohne schusssichere Weste, darauf können Sie (pruha!) Gift nehmen...

      Auf das Auslachen können wir uns einigen. Auch in Bezug auf Trump. Das fürchten diese Gestalten am meisten.

  • Der Sofageneral neben mir meint, Russland hat alle Kurzstreckenwaffen verschossen und greift darum auf seine Langstreckenwaffen zurück. Die sind eigentlich für die Abwehr, aber das ist wohl in der jetzigen Situation egal.

    • @Cededa Trpimirović:

      Der Sofageneral könnte recht behalten. Ich hoffe nur, dass nicht irgendein patriotischer Verteidiger der Rodina irgendwann dazu genötigt fühlt, eine dieser Raketen nuklear zu bestücken, weil die Front zusammenbricht und der Kollaps des Regimes droht.

      Ein Glücksfall des 2. Weltkriegs war, dass Deutschland in seinen Bemühungen zum Bau einer Atomwaffe durch die "Deutsche Physik", welche quantentheoretische Grundlagen ideologisch diffamierte, faktisch unfähig blieb. Hitler hätte ansonsten vermutlich ohne Zögern Europa in Schutt und Asche gelegt, da er zunehmend von einem Fatalismus beherrscht wurde, der sich am Ende sogar direkt gegen das eigene Volk gewendet hat.

      Bleibt zu hoffen, dass diese Einstellung keine Nachahmer in Russland findet, die Zugriff auf Atomwaffen haben.

  • Es sieht ja ganz danach aus, als habe Putin das Momentum verpasst, den Krieg noch (für ihn) erfolgreich beenden zu können. Das Momentum war wahrscheinlich das Frühjahr vergangenen Jahres, als US-Präsident Trump sich für Putin ins Zeug gelegt hat, um einen für Russland günstigen Friedensschluss zu erreichen. Seinerzeit befand sich Russland auf dem Höhepunkt seiner militärischen (aber auch da immer nur mäßigen) Erfolge.



    Inzwischen wird deutlich, dass sich das Blatt militärisch zugunsten der Ukraine gewendet hat. Empfindliche Schläge gegen die russische Erdölverarbeitungsindustrie und technologische Fortschritte in der Drohnenentwicklung für die Ukraine prägen jetzt das Bild. Entscheidende russische Geländegewinne im Donbass sind damit faktisch nicht mehr möglich, der (militärische wie ökonomische) Abnutzungseffekt dieses Krieges hat sich deutlich gegen Russland gewendet. Und die russische Bevölkerung spürt, dass der Keieg nun auch bei ihr in voller Härte angekommen ist.



    Putins Zenit ist am Sinken, dass kann der Ukraine Hoffnung bringen. Der Westen freilich hat nicht viel dazu geleistet.

    • @Abdurchdiemitte:

      "Der Westen freilich hat nicht viel dazu geleistet."



      Was wäre denn in Ihren Augen ein relevanter Beitrag des Westens gewesen?



      Wenn schon alles was da so kam, nicht zählt.

    • @Abdurchdiemitte:

      Der Westen hat entscheidenden Anteil auf die derzeit gute Position der Ukraine. Die Palantir Software z.B. unterstützt die Ukraine bei Drohneneinsätzen und Luftabwehr. Der Besuch des Palantir CEO Alex Karp bei Selensky verdeutlicht das.

    • @Abdurchdiemitte:

      Auch wenn 'der Westen' natürlich mehr hätte tun können und immer noch könnte: Was glauben Sie denn, wer die ukrainische Wirtschaft seit 2022 über Wasser hält?

    • @Abdurchdiemitte:

      Kleine Analogie aus dem Bereich der Historie. Diktatoren deren Stern zwar sinkt, die aber nicht gestürzt wurden, haben sich oftmals als noch unberechenbarer und skrupelloser erwiesen, als zu Zeiten in denen sie im Zenit ihrer Macht standen.

      Im Gegensatz zu ihnen glaube ich nicht das Putin seinen Zenit schon überschritten hat, auch wenn sein Ansehen in Russland sinkt. Aber selbst wenn es so wäre, würde ich, bei unverändertem Stand der Dinge in Sachen Führung, nichts gutes davon erwarten. Weder für die Ukraine noch für die Balten oder den Rest Europas.

    • @Abdurchdiemitte:

      Das Momentum, wenn es denn überhaupt existierte, war nach der Prigozin-Revolte, bevor die russische Wirtschaft auf Krieg umgestellt wurde. Frühjahr 2025 hatte Putin schon längst den Zeitpunkt des Ausstiegs verpasst. Trump war und ist nur ein nützlicher Idiot, welchen der Kreml nach Belieben manipulieren kann, dank der Epstein-Materialien, welche die Russen sehr wahrscheinlich besitzen. Putin hat ihn genutzt um die Unterstützung für die Ukraine zu untergraben, aber an einem Frieden war er an keiner Stelle der Trumpschen "Vermittlungen" interessiert.

      • @Okti:

        Die Epstein-Files dürften vermutlich demnächst nicht mal mehr als Kompromat taugen.

        Trump würde ja einfach leugnen, dass das Zeug echt ist. Und es gibt genügend Leute in den USA, die damit kein Problem haben.

        • @Metallkopf:

          Keine Ahnung. Wir alle wissen nicht wie viel Dreck die Russen über Trump und seinen Clan gesammelt haben. Die Kontakte gehen zurück in die 90er.



          Es ist sicherlich richtig, dass für die Hardcore-Trumpisten alles so ziemlich egal ist, aber diese stellen in den USA nur eine kleine, wenn auch laute, Minderheit dar.



          Aber die USA und Trump spielen zum Glück immer weniger eine Rolle für die Ukraine.



          Putin kommt sehr wahrscheinlich aus dieser Nummer nicht mehr lebend raus. Die Frage ist nur wie lange er noch durchhält und wie viel Schaden er in dieser Zeit anstellt.