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Zivilcourage zeigen Was wir alle jetzt gegen die AfD tun können

Ute Scheub

Kommentar von

Ute Scheub

In Sachsen-Anhalt zeichnet sich eine rechtsextreme Landesregierung ab. Was kann man tun? Eine unvollständige Liste praktischer Vorschläge.

W as die AfD am besten kann, ist Angst- und Hassbewirtschaftung. Ihre schäumende eliminatorische Wut gilt migrantischen Menschen, Queers, Feministinnen, Behinderten, Menschenrechtsverteidiger:innen. Ihr Geschäftsmodell ist die Projektion alles Negativen auf Anderslebende, ihre Währung ist die vollautomatisierte Lüge mittels Bots in Social Media.

In Sachsen-Anhalt könnte sie nun bald die Grundrechte von Anderslebenden einschränken. Diese müssen zudem fürchten, dass ein enthemmter siegestrunkener Mob sie auch direkt angreift: in Social Media denunziert, Privatadressen veröffentlicht oder sie mit Hetzmeuten durch Orte jagt.

Engagierte dürfen wir jetzt nicht alleinlassen. Es gibt viele Möglichkeiten, sie direkt oder indirekt zu unterstützen. Hier eine unvollständige Liste.

Erste Idee: Strategisch spenden

Etwa an den im Frühjahr 2026 gegründeten „Deutschen Fonds für Demokratie“. Die Gründungsmitglieder reichen von den Kampagnenorganisationen Campact und innn.it über den Ex-Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber (SPD) bis zum früheren Ost-Beauftragten der Bundesregierung Marco Wanderwitz (CDU). „Jugendclubs, Bildungsträger, Beratungsstellen und Kultur- und Nachbarschaftszentren tragen unser Zusammenleben. Tag für Tag. Doch die Finanzierung dieser wichtigen Arbeit aus öffentlichen Mitteln steht zunehmend auf der Kippe oder wurde bereits gestrichen. Der Fonds springt ein“, heißt es auf der Website. Konkret bedeutet das: Engagierte können ihre Arbeit fortsetzen, auch wenn Gelder wegfallen.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.

taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Oder man spendet an die „Gesellschaft für Freiheitsrechte“ (GFF), die durch ihr sorgfältig recherchiertes Gutachten zum möglichen AfD-Verbot bekannt wurde. Nun sammelt sie für einen „solidarischen Schutzschild“. „Die AfD fordert schon jetzt grundrechtswidrige Vorhaben. Sorge mit uns dafür, dass Klage- und Beschwerdestrategien stehen, bevor es drauf ankommt – im Ernstfall sofort einsatzbereit“, heißt es auf ihrer Website. Mit dem Geld soll ein Juristenteam in Magdeburg aufgebaut und ihr bereits bestehendes in Berlin verstärkt werden. Die Teams sollen mit strategischen Klagen sofort antworten, wenn eine AfD-geführte Regierung verfassungswidrige Vorhaben umsetzt.

Solche strategischen Klagen haben zum Ziel, eine über den Einzelfall hinausgehende Grundrechtsfrage allgemein zu klären. Die GFF hat beispielsweise erfolgreich gegen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geklagt, Handys von Geflüchteten pauschal auszuwerten. Diese Praxis hat das Bundesverwaltungsgericht Anfang 2023 untersagt.

Zweite Idee: Zivilgesellschaftliche Partnerschaften aufbauen

Man möge sich an das Erfolgsmodell von Tausenden Städte- und Gemeindepartnerschaften seit Anfang des 20. Jahrhunderts erinnern: zwischen deutschen Gemeinden und solchen in der Schweiz, Frankreich oder auch im sandinistischen Nicaragua, zwischen BRD- und DDR-Städten, zwischen Schulen, Klein- und Großstädten.

Wir brauchen inoffizielle Solidaritätsnetze, die irgendwann im besten Falle die ganze Republik durchziehen

Offizielle Gemeindepartnerschaften werden durch lokalpolitische Gremien initiiert. Das ist in AfD-dominierten Orten unmöglich. Deshalb brauchen wir hier inoffizielle Solidaritätsnetze, die irgendwann im besten Falle die ganze Republik durchziehen. Ein Migranten- oder Sportverein in Freiburg könnte einen Besuch in Bernburg machen, Veranstaltungen organisieren, Erfahrungen austauschen. Eine Schule oder Kirchengemeinde in Flensburg könnte Inklusionsklassen aus Sachsen-Anhalt einladen.

Dritte Idee: Fantasievolle Aktionen

Es gibt Hunderttausende Chöre und Musikgruppen in Deutschland. Sie könnten an einem zentralen Aktionstag für die ganze Republik oder aber dezentral jede Woche vor lokalen Rathäusern und auf öffentlichen Plätzen „Stimmen für Vielfalt und Demokratie“ erheben. Mit einschlägigen Liedern wie Beethovens „Ode an die Freude“, die zur Europa-Hymne wurde, oder mit beliebigem Inhalt in beliebigem Stil. Hauptsache, laut.

Vierte Idee: Quellen austrocknen

Bestimmte US-Plattformen und russische Bots betreiben die Faschisierung quasi vollautomatisch. Astrid Deilmann von Campact, zugleich Aufsichtsrätin der taz-Genossenschaft, hat in ihrer fulminanten Rede bei der letzten taz-Genoversammlung deutlich gemacht, wie das funktioniert. Auf Plattformen und Social Media werden rechtsradikale Inhalte durch Algorithmen systematisch nach oben gespült, während die Inhalte von seriösen Medien immer stärker marginalisiert werden. Strategisches Ziel ist Angstmacherei und Verunsicherung. Wenn niemand mehr weiß, was Fakten sind und was Fake News, haben selbsternannte Führer leichtes Spiel.

Allen, die glauben, sie könnten auf Google-Dienste, Microsoft, ChatGPT, Facebook, Paypal, Amazon, WhatsApp & Co nicht verzichten, sei gesagt: Sie wissen (fast) alles über dich, weil sie (fast) alle Daten von dir zusammenführen können. Jedes Individuum, das persönliche Daten preisgibt, kann so Ziel von „Microtargeting“ werden, also genau ihren geheimen Vorlieben angepassten wahlbeeinflussenden Inhalten. Wie das funktioniert, hat der „Cambridge Analytica“-Skandal gezeigt: Strategisches Microtargeting via Facebook soll ab 2016 die US-Wahl von Trump, den britischen Brexit und Wahlergebnisse in weiteren Ländern beeinflusst haben.

Eine gute Antwort auf diese brandgefährlichen Manipulatoren haben der Chaos Computer Club und Marc-Uwe Kling bereits Anfang 2026 formuliert: den Di-Day. So wie der historische D-Day die Befreiung vom Nationalsozialismus einleitete, so können wir uns vom aufkommenden Faschismus der drei Imperien von Trump, Putin und Xi Jinping befreien. Die Website der Initiative zeigt mit einfachen Wechselrezepten, welche besseren EU-Alternativen bereits existieren. Man muss sich nicht überall abmelden, man kann auch peu à peu auf andere europäische Dienste umsteigen. Je­de:r kann mitmachen. Besser noch: ganze Gruppen und Institutionen.

Nichts von diesen Vorschlägen wird die Faschismusgefahr vollständig besiegen. Aber alles zusammen kann sehr wohl einen Unterschied machen.

Ute Scheub

Ute Scheub Freie Journalistin

Jahrgang 1955, Mitbegründerin der taz und deren Ökologieredaktion, seit 1997 freie Journalistin mit Vorliebe für Geschichten des Gelingens und Autorin von inzwischen 24 Büchern. Schwerpunkt: Ökologie, Frauenrechte, Demokratie, klimafreundliche Landwirtschaft.
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24 Kommentare

  • Abdurchdiemitte

    Ein ganzer Strauß guter Ideen, dem Machtrausch der Rechtsextremen noch etwas entgegenzusetzen. Und starke Sgnale, aus der eigenen Angst, Ohnmacht und dem Fatalismus auszubrechen. v.a. wenn man es gemeinsam tut. Die Idee mit den Chören gefällt mir besonders gut.



    Ich glaube aber, die Deutschen müssen erst wieder lernen, sich dem Ungeist der Rechten entgegenzustellen. Genau so, wie die Demokraten erst wieder ihre Gemeinsamkeiten entdecken müssen.



    Ich weiß, die CDU hat in dieser Hinsicht wiederholt einen schweren Vertrauensbruch heraufbeschworen, was ihre demokratische, rechtsstaatliche Integrität sowie ihre Abgrenzung gegenüber der AfD betrifft. Zuletzt mit ihrem Abstimmungsverhalten im Magdeburger Landtag.



    Aber es bleibt keine Wahl: will man überhaupt noch politische Mehrheiten gegen den Faschismus der AfD organisieren, wird man auch auf die CDU zugehen müssen. Und Druck auf sie ausüben.



    Zugleich sollten alle politischen Initiativen unterstützt werden, die eine Annäherung der Parteien der linken Mitte fördern - übrigens ausdrücklich unter Einschluss der Linkspartei.

  • Wanderin

    Meine Ideen:



    1. Sich mit den Verschwörungstheorien und der online-Propaganda der Rechten befassen, (damit man weiß, mit welchen Punkten die jungen Wähler online bombardiert werden)- dann das Gespräch auf Augenhöhe suchen. Die Alten und gefestigt Rechtsextremen erreicht man nicht mehr, aber bei den Jungen besteht noch die Möglichkeit. Ggf die Jungen gezielt über social media mit microtargeting erreichen.



    2. Juristisch und bürokratisch jede noch so kleine Möglichkeit nutzen, um der Partei Steine in den Weg zu legen, die Energien binden werden.



    3. Vernetzen im persönlichen Umfeld. Mit gefährdeten Menschen ( mit Behinderung oder Migrationshintergrund) im Umfeld in Kontakt bleiben.



    4. Die AfD Partei ist kein homogener Haufen. Auch sie ist spaltbar. Interne Konflikte und persönliche Konkurrenzen beobachten und medial nutzen. ( Leider herrscht in den etablierten Medien dafür zu viel vorauseilender Gehorsam)



    5. Politische Kulte sprechen emotionale Bedürfnisse nach Gemeinschaft an- früher das Gebiet der Kirchen. Die Kirchengemeinden müssen auch versuchen, die Menschen anzusprechen und zu deradikalisieren. Vorteil: die "nicht-wertende" Ansprache im Christentum, da jeder willkommen ist.

    • Abdurchdiemitte

      @Wanderin:

      Ich finde Ihre fünf Vorschläge allesamt gut durchdacht. Deshalb entfällt an dieser Stelle mal das ‚Ja, aber …“ des notorischen Skeptikers.

  • Martin Sauer

    Seit der Wiedervereinigung sind 20 % Menschen aus Sachsen Anhalt ausgewandert. In S.-A. gibt es den niedrigsten Durchnittslohn aller Bundesländer, ist das BIP am niedriegsten und Arbeitlosigkeit hoch

    Die AfD hat da noch nie regiert. An wem liegt das jetzt so viele Menschen AfD wählen?

    Zu allem Überfluss zerfleischt sich die Partei die am längsten dort regiert hat, die CDU, selbst. Wer sich jetzt darüber freut, das hilft am meisten der afD..

    • Janix

      @Martin Sauer:

      Das frühe Aufstehen in Sachsen-Anhalt hat vielleicht auch damit zu tun, dass mensch auch mal nach Niedersachsen zum Autowerk pendelt - die Pendelstrecken sind jedenfalls im Schnitt ungesund lang, das auch. Und auf Verbrennerauto setzen ist gerade auf absehbare Obsoleszenz setzen.



      Wer etwa den immer noch empfehlenswerten Saale-Radweg mal fährt, wird beides sehen: Revitalisierte Orte wie auch tote LPGs/VEB-Umkreise, wo Bäume durch Hausdächer (!) hindurchwachsen.

      So schlecht geht es Sachsen-Anhalt derzeit aber auch nicht, siehe diverse Artikel vor der Wahl, die das ausführten.

      Wer es ökonomisch besser haben will, wählt auch nicht AfD, denn das betont unsoziale und destruktive Wirtschaftsprogramm sollte doch inzwischen bekannt sein. Ressentiments bedienen und sich als einzige Alternative hineinlügen, das könnte es eher sein.

      Und ja, eine funktionierende Rechts-Mitte-Partei tut jedem Parteiensystem gut. Die sollte konservativ mahnen und linkem Fortschritt den Sparringspartner geben, aber Ressentiments einfangen, nicht bedienen. Drücken wir der Union da die Daumen.

  • Frank Naumann

    Der Typ auf dem Titelfoto sollte öfter auftreten. Wenn die AfD-Wähler den sehen, werden die beim nächsten Mal garantiert rot wählen. Oder Grün.

    • Janix

      @Frank Naumann:

      Sie meinen, dieser schrille "Typ" sollte, um AfDis bloß nicht zu provozieren, doch besser mit Undercut neben einer stumpfblond bezopften Gattin herumlaufen? Das wird die AfD sicher unter die Fünfprozenthürde drücken.

  • Antonio Milone

    Insbesondere die Initiative des D-Day vom CCC würde sich als Thema für ein Sonderheft eignen die der taz- Verlag auflegen könnte mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Umstieg aus Facebook und Co.



    Es sollte ein Schwerpunkt der taz werden, der zusammen mit CCC gefördert wird...

  • Michael Fabri

    Liebe Ute Scheub, warum erwähnen Sie unter Idee 1 „strategisch Spenden“ nicht auch das Netzwerk Polylux?

  • Hubertus von Mainberg

    Ich finde die genannten Vorschläge nicht sinnvoll - zielführender wäre doch eine Analyse, woran es liegt, dass die AfD so erfolgreich ist.



    Und warum Politik nicht im Interesse der Bevölkerung, sondern im Interesse der Reichen gemacht wird.



    (Hinweis: Der Grund ist derselbe)



    Und dann hiergegen endlich einmal vorzugehen und für die Bedürfnisse der Bevölkerung einzutreten und die Reichen zu entmachten - sich zu organisieren und Zusammenschlüsse in der Nachbarschaft und Bekanntenkreis finden.



    Bisschen Chor singen hilft vielleicht fürs Gewissen, aber nicht gegen die Probleme unserer Zeit.

    • Martin Sauer

      @Hubertus von Mainberg:

      Wenn Union/SPD und andere ausser der AfD Reiche belasten wollen, dann werden nicht weniger die AfD wählen. ie AfD wil keine Reichen belasten und findet Mehrheiten.

      Die aktuele Regierung wollte im Herbst 2025 umfasende Reformenm beschliessen. Dann sollte es Frührjahr 26 werden Herbst 26 und man bekämpft sich gegenseitig.

      Und dann diese ganzen Vesprechungen, Schuldenbremse wird eingehalten und keine Steuern erhöht. Seit Jahren erzählen die Regierungen das jedes Jahr 400000 Wohnungen gebaut werden solen, Und wenn jetzt in Berlin Wohnungskonzerne enteignet werden, wird noch weniger gebaut. Niemand baut, um dann 40 % unter Wert enteignet wird und dann sein Geld über 100 Jahre verteilt erhält

    • Encantado

      @Hubertus von Mainberg:

      "zielführender wäre doch eine Analyse, woran es liegt, dass die AfD so erfolgreich ist.



      Und warum Politik nicht im Interesse der Bevölkerung, sondern im Interesse der Reichen gemacht wird.



      (Hinweis: Der Grund ist derselbe)"



      Man fragt sich, warum dann die AfD mit ihrer im Kern reichenfreundlichen Wirtschaftsdenke so erfolgreich sein mag. Womöglich doch nicht derselbe Grund?

      • Manuel Im

        @Encantado:

        Liegt wohl daran, dass die AFD noch stärker lügt als die restlichen Parteien.

      • Janix

        @Encantado:

        Inzwischen auch noch professionalisiertes Ressentiment gegen angeblich "andere" als Deckmantel, auch wenn es gewiss beim Einzoomen auch hier mehrere Gründe und Einflussfaktoren gibt.

  • Bolzkopf

    Tja, wenn die Menschen sich von den etablierten Parteien verraten und verkauft fühlen suchen sie nach Auswegen.



    Früher gab es unter den Etablierten ja noch sowas wie Opposition. Heute ist das ein gemeinsames Konglomerat aus Koalitionspartnern - bis auf zwei Ausnahmen

    • Janix

      @Bolzkopf:

      Alternative innerhalb der demokratischen Parteien muss sein, egal, was Neoliberale einzutrichtern versuchten.

      Dass sie gar nicht bestünde, sehe ich jedoch als falsche Behauptung. Koalitionsfähigkeit ist etwas Gutes, so wie Unterschiede sich damit nicht auflösen. Oppositionen nutzen Untersuchungsausschüsse, Parlamentsreden, Konzept-Ideen.

      Dass die CDU unter Merz halt nur Reden schwang und sich nicht für die Machtübernahme rüstete, ist ein Sonderfall und sollte nicht verallgemeinert werden.

      • Bolzkopf

        @Janix:

        Aber leider ist es die aktuelle Normalität.

        • Janix

          @Bolzkopf:

          Habeck etwa kam mit einem ziemlich ausgereiften Energiewendekonzept an, transparent vorangekündigt, das deutlich andere Töne anschlug als Altmaier (Reiche jetzt hat ihr Hausaufgabenheft von Ex-Chef Birnbaum verfassen lassen, die sei auch ausgenommen).



          Weimer ist anders unterwegs als Cl. Roth.



          Es gibt Parteien, die für mehr Rüstung sind und welche, die dagegen sind - beide führen sie Gründe an.



          Sozial und wirtschaftspolitisch links gibt es zumindest bei den Linken, teils auch bei SPD und Grünen. Unternehmerfreundlich wiederum bei CDU/CSU.

          Was mich dabei auch betrübte, war die Vermittisierung von CDU/CSU und SPD unter Merkel, eine perfide Strategie, die den Wechsel verunmöglichte. Wer die Linken erfolgreich verteufelt, kann 2005 und 2013 auch ohne rechte Mehrheit Kanzlerin bleiben. Ein Machtwechsel 2013 hätte der Union und dem Land letztlich wohl gut getan.



          Aber inzwischen markieren Sozial- und Christdemokraten schon auch Unterschiede deutlich, arbeiten aber eben auch zusammen - das ist gerade auch ihre Aufgabe. Ich beneide niemanden, der das jeweils machen darf.

          • Abdurchdiemitte

            @Janix:

            Mit dem Begriff der ‚Vermittisierung‘‘ von CDU und SPD in der Merkel-Ära bin ich einverstanden - denn er hat ja einen etwas anderen Zungenschlag als das blödsinnige, lediglich die AfD bestätigende Gerede vom Linksrutsch der Merkel-CDU. Denn die ‚Stahlhelmer‘ waren dort ja nie ganz verschwunden, teils sind sie nur zur AfD abgewandert (um sich dort noch weiter nach rechts zu radikalisieren).



            Der rechtskonservative Flügel der CDU konnte sich mit der Wahl von Merz zum Parteivorsitzenden (und später Kanzlerkandidaten) Hoffnungen machen, seinen Kurs in der CDU (wieder) durchzusetzen - nur wurden zwischenzeitlich mit dem Auftreten der AfD im rechten Spektrum die Karten politisch neu gemischt.



            Dass sich die Rechten in der CDU nicht vollständig durchsetzen konnten, hat wohl auch damit zu tun, dass es sich bei Merz eigentlich nicht um einen ideologisch ‚geschlossenen‘ Konservativen handelt, sondern vielmehr um einen knallharten Wirtschafts- bzw. Neoliberalen, der ganz auf die Interessen des Kapitals baut.



            Auch das kann durchaus zu Widersprüchen/Gegensätzen mit den konservativen Lager der CDU führen.



            Von daher auch das ganze Rumgeeiere der CDU im Umgang mit der AfD.

  • Olaf Steffens

    Danke! für die Auflistung. Das sind deprimierende Tage gerade, wenn rechtsextreme Vögel und gefährliche Gestalten an die Spitze eines schönen Bundeslandes gelangen.

    Doch es geht weiter. Wir alle können dranbleiben und uns weiter wehren. Und die AfD vielleicht sogar verbieten.



    pruef-demos.de

    • FtznFrtz

      @Olaf Steffens:

      Der Antrag muss gestellt werden.

  • Janix

    Und offensiv die wirklich wichtigen Themen und Ansätze wieder auf den Tisch bringen: Soziales, Wirtschaft, Innovation, Umwelt, EU, Finanzen.

    Auf die Ressentiment-Rowdy-Nr. haben nämlich die meisten eben keinen Bock! Da darf es also gerne um andere Themen wieder gehen.

  • Philippo1000

    Danke!



    Die Nachrichten aus Sachsen Anhalt sind so erschütternd, dass man am liebsten weghören möchte.



    Doch statt dessen gilt es Demokrat*Innen vor Ort zu unterstützen.



    Danke für die guten Tipps dazu!



    Wir dürfen nicht in Schreckstarre verfallen wie das Häschen vor der Schlange.



    Wenn wir Alle mal hoppeln, ist die Schlange platt.



    Hasenpower!

  • Desdur Nahe

    "Gemeindepartnerschaften werden ... in AfD-dominierten Orten unmöglich"



    Ist das so? Es wird doch sonst immer betont, wie gut die Rechte international vernetzt ist. Und da weltweit ein Rechtsruck zu beobachten ist, könnte es durchaus sein, dass Gemeindepartnerschaften prima funktionieren werden. Nizza, Perpignan, Venedig etc., es gibt sehr viele Städte in Europa, die eher rechts regiert werden. Alleine in Frankreich stellt der RN über 60 Bürgermeister im Land.



    In ein paar Jahren wird die AfD in Sachsen-Anhalt eine Liste mit Horrorbefürchtungen präsentieren, die nicht eingetreten sind, und das als Erfolg und Unbedenklichkeitsnachweis verkaufen.



    Man sollten denen vielleicht nicht noch mehr Futter liefern.