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Widerstand gegen Reiches EnergiepolitikAiwanger mag jetzt Grüne

Anja Krüger

Kommentar von

Anja Krüger

Bayern und Baden-Württemberg kämpfen gemeinsam gegen die Energiepolitik von CDU-Wirtschaftsministerin Reiche. Das bringt überraschende Allianzen hervor.

D iese Allianz zeigt, wie irrwitzig die Pläne von CDU-Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche für das Ende der Energiewende sind: Ausgerechnet der Grünen-Fresser Hubert Aiwanger von den Freien Wählern in Bayern macht gemeinsame Sache mit der Ökopartei, um das Aufblühen der Windenergie in Süddeutschland zu retten.

Er und die baden-württembergische Umweltministerin Thekla Walker haben angekündigt, zusammen Initiativen im Bundesrat zu ergreifen, damit Reiches Pläne nicht zu einem Aus für Hunderte von Windenergieprojekten in ihren Ländern sorgen. Die Not muss groß sein.

Beide Seiten werden ihren An­hän­ge­r:in­nen einiges zu erklären haben. Denn Aiwanger ist bei den Grünen nicht gut gelitten, und die Freien Wähler springen nicht zimperlich mit der Partei um. Gut, dass Aiwanger und Walker trotzdem keine Berührungsängste zeigen und gemeinsame Sache machen.

Es zeigt auch denen, die sich wenig für die Energiewende interessieren, wie dramatisch die Lage ist. Reiche greift mit diversen Gesetzesnovellen die Grundlagen der – erfolgreichen – Energiewende an. Die ehemalige Managerin eines Fossil-Konzerns will Erneuerbaren-Projekten die Finanzierungsgrundlage nehmen und so den Stecker ziehen.

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Sie gefährdet damit nicht nur die Klimaziele, sondern auch den Industriestandort. Denn Unternehmen brauchen günstigen Strom. Und den wird es ohne einen zügigen Ausbau der Erneuerbaren nicht geben. Den Grünen ist das natürlich klar, vielen Konservativen aber immer noch nicht.

Mit Hubert Aiwanger haben Grüne und Energiewende einen wichtigen Bündnispartner. Das macht Hoffnung: Wenn die SPD in der Bundesregierung nicht willens ist, Ministerin Reiche in den Arm zu fallen, dann sind es vielleicht wenigstens die Länder.

Und wenn sich Bayern an die Spitze dieses Widerstands stellt und CSU-Ministerpräsident Markus Söder den Windausbau zu seinem Anliegen macht, dürfte das in Berlin eine Menge bewegen.

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Anja Krüger

Anja Krüger Parlamentskorrespondentin

Schwerpunkte Wirtschaft- und Energiepolitik
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12 Kommentare

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  • "Denn Unternehmen brauchen günstigen Strom"



    Dem ist nicht zu widersprechen. Leider ist es aber so, dass garantierte Einspeisevergütungen für Strom, der nicht produziert wird, den Strom "ungünstiger" machen.



    "Reiche will dem Netzausbau den Vorrang gegenüber dem Ausbau der Erneuerbaren geben"



    Es gibt wohl keinen Zweifel daran, dass der Netzausbau vernachlässigt wurde, besonders nicht bei den Ökostromfans, und dass da Nachholbedarf besteht. Dass der Nachholbedarf bei Frau Reiche landet, ist nicht ihre Schuld.



    "Der Korrekturfaktor liegt zurzeit bei 1,55. Ministerin Reiche will ihn auf 1,50 senken."



    Die Erneuerbaren sind doch angeblich so unschlagbar billig, habe ich irgendwo gelesen. Da soll eine moderate Senkung des Korrekturfaktors gleich ein "Schreddern der Energiewende" sein? Geht's nicht eine Nummer kleiner und weniger populistisch - und damit möglicherweise glaubwürdiger?

  • Bin mal gespannt, ob die adelsaffine Reiche nicht von ihren „eigenen“ Landesfürsten gestürzt wird. Gerade bei der Windkraft kommen viele Investoren aus dem konservativen ländlichen Spektrum. Von daher wundere ich mich schon länger, dass die noch „stillhalten“.

    • @vieldenker:

      „Bin mal gespannt, ob die adelsaffine Reiche nicht von ihren ,eigenen“' Landesfürsten gestürzt wird.!"



      Für die Landesfürst:innen und Großgrundbesitzer:innen in Bayern ist Katherina Reiche die scheinriesenhafte Gallionsfigur einer untergehenden Industrie. Es soll nicht auffallen, dass die längst mit „Erneuerbaren" große Profite „einfahren". Selbst Söder merkt das nicht. Bei Reiche bin ich mir nicht sicher, ob ihr Theodor ihr alles anvertraut.



      www.zdf.de/play/sh...om-2-juni-2026-100

      • @Mondschaf26:

        @Mondschaf26



        Alles eine Mischpoke, wenn die Präsidentin des Verein / Verbund der " Familienunternehmen " sich im Email Verkehr schon per Du mit den Minister:innen sich gegenseitig Tipps geben, wie Gesetze durch den Bundestag zu bekommen sind, braucht man sich echt nicht mehr wundern.



        Recherchiert wir da immer super bei :



        fragdenstaat.de

        • @Alex_der_Wunderer:

          Solche direkten Drähte per "Du" untermauern natürlich auch die Debatten über den Einfluss von Interessengruppen auf die Gesetzgebung.

          *Dokumente aus dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) zeigen, dass Katherina Reiche (CDU) bereits zehn Tage nach Amtsantritt beim 'Tag des Familienunternehmens' auftrat und im Anschluss den intensiven Schulterschluss mit der dahinterstehenden Stiftung Familienunternehmen suchte – einer Lobbyorganisation, die primär die Interessen von Großkonzernen und Milliardären vertritt.* [Quelle: Frag den Staat]

          Es ist wirklich nicht mehr zu fassen, was in diesem Land abgeht. Und jetzt haben wir sogar schon Wirtschaftslobbyisten, die sich als Politiker noch etwas "Taschengeld" (Steuergeld) hinzuverdienen, während sie ohne Scheu ihre Arbeit für die Reichen und Mächtigen machen.

          PS: Mal schauen, wann die Merz-Union 'Frag den Staat', 'LobbyControl' und 'Lobbypedia' verbieten lassen möchte.

          • @Ricky-13:

            @Ricky-13



            Man kann echt nicht soviel essen, wie man manchmal 🤑 müsste.



            Die italienische Mafia ist ja wohl ein Waisenknäblein gegen so einiges was man hier die Tage so mitbekommen darf....😇

  • Ich glaub, dass ist weniger überraschend, als hier viele denken. Das Programm der FW mag in großen Teilen stockkonservativ sein, hatte aber schon immer einen, -vornehmlich regional gedachten- Umweltschutzaspekt. Erneuerbare Energien werden da eher nüchtern als wichtiges Mittel zur energetischen Unabghängigkeit gesehen und Umweltschutz ganzheitlicher als die oft starrköpfig und moralistisch geführte Klimadebatte. Dass es jetzt hier Allianzen geben kann, ist ein Beispiel dafür, das man vernünftige, sachbezogene Politik auch ganz pragmatisch und ohne ideologischen Überbau machen kann.

    • @Deep South:

      Tatsächlich ist wohl Kooperation mit den Grünen neu, aber Windkraft schon mindestens seit 2020 auf Aiwangers Agenda.



      In der öffentlichen Wahrnehmung Aiwangers stand das bloß eher nicht im Vordergrund.



      Ich mag den jetzt nicht gerade sonderlich, aber er steht schon fast archetypisch dafür, daß die Wahrnehmung öffentlicher Personen eher selten den Versuch nimmt, ein vollständiges Bild zu zeichnen.

  • Seit der Geschichte mit der Schuldenbremse habe ich erhebliche Zweifel an Aiwanger´s Urteilsvermögen. Damals hätte er zum Helden werden und die FW als Bundespartei etablieren können, aber er hat gekniffen und seine Glaubwürdigkeit in Bayern zerstört. Wenn er heute mit den Grünen zusammenarbeitet, dann wird das seinen Ruf und den der Freien Wähler in Bayern noch weiter schädigen.

  • Schön zu sehen, dass es doch noch ein wenig Restvernunft bei einigen Konservativen gibt. Mal schauen wie lang die vorhält.

  • Echt stark. Hätte ich nicht von Hubert Aiwanger erwartet. Bleibt zu hoffen, dass er konsequent in Richtung Nachhaltigkeit einbiegt. Das wäre gut für Bayern und ganz Deutschland.

    • @Bauer Gerry:

      Hubert Aiwanger kann rechnen.