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Venezuelas Öl wird nicht gebrauchtTrumps Öl-„Deals“ in Venezuela werden scheitern

Trump preist Venezuelas Ölreserven an. Doch momentan gibt es zu viel Öl auf den Weltmärkten. Nur ein Land ist vom venezolanischen Öl abhängig: Kuba.

Blick mit Rucksack in den venezolanischen Nationalfarben auf die staatliche Ölraffinerie El Palito in Puerto Cabello Foto: Juan Carlos Hernandez/imago

US-Präsident Donald Trump hält es für ein gutes Geschäft, dass er Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro entmachten und nach New York entführen ließ. Großspurig kündigte er an, dass die „sehr großen US-Ölkonzerne, die größten der Welt“ jetzt „Milliarden von Dollar“ investieren würden, um „die schwer zerstörte Infrastruktur zu reparieren“. Die US-Konzerne würden künftig „große Mengen“ Öl „in andere Länder“ verkaufen.

Venezuelas Ölreserven sollen auch das US-Militär finanzieren, falls die Vereinigten Staaten in das Land einmarschieren. Es würde die USA „keinen Penny“ kosten, Venezuela zu besetzen, freute sich Trump. „Das Geld kommt aus dem Boden.“

Allerdings fällt auf, dass die großen US-Ölkonzerne bisher keine Absicht erkennen lassen, massiv in Venezuela einzusteigen. ConocoPhillips ließ wissen, es wäre „noch zu früh, um über künftige Geschäftsaktivitäten oder Investitionen zu spekulieren“.

Die Öl-Konzerne wissen aus Erfahrung, wie gefährlich Investitionen in Venezuela sind. 2007 wurden sie unter Maduros Vorgänger Hugo Chávez faktisch enteignet. Nur Chevron blieb im Land, während ConocoPhillips und ExxonMobil ihr Venezuela-Geschäft aufgaben – und Entschädigungsprozesse vor internationalen Schiedsgerichten anstrengten. Am Ende wurden ConocoPhillips zehn Milliarden Dollar und ExxonMobil mehr als eine Milliarde Dollar zugesprochen, doch Venezuela zahlte fast gar nichts. Für Trump ist die Lage klar: Venezuela hätte „unser gesamtes Öl“ gestohlen, weswegen man es jetzt „zurückholen“ werde.

Öl aus Venezuela ist kein gutes Geschäft

Allerdings ist keineswegs sicher, dass es ein gutes Geschäft wäre, in die Ölproduktion von Venezuela zu investieren. Das Land verfügt zwar über die größten Reserven der Welt, die etwa 17 Prozent aller bekannten Vorkommen ausmachen. Aber es handelt sich vor allem um schweres Öl, das zähflüssig und daher mühsam zu verarbeiten ist. Zugleich entstehen Restprodukte wie Asphalt. Dieser zusätzliche Aufwand führt zu Preisabschlägen. Venezuelas Öl ist auf den Weltmärkten billiger als das sogenannte „leichte Öl“, das sich vor allem im Nahen Osten oder auch in der Nordsee findet. In begrenztem Umfang wird aber auch das schwere Öl gebraucht – vorwiegend für Schmierstoffe und Industriediesel.

In den 1970er Jahren förderte Venezuela noch 3,5 Millionen Barrel Öl am Tag, doch zuletzt waren es nur noch knapp eine Million Barrel, was etwa einem Prozent der globalen Ölproduktion entspricht. Experten schätzen, dass rund 110 Milliarden Dollar investiert werden müssten, damit Venezuela wenigstens wieder zwei Prozent der globalen Ölförderung abdeckt.

Momentan würde zusätzliches Öl aus Venezuela aber gar nicht benötigt, denn auf den Weltmärkten herrscht sowieso Überangebot: Im Jahr 2025 sind die globalen Ölpreise um 22 Prozent gefallen und liegen jetzt bei weniger als 60 Dollar pro Barrel. Es ist auch nicht damit zu rechnen, dass sich dieser Preistrend bald umkehrt.

Dass venezolanisches Öl derzeit nicht gebraucht wird, zeigte sich auch, als Trump im Dezember 2025 verkündete, dass die USA alle Öltanker blockieren würden, die das Land anlaufen oder verlassen: Der globale Ölpreis reagierte überhaupt nicht. Offenbar war es egal, ob venezolanisches Öl fehlt.

Nur Kuba braucht Öl aus Venezuela

Es gibt nur ein Land, das existentiell von venezolanischem Öl abhängig ist: Kuba. Dort machen die Importe aus dem karibischen Nachbarland rund 30 Prozent der sowieso schon knappen Ölversorgung aus. Ihre Ölimporte bezahlten die Kubaner bisher, indem sie Tausende von Krankenschwestern und Ärzten nach Venezuela entsandten.

Diese Ölabhängigkeit will sich das Weiße Haus zunutze machen. US-Außenminister Marco Rubio sagte süffisant: „Wenn ich in Havanna leben würde und in der Regierung säße, wäre ich zumindest ein bisschen besorgt.“ Und Trump erläuterte am Samstag in einem Interview, dass ein Militärschlag gar nicht mehr nötig sei: „Kuba wird von selbst fallen … Es hing immer sehr stark von Venezuela ab. Dort bekamen sie ihr Geld her.“

Die USA wähnen sich als die ökonomischen Sieger, weil sie den venezolanischen Staatschef gestürzt haben. Doch dieses Kalkül ist bisher nie aufgegangen. 2003 marschierten die USA im Irak ein. Machthaber Saddam Hussein wurde gefangen genommen und später gehängt, aber der Irak ist bis heute von Krieg und Terror geprägt. Ähnlich ist es in Libyen: 2011 griff die Nato in den dortigen Bürgerkrieg ein, doch das Land hat sich bis jetzt nicht beruhigt.

Irak und Libyen exportieren weit weniger Öl, als eigentlich möglich wäre, weil sie durch Konflikte gelähmt sind. Dieses Schicksal könnte auch Venezuela bevorstehen.

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36 Kommentare

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  • Kein so tolles Öl, Ölsand. Total Energies hat sich vor ein paar Jahren aus der Produktion zurückgezogen.

    totalenergies.com/...-exits-petrocedeno

  • Anderes Trump Narrativ könnte nach Zugriff auf Venezualas Öl so erzählt werden:

    Im Preiskrieg gegen Windmühlen, Solarstrom, Geothermie klimaneutral umweltschonend nachhaltige Energieträger will Trump die Öl- ,Gaspreise aneinander gekoppelt an Spot Märkten so nach unten unter die Wasserlinie drücken von Selbstkosten vor allem Russlands treiben, dessen militärische Spezialoperation in Ukraine seit 24.2.2022 monetär austrocknen, Putin an Verhandlungstisch mit ihm in Deals Seltener Erden zwingen, den Öl Weltmarkt mit US Öl zum klima-, umweltbelastenden Schleuderpreis fluten wie in 60ziger Jahren mit den USA in Pol Position, wie Russland seit Amtsantritt Putins als Präsident 2000, der aus der lahmen Rosatom Atom Behörde einen privat aufgetellten Globalplayer im Export leicht angereichertem Uran in Pol Position machte unter Selbstkostenrpreis bei Nuklearisierung Weltstrommarktes, damit neue Abhängigkeits-Netzwerke bis nach Afrika, Asien, Iran, Südamerika schuf und alte in osteuropäischen Ländern bis nach Frankreich aufrechterhält und ausweitet durch Androhung Einstzes straategisch-taktischer Atomwaffen sollten russische Interessen in Gefahr gelten im Feuer stehen egal wo in der Welt

  • Stellt Venezuela jetzt die Geschäftsbeziehungen mit den USA ein, zumindest keine militärischen Waffen mehr. Oder macht Venezuela es so wie Deutschland und die Europäische Union [ wie kürzlich von Frau von der Leyen ] , je öfters sich die USA zu imperialistischen, menschenverachtenden Aktionen hinreißen lässt, umso höher fallen die Bestellung bezüglich der Rüstungsindustrie aus den USA aus ?

  • Ob Trumps "Öl-Deals" scheitern oder nicht dürfte am Ende nicht relevant sein. Washington störte sich schon unter Biden sehr über den zu starken russischen und chinesischen Einfluss in Venezuela. Großmächte nehmen einen Einflussverlust auf Dauer in ihrem "Hinterhof" nicht hin.



    Und Großmächte die nicht imperalistisch sind gibt es nicht - sonst wären sie ja keine Großmächte. Ich möchte den Bruch des Völkerrechts nicht schön reden (so wie ich das auch bei Russland nicht tue), aber anstatt über Sanktionen usw nachzudenken sollte man sich pragmatisch verhalten. Es war leider schon immer so, dass es "Ausnahmen" vom Völkerrecht gab für die Stärkeren - auch wenn wir das hier in Deutschland gerne verdrängen. Neu ist lediglich, dass wir negativ betroffen sein könnte (siehe Grönland).



    Pragmatismus ist angesagt - am besten für Deutschland und Europa wäre, wenn man sich mit allen Großmächten wie China, Russland oder USA arrangiert und diese teilweise "gegeneinander ausspielt" - machen wir das nicht weil wir ohne Gesichtsverlust unsere Ukraine-Politik schwer anpassen, könnte am Ende Schlimmes drohen.

  • 1) Der Ölpreis ist bei lächerlichen 60 Dollar.



    2) In Venezuela ist die Forderung nicht umbedingt billig, das ist nicht Saudi-Arabien, man muss schon was Hinbauen. Es hat sein Grund warum Venezuela nur 1% der Weltölförderung hat bei 17% der nachgewiesenen Reserven. Der Grund ist nicht nur das Missmanagement und die Unterinvestitionen von Chavez und Maduro; Die Förderung hat sich halbiert bis gedrittelt; Nicht gezehntelt. Es sind auch keine besonders neuen Entdeckungen.



    3) Das Öl hat geringer Qualität und wird mit Abschlag gehandelt; Auch wenn die Raffenerieindustrie am Golf von Amerika :-) ensprechende Anlagen hat und der Abschlag daher heute etwas geringer wäre als sonst



    4) Neue Kapazitäten aufbauen ist eine langfristige Investition, es rentiert sich nicht schnell (1+2+3 wirken hier verstärkend)



    5) Das politische Umfeld ist instabil. Da können die Investitionen schnell futsch sein.

    Es ist absolut logisch dass die US-Ölindustrie kein gesteigertes Interesse hat. Das Trump es als Argument benutzt ist kein Hinweis. Das die Ölindustrie an ihn gespendet hat, kann auch mit vielen Anderen Politikfeldern zu tun haben (Pipelines in den USA, E-Auto Förderung)

  • Das Öl braucht so viele Verarbeitungsschritte, daher ist es weniger beliebt ;)

  • Die US-Navy ist der größte Verbraucher von Diesel auf der Welt, es werden gerade neue Flugzeugträger und andere Großverbraucher (Eisbrecher wegen Grönland) neu gebaut - der Bedarf wird also deutlich steigen.

    Dass die USA auch die Raffinerien genau dafür hat, die gerade unter ausgelastet sind, erleichtert es zudem.

    Wenn die USA kein schweres Öl mehr aus Mexiko und Kanada benötigen, werden diese Staaten wirtschaftlich bald so leiden, dass sie geschmeidiger bei Verhandlungen werden.

    Ich denke es war deshalb, falls es gut geht, ein minimal invasiver Eingriff. Falls es schiefgeht, zieht man sich halt wieder zurück, die eigene Südgrenze ist ja dicht.

    Ich hoffe aber sehr, dass es gut geht und diejenigen unter den 8 Millionen Geflüchteten, die es wollen, in ihre Heimat zurück kehren können. Dass es dort zunehmend demokratische Strukturen und sicheres Leben gibt. Damit auch die Nachbarländer entlastet werden und ihr großes Potenzial heben können.

  • "Aber es handelt sich vor allem um schweres Öl, das zähflüssig und daher mühsam zu verarbeiten ist. Zugleich entstehen Restprodukte wie Asphalt. Dieser zusätzliche Aufwand führt zu Preisabschlägen. Venezuelas Öl ist auf den Weltmärkten billiger als das sogenannte „leichte Öl“, das sich vor allem im Nahen Osten oder auch in der Nordsee findet."

    Das verstehe ich nicht so ganz. Muss es dann nicht heißen, dass das venezolanische Öl teurer ist, weil schwerer und mehr Verarbeitung nötig u.s.w. ?

    • @Alex Fürstenau:

      Nein, denn wenn der Rohstoff aufwändiger und teurer zu verarbeiten ist darf er selbst nicht viel kosten sonst ist die Verarbeitung nicht mehr profitabel und keiner würde den Rohstoff kaufen. In diesem Fall kommt erschwerend hinzu, dass sich zumindest manche Schmierstoffe auch synthetisch herstellen lassen, also ohne Mineralöl. Wird die Herstellung aus Mineralöl teurer als die Herstellung mit synthetischen Ölen, bspw. durch einen steigenden Preis für venezuelanisches Öl, lohnt sich letzteres schlicht mehr und die Nachfrage für dieses schwere Rohöl bricht zusammen.

      • @Claudio M.:

        Synthetische Öle sind aus Erdöl. Bei z.B. wikipedia nach Grundöle gucken und von dort aus kammer Hobby-Destilleur oder -euse werden *lol*.

    • @Alex Fürstenau:

      Eben deswegen ist es vielleicht so eine Art " Ladenhüter " .Ich würde mir als Raffineriechef 3x überlegen, meine Rektifikatiinskolonnen für A......viel Knete umzukrempeln, um das gebrauchsfähig zu destillieren.

    • @Alex Fürstenau:

      Bei Ölprodukten (Benzin, Diesel, etc) können höhere Produktionskosten nicht an den Endkunden weitergegeben werden. Der Endkunde würde einfach wo anders tanken.



      Daher liegt der Preisdruck auf dem Förderer. Dieser muss sein Öl so billig anbieten, dass Raffinerien sein Öl verarbeiten wollen. Wenn also die Verarbeitung von schwerem Öl 2€ teurer ist als die Verarbeitung von leichtem Öl, muss der Produzent des schweren Öls sein Öl 2€ billiger anbieten, sonst bleibt er auf dem Öl sitzen und verdient überhaupt nichts.



      Im Ölgeschäft diktieren die Raffinerien den Preis.

  • Ich habe das etwas anders verstanden: Früher waren die verarbeitungsanlagen in den USA schon vorhanden, die auf das süße Öl umgestellt wurden, aber nicht mit der Effizienz arbeiten können, da an sich die Anlagen auf das schwere Venezolanische Öl eingerichtet war. Mithin werden auf der Seite der USA keine bedeutenden Investitioinen zu tätigen sein. Auf der Seite Venezuelas wird man die Quellen auf Vordermann bringen müssen.



    Da die Preise für Öl Produkte zurzeit im Sinkflug sind. bedarf auch die USA rentierliche Quellen. Und die hatte es in Venezuela und jetzt wieder.



    Von daher halte ich den Artikel für irreführend.

  • Ach, übrigens ist China der größte Abnehmer venezolanischen Öls.



    Da können wir uns doch an Fünf Fingern abzählen, wo der Hase hin läuft.

    • @Thomas Böttcher:

      Öl bekommt China von seinem Nachbarn, wenn es welches braucht...

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        „China kauft schweres Öl aus Venezuela hauptsächlich, um seine Energieversorgung zu sichern, Schulden zu begleichen und seine geopolitische Präsenz zu stärken, da das venezolanische Schweröl einzigartige Eigenschaften für die Straßenbau- und Bauindustrie besitzt und China so seine Abhängigkeit von westlichen Lieferanten verringert. Zudem ist Venezuela ein wichtiger Kreditnehmer Chinas, und die Öllieferungen dienen als Rückzahlung dieser massiven Kredite."

  • Besonders an der Golfküste, gibt es viele Raffinerien, die für die Verarbeitung von



    Schweröl (wie aus Kanada oder Venezuela) gut gerüstet sind, da fast 70 % der US-Kapazität dafür ausgelegt sind und sie Diesel produzieren. Große Player sind Valero, ExxonMobil und Chevron, wobei Unternehmen wie Valero Energy ihre Vorteile durch die Verarbeitung dieser schweren Sorten ziehen können, da nur wenige Raffinerien dies effizient können.



    Ergo, seine ganzen Wahlkampf Financiers.

  • Bei der fehlgeleiteten Öldebatte sollte man nicht aus dem Blick verlieren: Die Diktaturen wie in Kuba und Venezuela produzieren massive Flüchtlingsströme. Kuba haben in den letzte 5 Jahren über 10% der Bevölkerung verlassen. Insofern ist das Ziel das System zusammenbrechen zu lassen nicht unbedingt falsch.

    • @Eckhard Hanseat52:

      Die US-Administration ist kein Monolith. US Außenminister Rubio hasst als Exilkubaner die kubanischen Regierung. Es ist eines seiner Lebensziele diese zu vernichten. Trump selbst ist ggü. Kuba gleichgültiger. Daher soll Rubio ggü. Trump mit den Drogen und dem Öl argumentiert haben.

      Daher macht es durchaus Sinn dass die Regierung imperialistischer daherredet als die Ölkonzerne.

    • @Eckhard Hanseat52:

      So ein Systemzusammenbruch (+Resourcenklau) ist natuerlich ein wunderbares Werkzeug um Fluechtlingsstroeme zu unterbinden.

      Das US-Modell fuer Kuba kann man in Haiti studieren.

    • @Eckhard Hanseat52:

      Genau. Die Beurteilung wer Diktator ist und wer nicht überlassen wir gerne einem größenwahnsinnigen Desperado und pfeifen auf Recht und Gesetz. Yep! That's the spirit!

    • @Eckhard Hanseat52:

      Man kann Kuba nie alleine sehen, immer die USA dazu. Besonders unter Bush und Trump. Wie schnell veränderte sich vieles in der Obama Zeit.

  • "Irak und Libyen exportieren weit weniger Öl, als eigentlich möglich wäre, weil sie durch Konflikte gelähmt sind. Dieses Schicksal könnte auch Venezuela bevorstehen."



    Die Strategie der Amerikaner ist wahrscheinlich mehr langfristig angelegt und geopolitisch ausgerichtet für Konfliktfälle, die ihre Brisanz deutlich oberhalb der aktuellen Situation mit Venezuela und Kuba haben.



    Wenn der Ölpreis sinkt, werden auch andere Anbieter geringere Margen einfahren.



    Vielleicht ist die Aneignung fremder Ressourcen einfacher als das:



    "US-Innenministerium will Öl und Gas in Nationalpark fördern



    Zusätzlich zur Entscheidung über Izembek kündigte das Innenministerium auch die Öffnung von 1,56 Millionen Acres (ca. 6.000 Quadratkilometer) im Arctic National Wildlife Refuge für die Öl- und Gasförderung an. Das Arctic National Wildlife Refuge ist ein weiterer fast unberührter Lebensraum für Karibus im Nordosten Alaskas. Außerdem will das Innenministerium einen 211 Meilen (ca. 340 Kilometer) langen Industriekorridor namens Ambler Road Project genehmigen, um Zugang zu Kupfer-, Kobalt- und anderen Metallvorkommen für den Bergbau zu erhalten."



    Bei fr.de Oktober 2025



    Hier gab es schon unter Biden Widerstand.

  • Der Beitrag vergisst, dass die Raffinerien an der Golfküste historisch bedingt exakt auf das schwere Öl aus Venezuela ausgelegt sind.



    Die USA fördern im Moment mehr Öl als sie verbrauchen. Jedoch ist ein großer Teil leichtes Öl, welches zum großen Teil nicht einfach so von den US Raffinerien verarbeitet werden kann. Damit die Raffinerien laufen muss schweres Öl importiert werden, zur Zeit aus Kanada und Mexiko. Beiden Ländern hat Trump auch schon mit Invasion gedroht.



    Mit einer venezolanischen Kolonie wären die USA im Öl Sektor komplett unabhängig von ausländischen Schweröl-Importen.

  • Was Ulrike Herrmann evtl. unterschätzt an diesem Überfall auf Venezuela: Trump wollte gar nicht mehr Öl, sondern weniger, um den Ölpreis möglichst hoch = profitabel zu halten, also die Kontrolle zu erreichen, was übrigens auch zu seinen Nigeria-Abenteuern passt. Gleichzeitig schadet ein höherer Ölpreis besonders den Konkurrenten auf dem Weltmarkt, die keinen Zugriff auf die schwarze Soße haben, solange diese noch von Öl und Gas für ihre Industrien abhängig sind. Sonne, Wind und Erdwärme werden den Ölverbrauch und die Profite um ihn langfristig reduzieren, vielleicht haben Merz & Co das in ihrer Einfalt noch gar nicht zur Kenntnis genommen, worum es Trump und seinen Freunden in Russland oder dem Persischen Golf überhaupt geht: Der Zugriff auf Rohstoffe bestimmt die Politik, (was hat Merz da bloß bei 'Black Rock' gelernt) ? Aber auch: Noch sitzen wir mit den armen Kubanern im gleichen Boot, auch sie brauchen Solar und Wind.

  • Ich würde sagen, das ist zu kurz gedacht. Öl ist etwas, das nicht nur Geld bringt. Militär, vor allem die Flotte, schlucken Unmengen an Treibstoff. Und da die USA offenbar ihren Kurs weiter militärisch "untermauern" wollen, brauchen sie viel Treibstoff.

    Außerdem gibt es noch mehr Bodenschätze in Venezuela als nur Öl. Gold, Coltan, seltene Erden?

    Und es gibt noch eine politische Dimension: China und Russland haben ihre Fühler schon lange ausgestreckt und besonders China möchten die USA aus Südamerika raushalten. Trump hat das ja auch mehr als eindeutig gesasgt: wir wollen allen klarmachen, dass Mittel- und Südamerika US-amerikanische Einflusssphäre ist. Da hat niemand etwas zu suchen. Klarer geht's nicht.

    Und nur, weil jetzt, in dieser noch unsicheren Situation, niemand sofort auf den "gravy train" aufgesprungen ist, heißt das noch lange nicht, dass sie es nicht werden, wenn Trump erstmal sein Marionetten-Regime eingesetzt haben wird.

    • @Jalella:

      Den Hinterhof frei von anderen Großmächten zu halten ist aber eine andere Motivation als das Abbauen von Ressourcen.

      Ich glaube durchaus dass wir bei der Hinterhof-Theorie, insb. mit Hinblick auf die Destabilisierung von Kuba (Hier auch den Exilkubaner Rubio im Außenministerium nicht vergessen) sehr viel näher an rationalen Gründen sind, als am Öl. Das ist nicht ganz so vorgeschoben wie das Drogenthema, aber es wird mehr als Grund genannt, als es sein wird. Auch wenn Trump hier natürlich Stereotype nennt.

  • Der Verlust von Maduro ist garnicht so tragisch für Venezuela. Der letzte Absatz deutet an, die traurigen Folgen der Intervention für Venezuela stehen erst bevor, weil durch diese Art verantwortungslose Interventionen a la Irak und Libyen Venezuelas auch Maduro aber ebenso den USA geschuldetes Chaos zementiert wird. Die Menschen in Venezuela hätten besseres verdient: Eine unideologische Regierung, weder chavistisch-bolivarisch noch neoliberal a la unsäglich trumpistischer er Nobelpreisgewinnerin. Eine Regierung für die Menschen und die gedeihliche Entwicklung des Landes, der dann auch die dadurch mögliche freiwillige Rückkehr der vielen Venezuelaflüchtlinge der letzten Jahre dienlich wäre.

  • Ich las die Tage einen Artikel, der ziemlich genau das Gegenteil der Aussage plausibilisierte, dass es kein gutes Geschäft für die USA sei, in das venezolanische Öl zu investieren, WEIL es so schwer sei. Tatsächlich würden die USA als weltweit größter Ölproduzent vor allem besonders leichtes Fracking-Öl fördern. Sie benötigten daher schwerere Sorten, die sie teuer importieren müssen, um alle erforderlichen Fraktionen herstellen zu können, insbesondere Diesel.

    • @MeinerHeiner:

      Die USA benötigen Schweres Öl vor allem für den Betrieb ihrer Raffinerien. 70% der US Raffinerien und quasi alle Raffinerien an der Golfküste sind auf die Verarbeitung von schwerem Öl angewiesen. Wurden in den 70ern extra für Öl aus Venezuela gebaut. Das heimische Öl aus Fraking kann in den Raffinerien nicht verarbeitet werden.



      Als Bild:



      Die USA sind wie ein Tankstellenbesitzer, der nur Benzin verkauft, aber einen Diesel fährt. Sprich zum tanken muss er zum Nachbar fahren (Kanada, Mexiko oder eben Venezuela).

    • @MeinerHeiner:

      Nach meiner Information nur für Schiffe (dreckige) einsetzbar: "Da es sich um Mischungen aus Schweröl und leichteren Kraftstoffen handelt, können sie auch als schweres Marine Diesel bezeichnet werden. Generell kann Schweröl bei einer Temperatur von 20°C nicht gepumpt werden und muss daher in den Schiffstanks vorgeheizt werden."

      • @A.S.:

        Es ging dabei um die Sorte West Texas Intermediate (WTI). Verstehe ich Sie richtig, dass die Beimischung von schwererem Öl bei WTI nur notwendig sei, um Schiffsdiesel herzustellen, nicht für normalen Diesel/leichtes Heizöl?

    • @MeinerHeiner:

      Der Ölpreis ist doch gesunken, da reicht vielleicht schon weltweite Destabilisierung um günstig an Öl zu kommen.

  • Für Kuba bzw. seine sozialistischen Diktatoren könnte es diesmal tatsächlich eng werden. Alle anderen von Trump erträumten „Benefits“ zu seinen Gunsten dürften sich so wohl kaum ergeben. Aber auch wenn der „Dealmaker“ das so wohl gar nicht beabsichtigt hat, könnten sich die inneren politischen Verhältnisse in Venezuela in der Folge so verändern, dass die Opposition eine echte demokratische Chance bekommt.

    • @vieldenker:

      Ich denke, wenn die geflüchtete "reiche Elite" jetzt aus dem Exil zurückkommt, wird es genauso wie vor der Wahl von Chavez. Der wurde ja nicht umsonst mehr als einmal gewählt. Dasselbe wird auch für Kuba gelten, die aus dem Exil werden kein großes Interesse an allgemeiner Demokratie haben.



      Habe Freunde in Kuba, NichtWeiße, die haben große Angst vor einer US- und Exilkubaner-Übernahme.

      • @Lieselotte Schellong:

        Ich glaube nicht, dass die Zukunft in der Rückkehr zu alten feudalistischen Strukturen liegt. Nirgendwo auf der Welt. Aber die sogenannten „progressiven Kräfte“ haben halt außerhalb demokratischer, rechtsstaatlicher Staaten halt auch nirgendwo geliefert. Insofern sollten die „Linken“ mal von ihrem hohen moralischen Ross steigen. Am besten weltweit.