Trump gegen Jerome Powell: Die Inflation würde zulegen
Der US-Präsident droht dem Notenbankchef mit einer Anklage. Trump will die Zinsen senken, aber das wäre fatal für die US-Wirtschaft.
U S-Präsident Trump möchte ein Diktator sein. Nur sein Wille soll zählen, und jetzt trifft es mal wieder die Notenbank Fed. Das US-Justizministerium prüft eine Anklage gegen Fed-Chef Jerome Powell, weil angeblich die Sanierungskosten für Fed-Gebäude zu hoch seien. Doch tatsächlich geht es Trump darum, die Zinspolitik der Fed zu beeinflussen. Er ist felsenfest davon überzeugt, dass die US-Wirtschaft boomen würde, wenn nur die Zinsen stark sinken.
Doch das ist eine Milchknabenrechnung, wie sie für Trump typisch ist. Man stelle sich einmal vor, die Leitzinsen würden tatsächlich stark fallen. Dann wären kurzfristige Kredite billig, die Nachfrage würde anziehen – und die Preise steigen. Die Inflation, zuletzt bei 2,7 Prozent, würde noch einmal zulegen. Dieser Mechanismus wäre für alle Banken und Finanzanleger klar, weswegen sie langfristige Kredite nur gegen einen Risikoaufschlag vergeben würden. Sie würden also höhere Zinsen verlangen als bisher.
Der Gesamteffekt wäre bizarr: Kurzfristige Kredite wären erst mal billig, aber langfristige Kredite teurer. Für die Wirtschaft wäre das keine gute Nachricht, denn große Projekte wie Häuser oder Fabriken werden allesamt durch langfristige Kredite finanziert. Zudem könnten ausländische Investoren die Flucht ergreifen, wenn Trump die Fed entmachtet und die Leitzinsen nach Gutdünken festsetzt. Sie könnten US-Anleihen verkaufen, um in den Euro oder ins Gold zu wechseln. Der Dollar würde schwächer, was wiederum die US-Importe verteuert.
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Erneut würde die Inflation in den Vereinigten Staaten steigen, nicht sinken. Viele US-Bürger haben aber jetzt schon das Gefühl, dass sie sich das tägliche Leben nicht mehr leisten können. „Affordability“ war das Schlagwort, mit dem die Demokraten zuletzt die Wahlen in New York, Virginia und New Jersey gewonnen haben. Trump arbeitet an seinem eigenen Untergang.
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