Kreuzfahrtbetrieb startet wieder: Weniger Passagiere, gleiche Abgase
Am 24. Juli startet die „Mein Schiff 2“ der TUI Cruises von Hamburg Richtung Norwegen. An Bord gelten umfangreiche Hygiene- und Abstandsregeln.
Foto: dpa
Nach monatelanger Coronapause hat der Weltverband der Kreuzfahrtindustrie (CLIA) den Neustart des Kreuzfahrtbetriebs verkündet. Am 24. Juli startet die „Mein Schiff 2“ der TUI Cruises von Hamburg Richtung Norwegen. Weitere Touren anderer Reedereien sollen bald folgen, so will Aida im August von Rostock-Warnemünde und von Kiel ablegen.
Dass das Kreuzfahrtgeschäft seit der Ausfahrt der „Fridtjof Nansen“ aus Hamburg am 27. Juni bereits wieder in Gang ist, unterschlägt das Wort „Neustart“ etwas. Aber dessen norwegische Reederei Hurtigruten AS ist auch kein Mitglied des Weltverbandes.
Dieser hat in Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden und Hafenverwaltungen ein Hygienekonzept erarbeitet. Das sieht vor, dass die Passagiere das Kreuzfahrtschiff nicht verlassen dürfen. Entsprechend nennt TUI Cruises seine Touren „Blaue Reisen“.
Die Schiffe müssen laut Konzept sieben Tage nach Auslaufen wieder in den Starthafen zurückkehren. Für die „Blauen Reisen“ sind drei bis vier Tage angesetzt. Und die Passagiere an Bord müssen umfangreiche Abstands- und Hygieneregeln einhalten. Überhaupt dürfen die Schiffe nur bis maximal 60 Prozent ausgelastet sein.
Grüne fordern Neustart
Das Konzept der CLIA sieht in einer zweiten Phase vor, dass ausländische Häfen wieder angefahren werden dürfen. In der dritten Phase sollen die Reedereien zu ihrer gewohnten Routengestaltung zurückkehren. Wann das sein soll, ist aber offen.
Drei Bundestags-PolitikerInnen der Grünen fordern derweil in einem Positionspapier, dass der Neustart der Kreuzfahrtbranche genutzt wird, um diese zu verändern. Demnach soll beispielsweise der Einsatz umwelt- und klimafreundlicher Antriebe besser erforscht und vorangetrieben werden. Außerdem sollen pro Schiff nicht mehr als 5.000 Passagiere an Bord sein, in der Arktis und „besonders sensiblen“ Gebieten sogar nur 500.
Pauschaltourismus verbieten wolle sie aber nicht, sagt Claudia Müller, grüne Sprecherin für maritime Wirtschaft im Bundestag und Mitverfasserin des Papiers. Sie plädiere für einen Mix aus Anreizen und Regularien.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert