Kommentar Grüner Pfeil für Fahrräder : Was gibt’s da noch zu prüfen?
Der grüne Pfeil für Fahrräder soll geprüft werden. Das ist vollkommen unnötig. Man sollte das Verkehrszeichen einfach einführen.
K aum zu glauben: Selbst das autofixierte Bundesverkehrsministerium unter CSU-Mann Alexander Dobrindt will nun prüfen lassen, ob RadfahrerInnen mit einem Zusatzschild erlaubt werden kann, an manchen roten Ampeln rechts abzubiegen. Revolutionär ist dieser Plan aber keineswegs.
Denn es ist völlig offensichtlich, dass keinerlei Gefahr davon ausgeht, wenn RadlerInnen – unter Rücksichtnahme auf FußgängerInnen, die beim Abbiegen auch bisher schon gefordert ist – bei Rot rechts abbiegen oder auch an T-Kreuzungen ohne Einmündung von rechts geradeaus weiterfahren dürfen. In Frankreich und den Niederlanden gibt es entsprechende Verkehrszeichen seit Jahren, und zwar ohne jedes Problem.
Darum stellt sich die Frage, was es eigentlich noch zu prüfen gibt. Der Grüne Pfeil macht Radfahren schneller und angenehmer und stellt für niemanden ein Problem dar. Jede Verzögerung bei der Einführung ist unnötige Schikane.
Über wirklich revolutionäre Veränderungen wird in Deutschland derweil noch nicht einmal ernsthaft diskutiert. Im US-Staat Idaho etwa dürfen RadfahrerInnen Ampeln grundsätzlich wie Stoppschilder behandeln: Nachdem man angehalten hat, darf weitergefahren werden, wenn das gefahrlos möglich ist. Das könnte – zumindest zu bestimmten Zeiten oder an wenig befahrenen Kreuzungen – auch in Deutschland eine praktikable Lösung sein – doch das fordert aus Angst vor der öffentlichen Debatte nicht mal die Fahrradlobby.
In den Niederlanden und Skandinavien wird mit eigenen Brücken oder Unterführungen zudem vielerorts dafür gesorgt, dass sich die Wege von Autos und Fahrrädern gar nicht erst kreuzen, was sowohl die Sicherheit als auch die Geschwindigkeit erhöht. Doch solange schon Minifortschritte wie der Grüne Pfeile fürs Rad mühsam erkämpft werden müssen, kann man davon hierzulande bis auf Weiteres wohl nur träumen.
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