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Knoblauch in der KücheEin Leben ohne Knolle ist möglich, aber sinnlos

Knoblauch findet unsere Kolumnistin eigentlich immer gut, auch als Immunbooster und Verdauungsanreger. Nur bei einer Sache ist sie skeptisch.

E ine berühmte Köchin hat mal gesagt: Ein Leben ohne Knoblauch ist nicht vorstellbar. Diese Köchin bin ich. Würde ich auf die sprichwörtliche einsame Insel reisen und dürfte nur drei Zutaten mitnehmen – Knoblauch wäre eine davon. Nicht nur, weil er eine der herrlichsten und ältesten Gewürz- und Heilpflanzen ist, sondern weil jeder Dödel seinen eigenen Knoblauch im Garten ziehen kann.

Einfach eine Zehe nicht zu tief ins Erdreich drücken und abwarten, was passiert. Wenn man sehr ungeduldig ist, kann man schon die grünen Blätter, die alsbald erscheinen, für ein Pesto nehmen oder als Brotaufstrich oder um einen Quark damit zu verfeinern.

Der Knoblauch selbst ist so vielseitig wie man es sich nur wünschen kann. Beinahe alles ist damit möglich: schwarzer, fast süßlich cremiger Knoblauch, den man zwei Wochen im Dampfgarer bei circa 70 Grad „vergessen“ kann; krosse karamellisierte Knofistückerl, die man 30 Minuten bei 120 Grad im Ofen gebacken und vorher mit Chiliflocken, etwas Salz und Olivenöl vermengt hat, und die dann wunderbar auf Krautsalat, Suppen und Kartoffelpüree passen; Knoblauch, den man mit Parmesan im Mörser zermatscht hat und als Pesto unter warme Nudeln hebt; frische Forellenbäuche, die man mit Knoblauchscheiben und Thymian und Zitronenscheiben füllt, und im Ofen 15 bis 20 Minuten gar werden lässt; sowie zahlreiche asiatische Gerichte, denen man durch Knoblauch eine edle pikante Schärfe verleiht.

Wem der Geruch ein Gräuel ist, der sollte den grünen Keim entfernen und den Knofi mit Ingwer mischen – das ist noch dazu sehr gesund. Und im Nachhinein Chlorophyll, Schnittlauch oder Petersilie essen, und Milch trinken. Bei mir hilft’s. Es ist ja so: Je älter der Knoblauch, desto intensiver der Geruch und der Geschmack. Ganz junger Knoblauch ist prall und sehr saftig. Also Obacht beim Einkaufen.

Ab und zu esse ich Knoblauch roh, bei Erkältung auf ein Löfferl Honig zum Beispiel. Oder ich trinke ihn schluckweise als Immunbooster, mit Essig, Kräutern und Honig verfeinert. Das bringt garantiert auch die Verdauung in Schwung.

wochentaz

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Ich spicke mit Knoblauchzehen ganze Lammkeulen und zerhacke auch gern zwei Knollen grob, mische sie mit 5 Esslöffeln Kümmel und streue diese Mischung – köstlich! – über einen ganzen Schweinenacken.

Was mich nicht so begeistert ist Knoblaucheis. Da fehlt mir vielleicht die Offenheit eines wahren Gourmets. Zugegeben, bei Knoblauch bin ich auch eher eine Gourmandise. Guten Appetit!

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