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G7 und der Globale SüdenKlammern an eine alte Weltordnung

Kommentar von

Leila van Rinsum

Die sieben größten Industrienationen des Westens wollen mehr Rohstoffe und mehr Partner. Sie selbst machen aber nur dürftige Angebote und haben eigentlich ein anderes Ziel.

D ie G7 hätten schon längst in der Bedeutungslosigkeit verschwinden müssen. Die G20, bei der auch China, Indien und Brasilien mitmischen, spiegeln die heutigen globalen Machtverhältnisse besser wider. Im französischen Évian zeigte sich, wozu die G7 noch dient: als der verzweifelte Versuch Europas, die Partnerschaft mit den USA zu retten.

Europa bietet sich als Reinigungsfachkraft an, die hinter den USA aufräumt und dabei schlechte Arbeitsbedingungen akzeptiert. Parallel zum Gipfel hat Europa nun dem US-Handelsdeal zugestimmt, wonach europäische Hersteller ihre Produkte in den USA mit Zollaufschlag verkaufen müssen, während Waren aus den USA für null Euro Zoll auf den EU-Markt kommen können.

Das Klammern an eine alte Weltordnung zeigt sich besonders in dem Wunsch Europas, neue Partner zu finden. Hier geht es um diplomatisches Gewicht und um Rohstoffe. Europa braucht mehr davon und will gleichzeitig die Abhängigkeit von China reduzieren. Doch Europas Angebote an diese Partner sind mehr als dürftig. Ressourcenreiche Staaten mit niedrigem BIP wollen von ihren Ressourcen profitieren, sie selbst verarbeiten.

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Die G7 versprechen „vorteilhafte Partnerschaften“ – das sind leere Worthülsen, solange es keine konkreten Angebote gibt. Gleichzeitig hält Europa an den massiven Kürzungen der Entwicklungsgelder fest – es soll mehr auf private Investitionen von Unternehmen in Industriestaaten gesetzt werden. Die Aussicht auf günstige Kredite für Partnerländer sinkt damit weiter.

Gleichzeitig verschärft sich die Schuldenkrise in vielen Ländern dramatisch. Viele private Geber haben bereits ein Vielfaches ihres Einsatzes erhalten, während mehr als die Hälfte der afrikanischen Staaten mehr für Zinszahlungen als für Gesundheit und Bildung zusammen ausgibt. Gerade die afrikanischen Staaten wurden von der G7 vor den Kopf gestoßen, die am bisherigen System festhalten will.

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Leila van Rinsum Redakteurin

ist Redakteurin im Ressort Wirtschaft & Umwelt. Dort schreibt sie über Internationalen Handel und Entwicklungspolitik. Sie war zuvor freie Journalistin in Nairobi und Berlin und schrieb über Nord-Süd Beziehungen, Kapitalismus und Queeres.
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6 Kommentare

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  • Was mich betroffen macht, die G7 Länder versprechen, sagen immer mehr zu und entscheiden, ohne ihre Bürger die das alles tragen müssen gefragt zu haben.



    Eine Volksabstimmung wäre mal angebracht.



    Wer die Pressekonferenz von Macron zum Abschluss des G7 Gipfel gehört hat, wo jeder Satz mit einem WIR anfing.. WIR werden, WIR machen, WIR tun usw.. Nur mit was, mit Wünschen, mit Reformen in den eigenen Ländern damit man das alles Finanzieren kann. Ich denke nicht dass die Menschen das mitmachen werden..



    Im Iran geht alles wie immer weiter, zwei Hinrichtungen, Menschen leben in Angst während des G7 Gipfel und Israel bombardiert den Libanon, im Gaza geht die Hungersnot, Elend weiter.. Russland - Ukraine Krieg läuft auch und Europa Rüstet mit Milliarden €, Waffen zur größten Armee auf.



    G7 Super.. es wurden Blindraketen verschossen und alles ist beim alten, nichts wurde gelöst. Aber alle sehen einen Fortschritt, bis in 14 Tagen, wo sich die Welt wieder treffen wird. Kostet doch nichts.. nur ein bisschen reden, plaudern und die Erkenntnis außer Spesen nichts gewesen..

  • Vorschlag: Kann man "G7" nicht einfach umbenennen in "(Ehemalige) Kolonialmächte"? Das trifft es doch eher!

    • @Odysseus L:

      Abgesehen davon, dass das sperrig und unbeholfen wäre, waren Kanada und die USA selbst Kolonien und Deutschland, Japan und Italien wären vielleicht gerne Kolonialmächte gewesen, haben aber bei den begrenzten Bemühungen immer nur draufgezahlt.



      Zwei Treffer von sieben. Naja.

  • Sehr richtig.

    Da versuchen ein paar (geistig) alte Leute, sich an verlorene Machtpositionen zu klammern...

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      ..und wer leidet darunter die Menschen, die Bürger in den Kriegsländern, oder deren eigenen Länder.. Wer ehrlich ist.. es hat, wird sich nichts verändern, nichts getan.. LEIDER