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Erste Außenstelle außerhalb IsraelsHolocaustgedenkstätte Yad Vashem kommt nach München

Yad Vashem will eine Außenstelle in München einrichten mit einer Dependance in Leipzig. Das soll die jüdische Perspektive in der Erinnerungskultur stärken.

Am Karolinenplatz 4: Hier soll das Bildungszentrum der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem entstehen Foto: Sven Hoppe/dpa

afp/dpa | Ein Bildungszentrum der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem soll in München entstehen. Zudem soll es eine Außenstelle in Leipzig geben, hieß es in einer Mitteilung von Yad Vashem. „München wurde aufgrund seiner strategisch günstigen Lage und seiner Bildungslandschaft ausgewählt, was die Stadt zu einem idealen Standort für die Holocaust-Bildung macht“, teilte die Gedenkstätte weiter mit. Es handelt sich den Angaben zufolge um den ersten Ableger der Gedenkstätte in einem anderen Land.

Yad Vashem will mit dem Bildungszentrum laut eigenen Angaben „sein weltweites Engagement in der Holocaust-Bildung und Erinnerungsarbeit verstärken“. Die Gedenkstätte erklärte: „Dies geschieht in einer Zeit, in der weltweit verzerrte Darstellungen der Geschichte des Holocaust zunehmen und der Antisemitismus sich weiter ausbreitet.“

Bildungszentrum soll Dimension des Massenmords verdeutlichen

Das Bildungszentrum soll die jüdische Perspektive in der deutschen Erinnerungskultur stärken. „Wir möchten mit dem Bildungszentrum ein größeres Bild als bisher in den Dialog der Erinnerungskultur in Deutschland einbringen. Das wird vor allem Stimmen der Opfer beinhalten und weniger der Täter“, sagte Yael Richler-Friedman, Pädagogische Direktorin des internationalen Instituts für Holocaust-Bildung von Yad Vashem, Ende vergangenen Jahres. Die deutsche Erinnerungskultur sei bisher von lokalen Geschichten geprägt gewesen.

Ziel sei es, im geplanten Bildungszentrum die Dimension des Massenmordes zu verdeutlichen. Besucher sollen dazu angeregt werden, sich mit den komplexen menschlichen Fragen hinter den Erfahrungen der Opfer auseinanderzusetzen. Das solle eine Reflexion der eigenen Identität anregen und Empathie kreieren.

Bildungsministerin: Kampf gegen Antisemitismus stärken

Laut Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) ist Ziel der Einrichtung auch, den Kampf gegen Antisemitismus in Deutschland und Europa weiter zu stärken. „Das Wissen über das, was war, ist wichtig, um das Übel in der Zukunft zu verhindern. Dabei wissen gerade junge Menschen in Deutschland zu wenig über die Shoah und die systematische Ermordung von Millionen Juden im Nationalsozialismus“, sagte sie.

Der Leiter der Gedenkstätte, Dani Dayan, teilte mit: „Da wir uns immer weiter von der Ära der Zeitzeugenberichte entfernen, ist eine historisch fundierte Holocaust-Bildung wichtiger denn je.“

Zustimmung kommt auch vom Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Felix Klein. „Dass Yad Vashem hier in Deutschland sein erstes Zentrum außerhalb Israels errichten will, zeigt das große Vertrauen, das in Israel uns gegenüber besteht“, sagte Klein der Rheinischen Post. Bayern sei bei der Erinnerungskultur „sehr gut aufgestellt“. Auch über die Außenstelle in Leipzig sei er sehr froh, sagte Klein. Gerade in den neuen Bundesländern sei es wichtig, Erinnerungskultur „mit neuen Impulsen“ zu betreiben, weil Rechtspopulisten dort besonders das Narrativ der Schuldabwehr für NS-Verbrechen nutzten.

Einrichtung in Leipzig – Sachsens Ministerpräsident spricht von „großer Ehre“

Die kleinere Einrichtung in Leipzig soll interaktive Lernräume etablieren und ihre Angebote vor allem an Pädagogen und junge Menschen in der Region und in den Nachbarländern richten.

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sprach von einer „großen Ehre und zugleich Verpflichtung“. Weiter sagte er: „Tatsächlich sind Bildung und Begegnung ganz entscheidend, um das Gedenken wachzuhalten und Geschichte begreifbar zu machen. Bildung und die neuen Bildungsorte sind notwendig und wichtig, um Antisemitismus, Vorurteilen, Desinformation und jeder Form der Relativierung des Holocaust ganz entschieden und klar entgegenzutreten.“

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Yad Vashem mit Sitz in Jerusalem ist die größte Holocaust-Gedenkstätte der Welt. Im September 2025 hatten der Leiter der Gedenkstätte und die Bundesbildungsministerin mitgeteilt, dass es eine Außenstelle in Deutschland geben soll. Seine Arbeit aufnehmen könnte das Zentrum in zwei bis drei Jahren. Als mögliche Standorte waren Bayern, Nordrhein-Westfalen oder Sachsen genannt worden.

In NRW hatten sich Köln, Düsseldorf und Dortmund um den Zuschlag bemüht – Köln hatte für das geplante Bildungs- und Begegnungszentrum einen Standort direkt am Kölner Dom angeboten. Düsseldorf hatte ein ehemaliges Theater außerhalb der Innenstadt ins Spiel gebracht, Dortmund den ehemaligen Südbahnhof.

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