Energie sparen: Kosten reduzieren

Auch wer zu Hause schon auf LED umgestellt hat, kann Energiekosten noch weiter senken. Fünf Tipps für Mie­te­r:in­nen und Ei­gen­tü­me­r:in­nen.

Eine Glühbirne liegt auf einem Tisch

Geht das Licht aus, wenn man Schadensersatz geltend macht? Foto: plainpicture

Man muss sich die enorme Steigerung der Energiekosten nicht bieten lassen. Individuelle Einflussmöglichkeiten sind vorhanden.

1. Was tun, wenn der Versorger den Vertrag kündigt?

Einige Billiganbieter wie beispielsweise Stromio haben die Lieferverträge außerordentlich gekündigt. In diesen Fällen rät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen dazu, Schadensersatz geltend zu machen. Zwar ist nicht zu befürchten, dass der Strom abgestellt wird: Der örtliche Grundversorger muss die Lieferung aufrechterhalten. Aber vielleicht tut er das nur zu einem teuren Spezialtarif. Dann kann man Widerspruch einlegen mit der Chance, das Geld irgendwann zurückzubekommen. Über Einzelheiten berät die Verbraucherzentrale NRW auf ihrer Internetseite. Dort gibt es auch Musterbriefe. Ähnliche Angebote gibt es auch bei Verbraucherzentralen in anderen Bundesländern.

Dieser Text stammt aus der taz am wochenende. Immer ab Samstag am Kiosk, im eKiosk oder gleich im praktischen Wochenendabo. Und bei Facebook und Twitter.

2. Wie reagieren bei zulässiger Preiserhöhung?

Strom- und Gasfirmen dürfen die Preise im Rahmen der laufenden Verträge in bestimmtem Rahmen anheben. Sind private Kunden damit nicht einverstanden, können sie kündigen und sich unter anderem mithilfe von Vergleichsportalen wie Verivox oder Check24 auf die Suche nach einer billigeren Alternative machen. „70 Cent pro Kilowattstunde Strom muss man nicht akzeptieren, unter 40 Cent sollte es auch gehen“, sagt Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW. Bisher lagen die gängigen Tarife etwa bei 30 oder 35 Cent. Glück haben die, deren Verträge vorläufig ohne Änderungen weiterlaufen.

3. Was bringt individuelles Energiesparen?

Viele Haushalte haben bereits einen relativ energiesparenden Geschirrspüler gekauft und alle Lampen mit verbrauchsarmen LEDs ausgerüstet. Weitere Handlungsmöglichkeiten sind deshalb begrenzt, einige aber vielleicht noch vorhanden. Eventuell kann man den alten Kühlschrank durch einen stromsparenden ersetzen. Es helfen auch Wasserspar-Armaturen, die den Durchfluss warmen Wassers und damit die Heizkosten verringern. Man kann alte Durchlauferhitzer austauschen, Mie­te­r:in­nen sollten versuchen, darüber mit den Haus­be­sit­ze­r:in­nen zu sprechen. Da Computer, Film- und Musikstreaming zunehmend Strom benötigen, könnten Privathaushalte hier ihren Konsum reduzieren.

4. Können Mie­te­r:in­nen ihre Kosten durch erneuerbare Energien senken?

Grundsätzlich ja, aber augenblicklich sind die Regelungen für „Mieterstrom“, also erneuerbare Energie vom Dach des Gebäudes, noch sehr kompliziert. Die neue Regierung will sie vereinfachen. Spätestens diesen Sommer dürfte erkennbar sein, was daraus wird. Dann sollte man mit den Ver­mie­te­r:in­nen oder Hausverwaltungen reden.

5. Sind erneuerbare Energien eine Chance für Eigentümer:innen?

Wer Ein-, Zwei-, Mehrfamilienhäuser und Eigentumswohnungen besitzt, kann daran denken, sich unabhängig zu machen vom teuren Strom-, Gas- und Öleinkauf. Photovoltaikanlagen (PV) auf den Dächern liefern selbst erzeugte Elektrizität für Licht und Waschmaschinen, aber auch für Wärmepumpen, die Wasser für Heizungen und Duschen erhitzen. Auch Solarkollektoren produzieren Wärme. „Sowieso müssen in den kommenden zwei Jahrzehnten alle Gebäude auf erneuerbare Energien umgestellt werden“, sagt Reinhard Loch von der Verbraucherzentrale NRW.

Das Gute dabei: „Selbst produzierter Solarstrom lohnt sich schon heute, wenn man einen großen Teil davon selbst verbraucht.“ Die Kosten für Investitionen und Betrieb der PV-Anlagen bewegen sich in der Größenordnung von 10 Cent pro Kilowattstunde Strom, während der Einkaufspreis über 30 Cent liegt. Die Verbraucherzentralen in den Bundesländern bieten Erstberatungen für Immobilienbesitzer, die Deutsche Energieagentur (Dena) veröffentlicht eine Liste mit regionalen Energieexperten, die sich mit den staatlichen Förderprogrammen auskennen, und das Bundesamt für Wirtschaft (Bafa) bezuschusst die Gutachten für die Gebäudesanierung.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de