Die Wahrheit: Was Ostern wirklich geschah
Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit: Heute darf sich die geneigte Leserschaft an einem Poem über einen Auferstandenen im Supermarkt erfreuen.
Drei Tage lag ein junger Mann
So tot, wie einer liegen kann,
Der nicht mehr lebt, im Grab herum.
Dann wurde ihm das Grab zu dumm.
Genervt stand er vom Tode auf
Und ging zwecks Lebensmittelkauf
Zum Nettomarkt Jerusalem.
Das Preisniveau war angenehm.
Froh shoppte unser junger Herr
Die halbe Filiale leer,
Fraß Pommes Currywurst mit Quark (!)
Und dann, weil just an jenem Tag
Ja wegen ihm auch Ostern war,
Vierhundert Eier wunderbar!
Nun fühlte er sich ungesund
Und rollte sich zur Mittagsstund
Mit letzter Kraft zurück ins Grab,
Wo er an Überfressung starb.
Doch hatte er, von Schmerz bewegt,
Sich in das falsche Grab gelegt.
So blieb das seine öd und leer.
Die Mutter wunderte sich sehr
Und gründete, schön brav posthum,
Mit anderen das Christentum.
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