Die Wahrheit: Der erste Schnee
Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit. Heute darf sich die geneigte Leserschaft an einem Poem über ein ambivalentes Phänomen erfreuen.
Ein frostig klares Funkeln flimmert in der Luft kristallen,
beginnt dann plötzlich zauberhaft zu Schnee verpufft zu fallen.
Die schimmersanfte Flockenzier rührt zart das Herz, erweicht es.
Doch nach vier Tagen Schneefall ruft man himmelwärts: Jetzt reicht es!
Durchnässt sind Jacke, Hose, Stiefel, Handschuh, Schal wie Mütze.
Schier überall der weiße Papp, die Matschequal, die Grütze …
Der Körper will vor Kälte nun von Kopf bis Zeh zerbersten,
und deshalb liebt man oft doch nur den einen Schnee: den ersten.
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Warum recherchieren, wenn man schreiben kann.
Warum beweisen, wenn man behaupten kann.
Deshalb weiß Die Wahrheit immer, wie weit man zu weit gehen kann.
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