+++ Corona News vom 18. Mai +++: „Gesundheitlich attraktives Land“

Spanien will Ende Juni die Grenzen für Tourismus öffnen. WHO fordert auf, sich auf eine zweite Welle vorzubereiten. Nachrichten zum Coronavirus im Live-Ticker.

Ein voll besetztes Strandlokal in Mallorca

Mallorca, derzeit müssen Einreisende noch für zwei Wochen in Quarantäne Foto: Enrique Calvo/ rtr

Den Live-Ticker bearbeiten Klaudia Lagozinski und Anselm Denfeld.

Niedersachsen hebt Besuchsverbot in Heimen teils auf

15.45 Uhr: Niedersachsen hebt das im Zuge der Corona-Epidemie erlassene Besuchsverbot für Heimbewohner und Klinikpatienten ab Mittwoch teilweise auf. Wie in anderen Bundesländern bereits seit eineinhalb Wochen seien in Niedersachsen nun sogenannte Besuch-Tandems möglich, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann, SPD, am Montag in Hannover. Dabei geht es darum, dass ein Heimbewohner von einer festen Person regelmäßig besucht werden darf.

Grundsätzlich hatte Niedersachsen den Heimen zwar schon vor einem Monat bei entsprechenden Hygienemaßnahmen Besuche erlaubt. Viele Heime hatten aus Sorge vor erneuten Infektionen aber zunächst keine Besuchsmöglichkeiten gestattet. Mit der Änderung nun haben Bewohner und Patienten wieder ein Anrecht auf Besuch, wenn auch eingeschränkt. (dpa)

Maas für „kontrollierten Wiedereinstieg“ in Tourismus

15.35 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas, SPD, hat sich für einen „kontrollierten Wiedereinstieg in den europäischen Tourismus“ in diesem Sommer ausgesprochen. Voraussetzung sei ein koordiniertes Vorgehen, sagte Maas am Montag nach einer Videokonferenz mit seinen Kollegen aus den zehn wichtigsten Reise-Zielländern in der EU. Dabei müssten stets gesundheitliche Fragen statt geschäftlicher Interessen im Vordergrund stehen.

Er hoffe, dass die noch bis zum 14. Juni geltende weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes anschließend durch Reisehinweise zu den einzelnen Ländern ersetzt werden könne, sagte Maas. Auf deren Grundlage könne dann jeder Nutzer entscheiden, „wo man hinfahren kann, was einen da erwartet und wo man besser in diesem Sommer noch nicht hinreisen sollte“. (afp)

Online-Registrierung, Zeitfenster: neue Freibadregeln

15.08 Uhr: Die Freibäder in Nordrhein-Westfalen bereiten sich auf die für diesen Mittwoch erlaubte Öffnung vor. Als eines der ersten Bäder in NRW soll Düsseldorfs größtes Freibad, das „Strandbad Lörick“, aufmachen. Am Wochenende wurden vom Gesundheitsministerium die Regeln veröffentlicht, die auch im Löricker Bad ab Mittwoch umgesetzt werden müssen. So werde zum Beispiel ohne vorherige Online-Registrierung kein Gast ins Freibad gelassen, sagte Bäderchef Roland Kettler am Montag in Düsseldorf. Geöffnet ist das Bad in drei Zeitfenstern. Dazwischen wird es für je eine Stunde geschlossen, um es zu reinigen und zu desinfizieren.

Ins 50-Meter-Becken dürfen höchstens 60 bis 70 Schwimmer. Hier wird auf jeweils zwei Bahnen „im Kreis“ geschwommen, um Begegnungen im Wasser zu vermeiden. An den Kassen, auf den Toiletten und in den geschlossenen Umkleiden gilt die Maskenpflicht. Im Wasser, unter der Dusche und auf der Liegewiese nicht. (dpa)

Frühwarnsystem mit Hilfe von Abwasser: Testphase beginnt

14.38 Uhr: Bei der Entwicklung eines Corona-Frühwarnsystems mit Hilfe von Abwasserproben aus Klärwerken beginnt in dieser Woche auch in NRW die Testphase. Dies teilte eine Sprecherin des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig am Montag mit. Mit den Proben will ein Team aus Wissenschaftlern und Kläranlagen-Betreibern Erkenntnisse über den Infektionsgrad der Bevölkerung in Deutschland mit dem Coronavirus gewinnen.

Dazu sollten ab Mitte Mai aus etwa 20 Kläranlagen täglich Proben entnommen werden, um sie auf Fragmente des neuartigen Coronavirus zu untersuchen. „Wir hoffen, dass wir bis zum Herbst eine Methodik haben“, sagte UFZ-Sprecherin Susanne Hufe. (dpa)

Niedersachsen erwartet Steuereinbußen in Milliardenhöhe

14.30 Uhr: Niedersachsen stellt sich wegen der Coronakrise auf einen drastischen Einbruch der Steuereinnahmen ein. Für das Jahr 2020 werden knapp 3,4 Milliarden Euro weniger prognostiziert als bisher erwartet, wie Finanzminister Reinhold Hilbers, CDU, am Montag in Hannover bekanntgab. Bis einschließlich 2024 summieren sich die erwarteten Einnahmeausfälle auf fast acht Milliarden Euro. (rtr)

Ungarn und Slowenien planen gemeinsame Grenzöffnung

14.28 Uhr: Ungarn und Slowenien vereinbaren einen Fahrplan für die Öffnung der Grenzen zwischen beiden Ländern am 1. Juni. „Der Neustart unserer Wirtschaft ist nicht möglich ohne einen Neustart internationaler Zusammenarbeit“, erklärt Ungarns Außenminister Peter Szijjarto auf seiner Facebook-Seite. (rtr)

Spanien will Ende Juni Grenzen für Touristen öffnen

14.28 Uhr: Spanien will zur Sommersaison Urlauber wieder ins Land lassen. „Von Ende Juni an werden wir mit den touristischen Aktivitäten beginnen“, kündigte Verkehrsminister Jose Luis Abalos am Montag im Sender TVE an. Bis dahin sollen auch die meisten Beschränkungen aufgehoben werden. Man müsse Spanien auch unter gesundheitlichen Gesichtspunkten zu einem attraktiven Land machen, sagte der Minister. Der Tourismus macht in Spanien mehr als zwölf Prozent der Wirtschaftsleistung aus.

Spanien hatte erst vergangene Woche eine zweiwöchige Quarantäne für alle Einreisenden beschlossen. In Deutschland gilt die weltweite und damit auch Spanien umfassende Reisewarnung des Auswärtigen Amtes noch bis zum 14. Juni. Bundesaußenminister Heiko Maas beriet am Montag bei einer Videokonferenz mit europäischen Kollegen darüber, wie grenzüberschreitendes Reisen in Europa künftig möglich sein soll. (rtr)

EU könnte Remdesivir in Kürze vorläufig zulassen

14.03 Uhr: Die EU-Arzneimittelbehörde EMA will offenbar in Kürze das antivirale Medikament Remdesivir zur Behandlung von Coronavirus-Patienten in Europa vorläufig zulassen. „Es könnte sein, dass eine bedingte Marktzulassung in den kommenden Tagen erteilt werden kann“, sagte EMA-Leiter Guido Rasi am Montag bei einer Anhörung im Europaparlament. Vorläufige Studien haben gezeigt, dass das ursprünglich gegen Ebola entwickelte Medikament des US-Konzerns Gilead die Genesungsdauer von Corona-Patienten verkürzen kann.

Die bedingte Marktzulassung hänge davon ab, ob die Experten die bisher vorliegenden Studiendaten zu dem Medikament als „robust genug“ einstuften, sagte EMA-Chef Rasi im Gesundheitsausschuss des EU-Parlaments. Sie könne aber „sehr bald“ kommen. (afp)

Pandemie sorgt für wirtschaftliche Reformen in Kasachstan

13.58 Uhr: Kasachstan will die Folgen der Pandemie durch Wirtschaftsreformen und ausländischer Investitionen überwinden. Dabei soll die kasachische Wirtschaft neu strukturiert werden, vor allem in den Bereichen Industrie, Energie, Landwirtschaft und Soziales. Als starker Antrieb für die wirtschaftliche Entwicklung und das Beschäftigungswachstum wird der Bau von neuen Wohnobjekten gesehen.

Der Präsident der Republik Kasachstan Kassym-Schomart Tokajew kündigt eine Umstellung auf „grüne“ Energie an und will außerdem mit neuen Förderprogrammen ausländische Investoren locken.Investitionen in den Bausektor sind für die kasachische Regierung eine weitere Priorität. Laut Tokajew, ist in diesem Jahr ein Rekordvolumen für Bauarbeiten im Land geplant: 15 Millionen Quadratmeter oder 150 Tausend Wohnungen und Häuser sollen entstehen. (dpa)

Bundesregierung warnt vor Falschinformationen

13.16 Uhr: Die Bundesregierung hat vor Falschinformationen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gewarnt. Beispielsweise sei in Deutschland keine Impfpflicht gegen das Coronavirus geplant, sagt Regierungssprecherin Ulrike Demmer. Die Bürger müssten genau hinsehen und sollten vor allem verlässliche Quellen nutzen. Falsche Informationen könnten Leben kosten. (rtr)

„Vorbildlich“: NRW-Minister dankt Fußballfans und Ultras

12.57 Uhr: NRW-Innenminister Herbert Reul, CDU, hat den Fußballfans nach dem Neustart der Bundesliga für ihr „verantwortungsvolles Verhalten“ gedankt. „Ich muss den Fans ein dickes Lob aussprechen.“, sagte der Minister laut Mitteilung. „Ausdrücklich“, so das Ministerium, beziehe Reul die Mitglieder der Ultra-Bewegung in seine Bewertung mit ein. „Ich habe die Ultras in der Vergangenheit das ein oder andere Mal kritisiert. Aber an diesem Wochenende haben sie sich wirklich vorbildlich verhalten“, wurde der Innenminister in einer Pressemitteilung am Montag zitiert.

Die Geisterspiele in Dortmund, Düsseldorf und Köln waren am Wochenende laut Ministerium jenseits des Platzes „weitgehend störungsfrei verlaufen.“ Weder an den Stadien noch in den Innenstädten der Spielorte habe es nennenswerte Verstöße gegen Coronaschutzvorschriften oder Straftaten gegeben. (dpa)

Guterres: Welt zahlt „hohen Preis“ für Uneinigkeit

12.51 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat die uneinheitliche Reaktion der Weltgemeinschaft auf die Corona-Pandemie scharf kritisiert. „Verschiedene Länder haben verschiedene und manchmal widersprüchliche Strategien befolgt, und wir zahlen alle einen hohen Preis dafür“, sagte er am Montag in einer Videobotschaft zum Auftakt des Jahrestreffens der Weltgesundheitsversammlung. Guterres beklagte, es habe „sehr wenig Einigkeit“ gegeben bei der Reaktion auf die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. „Viele Länder haben die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation ignoriert.“

Die WHA ist eines der Hauptorgane der Weltgesundheitsorganisation (WHO). WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte am Freitag von „einer der wichtigsten Jahresversammlungen“ seit Gründung der WHO im Jahr 1948 gesprochen. (afp)

Guterres während der heutigen Videokonferenz

Guterres bei der Video-Konferenz beim Gipfel der Blockfreien Staaten Foto: AP

Lindner bezeichnet Umarmung eines Freundes als „Fehler“

12.42 Uhr: Die spontane Umarmung bei der Verabschiedung sei ein „Fehler“ gewesen, „wie er unter Freunden nach einem Abend leider passiert“, sagte Lindner dem Spiegel. Die Szene in Berlin-Mitte war fotografiert und von der örtlichen B.Z. veröffentlicht worden. „Das war kein Vorsatz, sondern Unkonzentriertheit“, sagte Lindner. Bei dem Umarmten handelt es sich dem Spiegel zufolge um den Immobilienunternehmer Steffen Göpel, der auch Honorarkonsul von Weißrussland ist. Lindner und Göpel kennen sich demnach schon seit Jahren.

Auch andere Politiker hatten in jüngster Zeit die Corona-Abstandsregeln in Einzelfällen missachtet. So trug der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer, CDU, am Wochenende bei der Diskussion mit Demonstranten in Dresden keinen Mundschutz. Auch Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow, Linke, hatte jüngst eingeräumt, die Regeln verletzt zu haben. (afp)

Nordseeinseln für Tagestouristen über Pfingsten gesperrt

12.17 Uhr: Tagestouristen dürfen an Christi Himmelfahrt und dem kommenden Wochenende sowie an Pfingsten nicht die schleswig-holsteinischen Nordseeinseln und die meisten Halligen besuchen. Ein entsprechendes Betretungsverbot, das der Landrat von Nordfriesland, Florian Lorenzen, erlassen hat, gilt auch für St. Peter-Ording. (dpa)

Belgien meldet höchste Sterberate seit Zweitem Weltkrieg

12.07 Uhr: Belgien verzeichnet wegen der Pandemie nach Angaben von Forschern eine Übersterblichkeit von historischem Ausmaß. „April 2020 war der tödlichste April seit dem Zweiten Weltkrieg, sowohl in absoluten Zahlen als auch pro Einwohner“, erklärten Forscher der Freien Universität Brüssel am Montag. Demnach sind die überzähligen Todesfälle „aller Wahrscheinlichkeit nach vollständig auf Covid-19“ zurückzuführen.

Den Forschern zufolge starben im vergangenen Monat in Belgien knapp 15.000 Menschen – rund 6000 mehr, als zu erwarten gewesen wäre. „Dabei ist der April einer der Monate, in denen die Sterblichkeitsrate normalerweise sinkt, weil sie aufgrund von Grippeepidemien während der Wintermonate Januar, Februar und März höher ist“, sagte Patrick Deboosere, Professor für Demografie an der VUB, der Nachrichtenagentur AFP. (afp)

WHO: Europa muss sich auf zweite Welle vorbereiten

12.00 Uhr: Die europäischen Staaten sollten sich nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits jetzt auf eine zweite tödliche Welle von Coronavirus-Infektionen einstellen. Es sei an der „Zeit für die Vorbereitung, nicht für Feierlichkeiten“, sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, am Montag der britischen Zeitung The Telegraph. Er reagierte damit auf die Lockerung von Maßnahmen gegen die Pandemie in mehreren Ländern.

Besonders besorgt äußerte sich der WHO-Regionaldirektor über die Möglichkeit einer „Doppelwelle“. „In dem Fall könnten wir eine zweite Covid-Welle haben und eine saisonale Grippe oder die Masern.“ Viele Kinder seien nicht gegen die Masern geimpft, warnte Kluge. Die Länder müssten die Zeit nun nutzen, um ihr Gesundheitswesen zu stärken und zum Beispiel die Kapazitäten in Krankenhäusern auszubauen. Zwar gingen in Staaten wie Großbritannien, Frankreich und Italien die Fallzahlen zurück, sagte der Experte. Aber das bedeute noch nicht, dass sich die Pandemie dem Ende nähere. Wegen der Coronakrise hält die WHO ihre zweitägige Jahresversammlung bis Dienstag nur online ab. (dpa)

Der WHO-Generaldirektor für Europa, Hans Kluge

Der WHO-Generaldirektor für Europa, Hans Kluge Foto: Ritzau Scanpix/rtr

Restaurants und Kneipen in Dänemark wieder geöffnet

11.37 Uhr: Die Dänen können seit heute wieder ins Café oder in die Kneipe gehen. Die vor rund zwei Monaten geschlossenen Lokale durften zum Wochenstart wieder öffnen. Gleiches galt für Kirchen, Moscheen und Synagogen. Auch die Schüler der sechsten bis zehnten Jahrgangsstufen nahmen ihren Unterricht im Klassenzimmer wieder auf. Dänemark hat im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus große Fortschritte gemacht und befindet sich derzeit in der zweiten Phase der Lockerung der Maßnahmen. In Phase eins waren Mitte April zunächst die Kinderkrippen, Kindergärten und Schulen bis zur fünften Klasse geöffnet worden, in Phase zwei war vor einer Woche bereits der gesamte Einzelhandel wieder aufgemacht worden. Eine Entscheidung über die Öffnung der dänischen Grenzen nach Deutschland, Norwegen und Schweden steht dagegen weiter aus. (dpa)

Wenige Neuinfektionen in den meisten Kreisen

11.31 Uhr: Ein Großteil der Landkreise und kreisfreien Städte hat binnen einer Woche nur sehr wenige oder gar keine Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus einer Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Allerdings weist das RKI darauf hin, dass die Angaben durch Übermittlungsverzüge von den tatsächlichen Zahlen abweichen können. Der Übersicht zufolge sind in rund 50 Landkreisen innerhalb von sieben Tagen keine neuen Ansteckungen bekannt geworden. In rund 220 waren es fünf oder weniger Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner. Eine Handvoll Kreise kratzten aber auch an der von der Politik festgelegten Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche – oder lagen darüber. Der Wert dient als Grenze, bei deren Überschreitung strikte Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie vorgesehen sind – in der betreffenden Region. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Angaben vom Sonntag bei 0,94. Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. (dpa)

Viele Lockerungen in Italien

11.24 Uhr: Auf den Straßen wird es voller, Bars, Restaurants und Friseure dürfen wieder öffnen: Italien hat nach rund zweieinhalb Monaten Lockdown den bisher größten Schritt bei den Lockerungen gemacht. Heute durften auch der Einzelhandel und Museen sowie Bibliotheken öffnen. Die Menschen können nun wieder Freunde treffen und an den Strand. Überall gelten jedoch Abstandsregeln von mindestens einem Meter. Mundschutz ist in geschlossenen Räumen vorgeschrieben. Rund 32.000 Menschen sind in Italien an den Folgen einer Covid-19 gestorben. Die offizielle Zahl der Infektionen liegt bei mehr als 225.000. Die Zahl der neuen Infektionen geht seit langem zurück.Es ist immer noch nicht erlaubt, ohne triftigen Grund zwischen den italienischen Regionen zu reisen. Die Einreise aus dem Ausland ist erst ab dem 3. Juni wieder erlaubt. Für Ärger sorgt vor allem, dass Schulen und Kitas bis September noch geschlossen bleiben sollen. Alternative Kinderbetreuung gibt es bisher nicht. (dpa)

Spanien dämpft Hoffnung auf baldige Grenzöffnung

11.24 Uhr: Spaniens Regierung hat Hoffnungen auf eine baldige Grenzöffnung für Touristen gedämpft. „Ich hoffe, dass wir die touristischen Aktivitäten Ende Juni wieder aufnehmen können“, sagte Verkehrsminister José Luis Ábalos. „Wir können nicht die Einreise von Ausländern erlauben, während wir die Bevölkerung einer Ausgehsperre unterziehen“, erklärte er. Die Hoffnungen waren gewachsen, nachdem Italien die Grenzöffnung für Touristen ab dem 3. Juni angekündigt hatte. Spanien hat zwar bereits mit einer vorsichtigen Lockerung der Kontaktsperre begonnen. Die linke Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez will jedoch den seit Mitte März und noch bis zum 23. Mai geltenden Notstand um einen weiteren Monat bis Ende Juni verlängern. Über die Verlängerung wird das Parlament am Mittwoch debattieren und abstimmen. Erst Ende Juni, nach Abschluss der sogenannten Phase 3 der Lockerungen, werden die Spanier den Plänen zufolge auch ihre Provinz verlassen dürfen. (dpa)

Ifo-Institut warnt: Unterrichtsausfall schmälert Einkommen

11.21 Uhr: Möglichst viele Schüler sollten aus Sicht des Ifo-Instituts bald wieder möglichst viel Unterricht bekommen, da sich der Lernausfall negativ auf ihr späteres Einkommen auswirkt. Gehe etwa ein Drittel des Schuljahres verloren, sei dies über das Berufsleben durchschnittlich „mit rund drei bis vier Prozent geringerem Erwerbseinkommen“ verbunden, schrieb Ifo-Bildungsökonom Ludger Wößmann in einem Artikel, den das Münchner Forschungsinstitut heute veröffentlichte. Bleibe Schulunterricht aus, schmälere das die Kompetenzentwicklung und den späteren Erfolg betroffener Schüler am Arbeitsmarkt dauerhaft, warnte Wößmann. (afp)

Brasilien meldet mehr Infizierte als Spanien und Italien

11.11 Uhr: In Brasilien breitet sich die Pandemie immer schneller aus. Inzwischen wurden mehr als 240.000 Infektionen registriert, etwa 16.000 Menschen sind an den Folgen von Covid-19 verstorben, wie die Zeitung „Estado de São Paulo“ berichtete. Damit hat Brasilien Italien und Spanien in der Zahl der Infizierten überholt. Besonders dramatisch ist die Situation in den Metropolen São Paulo und Rio de Janeiro sowie in der Amazonas-Region.

Dennoch weist Präsident Jair Bolsonaro weiterhin alle Schutzmaßnahmen zurück und verharmlost die Pandemie als „kleine Grippe“. São Paulos Bürgermeister Bruno Covas warnte derweil vor einem kompletten Kollaps des Gesundheitswesens. Schon jetzt seien mehr als 90 Prozent der Intensiv-Betten belegt, sagte er. (epd)

Belgien lockert Beschränkungen

10.51 Uhr: Belgierinnen und Belgier dürfen seit heute wieder zum Friseur. Mit dem Wochenbeginn startet das Königreich in die nächste Phase der Lockerungen. So dürfen die Menschen von nun an auch wieder ins Museum oder in den Zoo – Tickets müssen online oder per Telefon gekauft werden. Auch Nagel- und Tattoostudios öffnen unter bestimmten Hygieneauflagen wieder, ebenso Märkte mit bis zu 50 Ständen. Schulen nehmen den Unterricht nach und nach wieder auf. Sportmannschaften dürfen im Freien wieder mit bis zu 20 Personen trainieren. Zu Hochzeiten und Begräbnissen sind bis zu 30 Personen zugelassen. Es handelt sich in Belgien um Phase zwei der Lockerung von Beschränkungen. Start der Phase drei ist für den 8. Juni vorgesehen. (dpa)

Petersdom wieder offen

10.35 Uhr: Papst Franziskus hat den Petersdom nach wochenlanger Sperre mit einer Messe zum 100. Geburtstag für Johannes Paul II. eröffnet. Franziskus würdigte den polnischen Papst, der dem Volk immer nahe gewesen sei. Karol Wojtyla war von 1978 bis zu seinem Tod 2005 Oberhaupt der katholischen Kirche gewesen – so lange wie kaum ein Papst vor ihm. Er wäre heute 100 Jahre alt geworden. Johannes Paul „wollte soziale Gerechtigkeit, Gerechtigkeit unter den Völkern. Eine Gerechtigkeit, die Kriege vertreibt“, sagte Franziskus.

Der Petersplatz und der Petersdom in Rom waren seit dem 10. März wegen der Pandemie gesperrt. Heute öffnete die Basilika wieder für Besucher. Auch Gottesdienst sind in Italien nun wieder erlaubt – allerdings gelten Abstands- und Hygieneregeln. (dpa)

Taiwan protestiert gegen Ausschluss von WHO-Jahrestagung

10.29 Uhr: Taiwan hat Protest gegen ihren Ausschluss von der Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingelegt. Kurz vor Beginn der Video-Tagung bezeichnete es Taiwans Gesundheits- und Sozialminister Chen Shih-chung als einen „Verlust für die WHO“, dass das taiwanische Modell zur Bekämpfung des Virus nicht mit der Weltgemeinschaft geteilt werden könne. Man habe so auch keine Chance, von den Erfahrungen anderer Staaten zu lernen.

Über die Frage, ob Taiwan bei der Jahresversammlung der WHO teilnehmen darf, war ein heftiger Streit entbrannt. China betrachtet die Insel als abtrünnige Provinz und blockiert ihre Teilnahme seit drei Jahren. Bislang haben die anderen der 194 Mitgliedsländer das hingenommen, aber in diesem Jahr haben die USA Verbündete zusammengetrommelt, um Taiwans Teilnahme durchzusetzen. Von Bundeskanzlerin Angela Merkel war zum Auftakt der Konferenz eine Videobotschaft geplant. Deutschland ist für die Teilnahme Taiwans. (dpa)

Ryanair plant Standortschließungen

10.28 Uhr: Europas größter Billigflieger Ryanair erwartet wegen der Pandemie einen Einbruch der Passagierzahlen um fast die Hälfte auf weniger als 80 Millionen. Die Iren schraubten damit ihre Erwartung binnen einer Woche um weitere 20 Prozent zurück. Aber auch diese Zahl sei bestenfalls geraten, erklärte Ryanair-Chef Michael O'Leary. Es sei derzeit unmöglich, für die kommenden zwölf Monate angesichts der Krise einen Ausblick zu geben. Ryanair plant wegen des Geschäftseinbruchs, unprofitable Standorte in Europa zu schließen. Akut gefährdet ist der Hauptstandort der österreichischen Tochter Lauda Air in Wien. Dies werde außerdem Basen in Deutschland, Großbritannien und Spanien betreffen. Später sollten auch Stützpunkte in Italien, Belgien und Osteuropa überprüft werden. Bei Europas größter Billigairline werden voraussichtlich rund 3.000 Piloten und Flugbegleiter sowie 250 Beschäftigte der Zentrale in Irland entlassen. (rtr)

Österreich: Viele Kinder können wieder zur Schule

10.12 Uhr: Ein Großteil der österreichischen Kinder und Jugendlichen kann wieder zur Schule gehen. Seit heute werden die 6- bis 14-Jährigen wieder unterrichtet. Für rund 700.000 Schüler endet damit in dieser Woche das coronabedingte Homeschooling – durch die Aufteilung mancher Klassen ist der erste Schultag aber für einige erst am Donnerstag. Für den Neustart der Schulen hat das österreichische Bildungsministerium ein Hygienehandbuch geschrieben. In der Schule muss grundsätzlich ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, der erst am Platz in der Klasse abgenommen werden darf. Zudem werden die Klassen ab 19 Schülern in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe darf dann von Montag bis Mittwoch in die Schule, die zweite Gruppe am Donnerstag und Freitag. In der Woche darauf werden die Tage getauscht. Schularbeiten gibt es keine mehr, auch Turn- und Nachmittagsunterricht entfallen vorerst. (dpa)

Merkel und Macron planen Initiative für die Wirtschaft

10.09 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Emmanuel Macron planen eine deutsch-französische Initiative für die wirtschaftliche Erholung Europas. Am Nachmittag wollen Merkel und Macron in einer Videoschalte über die Initiative beraten, wie das Presseamt mitteilte. Um 17.00 Uhr wollen die Kanzlerin und der französische Präsident ihren Plan dann in einer gemeinsamen Video-Pressekonferenz in Berlin und Paris der Öffentlichkeit vorstellen. Darin soll es um die Belebung der Wirtschaft in Europa gehen. (afp)

Ungarn will Corona-Dekret zurückziehen

9.53 Uhr: Ungarns Regierung will die umstrittenen Dekrete Ende Mai wieder rückgängig machen. Ein entsprechender Vorschlag werde am 26. Mai im Parlament eingereicht, zitiert der Sender hirtv.hu den Stabschef von Ministerpräsident Viktor Orban, Gergely Gulyas. Die weitreichenden Sonderrechte der Regierung könnten dann nach wenigen Tagen Beratung Anfang Juni auslaufen. Das Parlament hatte Orban im März das Recht eingeräumt, per Dekret zu regieren. Das hatte scharfe Kritik von Opposition und EU-Regierungen ausgelöst. (rtr)

Fast 90.000 Corona-Tote in den USA

9.30 Uhr: In den USA ist die Zahl der Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus auf fast 90.000 gestiegen. Wie die Johns-Hopkins-Universität am Sonntagabend (Ortszeit) mitteilte, starben in den vorangegangenen 24 Stunden 820 Menschen. Dies sei die niedrigste Opferzahl seit dem 10. Mai. Landesweit wurden bislang 1.486.367 Infektionen nachgewiesen – mehr als 30 Prozent der weltweit registrierten Infektionsfälle. Mit rund 89.500 Fällen sind die USA überdies mit Abstand das Land mit den meisten Corona-Toten weltweit. (afp)

Kramp-Karrenbauer spricht sich gegen Steuerhöhungen aus

9.03 Uhr: Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer schließt Steuererhöhungen zur Finanzierung der Corona-Folgen aus. Kramp-Karrenbauer sagte der „Saarbrücker Zeitung“ (Montag): „Ich sehe nicht, wie Steuererhöhungen dazu beitragen könnten, dass Betriebe investieren und Menschen Geld ausgeben.“ Beides sei aber wichtig, damit die Wirtschaft wieder Fahrt aufnehme. (dpa)

Kramp-Karrenbauer: Lohnfortzahlung für Eltern verlängern

6.39 Uhr: Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer spricht sich dafür aus, Eltern, die ihre Kinder wegen der Corona-Einschränkungen weiterhin zu Hause betreuen müssen, auch künftig eine Lohnfortzahlung zu gewähren. Diese Hilfe solle bis zum Ende des Jahres fortgesetzt und die Bezugsdauer von sechs auf zehn Wochen erhöht werden, sagte Kramp-Karrenbauer der Saarbrücker Zeitung.

Bisher bekommen Eltern nach einer Regelung im Infektionsschutzgesetz eine Lohnfortzahlung von 67 Prozent des Nettoeinkommens bis zu einer Grenze von 2.016 Euro im Monat, wenn sie nicht arbeiten können, weil ihre Kinder wegen der Schließungen von Kitas und Schulen nicht betreut werden. Die Lohnersatzleistung wird von Bund und Ländern je zur Hälfte finanziert, was einige Länder kritisieren. (epd)

Weiterer Coronavirus-Ausbruch in deutschem Schlachthof

6.38 Uhr: Kurz vor Beratungen des sogenannten Corona-Kabinetts über die Missstände in der Fleischindustrie ist ein weiterer massiver Ausbruch des Virus in einem deutschen Schlachtbetrieb bekannt geworden. 92 Mitarbeiter eines Schlachthofs im niedersächsischen Dissen wurden positiv getestet, wie der Landkreis Osnabrück am Sonntagabend mitteilte. Die für die Bekämpfung des Virus zuständigen Kabinettsmitglieder wollen am Montag über eine mögliche stärkere Regulierung der Fleischbranche beraten.

Für die infizierten Mitarbeiter der Firma in Dissen und ihre Kontaktpersonen wurde Quarantäne angeordnet. Die Produktion in dem Schlachthof wurde ausgesetzt. Viele der Infizierten wohnten in Sammelunterkünften und würden von Subunternehmen beschäftigt, teilte der Landkreis ferner mit. Bereits zuvor waren in mehreren anderen deutschen Schlachthöfen zahlreiche Coronavirus-Infektionsfälle aufgetreten. (afp)

Tiefkühlpizza und Spinat im Magen statt Virus in der Lunge

4.45 Uhr: Viele Menschen decken sich in der Coronakrise mit Tiefgekühltem ein und bescheren Herstellern ein Nachfragehoch. Dem Tiefkühllebensmittelvertreiber Eismann haben die Bestellungen ein Umsatzplus von 34 Prozent im April eingebracht, wie ein Sprecher sagte. Ende März, zu Beginn der Einschränkungen, seien die Online-Einkäufe „explodiert“ und um bis zu 300 Prozent gestiegen.

Bei den meisten Kunden hätten dabei gefrorener Rahmspinat, junge Erbsen und Lachsfilet auf der Einkaufsliste gestanden. Auch jetzt werde mehr bestellt als gewöhnlich, die sehr großen Einkäufe hätten aber abgenommen, hieß es. Auch Tiefkühlpizza ist in der Corona-Krise häufig über die Ladentheke gegangen. Von einem „steilen Anstieg“, der deutlich über der Nachfrage im Vorjahr gelegen habe, berichtete ein Sprecher von Dr. Oetker. (dpa)

Über 2.000 Neuinfektionen in Mexiko gemeldet

4.01 Uhr: Mexiko meldet 2.075 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Die Gesamtzahl der offiziell bestätigten Fälle liegt damit bei 49.219 Fällen. Die Zahl der Todesfälle durch Covid-19, die durch das neuartige Coronavirus verursachte Atemwegserkrankung, steigt um 132 auf insgesamt 5.177. Der stellvertretende Gesundheitsminister Hugo Lépez-Gatell gibt in einer Pressekonferenz bekannt, dass sich die Fälle in der vergangenen Woche in Mexiko-Stadt und der Region, die die höchste Infektionsrate des Landes aufweist, stabilisiert hätten. (rtr)

Niedrigste Toten-Zahl in Italien und Spanien seit Monaten

3.02 Uhr: In mehreren europäischen Ländern sind die Zahlen neuer Todesopfer am Sonntag auf den niedrigsten Stand seit Monaten gesunken. So wurden in Italien nach Angaben des Zivilschutzes 145 Verstorbene binnen 24 Stunden verzeichnet. Spanien registrierte 87 weitere Corona-Tote. Es war dort das erste Mal in zwei Monaten, dass die Zahl der täglichen Todesopfer unter 100 lag. In Großbritannien wurden 170 weitere Todesfälle gemeldet. Dies war die niedrigste Zahl seit Ende März. (afp)

Chinas gemeldete Neuinfektionen sind einstellig

2.47 Uhr: Die chinesischen Behörden melden sieben neue Coronavirus-Fälle, am Vortag waren es fünf. Nach Angaben der nationalen Gesundheitskommissionen stammen vier von Reisenden aus der Inneren Mongolei. (rtr)

SPD-Papier fordert Milliardenschirm für Auszubildende
Eine Tierpflegerin sitzt neben einer Ziege im Zoo

Eine auszubildende Tierpflegerin – der Tierpark hatte lange geschlossen Foto: Soeren Stache/dpa

0.03 Uhr: Führende Arbeits- und Bildungspolitiker der SPD-Bundestagsfraktion haben einen Rettungsschirm für die rund 1,3 Millionen Auszubildenden gefordert. In einem Zehn-Punkte-Plan, der der Düsseldorfer Rheinischen Post vorliegt, sehen sie Prämien und Boni für Betriebe und Azubis in Milliardenhöhe vor, die aus Steuermitteln finanziert werden sollen. So wollen Fraktionsvize Bärbel Bas, der bildungspolitische Sprecher der Fraktion, Oliver Kaczmarek, sowie die frühere SPD-Generalsekretärin und Expertin für berufliche Bildung, Yasmin Fahimi, Unternehmen eine Übernahmeprämie zahlen, wenn sie Azubis aus Insolvenzbetrieben bei sich weiter beschäftigen und ausbilden.

„Die Leistungen des Bundes wären vergleichbar mit denen für Studierende“, so Bas. Diese belaufen sich auf rund eine Milliarde Euro. In dem Papier ist zudem vorgesehen, dass Betriebe, in denen mehr als die Hälfte der Mitarbeiter von Kurzarbeit betroffen ist, eine Geldspritze in Höhe von 80 Prozent des Azubi-Gehalts bekommen. Die Zuwendung solle nicht rückzahlbar sein und im Rahmen einer Projektförderung erfolgen. „Handelt die Bundesregierung nicht, droht nach der Corona-Krise der schlimmste Fachkräftemangel, den es bislang gab“, sagte Bas. (dpa)

Heiko Maas prognostiziert Ende weltweiter Reisewarnung

0.00 Uhr: Außenminister Heiko Maas, SPD, hat sich zuversichtlich geäußert, dass ein Sommerurlaub zumindest in Europa möglich wird. „Es gibt vielfach positive Entwicklungen“, sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend der ARD. Einige Länder hätten angekündigt, ab Juni oder Juli ihre Grenzen für Touristen wieder zu öffnen. Und auch die Bundesregierung wolle ihre Beschränkungen lockern, kündigte er an. „Wir wollen nach dem 15. Juni eigentlich keine weltweite Reisewarnung mehr haben. Sondern wir wollen das ersetzen durch Reisehinweise, aus denen die Leute erkennen können: Wo kann man hinfahren? Ist es verantwortbar? Und vor allem: Welche Regelungen gelten da?“

Der Außenminister will heute mit seinen Kollegen aus beliebten Urlaubsländern darüber beraten, wie die Reisebeschränkungen gelockert werden können. Zu der Videokonferenz sind Griechenland, Spanien, Italien, Österreich, Kroatien, Portugal, Malta sowie Slowenien, Zypern und Bulgarien eingeladen.

Maas warb zugleich dafür, die Quarantänebestimmungen innerhalb der EU aufzuheben, sie sollten nur noch für Menschen gelten, die aus Drittstaaten von außerhalb einreisen. Maas wies auch darauf hin, dass es in allen Urlaubsländern Einschränkungen wegen der Virus-Pandemie geben werde. „Das, was wir als normal empfinden im Sommerurlaub, wird es dieses Jahr nirgendwo geben.“ (dpa)

EU-Kommisionsvizin kritisiert Unterschiede bei Staatshilfen

0.00 Uhr: Die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Margrethe Vestager, äußert sich besorgt über „riesige Unterschiede“ bei den Corona-Staatshilfen der Mitgliedsländer. Den Statistiken der Kommission zufolge entfalle die Hälfte der genehmigten Corona-Hilfen auf Deutschland, sagt sie der Süddeutsche Zeitung einem Vorabbericht zufolge. Es bestehe die Gefahr, dass dies den Wettbewerb auf dem Binnenmarkt verzerre und die wirtschaftliche Erholung verlangsame. Dies sei „zu einem gewissen Grad schon eingetreten“, zitiert sie das Blatt. (rtr)

Eine Gießkanne gießt in der prallen Sonne

Mit der Gießkanne: So hatten Kritiker die Vergabe der Staatshilfen kritisiert Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Indien verlängert Ausgangssperre ein weiteres Mal

0.00 Uhr: Indien verlängert die Ausgangssperre ein weiteres Mal. Die bestehenden Maßnahmen würden nun bis mindestens 31. Mai gelten, teilte das Innenministerium in Neu Delhi am Sonntag mit. Die Ausgangssperre für alle 1,3 Milliarden Bürger des Landes war Ende März verhängt worden. Die damit einhergehende Einstellung des Zugverkehrs hat Millionen Wanderarbeiter bei der Rückkehr in ihre Heimat vor große Probleme gestellt. Zahlreiche Menschen sind schon bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen oder auf langen Fußmärschen an Hunger und Erschöpfung gestorben.

In Indien wurden nach offiziellen Angaben bislang knapp 91.000 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus registriert, mehr als 2800 Erkrankte starben. Einige Experten kritisieren aber, dass in dem zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde zu wenig getestet werde. (afp)

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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