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Erdüberlastungstag in DeutschlandNatürliche Ressourcen für 2026 aufgebraucht

Schon im Mai sind Deutschlands Ressourcen für 2026 rechnerisch ausgeschöpft. Deutschland setzt zu viel auf Öl, Gas und Kohle, kritisieren Umweltverbände.

Wurden am 9. Mai 2026 gesprengt: zwei 114 Meter hohe Kühltürme des Kohlekraftwerks in Gelsenkirchen-Scholven Foto: Henning Kaiser/dpa

dpa | Deutschland hat rein rechnerisch bereits diesen Sonntag (10. Mai) die natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die für das ganze Jahr reichen müssten. Diesen sogenannten Erdüberlastungstag berechnet die Organisation Global Footprint Network jährlich für einzelne Länder sowie für den ganzen Planeten. Wenn alle Menschen der Erde so viele natürliche Rohstoffe verbrauchen und CO2 ausstoßen würden wie die in Deutschland, wäre die jährliche Biokapazität der Erde bereits im ersten Drittel des Jahres aufgebraucht.

Deutschland verbrauche vor allem durch den hohen Einsatz fossiler Energien deutlich zu viele Ressourcen, teilte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mit. Hauptverursacher seien energieintensive Industriebranchen, der Gebäudesektor, der Straßenverkehr und die industrielle Tierhaltung. Die Folgen der Entwicklung seien längst spürbar, etwa durch Dürren, Starkregen oder zunehmende Hitze in Städten.

Warum der Stichtag 2025 eine Woche früher war

„Unser aktueller Lebens- und Wirtschaftsstil ist nicht zukunftsfähig“, sagte BUND-Vorsitzender Olaf Bandt. „Anstatt umzuschwenken auf Erneuerbare, setzen wir weiter auf Kohle, Öl und Gas.“ Mit Strom aus Sonne und Wind, Wärmepumpen sowie leichten, kleinen und sparsamen E-Autos schaffe man dagegen Unabhängigkeit, Planungssicherheit und Klimaschutz.

2025 war der deutsche Erdüberlastungstag schon am 3. Mai. Dass sich der Stichtag in diesem Jahr um eine Woche nach hinten verschoben hat, ist allerdings nicht das Ergebnis eines umweltfreundlicheren Lebensstils, sondern vor allem auf aktualisierte Daten und geänderte Berechnungsmethoden zurückzuführen.

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12 Kommentare

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  • Wir frönen der kognitiven Dissonanz



    und wundern uns zur Performanz!



    /



    Bei taz.de 2024



    "Unternehmen geben Klimaziele auf



    Kreuzfahrt bleibt Klimakiller



    Still haben sich die Kreuzfahrtunternehmen Tui Cruises und Aida vorerst von Klimaneutralität verabschiedet. Der Treibstoff bleibt entscheidend."



    /



    2023 bei dw.com



    "Bleibt Fliegen ein Klimakiller?"



    www.dw.com/de/klim...f-klima/a-64922155

    So wird das mit dem Fußabdruck



    auch weiterhin ein kleiner Schock.



    Der Handabdruck ist nun en vogue,



    plus Klima-Uhr, die Climateclock.

  • Ach was.!!

    Für die Wähler:innenschaft von sPD und cdsU wirds schon noch reichen.



    Und wenn dann irgendwann die jüngeren Generationen feststellen, daß alles den Bach runtergeht und sogar das Essen knapp wird..dann verfahren wir halt nach dem bewährten Motto: "erst kommt das Fressen, dann die Moral".







    (Sarkasmus off).







    ...weil eines scheint doch klar: die momentane Bundesregierung, samt dem Großteil der Menschen ("unter" dieser Regierung), werden diese Meldung nicht mal ernsthaft zur Kenntnis nehmen..geschweige denn, ihre Bedeutung erfassen..

  • "Mit Strom aus Sonne und Wind, Wärmepumpen sowie leichten, kleinen und sparsamen E-Autos schaffe man dagegen Unabhängigkeit, Planungssicherheit und Klimaschutz."



    Nur solange man das Speicherproblem konsequent ausblendet, und den Wasserstoff aus Namibia und Saudi-Arabien [1].



    Dass "kleine, leichte, sparsame Elektroautos" ein Widerspruch in sich ist, sei nur am Rande erwähnt. Da ist der Akku dagegen...



    [1] www.bundeswirtscha...usammenarbeit.html

    • @sollndas:

      Hyundai Inster wiegt zwischen 1300 und 1400 kg



      Der aktuelle Poloverbrenner um 1200 kg. Dessen Verbrauch ging über die Jahre nur nach oben.

      • @Momo33:

        Mein Citroen C1 wiegt 910 kg.

        • @sollndas:

          Dacia Spring, 1000 kg, technisch und Einsatzbereich sehr ähnlich.

        • @sollndas:

          Dacia Spring 1000 kg.

        • @sollndas:

          Der Citroën Czero 1100.

          • @Momo33:

            Immer noch 190 kg mehr, bei einer Reichweite von sagenhaften 160 km. Irgendwann ist die Grenze vom Auto zum Elektrospielzeug überschritten.



            Der Dacia Spring ist nicht viel besser. Und wiegt übrigens 1045 kg.



            Es ist nun mal so: Wo man mit einem kg Benzin oder Diesel hin kommt, braucht man ca. 15 kg Akku.

            • @sollndas:

              Und? Der Liter verbrät bereits 3 kWh, ohne irgendwas bewegt zu haben. Hinzu kommt 9 kWh Energiegehalt. Damit sind, Sie dann bereots 100 km mit dem Spring gefahren.

              • @Momo33:

                Wir waren bei "Auto" und "klein und leicht".



                Ein Spielzeug, mit dem ich nur mit Hängen und Würgen in die 50 km entfernte Großstadt und wieder zurück komme (hoff-ent-lich kein Stau...) hilft mir nicht. Wenn ich sowas mit einem E-Auto ohne Herzklopfen hinter mich bringen will, dann wird das E-Auto eben groß und schwer.



                Jetzt klar?

                • @sollndas:

                  Ach ja, dann auch noch etwas zu "sparsam".



                  Meine Frau fährt seit drei Jahren einen Dacia Sandero. Der kostete ca. ein Drittel (!!!) von dem, was ein auch nur entfernt ähnlich brauchbares E-Auto gekostet hätte. Mit dem gesparten Geld könnte sie laaaange tanken (Nach heutigen Preisen für ca. 250.000 km).



                  Mit dem gesparten Geld kann man aber auch richtig verstandene "Sektorenkopplung" machen: Es in eine Windparkbeteiligung stecken. Da spart das Geld im Stromsektor weit mehr CO2 ein, als der Sandero Zeit seines Lebens jemals im Verkehrssektor rausblasen kann.