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Mieterschutz soll gestärkt werdenUnd die Vermieterlobby ärgert sich

Justizministerin Hubig will den Mieterschutz stärken: Kurzzeitmieten und möbliertes Wohnen sollen strenger geregelt werden. Das freut nicht alle.

Nicht schön, aber wahrscheinlich teuer: Möbliertes Wohnen ist ein lukratives Geschäftsmodell, um Mieterschutz zu umgehen Foto: Serienlicht/imago

Aus Berlin

Jonas Bernauer

Man wolle der Mietpreisbremse „mehr Geltung“ verschaffen, heißt es im jüngst veröffentlichten Gesetzesentwurf des Bundesjustizministeriums. Nimmt man diese Formulierung wörtlich, bedeutet sie: Ja, es gibt die Mitpreisbremse, die von der schwarz-roten Bundesregierung zudem um vier weitere Jahre verlängert wurde, allerdings ist es Ver­mie­te­r*in­nen oft ein Leichtes, sie zu umgehen. Der Reformentwurf möchte genau das in Zukunft erschweren, es geht also darum, Schlupflöcher zu stopfen.

Ein solches Schlupfloch stellt bislang der Möblierungszuschlag dar. Denn für eine möblierte Wohnung können Ver­mie­te­r*in­nen mehr Miete verlangen, ohne dabei angeben zu müssen, wie viel sie genau für die Einrichtung berechnen. Als „Transparenzproblem“ bezeichnet der Gesetzentwurf diese Regelung und fordert deshalb: eine verpflichtende Auskunft über den Möblierungszuschlag. Zudem müsse sich dieser am „Zeitwert der Möbel orientieren“. Bei einer vollausgestatteten Wohnung seien dafür 5 Prozent der Gesamtmiete „angemessen“.

Als „wichtigen und überfälligen Schritt“ bezeichnet der Deutsche Mieterbund die geplante Reform auf Anfrage der taz – denn erst durch die gesonderte Ausweisung könnten Verstöße gegen die Mietpreisbremse durch den Möblierungszuschlag als solche erkannt werden. Ein Machtungleichgewicht würde laut des Mieterbundes dennoch weiter bestehen bleiben: „In angespannten Wohnungsmärkten fehlt Mietern oft der Spielraum, sich gegen überhöhte Zuschläge zu wehren.“

„Misstrauensvotum“ gegen Vermieter?

Gänzlich anders sieht das Haus & Grund, der Interessensverband der Vermieter und Hauseigentümer: Der Gesetzesentwurf sei „ein Misstrauensvotum gegen die Millionen vermietender Privatpersonen, die den Großteil der Mietwohnungen bereitstellen“, so die Lobbyorganisation in einer Pressemitteilung. In der geforderten Kennzeichnung der Möblierungszuschläge sieht die Interessenvertretung vor allem einen „massiven bürokratischen Aufwand für vermietende Privatpersonen“, der auch negative Auswirkungen auf das Wohnungsangebot habe.

Haus & Grund kritisiert zudem die im Entwurf geplante Deckelung der jährlichen Indexmieterhöhung auf 3,5 Prozent. Die Begrenzung ignoriere nicht nur die realen Kosten, die Ver­mie­te­r*in­nen tragen müssten, sondern bremse auch die Instandsetzung und Modernisierung von Wohnungen aus. Das wiederum gefährde die Substanz.

Während Haus & Grund die Interessen der Ver­mie­te­r*in­nen vertritt, sieht der Reformentwurf es dagegen als notwendig an, „Mietende vor der Gefahr der finanziellen Überforderung in Zeiten starker Preissprünge zu schützen“. Eine weitere Gesetzeslücke, die der Entwurf deshalb schließen möchte, bezieht sich auf Kurzzeitvermietungen. Gerade in angespannten Wohnungsmärkten werde dieses Modell genutzt, um die Mieten in die Höhe zu treiben. Die bislang geltenden Ausnahmen der Mieterschutzvorschriften bei befristeten Mieten sollen in Zukunft lediglich für Mietzeiträume von bis zu sechs Monaten gelten. Man verbinde mit der Maßnahme die Hoffnung, dass weniger Mieter*innen, die einen festen Wohnsitz suchen, auf befristete Angebote zurückgreifen müssen.

In angespannten Wohnungsmärkten fehlt Mietern oft der Spielraum, sich gegen überhöhte Zuschläge zu wehren

Deutscher Mieterbund

Der Deutsche Mieterbund zeigt sich in diesem Punkt skeptisch: Solange Wohnungsmangel herrsche, müssten Wohnungssuchende weiterhin auf derartige Angebote zurückgreifen. Zudem bestehe die Gefahr, dass Ver­mie­te­r*in­nen vermehrt Verträge über ein halbes Jahr anbieten würden. Da auch eine mehrfache Kurzzeitvermietung rechtlich weiterhin möglich wäre, könne man Missbrauch nicht endgültig ausschließen.

Grundsätzlich die richtige Richtung

Alles in allem zeigt sich der Deutsche Mieterbund allerdings zufrieden: Erstmals seien Umgehungsstrategien der Mietpreisbremse gezielt in den Fokus genommen worden. Dennoch fehle es vielen Regelungen noch an der nötigen Verbindlichkeit. Das Resümee: „Der Entwurf ist ein wichtiger Schritt, sollte aber weiter nachgeschärft werden“.

Unklar bliebt zunächst, ob der Koalitionspartner die Pläne für einen stärkeren Mieterschutz so mittragen wird, wie ihn der Gesetzentwurf von Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) vorsieht – oder ob die Partei sich die Worte der Vermieterlobby zu Herzen nimmt und im Gesetzgebungsverfahren noch Änderungen durchsetzt. Die CDU-Bundestagsfraktion und der Sprecher für Wohnungspolitik, Jan-Marco Luczak, standen bis Redaktionsschluss für eine taz-Anfrage nicht zur Verfügung.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben am 10.02. eine Formulierung zur Höhe des Möblierungszuschlags im Gesetzentwurf korrigiert.

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21 Kommentare

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  • Richtig so !



    Vermieter endlich in die Schranken weisen.



    Vermieten idt kein Hobby, sondern es leben MENSCHEN in Mietobjekten, deren gesamte Existenz sich darum aufbaut.



    Das verhessen Vermieter leider zu oft und zu gerne.



    Und wenn die Ministerin schon dabei ist: Eigenbedarf gänzlich abschaffen oder so stark reglementieren, dass ein Betrug Haft bedeutet und mind. 10.000 € Schadensersatz an den rausgeekelten Mieter bezahlt werden muss.



    Es geht um MENDCHEN und hier darf Geldgier keine Rolle spielen und muss auf's allerhärteste bestraft werden.

  • Warum sollte man sich als Vermieter auch nicht ärgern, da die Bedingungen zu vermieten, immer schlechter werden.



    Die Miete darf nicht nach Angebot und Nachfrage festgesetzt werden, man darf sich die neuen Mieter nicht nach seinen eigenen Vorstellungen aussuchen und wenn ein Mieter nicht in der Lage ist, seine Miete zu zahlen, bekommt man ihn fast nicht mehr aus der Wohnung heraus. Gleiches gilt für Messis oder Mieter, die den Haussegen in der Wohnanlage stören. Da verkauft man doch lieber, bevor man sich nur Probleme einhandelt.

    • @Die_Mitte_machts:

      Ein wichtiger Punk, dem ich zustimme! Mieterschutz ist richtig und wichtig, aber zu viel und die Folge ist: Immer weniger Privatpersonen lassen Leerstehen oder bauen nicht und können so kein zweites Standbein aufbauen oder für die Rente vorsorgen. Vielmehr verkaufen diese an Immobilienkonzerne, welche nur auf Gewinnmaximierung aus sind und dies auch eintreiben --> Es wird weniger gebaut/vermietet, und wenn nur gewinnoptimiert. Weniger Angebot=Höhere Mieten --> Ein Eigentor.

    • @Die_Mitte_machts:

      Ja, es gibt es zweifellos solche Probleme, doch es ist nicht die Norm. Sehr viel eher ist es "normal" wenn überhöhte Mieten kassiert oder überfällige Reparaturen nicht durchgeführt werden. Und die Miete nur nach Angebot und Nachfrage zu berechnen - das ist Kapitalismus pur und geht immer zuungunsten der Schwächeren, der Mietkunden aus.

  • immer wieder erschütternd, mit welchen argumenten die ehrenwerte gesellschaft des haus- und grundbesitzervereins die profitinteressen eines großteils ihrer mitglieder zu verschleiern versucht. nach jahren der privatisierung und kapitalisierung des wohnwesens läßt sich festhalten, dass die am besten instand gehaltenen wohnanlagen in den städten die der baugenossenschaften sind. hier werden und wurden überschüsse nicht als privater profit angeeignet, sondern zur rücklagenbildung verwendet, so dass in den älteren beständen warmmietenneutral saniert werden konnte und die mieter*innen dennoch weiterhin zu einer relativ günstigen kostenmiete wohnen können. es sollte festgehalten werden, dass sich diejenigen, die zu spekulativ überhitzten preisen heruntergekommene wohnanlagen gekauft haben, in der absicht, mieter*innen immer höhere anteile ihres lohnes aus den taschen zu ziehen zu können, ohne dafür einen finger krumm zu machen oder einen signifikanten anteil ihres profits in den erhalt der anlage reinvestieren zu müssen, einfach verzockt haben. das nennt man unternehmerisches risiko. um im immo-sprech zu bleiben: es wäre toll, wenn der wohnungsmarkt von solchen akteuren bereinigt wird.

  • Das Problem in München ist, dass Angebot und Nachfrage ein ganz großes Problem miteinander haben. Die rasant steigenden Mieten wird man ohne eine Erhöhung des Angebots nicht bremsen können.



    Gegen mehr Angebot arbeitet die Politik massiv in den Bezirksausschüssen, dort wird jegliche Nachverdichtung bekämpft. Einfach mal in die Protokolle reinlesen. Um jeden einzelnen Baum wird gekämpft, jeder Zentimeter über der direkten Umgebung wird als zu massiv abgelehnt. Und wenn in der Zwischenzeit der Bauherr Pleite geht, sind die anderen am Sendlinger Loch Schuld.

    Dort wo neu gebaut wird, passiert das viel zu flach (Freiham). In den verbliebenen Entwicklungsflächen strebt man mit der Sobon die perfekte Lösung an, so dass dort in den nächsten 20 Jahren garantiert keine einzige Wohnung neu entsteht. Mit den verkaufswilligen Grundbesitzern anzufangen, wäre zu einfach.



    Und wer dann doch bauen will, erlebt in der Lokalbaukommission und anderen Behörden einen Bürokratiehorror.

    Die Politik müsste eine Vision entwickeln, warum Nachverdichtung richtig und wichtig ist und die negativ betroffenen Anwohner mitnehmen und gleichzeitig die Verwaltung einbremsen.

    • @MK:

      Je kleiner die Gebietskörperschaft ist, die über Wohnungsbau entscheidet, desto weniger wird gebaut. Die Interessen der schon vorhandenen Anwohner haben Vorrang. Die Menschen, die NOCH nicht dort wohnen, sind nicht stimmberechtigt.



      Klassischerweise unterliegt Bebauungsplan der Hoheit der Gemeinde. Zentralisierung der Entscheidung ist herausfordernd.

    • @MK:

      in den münchner innenstadtvierteln hat in den letzten 15 bis 20 jahren eine derart flächendeckende und weitgehend ungebremste verdrängung von menschen mit niedrigen oder mittleren einkommen stattgefunden, dass man sich nicht wundern muss, wenn sich menschen in den bezirksausschüssen (die einzigen gremien in der stadt, in denen sie sich direkt gehör verschaffen können) kritisch zur aufwertung ihrer nachbarschaften äussern.

      das sog. sendlinger loch wiederum ist ein perfektes beispiel dafür, was auf einem völlig überhitzten privaten bodenmarkt passiert, wenn baustellen unter steigendem kostendruck liegengelassen werden und risikokredite mit kurzen laufzeiten für grundstücke, die zu mondpreisen gekauft wurden, nicht mehr bedient werden können.

      die frei finanzierten angebotsmieten im neubau betragen im übrigen selbst bei den genossenschaften zwischen 20 und 24 euro/qm. wem ist mit diesen preisen geholfen? der in verbindung mit der sobon seit gut 30 jahren entstandene geförderte wohnraum ist neben den auf grundstücken der kommunalen WBGs entstanden wohnungen das einzige segment in dem ein günstiges angebot für breite bevölkerungsschichten durch neubau geschaffen werden konnte.

  • Ich halte die Indexmiete für besser als ihr Ruf. Sie ist einfach und eindeutig. Das ist natürlich schlecht für Mietervereine, weil sie ihre Existenz auch durch Unterstützung bei Anfechtungen von Mieterhöhungen rechtfertigen.



    In der Regel sollte ein Vermieter mit einer Erhöhung mit Verweis auf den Mietspiegel besser fahren - aber vielen Vermietern ist offenbar einfach wichtiger als maximale Mieterhöhung.



    Schlecht ist nur, wenn die Inflation wie 2022/23 aus dem Ruder läuft. Aber da ist die Politik gefordert, insgesamt die Inflation zu begrenzen - das wirkt dann in allen Lebensbereichen und nicht nur punktuell bei der Miete.



    Wollten wir nicht Bürokratie abbauen? Ein Möblierungszuschlag auf Basis des Zeitwerts der Möbel hört sich erstmal gut an, aber das wird mal wieder ein Bürokratiemonster mit einer mehr als 100-seitigen Ausführungsbestimmungen, wie sich der Zeitwert berechnet.

    • @MK:

      Wenn jemand keine Lust auf Bürokratie hat, könnte man eine Pauschale von 0,50€/qm ansetzen. Wer mehr haben möchte, dann genau vorrechnen.

    • @MK:

      Das war eine Antwort auf @lundrill

  • Großartige Argumentation seitens "Haus & Grund". Kostentranzparenz = Misstrauen und die völlig inakzeptabel Bürokratie dahinter.

    Kennt man ja von Eigentümern : Wenn die Handwerker im Haus fertig sind wird doch keine vertrauensstörende und bürokratielastige Rechnung mit Einzelposten erwartet - Endbetrag und das passt so. Schon klar...

  • Ui, innerhalb weniger Tage zwei Vorschläge von der SPD (vorher war da ja noch die Idee von Bas zur Sozialstaatsreform), die die Belange des sprichwörtlichen "kleinen Mannes" ganz nach vorn stellen. Wäre kein Wahlkampf, könnte man glatt glauben, die hätten es endlich kapiert.

  • Ich finde Mieterschutz wichtig und richtig; solange der Mieter zumindest seine Miete zahlt.



    Das Problem ist nur: Erwischt man als Vermieter jemanden, der den Mieterschutz ausreizt und einfach keine Miete zahlt, dann braucht man mindestens 6 Monate um eine Räumung durchzusetzen, eher deutlich länger. Auf sämtlichen dafür anfallenden Kosten bleibt man dann erst einmal auch sitzen; wenn man die überhaupt wieder zurück bekommt (geht nur wenn der ExMieter genug Geld hat und das auch nicht versteckt).

    Effekt: Die Mieter müssen einen tiefen Einblick in ihre Finanzen gewähren; der Vermieter sucht sich nur die Solventesten aus... und kann dementsprechend hohe Mieten verlangen.

    Ich denke mir auch: Die Höhe der Mieten ist aktuell geradezu unverschämt (ich wohne in München); ob eine Stärkung des Mieterschutzes da irgendetwas hilft wage ich zu bezweifeln.

    Dh für das eigentliche Problem, nämlich völlig überzogene Mieten, hat anscheinend niemand eine Lösung parat.

    Außer man geht in die Vollregulierung über; mehr Wohnungen gibt es davon dann aber auch nicht...

    • @lundril:

      haben Sie den ein paar statistische zahlen, um besser einschätzen zu können, wie groß (oder klein) das problem mit mieter*innen ist, die "einfach keine miete" zahlen? oder ist das eher von anekdotischer evidenz?

      • @Pflasterstrand:

        Ich habe hier etwas gefunden:



        www.abendzeitung-m...zurueck-art-635449

        Da wird München mit ca 500 Zwangsräumungen pro Jahr aufgeführt; allerdings wird dann erwähnt, dass das Sozialamt 660 mal die Mietschulden übernommen hat, um eine Zwangsräumung zu verhindern...



        und insgesamt bei 2200 Räumungen interveniert hat.

        Natürlich werden in München sicher viel mehr Wohnungen vermietet; aber so wirklich ungewöhnlich sind Zwangsräumungen wohl auch nicht.

        Ich sag ja: Die Vermieter versuchen also die Solventesten Mieter zu finden um dieser Sorte von Ärger zu entgehen... und diese Mieter akzeptieren dann auch noch exorbitante Mieten.

        Keine Ahnung wie man das lösen soll.

  • Kleine Vermieter nicht vergessen



    in der Debatte um steigende Mieten und „rücksichtslose Vermieter“ bleiben kleine private Vermieter oft unsichtbar. Dabei besitzen viele nur ein oder zwei Wohnungen und wohnen selbst im Haus.

    Wir gehören dazu. In unserem Zweifamilienhaus ist eine Wohnung seit über zwanzig Jahren vermietet. Die Miete wurde in dieser Zeit nicht erhöht – aus Verantwortung und wegen eines fairen Mietverhältnisses. Gleichzeitig tragen wir alle laufenden Kosten: Instandhaltung, Reparaturen, Versicherungen, Grundsteuer sowie steigende Handwerkerpreise und gesetzliche Auflagen.

    Viele mietrechtliche Regelungen richten sich gegen große Konzerne, treffen aber ebenso kleine Vermieter mit sehr begrenzten Spielräumen. Rücklagen sind endlich, Risiken bleiben bei uns, Pflichten wachsen. Mieterschutz ist wichtig, sollte aber differenzieren.

    • @Berinhart:

      Sie haben natürlich recht: es gilt zwischen den verschiedenen akteuren am wohnungsmarkt zu differenzieren, um zu nachhaltigen und v.a. zielsicheren lösungen zu gelangen. allerdings geht es in der oben genannten gesetzesankündigung um unausgewiesene möblierungszuschläge und um indexmietverträge und damit gar nicht um die von Ihnen genannten probleme. unbenommen davon steht es Ihnen frei, ob sie mieten im rahmen der gesetzlichen möglichkeiten erhöhen oder das zwanzig jahre lang nicht tun. ebenso steht es ihnen frei die volle grundsteuer auf die mieter*innen umzulegen.

  • Einen Mangel zu verwalten, hat noch nie geholfen einen Mangel zu beheben.



    Neubau wird immer teuerer. Die Anzahl der neuen Wohnungen geht immer mehr zurück. Sanierungen werden immer teurer.



    Aber der Mieter muss geschont werden.



    Finde den Fehler ...

  • Das von der taz genutzte Bild alter Möbel täuscht, denn ein Blick in die Portale zeigt, dass meist modern eingerichtet ist, nicht gut, denn nach zehn Jahren, wenn die Möbel abgeschrieben sind, müssen Neue her.

    25 Qudratmeter Zeitmiete 1100 Euro, vergleichbate städtische Wohnung 530 Euro und um die Hälfte größer!

    Kontrollen gibt es so gut wie keine und klagen wegen zu hoher Mieten tut auch keiner, da die Mietenden laut einer Studie des Bundes meist solvent sind und keinen Lust und Zeit für eine aufwendige Klage haben. Daran werden auch die marginalen Gesetzesveränderungen nichts ändern.



    Klarer Fall von schleichender Gentrifizierung in erweiterten Innenstadtlagen.



    Es brucht Personal bei den Städten und sehr hohe Strafen, um etwas zu ändern.



    Das Grundproblem ist, dass der Staat nicht jedes Jahr mit einem Finanzvolumen wie bei der Bundeswehr einspringt, um das Wohnungsproblem mit staatlichen Eigentum zu lösen wie in Wien. Sich als Staat dafür zu verschulden, doch gar kein Problem, da auch künftige Generationen profitieren.



    Statt dessen wie jedes Jahr Wischwaschepolitik, die verbergen soll, dass wie bei der Amtszeit von Kanzler Scholz 350000 Wohnungen zu wenig gebaut wurden.

  • Wer mal einen Einblick nehmen möchte, in den überschäumenden Egoismus nebst Haar sträubender "Argumentationen", auch privater Vermieter, der möge die dazugehörigen Kommentate auf ZON lesen:

    www.zeit.de/politi...saenderung-entwurf