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SozialpolitikUmverteilung durch Rassismus

Gereon Asmuth
Essay von Gereon Asmuth

Von den Habenden nehmen, damit auch für die Darbenden genug da ist, wäre klassische Sozialpolitik. Von der nächsten Regierung ist das nicht erwartbar.

Illustration: Katja Gendikova

A m Tag nach der Bundestagswahl lag in Berlin tatsächlich ein Hauch von Frühling in der Luft – wetterbedingt. Was aber die politische Wetterlage betrifft, geht Deutschland ungemütlichen Zeiten entgegen. Denn der kleinen Großen Koalition, die sich anschickt, das Land zu regieren, mag vieles gelingen. Eins aber sicher nicht: dem steten Aufstieg der AfD etwas entgegenzusetzen.

In breiten Schichten der Republik bestünde ein massives Verlangen nach Veränderung, heißt es in Erklärungsversuchen dafür. Weil es ja so nicht mehr weitergehe. Weil alles immer schlechter werde. Und tatsächlich kann man diesen Unmut in der Bevölkerung verstehen. Denn nicht nur die Ärmsten der Armen, sondern auch die Mittelschicht ist von den volkswirtschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre massiv betroffen.

Wobei Mittelschicht hier nicht die Normalklasse der sich gar nicht so reich fühlenden Millionäre meint, in der sich der offensichtlich weltfremde Kanzler in spe, Friedrich Merz, selbst verortet. Sondern die Klasse der Normalverdiener:innen, die dank einigermaßen sicherer Jobs jahrzehntelang gut über die Runden gekommen sind. Die nun aber merken, dass das Geld zum Monatsende auch für sie knapp werden kann.

Da sind zum Beispiel die Preise für Energie. Strom war laut dem Statistischen Bundesamt im Januar um 25 Prozent teurer als nur vier Jahre zuvor. Kraftstoffe kosteten über 40 Prozent mehr, und die Erdgaspreise stiegen sogar um 90 Prozent. Ursache für diese Preisexplosion waren vor allem Russlands Angriff auf die Ukraine vor drei Jahren und die Folgen. Ein Blick auf die Kurven der Preisindexe zeigt, dass sie nunmehr seit zwei Jahren auch nahezu stabil sind. Also nicht mehr steigen.

Für das Gros der Normalbevölkerung ist das allerdings keine gute Nachricht. Im Gegenteil: Die Botschaft ist, dass man mit den hohen Kosten leben lernen muss, weil die Preise eben nicht mehr auf das Vorkriegsniveau sinken. Es ist ein anhaltendes Problem, ohne Aussicht auf Besserung.

Unglücklicherweise sind die Energiepreise keine Ausnahme. Die Mieten steigen seit Jahren. Auch wenn das bei den Bestandsmieten nur langsam durchschlägt, so wissen die Leute, die heute eine Wohnung suchen, dass sie sich wegen der verlangten Mondpreise einfach nicht mehr so viel Raum leisten können wie bisher.

Linke Parteien setzen Umverteilung nicht um

Obendrein frisst die anhaltende Inflation den Menschen das Geld aus den Händen. 100 Euro aus dem Februar 2021 sind in Deutschland heute nur noch rund 84 Euro wert. 119 Euro müssten aktuell aufgewendet werden, um den Gegenwert von 100 Euro aus dem Jahr 2021 zu erhalten. Die anhaltende Ebbe in den Portemonnaies der Mittelklasse schreit nach Veränderung. Genauer gesagt: nach Umverteilung. Ein Konzept dafür wäre die Umverteilung von oben nach unten.

Von den Habenden zu den Darbenden. Klassische Sozialpolitik also, wie sie alle irgendwie linken Parteien in ihren Programmen stehen haben. Dummerweise aber nur dort. Denn praktisch passiert in diesem Bereich seit Jahrzehnten nicht viel. Im Gegenteil: Forderungen nach Vermögen- oder Erbschaftssteuer oder der Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf ein Level, wie es etwa zu Zeiten von Helmut Kohl als Kanzler noch üblich war, werden stets als Erstes fallen gelassen, sobald die Parteien in Regierungsverantwortung kommen.

Bestes Beispiel aus der gerade gescheiterten Ampelkoalition ist das Klimageld. Der staatliche Ausgleich der durch die Transformation gestiegenen Kosten war einst Kernforderung der Grünen. Kaum aber kam das Bündnis mit der FDP zustande, wurde das Klimageld hintenangestellt. Klar, die umverteilungsfeindlichen Liberalen stellten sich massiv quer. Und einer klarer linken Koalition fehlte schlichtweg die Mehrheit. Aber gerade deswegen hätten Robert Habeck und Co zeigen müssen, wo der Heizungshammer hängt.

Nimm es von den Wehrlosesten und tu so, als würden dadurch die anderen entlastet. Lass sie am besten erst gar nicht ins Land. Hauptsache ist, sie kosten nichts

Klingt unrealistisch? In vielen Ohren sicher. Tatsächlich ist das aber nur ein Beispiel für das dramatische Versagen der gesamten Linken. Denn wie einfach Umverteilung sein kann, zeigt sich auf der anderen Seite des politischen Spektrums. Die extreme Rechte der Republik muss als an­gebliche Alternative für Deutschland nur laut genug schreien, dass an allem die Mi­gran­t:in­nen schuld sind und deshalb den Flüchtlingen ihre ohnehin minimale Unterstützung gekürzt werden muss.

Das wäre der zweite denkbare Ansatz für Umverteilung: Nimm es von den Wehrlosesten und tu so, als würden dadurch die anderen entlastet. Lass sie am besten erst gar nicht ins Land. Und wenn sie schon hier sind, dann schmeiß sie halt raus. Hauptsache, sie kosten kein Geld. Tatsächlich ist die AfD landesweit an keiner einzigen Regierung beteiligt. Trotzdem wird ihr Begehren ruckzuck Realität. Nicht nur die Union, auch SPD, FDP und selbst die Grünen fordern einen härteren Umgang mit Migrant:innen.

Was lehrt das die Wähler:innen? Wer die tatsächlich dringend anstehende Umverteilung will, muss rechts wählen: die AfD und ihren offen zur Schau getragenen Rassismus. Denn wenn sozialer Ausgleich durch Umverteilung von oben nach unten unmöglich ist, dann gewinnt der unsozia­le Ausgleich, die Umverteilung durch Rassismus, ganz offensichtlich an Attraktivität. Was umso absurder ist, als Migration auf längere Sicht den Staat nicht kostet, sondern sogar profitabel ist.

Es braucht eine antifaschistische Wirtschaftspolitik

Rassismus ist keine Erfindung der AfD. Er ist latent in weiten Teilen der Bevölkerung vorhanden. Doch erst der fatale Schritt von Friedrich Merz und seiner Union, zusammen mit FDP und AfD im Bundestag für Abschiebungen und Zurückweisungen an der Grenze zu stimmen, hat ihn hoffähig gemacht. Das Bundestagswahlergebnis spricht Bände. Jeder Fünfte stimmte für die Rechts­extremen.

Das ist schon schlimm genug. Allein es kommt noch schlimmer. Denn angesichts der Wahl­erfolge müsste es eine Kernaufgabe der kommenden Regierung sein, den Zustrom zu den Rechtsextremen zu begrenzen. Nichts wäre dringender als eine antifaschistische Wirtschaftspolitik, wie sie die Ökonomin Isabella Weber eingefordert hat. Also eine Politik, die die Menschen sich wieder in ihrem Land zu Hause fühlen lässt, ohne dass sie mit dem Finger auf Migranten zeigen.

Verantwortungsvoll wäre zum Beispiel eine Politik, die die Autoindustrie und die dort arbeitenden Menschen auf die anstehende Transformation vorbereitet. Denn die ist dringend nötig – aus ökologischen, aber auch volkswirtschaftlichen Gründen. Dass hierzulande jeder siebte Arbeitsplatz von der Autoindustrie abhängen soll, wie von Lobbyisten gern behauptet wird, ist spätestens in Zeiten der Krise kein Zeichen der Stärke mehr.

Vielmehr sollte sich das Land aus dieser fatalen Abhängigkeit lösen. Ohne einen behutsamen, langfristig verfolgten und staatlich geförderten Umbau wird die Autoindustrie unweigerlich an die Wand gefahren. Sei es vom Veränderungen verweigernden Management. Sei es durch die sich mit Zöllen abschottenden Nationalprotektionisten, wie aktuell in den USA. Oder durch eigenen Fortschritt unabhängiger werdende Märkte, wie etwa China.

Wenn aber tatsächlich zehntausende Arbeitsplätze wegfallen werden, ist das nur weiteres Wasser auf die Mühlen der Rechtsextremen. Wie aber soll dieser Wirtschaftszweig zum Umlenken angehalten werden, wenn die Regierung von einer CDU/CSU dominiert wird, der nicht mehr als Technologieoffenheit einfällt?

Verantwortungsvoll wäre hingegen eine radikale Klimapolitik. Um Katastrophen, wie die 2021 im Ahrtal, vielleicht nicht komplett zu vermeiden, aber wenigstens etwas eindämmen zu können. Und die nebenbei Migration begrenzen könnte, wenn sie hilft, die in den kommenden Jahrzehnten unweigerlich Flucht auslösenden Effekte des Klimawandels abzufedern. Nur wie soll das gehen, mit einer CSU-dominierten Regierung, die Windräder für eins der größten Übel der Welt hält?

Staatliche Integrationsverweigerung bleibt Programm

Verantwortungsvoll wäre auch eine Bildungsoffensive, die die Lage an den Schulen als das benennt, was sie ist: ein nationaler Notstand, der nur durch intensivste Förderung und Betreuung, durch kleinere Klassen mit jeweils mehreren Leh­re­r:in­nen zu bewerkstelligen wäre. Die jedoch gibt es aktuell nicht. Sie müssen ausgebildet werden, was wiederum nur auf einer Art zu bewerkstelligen wäre: mit einem Sack voll Geld.

Nur wie soll das gehen, mit einer Union in der Regierung, die alles dafür tut, dass staatliche Integrationsverweigerung politisches Programm bleibt? Hier könnte und müsste eine sozialdemokratische Partei, die sich selbst ernst nimmt, bei den Verhandlungen über ihren Einstieg in die kleine Groko klar und deutlich den Finger heben. Aber wie soll das gehen bei einer Partei, die zerschlagen am Boden liegt und der nichts besser täte als ein paar erholsame Jahre in der Opposition?

Es wird niemanden überraschen, wenn auch in der nächsten Regierung als Erstes alle linken Ansätze zu einem gesellschaftlichen Umbau hintenrunterfallen. Wie sollte es auch anders gehen bei Friedrich „Jetzt ist Schluss mit links“ Merz als Kanzler? Der zudem von seinen rechten Freunden Druck bekommt, jetzt endlich zu liefern, was er versprochen hat.

Schwarz-Rot wird somit den Rechtsextremen nichts entgegensetzen. Jedenfalls nichts, was die Sorgen der Mittelschicht mit dem Konzept einer offenen Gesellschaft in Einklang zu bringen vermag. Im Gegenteil: Die kommende Regierung wird es zwar sicher nicht so nennen und trotzdem dem Konzept „Umverteilung durch Rassismus“ folgen. Migration wird schon jetzt nahezu ausschließlich als „irregulär“ gelabelt.

Das klingt schon fast wie „illegal“. Asyl­be­wer­be­r:in­nen sollen gleich an der Grenze abgewiesen werden. Familienzusammenführung – eigentlich ein christlicher Gedanke – wird der Riegel vorgeschoben. Abschiebungen gelten als Ziel an sich. Und all das, damit „unserem Sozialstaat“ die „Fremden“ nicht auf der Tasche liegen. Wer davon profitiert, liegt auf der Hand. Und wo bleibt die Hoffnung? Vielleicht bringt der April ja ein bisschen Frühling.

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Gereon Asmuth
Ressortleiter taz-Regie
Leiter des Regie-Ressorts, das die zentrale Planung der taz-Themen für Online und Print koordiniert. Seit 1995 bei der taz. 2000 bis 2005 stellvertretender Leiter der Berlin-Redaktion. 2005 bis 2011 Leiter der Berlin-Redaktion. 2012 bis 2019 Leiter der taz.eins-Redaktion, die die ersten fünf Seiten der gedruckten taz produziert. Hat in Bochum, Berlin und Barcelona Wirtschaft, Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation und ein wenig Kunst studiert. Mehr unter gereonasmuth.de. Bluesky:@gereonas.bsky.social Mastodon: @gereonas@social.anoxinon.de ex-Twitter: @gereonas Foto: Anke Phoebe Peters
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21 Kommentare

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  • "Doch erst der fatale Schritt von Friedrich Merz und seiner Union, zusammen mit FDP und AfD im Bundestag für Abschiebungen und Zurückweisungen an der Grenze zu stimmen, hat ihn hoffähig gemacht... Jeder Fünfte stimmte für die Rechts­extremen."

    Erstens lagen die Umfragewerte für die AfD schon vor der Migrationsdebatte bei gut 20% und zweitens greift es zu kurz mit dem Finger immer nur auf die etablierten Parteien zu zeigen.

    Es gibt etwas, das ist nach meinen Erfahrungen hierzulande nicht sonderlich populär und es nennt sich Eigenverantwortung und Selbstreflexion.

    Selbst schlechte Politik begleitet von Springer Hetze zwingt keinen dazu Faschisten zu wählen. Als Norweger mit 20 Jahren Erfahrung in Deutschland, sage ich ganz klar. Rassismus, Antisemitismus und Autoritarismus sind fest in der Mentalität der Deutschen angelegt. Sie waren auch nie weg aus den Köpfen, sondern wurden lediglich eingegrenzt. Jetzt treten sie wieder offen hervor da eine Grenzverschiebung, nicht nur des sagbaren, stattgefunden hat. Auch mit Unterstützung von Seiten der demokratischen Elemente der Gesellschaft.

    Diese "hässliche Fratze" Deutschlands beschränkt sich auch nicht allein auf AfD Wähler.

  • "Die anhaltende Ebbe in den Portemonnaies der Mittelklasse schreit nach Veränderung. Genauer gesagt: nach Umverteilung. Ein Konzept dafür wäre die Umverteilung von oben nach unten."



    Schön gesagt. Allerdings stellt sich die Frage: Was ist "oben"? Schon die Mitte ist weiter "oben" als "unten"...

  • „Denn angesichts der Wahl­erfolge müsste es eine Kernaufgabe der kommenden Regierung sein, den Zustrom zu den Rechtsextremen zu begrenzen.“

    Soweit gehe ich mit. Der Rest des Textes ist aber leider typisch linkes Lavieren ohne konkrete Lösungsvorschläge außer einem dirigistischen Staat. Die AfD beispielsweise ist in erster Linie ein One Trick Pony mit dem Thema Migration. Sie würde weit weniger Zulauf haben, wenn die bisherigen Regierungen nicht den fatalen Eindruck hinterlassen hätte hier könne der Staat nichts tun; Gesetze hin oder her. Solange sich das nicht ändert und der Zustrom so wie alle damit einhergehenden Probleme weiter anwachsen, solange wird die AfD anwachsen. Und so wie sich die SPD in den Koalitionsverhandlungen aufführt, spricht viel dafür, dass die AfD wird wachsen können. Dänemark hat gezeigt wie es ginge, nur will eine linke Blase in Deutschland das schlicht nicht wahrhaben und meint ernsthaft die AfD liesse sich am besten dadurch bekämpfen, dass man die Migration keinesfalls reguliert. Das ist schlicht Wahnsinn.

  • "Doch erst der fatale Schritt von Friedrich Merz und seiner Union, zusammen mit FDP und AfD im Bundestag für Abschiebungen und Zurückweisungen an der Grenze zu stimmen, hat ihn hoffähig gemacht. Das Bundestagswahlergebnis spricht Bände. Jeder Fünfte stimmte für die Rechts­extremen."



    Nein und nochmals wiederholt: Diese Aussage ist faktisch falsch. Die AfD ist nicht erst NACH der (dämlichen) Aktion der CDU im Bundestag vom Januar/Februar auf ca. 20 Prozent (im Ergebnis der BT-Wahl) angewachsen. Die AfD lag seit etwa dem Sommer 2023 auf Umfragewerten von +/-20%. Schuld daran war vor allem das unsäglich gemachte Heizungsgesetz der Ampel-Regierung. Bitte bei den nachweislichen Tatsachen bleiben, auch wenn sie nicht in die eigene Argumentationskette passen.



    Viel schlimmer scheint mir, dass die AfD jetzt in Umfragen weiter zuzunehmen scheint, aber ganz sicher nicht deswegen, weil die CDU jetzt noch ausländerfeindlicher agiert als angeblich vor der Wahl.



    Bitte ehrlich nach den Gründen forschen, was gerade abgeht...

  • Wo steht eigentlich geschrieben, Deutschland müsse den Rest der Welt retten?

    • @Querbeet:

      Keine Ahnung, aber nur in rechtspopulistischen Blasen wird behauptet, dass Deutschland so etwas macht bzw. machen will.

      • @gehtdichnüschtan:

        Ach so.

  • Hatten wir nicht eben eine ziemlich linke Regierung mit der SPD und den Grünen mitten drin, bzw. war die SPD nicht über viele Jahre am Regieren beteiligt?

    • @Micha.Khn:

      Worte und Taten sind halt unterschiedlich. Es mag wohl auf dem Papier stehen, in der Realität steht für die "Linken" Parteien, welche in Regierungsverantwortung waren, jedoch die gleiche Zielgruppe wie der FDP und der CDU im Vordergrund.

      Das haben haben viele Beispiele der letzten Regierung gezeigt. Mit der FDP hat das nichts zu tun. Man hätte nämlich mit manchen Sachen die FDP unter Druck setzen können, man war aber froh das man sieals Grund vorschieben konnte. Der Ersatz des Klimageldes, nach be und Entlastungen hatten nur die oberen Gruppen mehr, den Mindestlohn welchen man auf 60 Prozent festlegen gekonnt hätte, die stümperhafte Arbeit die zum Teil abgeliefert wurde, bei ach so wichtigen Themen, usw... Zeigen einfach wie weit Worte und Taten auseinander sind, genauso wie weit SPD und Grüne von linker Politik entfernt sind.

  • Man kann nur hoffen, daß wenigstens die SPD zur Besinnung kommt. Von der Union als Blockade- und Verhinderungsweltmeisterin ist eh nichts zu erwarten. Schade, dass es so schwer ist, Politik für alle Menschen zu machen, denn schwierig wärs nicht

    • @Fckafd Somuch:

      Ich bewundere es schon (fast), wenn jemand Hoffnungen in die SPD setzt - o.k., sie erscheint irgendwie noch sozialer und humaner zu sein. Ich halte das trotzdem für einen Trugschluss. Und zwar seit - Vorsicht, Unterkomplexität! - ziemlich genau einer Schnapszahl, nämlich 111 Jahre(n).

  • Danke Gereon Asmuth für diese Umsicht und Weitsicht.



    Das lässt mich an Ulrike Hermann denken.



    Das verstehe ich als Kompliment an Beide!



    🎩 ab! 🎩, bei allen Bedenken...

  • Hinzuzufügen ist, dass die BRD in den letzten Jahrzehnten ein Dumpinglohnmodell fuhr. Die BRD hat z. b. riesige Exporthandelsberschüsse gegenüber den USA (in einem Jahr rund 70 Mrd Euro.) eingefahren, weil der Produktionsfortschritt viel höher war als der Anstieg der Löhne der Arbeiter in der Produktion.







    Der Mindestlohn reicht hinten ohne vorne nicht aus, ein wirkungsvolles Konzept zur Eindämmung der steigenden Mieten oder zum Bau genug günstiger Wohungen wird es auch nicht geben, die Inflation bleibt und mündet in eine Rezession.

    Genug Treibstoff für die Wahl der AFD, die interessanterweise im Gegensatz zur Linken die Globalisierung massiv kritisiert.

    Das Darben der unteren bis mittleren Einkommensschichten in den USA, dass nun auch die BRD erreicht, interessierte Clinton und Obama nicht.



    Industriearbeiterjobs wanderten aus den USA ab. Die Finanzindustrie zerlegte Konzerne und Unternehmen.



    Hauptsache der Profit nahm zu.



    Die Globalisierung schuf bei den Menschen in den Entwicklungsländern einer UN-Studie zufolge keine besseren Arbeitsbedingungen. Der Anteil der Niedriglohnjobs ohne soziale Absicherung ist teils sogar gestiegen.

    • @Lindenberg:

      Mann könnte ja mal versuchen die Sozialabgaben zu verringern, dann hätten die Menschen auch mehr Geld, da von Brutto mehr netto übrig bleibt. Aber da ist die Erhöhung des Mindestlohns interessanter, denn auf das erhöhte Gehalt bekommt der Staat dann auch wieder mehr. Und durch höhere Gehälter steigen die Lebenskosten, was zur nächsten Mindestlohn Erhöhung führt.

  • "angesichts der Wahl­erfolge müsste es eine Kernaufgabe der kommenden Regierung sein, den Zustrom zu den Rechtsextremen zu begrenzen."

    Als Wirtschaftliberaler bin bei allen Wirtschaftthemen ander Meinung. Geschenkt. Aber o.a. Zitat ist schlicht falsch.

  • Ich möchte mehr Einwanderung und weniger Umverteilung. Ist man neu im Land braucht man Hilfe mit Integration und Sprache. Nach und nach wird man für sich selbst verantwortlich.

  • Jede Form der staatlichen Unverteilung bedarf einer Begründung (Art 14 GG). Daran fehlt es leider im Text leider.

    Begrenzt die Armutsmigration und beschränkt die ausufernden Kosten anstatt darüber nachzudenken, den Leuten etwas wegzunehmen.

    Die Kürzung einer Sozialleistung als Umverteilung zu bezeichnen zeugt von einer etwas wirren Denke. Da bin ich dann raus aus der Diskussion.

    • @DiMa:

      Wie würden Sie es denn nennen, wenn fast 100.000 Vollzeit arbeitende Menschen nicht genug verdienen, um sich selbst zu versorgen und die Regierung trotzdem das Bürgergeld reduzieren und Mindestlohnerhöhung blockieren möchte?



      Da wird das Geld von allen Steuerzahlern in die Taschen der Arbeitgeber umverteilt.



      Da fehlt den CDUlern auch jede Begründung.



      Aber wir müssen weiter diskutieren. Was bleibt uns sonst`?

    • @DiMa:

      Das war auch mein erster Gedanke!

    • @DiMa:

      Wieso sollte der Autor des journalistischen Textes eine derartige Begründung liefern? Komisch. Und wenn die Kürzung einer Sozialleistung keine Umverteilung von unten nach oben ist, was ist dann die Kürzung in höheren Steuerklassen? Gerade wird um den Soli gestritten und der Spitzensteuersatz lag vor Jahren merklich höher - alles gerecht?

  • Sehr sehr guter Artikel. Danke!



    Bitte sofort im Bundestag verbreiten!