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Unwetter in den USAJedes Unwetter ist jetzt Teil der Klimakrise

Jonas Waack

Kommentar von

Jonas Waack

Sturmmeldungen aus den USA mögen in Europa egal erscheinen. Aber mit steigender Erderhitzung werden alle Wetterextreme Teil der Klimakrisen-Welt.

B ei Winterstürmen in Kalifornien sind drei Menschen gestorben, in New York wurden hunderte Flüge wegen heftigen Schneefalls gestrichen. Solche Schlagzeilen sollten in Deutschland kaum Nachrichtenwert haben: tragisch, aber von geringem Ausmaß. Stürme und Schnee im Winter? Erwartbar. Noch dazu alles auf einem anderen Kontinent. Aber mit zunehmender Erderhitzung wird jedes Extremwetter zur Klima-Geschichte.

Zwar ist nicht jede Dürre, jeder Waldbrand oder jeder Sturm Folge des Klimawandels. Naturkatastrophen hat es immer gegeben. Aber Privatleute, Staatshaushalte und Ka­ta­stro­phen­schüt­ze­r*in­nen werden von der Klimakrise immer mehr Stress ausgesetzt. Stress sorgt für Veränderungsunwilligkeit, Gereiztheit und Tunnelblick. Eine gestresste Gesellschaft kann mit Herausforderungen aller Art schlechter umgehen. Seien sie vom Stress-Auslöser Klimawandel verursacht oder nicht.

Im globalen Norden werden die zunehmenden Extremwetter-Ereignisse zu steigenden Versicherungsbeiträgen führen. Das führt dazu, dass Menschen weniger Geld in Sanierungen zum Hitzeschutz stecken können. Sie werden im Sommer unter den steigenden Temperaturen leiden – noch mehr Stress.

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Im globalen Süden sind viele Häuser nicht versichert. Hier bedeuten Katastrophen aller Art weniger Geld für Bildung, Gesundheitsversorgung und Anpassung an die nächste Katastrophe: Bangladesch verliert jährlich 3 Milliarden US-Dollar an die Folgen der Erderhitzung, ein Prozent seiner Wirtschaftsleistung. Die Fluten in Pakistan 2022, die vom Klimawandel intensiviert wurden, kosteten 30 Milliarden US-Dollar bei einer Wirtschaftsleistung von 375 Milliarden US-Dollar.

Unwetter in den USA mögen trivial erscheinen, aber sie sind Ausdruck dieser neuen Realität: Jedes normale Unwetter trifft auf Menschen, Gebäude und Infrastruktur, die von Folgen der Erderhitzung gestresst werden. Das macht jedes dieser Unwetter gefährlicher und teurer – und womöglich den Tropfen, der das Fass für eine gesamte gestresste Gesellschaft zum Überlaufen bringt.

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Jonas Waack

Jonas Waack Klima-Redakteur

Jahrgang 1999, zuständig für Klima-Themen im Ressort Wirtschaft und Umwelt. Stadtkind aus Mecklenburg, möchte auch sonst Widersprüche vereinbaren. Bittet um Warnung per Mail, falls er zu sehr wie ein Hippie klingt.
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2 Kommentare

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  • "Jedes Unwetter ist jetzt Teil der Klimakrise"



    Falsch.



    JEDES Wetter wird vom Klimawandel beeinflusst, "ist jetzt Teil der Klimakrise". Nicht nur Unwetter.

  • Ein wirres Knäuel von Kausalitäten? Was kommt dabei heraus, wenn man zu oft mit falschen Metaphern jongliert und schnelle Schlüsse zieht? Die marktliberale Antwort auf drohende wirtschaftliche Schäden: Mehr umweltschädliches Wachstum um für die Schäden zahlen zu können.

    Die "Erderhitzung" ist nur ein Phänomen der stetigen energetischen Aufladung der Erdatmosphäre. Der entstehende "Energieüberschuss" zirkuliert in Luft, Wasser, Erde, Gebäuden usw. und führt u.a. zu mehr extremen Wetterereignissen und zu stärkeren Extremwettern. Damit gehen auch mehr Zerstörungen von z.B. Infrastruktur einher. Entscheidender für den weiteren Verlauf der Klimakrise und unser Überleben sind aber wohl die weniger sichtbaren Veränderungen in den unterschiedlichsten ökologischen Systemen. Hier verändern sich nicht nur Temperaturen, auch die chemische Zusammensetzung, die Aggregatzustände und die Artenvielfalt. Damit gehen natürliche CO2- und Wasserspeicher verloren, wird bisherige (land-)wirtschaftliche Nutzung unproduktiver bis unmöglich und verschiedene Arten, vom Mikroorganismus bis zum Menschen, verlieren ihr Habitate.