US-Ölabkommen mit Venezuela : In alter Kolonialmanier
Trumps 100-Milliarden-Investition in Venezuelas Erdölindustrie löst dort keine Freude aus. Die Idee eines freien Venezuelas rückt weiter in die Ferne.
Foto: Pedro Mattey/AP/dpa
D er Alltag der Venezolaner*innen ist heute von ständigen Stromausfällen geprägt. Aufzüge fahren nicht, Wasser wird nicht in Hochhauswohnungen gepumpt, Rechner gehen kaputt. 26 Jahre Chavismus haben eine marode Infrastruktur hinterlassen. Die Ankündigung Donald Trumps, mehr als 100 Milliarden US-Dollar in Venezuelas darniederliegende Erdölindustrie zu investieren, könnte Anlass zur Hoffnung geben.
Doch der „größte Erdöl-Deal aller Zeiten“ ruft bei Venezolaner*innen wenig Begeisterung hervor. Nicht weil sie Maduro nachtrauern, der, von den USA aus Venezuela entführt, nun in New York im Gefängnis auf seinen Prozess wartet. Sondern, weil dieser Deal mit Maduros langjähriger Vizepräsidentin Delcy Rodriguez ausgehandelt wurde.
Maduro mag entmachtet sein, aber seine Regierungsclique führt weiterhin das Land – allerdings nun als Protektorat der USA. Delcy Rodriguez hat ihren Kredit mit der späten und unzureichenden staatlichen Hilfe nach dem Erdbeben vom 24. Juni 2026 vollends verspielt. Dass sie nun den Wiederaufbau Venezuelas anführen soll, ist ein Hohn für alle jene Venezolaner*innen, die auf freie Wahlen und die Rückkehr der Demokratie hoffen. Diese dürften mit dem „historischen Deal“ noch weiter in den Hintergrund rücken.
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Donald Trump sagt ohne Umschweife, worum es ihm geht: die großen Erdölreserven Venezuelas unter US-Kontrolle zu bringen und damit die Vormachtstellung der USA in Südamerika voranzutreiben. Die Ankündigung ist nicht für die Venezolaner*innen gedacht, sondern für seine Wähler*innen in den USA, die unter den hohen Benzinpreisen leiden – eine Folge von Trumps Iran-Fiasko. Ihnen will Trump weismachen, dass sie, dank Öl aus Venezuela, bald wieder billig tanken können.
Seit 50 Jahren, lange vor Chavez, ist die Verwaltung des venezolanischen Erdöls in staatlicher Hand. Die Devise „El petroleo es nuestro – das Erdöl ist unser“ stiftet Identität über Parteigrenzen hinweg. Dass Trump sich nun unverhohlen in alter Kolonialmanier darüber hinwegsetzt, bringt ihm in Venezuela keine Sympathie ein.
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