Nach Öl-Deal mit Trump: Venezuelas Präsidentin sichert Wahrung der Souveränität zu
Der US-Präsident feiert das Öl-Abkommen mit Venezuela. Doch wichtige Fragen bleiben offen – auch, wie groß der Nachteil für Venezuela ist.
Foto: picture alliance/dpa/AP | Pedro Mattey
afp | Nach der Verkündung des „größten Öl-Deals in der Weltgeschichte“ durch US-Präsident Donald Trump hat die venezolanische Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez ihren Landsleuten versichert, dass Venezuela die Kontrolle über seine Ölvorkommen behalten werde. „Eine Sache muss absolut klar sein: Venezuela behält das Eigentum und die Souveränität über seine Ressourcen“, sagte Rodríguez am Samstag in einer Fernsehansprache.
US-Präsident Donald Trump hatte das Ölabkommen am Freitag bekanntgegeben. Er teilte mit, die USA erhielten die Mehrheitskontrolle über 65 Milliarden Barrel aus den venezolanischen Erdölvorkommen.
Die unter starkem Druck aus Washington stehende Rodríguez sagte dazu, das Abkommen mit den USA werde Venezuela Kapital und die Technologie verschaffen, „um die Wiederbelebung einer strategischen Industrie zu unterstützen, die von den Sanktionen schwer getroffen wurde“. Die Kooperation mit Washington werde in Investitionen, in Produktion, in Wohlstand und „in greifbare Ergebnisse für die Venezolaner“ münden.
Angaben aus Caracas zufolge beinhaltet das Abkommen private Investitionen in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar (gut 86 Milliarden Euro). Laut Rodríguez sollen sich die Steuereinnahmen auf mehr als 204 Milliarden Dollar (176 Milliarden Euro) belaufen. Details nannte sie indes nicht.
Nach Angaben Trumps werden die USA durch die Vereinbarung ihre Ölreserven mehr als verdoppeln. In seinem Onlinedienst Truth Social versicherte er zudem, der Deal mit Venezuela sorge dafür, die Spritpreise „für alle Amerikaner“ auf Jahre hinaus zu verringern. Den US-Steuerzahlern entstünden durch die Vereinbarung keine Kosten.
Da in Washington ebenfalls kaum Details bekannt gegeben wurden, gab es zahlreiche Spekulationen, dass das Abkommen zum Nachteil Venezuelas geschlossen worden sei. Mit mehr als 303 Milliarden Barrel verfügt das südamerikanische Land über die größten bekannten Erdölreserven weltweit. Nach jahrelanger Wirtschaftskrise hat Venezuela aber große Probleme, diese auszubeuten und Profit daraus zu schlagen.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen
meistkommentiert