Trumps Handelskonflikt : Im Zollstreit cool bleiben
Die Zollpolitik Trumps ist schmerzlich für Exportländer wie Deutschland. Der Begriff „Handelskrieg“ ist jedoch falsch.
Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
K aum zehn Wochen im Amt, hat US-Präsident Donald Trump im Verhältnis seines Landes auch zu Europa alles umgestoßen, was seit Ende des Zweiten Weltkriegs galt. Epochal das Ende der gemeinsamen transatlantischen Sicherheitspolitik, epochal auch das Ende gemeinsamer ökonomischer Werte. Immerhin sind die USA gerade an China vorbei wichtigster Handelspartner Deutschlands geworden.
Seit dem 12. März gelten jedoch Stahl- und Aluminiumzölle auf europäische Produkte wie Fitnessgeräte oder Angelruten. Vergangene Woche kündigte Trump die Erhebung von 25 Prozent Zöllen auf Autoimporte an. Am Mittwoch will er den „Freiheitstag“ feiern. Angeblich um Jobs in den USA zu schaffen, aber in Wirklichkeit um für seine AnhängerInnen weiter am US-amerikanischen Opfermythos zu basteln, eskaliert Trump immer weiter, will noch mehr Zölle erhöhen. Diesmal möglicherweise jene auf Pharmazeutika und Holz.
Die Gemütslage der Betroffenen liegt irgendwo zwischen Nervosität und Schockstarre. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will weiter verhandeln, aber „nicht unbedingt Vergeltung üben“. EU-Politiker sprechen längst davon, Trump habe einen „Handelskrieg“ angezettelt, auch die Medien machen bei der Rhetorik der Gewalt mit. Krieg. Wirklich? Sprechen die Waffen, wenn der Porsche in Kalifornien 25.000 Euro teurer wird, die Kosten für Harley Davidson oder Bourbon hierzulande anziehen?
Der preußische Militärtheoretiker Carl von Clausewitz nannte vor 200 Jahren Krieg „physische Gewalt zur Erfüllung seines Willens“. Wie wollen wir es nennen, wenn Trump eines Tages das BMW-Werk in Spartanburg dichtmachte? Oder wenn Deutschland und Europa plötzlich keinen Handel mehr mit China treiben und zum Beispiel VW seine über 30 Fabriken in der Volksrepublik abgeben müsste, weil das Regime in Peking Taiwan bombardiert? Alles rein hypothetisch, aber derzeit ist vieles möglich.
Noch ist also Luft in der nach oben offenen verbalen Handelskonflikt-Skala. Deshalb: Finger weg vom Worte-Colt. Und mehr Coolness und Deeskalieren – das bringt die besten Deals im Krach mit Donald Trump.
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