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Neuer AfD-Verbotsantrag?Ein Verfahren mit eigenem Wert

Benno Stieber
Kommentar von Benno Stieber

Ja, ein Verbotsantrag gegen die AfD wird im neuen Bundestag schwerer. Aber selbst ein Nein des Verfassungsgerichts hätte positive Effekte.

In der Bevölkerung beliebt und gefordert doch von der Politik härter ignoriert als Sozialreformen Foto: Sebastian Willnow/dpa

D er Antrag auf ein AfD-Verbot wird erst wieder im neuen Bundestag ein Thema, das haben die Initiatoren angekündigt. Aber ist es nach dem Wahlerfolg der Rechtsextremen nicht zu spät? Sicher, die AfD wird in der nächsten Legislatur­perio­de die zweitstärkste Fraktion bilden, sie hat fast alle Direktmandate in Ostdeutschland gewonnen und liegt bundesweit stabil über 20 Prozent. Damit darf aber nicht gelten: too big to be verfassungsfeindlich.

Im Gegenteil: Das Bundesverfassungsgericht hat 2017 im erfolglosen NPD-Verbotsverfahren verlangt, dass eine Partei nicht nur verfassungsfeindliche Ziele verfolgen, sondern auch durch ihre Größe und Bedeutung eine Chance haben muss, sie umzusetzen. Das ist bei der AfD der Fall, die kurz davor steht, gerade dort Regierungsverantwortung zu bekommen, wo sie vom Verfassungsschutz bereits als gesichert rechtsextrem eingestuft wird, in Sachsen-Anhalt zum Beispiel. Parteienverbote stehen ja gerade deshalb im Grundgesetz, weil in Deutschland mit der NSDAP 1933 schon einmal eine Partei auf legalem Wege an die Macht gekommen ist, um die Verfassung abzuschaffen.

Ein Verbotsverfahren würde sicher für Empörung ihrer Anhänger sorgen. Aber soll man es deshalb bleiben lassen? Nein, denn schon ein – sicher langwieriges – Verfahren könnte die Partei verändern und die wenigen, vergleichsweise gemäßigten Kräfte stärken. Dann wäre sie immer noch nicht ideologisch besenrein, aber zumindest könnten Hass und Hetze aus ihren Reihen gebändigt werden.

Und selbst wenn das Verfahren beim Verfassungsgericht am Ende nicht mit einem Verbot endet, so könnten ihre verfassungsfeindlichen Ziele höchstrichterlich festgestellt werden. Etwa weil die Partei à la Trump Politik über das Recht stellen will. Dann wäre es möglich, die AfD von der Parteienfinanzierung auszuschließen. Es ist nicht ohne Risiko. Deshalb ist es klug, mit einem neuen Antrag zu warten, bis der Verfassungsschutz sein lange angekündigtes Gutachten veröffentlicht. Man darf aber nicht damit warten, bis die AfD in ersten Ländern an der Macht ist. Dann ist es wirklich zu spät.

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Benno Stieber
taz-Korrespondent BaWü
Benno Stieber ist seit 2015 Landeskorrespondent der taz in Baden-Württemberg. In Freiburg als Österreicher geboren, lebt er heute als eingefleischter Freiberufler wieder im badischen Landesteil. Er ist Absolvent der "Deutschen Journalistenschule" in München und hat dort auch Geschichte und Politik studiert. Er schrieb unter anderem für die "Financial Times Deutschland", hat einen erfolgreichen Berufsverband gegründet und zwei Bücher geschrieben. Eins über Migranten nach der Sarrazin-Debatte und eins über einen Freizeitunternehmer aus dem Südwesten.
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30 Kommentare

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  • Wer weiß schon, was die 2.600 Berater unserer Bundesregierung - unseren Politikern so rät ? Vielleicht, eventuell sind unter den Beratern - man mag es sich nicht vorstellen - auch der ein oder andere AfDler...

    www.fragdenstaat.de/beraterberichte

  • Warum nicht mit Landesverbände anfangen? AfD Thüringen ist gesichert Rechtsextrem.

  • Dieser Verbotsantrag muss schnellstmögllich kommen. Der Kommentar von Benno Stieber ist passgenau richtig. Warum zögert die CSDU? Will sie sich nicht mit einem künftigen Koalitionspartner anlegen? Oder glaubt irgendwer tatsächlich, dass man die Faschos "zähmen" könne in einer Regierungsverantwortung? So dumm kann doch niemand sein....

    • @Perkele:

      Weil es eben NICHT egal oder gar hilfreich wäre, wenn so ein Antrag gestellt wird und scheitert (vgl. die durchdachten Ausführungen von @Farang Einen drunter). Und im Moment macht es nicht den Eindruck, als läge genug für einen erfolgreichen Antrag vor. Vielleicht kann der Verfassungsschutz jetzt oder spätestens nach der Hamburgwahl (endlich) mal seinen Bericht veröffentlichen . Vielleicht ist man dann schlauer und mutiger.

      • @Normalo:

        👍👍💯%tig - dümmer werden wir duch den Bericht sicherlich nicht werden.

  • Das ist linkes wünsch-dir-was Denken. Wenn ein Verbotsantrag scheitert bekommt die AfD mehr Stimmen. Denn ihr vergesst die Menschen, die dieses Mal nur deshalb noch nicht AfD gewählt haben, weil alle anderen vorher eine Koalition mit ihr ausgeschlossen haben.



    Ein gescheiterter Verbotsantrag würde die AfD endgültig legitimieren UND die Brandmauer wäre nicht mehr erklärbar.



    Die Idee das ein gescheiterter Verbotsantrag die AfD schwächen würde halte ich für sehr einseitig gedacht.



    Unabhängig davon glaube ich allerdings, dass es für einen Verbotsantrag schon zu spät ist. Ein Verfahren würde Jahre laufen...



    Söder hat das ganz gut gesagt, die kommende Koalition ist die letzte Patrone der Demokratie. Union und SPD müssen Stimmung und Wirtschaft im Land gedreht bekommen.



    2026 stehen zwei Wahlen im Osten an. Die AfD hat bei der Wahl jetzt schon 32% im Osten geholt, in Sachsen-Anhalt, wo gewählt wird, gar 37,1%.



    Man stelle sich vor Karlsruhe verbietet die AfD 2028, da stellt die aber bereits den MP, hat die Landespolizei unter sich und 40% der Bürger im Bundesland hinter sich...



    Was ist ein Verbot dann noch wert?



    Wie durchsetzen?



    Mit Gewalt?



    Bürgerkrieg?



    Braucht keiner.

  • Ein Verbotsantrag war schon bei der Scholzregierung erforderlich, aber Olaf Scholz wollte das nicht und so haben wir jetzt diese prekäre Situation. Merz wollte auch nicht und nach seinem "basta-Ausraster", wo er die Stimmen der AFD nicht ausschlagen wollte, sieht es nicht so aus, als wollte er sich an einen neuen Verbotsantrag ranwagen. Es sieht nicht gut aus und Hauptverantwortlicher ist Olaf Scholz. Er hat die SPD verzwergt, weil er für den Willen der Mehrheit nicht bereit war, nämlich Pistorius für die SPD als Kanzlerkandidat aufzustellen. So haben wir jetzt den Salat und es wird schwer werden einen Verbotsantrag durchzusetzen.

  • Natürlich mutet es wie ein Verstoß gegen die Demokratie an, eine erfolgreiche Partei verbieten zu wollen. Eine Menge Menschen hat sie gewählt, in der Hoffnung, dass die Politik in ihrem Sinne verändert wird. (So geht doch Demokratie? Die Mehrheit bestimmt!)



    Wenn jedoch eine Partei Ziele verfolgt, die in Teilen definitiv rechtsextremistisch sind, darf es gerade in Deutschland nicht sein, dass sie ganz normal zur Wahl steht. Unsere Demokratie muss sich wehren, gegen Mehrheiten, die bestimmen wollen, dass sie sich abschafft.



    Wer schlicht genug von den etablierten Parteien hat, kann bei Wahlen einen ungültigen Wahlschein abgeben, um seinem Frust eine Stimme zu geben. Wer aus Überzeugung die AfD wählt (und hoffentlich vorher deren Parteiprogramm gelesen hat), stellt sich gegen das Grundgesetz, das aus dem Grauen der NS-Zeit das Fazit "nie wieder" zieht und zur Wachsamkeit mahnt.

    • @Woodbine:

      Wie wäre es, wenn man Politik für die AfD-Wähler machte? Es sind nicht alles stramme Nazis, die dort ihr Kreuz machen. Aber viele Menschen, die mit der Politik (oder der Kommunikation über Politik) von CDSUSPDGRÜNEFDP nicht erreicht werden.



      Es ist so arm, die Rechten nur mit Verboten und Ausgrenzung zu bekämpfen, statt ihnen auf dem Platz das Wasser abzugraben.

      • @Django:

        Es ist "arm", aber möglicherweise der einzige Weg zu verhindern, dass die Demokratie sich selbst abschafft. Deshalb steht die Option ja im Grundgesetz. Ein wesentlicher Grund, warum schon seit der Antike die Demokratie gerne als die "am wenigsten schlechte" Staatsform bezeichnet wird, ist nunmal, dass sie nicht zwangsläufig "selbstzentrierend" ist, also in die Hände von Demagogen "kippen" kann, die das Wahlvolk mit wohlfeilen Lügen aufwiegeln und ihm vorgaukeln, seinen Willen zu tun, indem sie "mal so richtig durchgreifen" und all Jenen, die das bislang verhindern, die Möglichkeit zur Mitsprache nehmen (und dabei natürlich allen Anderen auch gleich). Wenn man so einer Schlagseite mit der Wahrheit nicht mehr beikommen kann, wird es gefährlich.

        • @Normalo:

          Da bin ich ganz bei Ihnen.



          Nur - wie bekommen wir unsere AfDler wieder in unsere demokratische Gesellschaft integriert ? Betreuer beiseite stellen oder in Politik bildende Maßnahmen schicken ?



          Iwie muss eine Form der schnellen, nachhaltigen Regeneration dieser Mitmenschen gefunden werden.🫠

  • Ich bin auch sehr für ein Verbotsantrag gegen die AfD , und zwar ASAP!

    Die AfD wird immer "schlauer", und weiss zuehmend, wie man sich nach aussen verfassungskonform präsentiert. Dadurch wird es immer schwerer, ihnen "etwas" nachzuweisen.



    Auch die Tatsache, dass man Weidel vorschickt und Höcke in der Wartestellung verweilt, verspricht nichts gutes!



    Ich sehe in meiner Heimat, wie Geert Wilders im Hintergrund (naja, eigentlich im Vordergrund) das Land regiert, und unser einstmals liberales Land zunehmend unerträglich wird...

    Mir wäre es lieb, wen man klare Kriterien für die Verfassungsfeindlichkeit der AfD formulieren würde und dies dann auch mit belegbaren Fakten aufzeigt, solange es nicht zu spät ist. Zumal ich vermute, dass die AfD in vier Jahren bei mehr als 30% bundesweit sein wird, wenn nicht sogar mehr.

    Natürlich ist es auch an der Zeit, dass die etablierten Parteien aufwachen, und Klartext reden. Ich höre eigentlich nur noch Geschwurbel, sieht man mal von Lichtblicken wie Heidi Reichinnek und (bedingt) Habeck mal ab...

  • Ein Verbotsverfahren könnt, wenn es den Futur II nicht geben würde, vieles erreicht haben. Es könnte, wenn es scheitert, die AfD nur noch stärker gemacht haben. Die vom Verfassungsgericht aufgestellten Hürden sind hoch und jedes Verbotsverfahren wird als Einzelfall verhandelt. In jedem Fall werden sich wohl AfD-Anhänger bestätigt fühlen und gegen „korrupte Altparteien“ und Richter wettern, die den Willen von über 10 Millionen WählerInnen ignorieren. Der Schaden für die Glaubwürdigkeit der repräsentativen Demokratie wäre immens. Der „rechte Flügel“ würde sich notfalls abspalten und eine Neue Partei gründen und die Gewaltbereiten in den Untergrund gehen.

    Bedrohlicher für die demokratische Mitbestimmung und individuelle Freiheitsrechte ist ohnehin das Erstarken einer „demokratischen Rechte“, die sich der legitimen Machtinstrumente repräsentativer Demokratie bedient, um ihre Agenda durchzusetzen. Nichts von dem, was die AfD will, ist per se illegitim, wenn es parlamentarische Mehrheiten zum Gesetz machen. Wäre illiberale Gesinnung strafbar, würde es die sprichwörtlichen Stammtische nur noch hinter Gittern geben.

  • Was ist nur mit dem Gutachten? Es wird Zeit zu handeln.

    Wenn das BVerfG befasst wird (also wenn sich eines der berechtigten Organe zum Antrag durchringt) gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Drecksverein verboten wird. Die AfD verbreitet ihre Menschenfeindlichkeit, ihre Demokatieverachtung und ihre aktive Arbeit gegen den liberalen Rechtsstaat ja kaum noch klandestin und versteckt ihre zersetzenden Absichten ja gar nicht mehr. Und offen faschistoide Gestalten wie Krah oder Helferich sind ja kaum Einzelfälle, werden ja mehr und mehr zur Normalität, sind in der Bundestagsfraktion ja voll akzeptiert.

  • Ich stimme Herrn Stieber zu. Mit einem Verbotsverfahren schafft man Klarheit. Mit der Brandmauer zerstört man auf langer Sicht die Einigkeit von Deutschland. Man spaltet auf der einen Seite in Ost und West, was ja nicht gewollt sein kann! Es muss ein Deutschland geben! das war ja auch der Sinn der Vereinigung. Jetzt sperrt man quasi den Osten aus allen demokratischen Entscheidungen aus. Das ist ja der Zweck der Brandmauer! Mit der Folge das die AFD immer weiter wächst! Die Brandmauer ist völlig undemokratisch, da haben die Amerikaner recht! Deshalb brauchen wir ein Verbotsverfahren , egal wie es ausgeht! Geht es durch alles gut, wird es abgelehnt muss die Brandmauer fallen - sonst haben wir kein vereinigtes Deutschland mehr. Und dass sich die SPD als Hüter der Demokratie aufspielt ist lächerlich, ohne die vielen Fehler der SPD gäbe es keine AFD ! Die AFD hat sich unter der Ampel und der Brandmauer verdoppelt!!!! Zeit mal über die Ansätze nach zudenken! Beim BSW gibt es keine Brandmauer obwohl die Ansichten teilweise völlig gegen unsere Demokratie sind und schon scheitert sie an der 5 % Hürde. meine These ohne Brandmauer gäbe es die AFD schon lange nicht mehr!

    • @Thomas Zwarkat:

      Wirklich mal ein guter Kommentar! Ich vermisse so oft (auch hier in den Diskussionen) mal ein auf Ursache-Wirkungs-Prinzip aufgebautes Herangehen. Zwar stimme ich mit Ihrer Brandmauer-These nicht ganz überein, es wird auch ohne Brandmauer zum Erstarken der AFD führen, denn die Ursachen für das Erstarken von rechtsextremen Positionen sind beseitigt. Es ist ja nicht einmal so weit, dass darüber geredet werden (darf), ergo die Ursache wird nicht einmal erwähnt, sondern es wird immer um den heißen Brei herumgeredet. So wird das mit dem Eindämmen der AFD nüscht.

    • @Thomas Zwarkat:

      Die Brandmauer gibt es nicht wirklich. Die Politik hat sich insgesamt nach Rechts bewegt. Und setzt heute frühere Forderungen der AfD um. Die Leute wählen das Original. Vermutlich ist auch deshalb das BSW schwach. Mit einer auch inhaltlichen Brandmauer hätte man die AfD weniger normalisiert. Es ist das Problem der Leute wenn sie eine offensichtlich Demokratiefeindliche Partei wählen. Solche Ansichten sollten keine Vertretung haben. Sie hätten und können ja andere Parteien wählen. Besser wäre es gewesen, wenn man früher mit einem Verbotsantrag Klarheit geschaffen hätte. Dann hätten sich viele eine Alternative überlegen können. Ich befürchte das der rechtsextreme Teil der CDU nicht mitmacht, es könnte theoretisch auch etablierte Parteien irgendwann treffen, wenn sie AfD-Politik machen. Zudem könnte es vielleicht auch ein Problem für das Verbot der AfD sein wenn man zur AfD nur noch wenige Unterschiede erkennt.

  • Die zweitgrößte Partei, in vielen Regionen die einzige Volkspartei (> 30 %), kennt man aus der Türkei und verschiedenen afrikanischen Ländern.

    Es gibt also Abgeordnete, die einen Großteil der Wählerstimmen nachträglich entwerten wollen.

    Wer das vorhat, muss sich fragen lassen, ob er oder sie überhaupt grundsätzliches Interesse an Demokratie hat.



    Oder aber nur so lange, wie ihnen das Ergebnis in den Kram passt.

    • @Frauke Z:

      Gerade wegen des Interesses an der Demokratie ist ein Verbot notwendig.

      Was glauben Sie, wie viele Millionen Deutsche 1949 die NSDAP gewählt hätten, wenn sie nicht verboten gewesen wäre? Ist ihr Verbot undemokratisch?

    • @Frauke Z:

      Grundsätzliches Interesse an der Demokratie hat, wer den Antrag stellt. Denn es ist nicht demokratsich, sich die Demokratie zerstören zu lassen. Auch wenn die Demokratiezerstörer demokratisch gewählt sind. Ihr Argument würde stimmen, wenn die SPD nach der jetzigen Wahl einen Antrag zum Verbot der CDU stellen wollte, weil sie die Wahl verloren hat. Das wäre klar rechtsmißbräulich, sie zeichnen lediglich die (abwegige) Argumentationslinie der AfD nach.

  • Ich sage nur Haldenwang...



    Der Verfassungsschutz ist doch sehr dubios aufgestellt?

  • "Man darf aber nicht damit warten, bis die AfD in ersten Ländern an der Macht ist."



    dann bleibt nicht viel Zeit. Zu spät heißt Sommer 2026.

    • @nutzer:

      Als Optimist mit Erfahrung befürchte ich, dass es nicht mal so lange dauert.

  • Ich sehe sehr gute Chancen für das Verfahren und sogar für ein Verbot. Die AfD vertritt offensiv verfassungsfeindliche Ziele und bemüht sich sehr wenig überhaupt im Rahmen des GG zu bleiben. Und es gibt sehr viele offen rechtsextremer Abgeordnete und Funktionäre. Auffällig ist der Rassismus und die Ausländerfeindlichkeit, die erkennbar ist.



    Und schließt Beiträge der Führung ein.

  • Da ist doch die Frage: warum liefert der Verfassungsschutz nicht?

  • OK.... AFD-Verbot und weiter? Dann wird die AFD eben umbenannt und heißt irgendwie anders, die Ursachen für den lawinenartigen Erfolg von Weidels und Störche sind immer noch nicht beseitigt. Ich wünsche mir mehr dialektisches Herangehen an Ursachen. Ursachen beseitigen, dann gibt es die AFD nicht mehr. Ursachen nicht beseitigt, Anstieg geht weiter. Ganz einfach. Im Übrigen warte ich schon seit Jahren auf das inhaltliche Stellen von Seiten der SPD, der Grünen etc.

    • @Leningrad:

      Ein Parteiverbot schließt ein, dass die bisherigen Mitglieder und Führungspersonen keine (!) Nachfolgeorganisation/ Partei dürfen gründen. Das gilt nicht nur für die rechtliche Organisationsstruktur sondern eben auch für die personelle Verbindung zur dann illegalen AfD.

      Ebenso wird das gesamte Parteivermögen eingezogen, sämtliche staatliche Zuflüsse (Parteifinanzierung gem. Stimmenzahl bei BT-Wahl) gekappt. Vorfeldorganisationen (wie die Desiderius-Stiftung) ebenfalls aus dem Verkehr gezogen.

      Ein Zusammenrotten der vormaligen Anführer unter neuem Türschild ist somit massiv eingeschränkt.

      Dass die völkisch-nationalistisch-autoritär-gewaltaffine Ideologie weiterhin in den Köpfen aufgehetzter Volksgenossen rumspukt ist klar.

      Erstmal würde Zeit gewonnen werden für die liberale Demokratie, die sich dann wieder auf die drängenden Probleme konzentrieren könnte (Verfall der Infrastruktur stoppen, Zukunftsinvestitionsprogramm, Verkehrswende, Energiewende komplettieren, Bildung, Integration, Pflege, Rente, Demokrateförderung unter Jugendlichen, asoziale Medien mit strengen Auflagen zum Factchecking verpflichten.

      Allein diese Maßnahmen graben Rechtsaußen schon mal einiges zu Zulauf ab.

    • @Leningrad:

      Nein, eine Partei kann sich eben nicht einfach umbenennen. Auch das ist alles geregelt. Das Verbot gilt auch für Nachfolgeorganisationen.

      Im übrigen würden erstmal auf einen Schlag alle Mandate wegfallen, von der Kommune bis zum Bundestag. Das gesamte Parteivermögen fiele an den Staat.

      Ich frage mich immer, was Leute, die aus so grundsätzlichen Gründen gegen ein AfD-Verbot sind, eigentlich vom Verbot der NSDAP halten. Auch da war das Gedankengut nicht aus den Köpfen verschwunden. Und?

    • @Leningrad:

      Nein, auch Ersatzorganisationen sind vom Verbot umfasst. Auch verlieren die AfD-Abgeordneten ihre Mandate.



      Aber sie haben natürlich recht, die AfD-Wähler sind noch da, auch die ehemaligen Mitglieder. Der Hass kann sich neue Wege suchen. Natürlich müssen die anderen Parteien Lösungen anbieten, auch für Wähler mit konservativ-nationalem Weltbild. Dass es Gründe für den Frust und den Vertrauensverlust gibt kann man kaum bestreiten, da muss sicher mehr kommen, da haben Sie vollkommen recht.

  • >Etwa weil die Partei à la Trump Politik über das Recht stellen will.<

    Politik und Recht - Gewaltenteilung. Recht steht selbstverständlich über dem Recht. Aber Politik hat auch das Recht, Recht zu ändern. Das afd-Verbotsverfahren ist letztendlich der Versuch, das Recht der Änderung durch die Politik zu entziehen. 20% der Wahlbevölkerung sollen vom demokratischen Prozess ausgeschlossen werden. Letztlich geht es um Macht. Wenn sich die cdu auf ein Verbotsverfahren einlässt trägt sie dazu bei, dass Politik rechts von der spd nicht mehr möglich ist.