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Neue Musik aus BerlinNeue Saiten aufschlagen

Meinrad Kneer und Albert van Veenendaal haben mit „The Munderkingen Sessions“ ein verspieltes Album mit Neigung zur Klangforschung veröffentlicht.

W o liegt Munderkingen? Für den Moment soll die Antwort auf diese Frage nicht so wichtig sein. Entscheidender ist, wie die Musik klingt, die dort entsteht. Zum zweiten Mal schon haben sich der in Berlin lebende Bassist Meinrad Kneer und der niederländische Pianist Albert van Veenendaal zusammengefunden, um unter dem Titel „The Munderkingen Sessions“ freien Improvisationen sehr freier Natur nachzugehen.

Ein nervös schwirrender gestrichener Kontrabass, ein leicht verträumt den Basstönen nachsöhnendes Klavier, damit geht es los im Stück „Oscar & Willi in Heaven“. Von da geht die gemeinsame musikalische Erkundung von Munderkingen in alle möglichen Richtungen weiter.

Kneer zupft wahlweise sonor oder lässt seinen Bogen nervöse Flageoletttöne hervorbringen, van Veenendaal bearbeitet die Saiten seines Instruments währenddessen nicht allein auf dem Tastenweg mit den Fingern, sondern präpariert das Klavier mit allerlei Objekten, die scheppern, schnarren oder sonstwie für abweichende Obertöne sorgen.

Die Begegnung hat bei aller Neigung zur angewandten Klangforschung etwas konzentriert Verspieltes. Man kann das Ergebnis sogar schön nennen, wobei diese Schönheit sich eben nur bedingt in klassischen Konsonanzen und herkömmlich „sauber“ gespielten Tönen niederschlägt.

Das Album

Meinrad Kneer / Albert van Veenen­daal: „The Munderkingen Sessions, part 2

Gelegentlichen Wohlklang schließt das jedoch nicht aus. Aufgenommen wurde das alles übrigens in Amsterdam. Und Munderkingen? So heißt der Geburtsort Meinrad Kneers in Baden-Württemberg.

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Tim Caspar Boehme Kulturredakteur

Jahrgang 1971, arbeitet in der Kulturredaktion der taz. Boehme studierte Philosophie in Hamburg, New York, Frankfurt und Düsseldorf. Sein Buch „Ethik und Genießen. Kant und Lacan“ erschien 2005.
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