Kommentar Trump und G7-Diplomatie : Besser gegen ihn
Wo immer Donald Trump eine Uneinigkeit spürt, nutzt er sie aus. Da hilft nur eins: Einigkeit in den Zielen und in der Methode.
D onald Trump hat geschafft, woran Generationen von russischen und sowjetischen Politikern gescheitert sind: Er hat beim G7-Gipfel einen Keil zwischen die USA und ihre engsten langjährigen Verbündeten getrieben. Er stellte sich und die USA gegen alle anderen – und gab sich dabei als Retter nationaler Interessen.
Wer davon überrascht ist, hat die letzten 18 Monate verschlafen. Denn Trump, der direkt nach Kanada zu seinem Treffen mit dem Chef eines Schurkenstaats gereist ist, hat dieselbe Methode innenpolitisch schon x-mal vorgeführt. Er hat Freunde fallen gelassen und demokratiefeindliche Elemente umworben, lügt, droht und provoziert systematisch und ist dabei der Einzige, der alle Fäden in der Hand hält. Genau darum geht es jetzt auch auf der internationalen Bühne. Die üblichen Methoden der Diplomatie prallen an Trump ab. Für moralische Appelle ist er genauso unempfänglich wie für Charme oder Strenge.
Trump verfährt nach dem Prinzip „Teile und herrsche“. Wo immer er eine Uneinigkeit spürt, nutzt er sie aus. Innenpolitisch hat er das ebenso bei den Demokraten getan wie bei der Republikanischen Partei. Mit dieser Methode, gepaart mit dem (zufälligen) Boom der US-Wirtschaft, ist er im Augenblick stärker denn je. Die Steuern sind gesunken, die Arbeitslosenquote tendiert gegen null, die Löhne steigen leicht. All das nützt ihm politisch.
An der Heimatfront, wo die US-WählerInnen ihre Entscheidungen fällen, hat Trump alte republikanische Ziele fallen gelassen: den (gescheiterten) Sturz der Gesundheitsreform ebenso wie die Haushaltsdisziplin. Stattdessen konzentriert er sich in diesem Wahljahr, in dem sich die Zukunft des Kongresses entscheidet, auf Themen, nach denen seine Basis schreit. Er punktet mit harter Einwanderungspolitik, beim internationalen Handel und mit der „nationalen Sicherheit“.
Die Welt täte gut daran, zu verstehen, dass gegen Trumps USA nur eines hilft: Einigkeit in den Zielen und in der Methode.
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