Iran-Friedensgespräche in Pakistan: Stundenlange Verhandlungen gehen ohne Ergebnis zu Ende
Ohne Vereinbarung reisen die Verhandlungsdelegationen Irans und der USA aus Pakistan ab. Was das für den Waffenstillstand heißt, ist noch unklar.
Foto: Jacquelyn Martin/ap
Die Friedensgespräche zwischen den USA und Iran in Pakistan sind ohne Vereinbarung zu Ende gegangen. Dies erklärte US-Vizepräsident J. D. Vance während einer kurzen Stellungnahme in Islamabad am frühen Sonntagmorgen.
„Die schlechte Nachricht ist: Wir haben keine Einigung erzielt. Ich denke, das ist für Iran eine weitaus schlechtere Nachricht als für die Vereinigten Staaten von Amerika“, erklärte Vance gegenüber Journalisten in Islamabad.
Wie sich das Scheitern der Friedensgespräche auf den aktuellen Waffenstillstand auswirken wird, ist derzeit ungewiss.
Laut Vance, der zusammen mit dem US-Sonderbeauftragen für Friedensverhandlungen Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner die US-Delegation anführte, haben die USA während der Verhandlungen ihre Forderungen deutlich zum Ausdruck gebracht.
Kaum Details aus den Gesprächen bekannt
„Wir haben sehr deutlich gemacht, wo unsere roten Linien verlaufen. In welchen Punkten wir bereit sind, ihnen entgegenzukommen und in welchen nicht. Und wir haben dies so klar wie nur möglich kommuniziert – doch sie haben sich entschieden, unsere Bedingungen nicht zu akzeptieren“, fasste der 41-jährige Vance die Verhandlungen zusammen, die sich über 21 Stunden hingezogen hatten.
Der ehemalige US-Senator aus Ohio gab nur wenige Details bekannt. Er machte allerdings klar, dass Iran bislang nicht gewillt sei, sich von seinen atomaren Ambitionen zu verabschieden.
„Wir erkennen bei den Iranern keinen fundamentalen Willen, langfristig keine Atomwaffe zu entwickeln“, sagte Vance. Dies sei jedoch eines der Kernziele von Präsident Donald Trump.
Vance, der für weniger als vier Minuten sprach und drei Reporter-Fragen beantwortete, sagte, dass das US-Team während der Verhandlungen im ständigen Austausch mit Washington gewesen sei, um Trump und das nationale Sicherheitsteam über die Fortschritte zu informieren.
Trump: „Wir haben schon gewonnen“
Trump, der am Samstagabend live bei einem Mixed-Martial-Arts-Event der Ultimate Fighting Championship in Miami zu Gast war, hat sich bislang nicht zu den gescheiterten Friedensgesprächen geäußert. Im Vorfeld sagte er jedoch, dass es für ihn keinen Unterschied machen würde, ob es zu einer Einigung komme oder nicht. „Wir haben schon gewonnen“, sagte der 79-Jährige.
Laut dem iranischen TV-Sender Press TV gab es neben den Differenzen über Atomwaffen auch bezüglich der Straße von Hormus und weiteren Themen unterschiedliche Auffassungen. Die „überzogenen Forderungen“ der USA verhinderten eine Einigung, berichtete der Sender.
Die iranische Nachrichtenagentur Fars zitiert zudem eine anonyme Quelle mit angeblichem Kontakt zur iranischen Delegation, die behauptet, dass die USA nach einer Ausrede gesucht hätten, um die Verhandlungen scheitern zu lassen. „Die Amerikaner benötigten die Verhandlungen, um auf internationaler Bühne ihr Gesicht zu wahren“, sagte die Person laut Fars.
Aktuell gibt es keine Pläne für weitere direkte Gespräche. Vance hat jedoch in seinen Aussagen weitere Verhandlungen, auch unter Beihilfe von Vermittlern wie Pakistan, nicht ausgeschlossen.
„Wir verabschieden uns von hier mit dem … Verständnis, dass dies unser letztes und bestes Angebot darstellt. Wir werden sehen, ob die Iraner es annehmen“, sagte Vance zu Abschluss.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert