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England gewinnt gegen KroatienGod save the King

England zeigt sich beim 4:2-Erfolg gegen Kroatien wandlungsfähig. In der zweiten Hälfte kommt die Offensive so richtig in Schwung.

Aus Dallas

Maik Rosner

Thomas Tuchel sah nach dem erfolgreichen Start in die Titelmission keinen Grund, tiefergehende Debatten zu führen, jedenfalls nicht in Bezug auf seine englische Nationalmannschaft. Beim Fußball-Weltverband Fifa allerdings wolle er schon intervenieren und um grundsätzliche Veränderungen bitten. Auf eine Mauer von 50 Fotografen habe er bei der Hymne geschaut und deshalb keinen einzigen seiner Spieler sehen können. Das habe ihm diesen lange erwarteten Moment ein wenig verdorben.

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Tuchel hofft, künftig eine freie Sicht zu genießen, wenn „God Save the King“ intoniert wird. Mitsingen möchte er allerdings erst, wenn seine Mannschaft im WM-Finale stehen sollte. Ob das übergeordnete Ziel tatsächlich erreicht werden kann, ließ sich nach dem 4:2 (2:2) gegen Kroatien am Mittwochabend natürlich noch nicht seriös einschätzen. Zumindest aber war es ein vielversprechender Auftakt gewesen, der einen älteren englischen Reporter sogar dazu bewog, seine Frage an Tuchel mit dem Befund einzuleiten, dass dies seiner Erinnerung nach die beste Offensivleistung einer englischen Nationalelf bei einem großen Turnier gewesen sei. Aber gebe zugleich die eher luftige und teils wacklige Defensive zu denken?

Tuchel hatte sich kurz zuvor mit einem vergnügten Lächeln aufs Podium gesetzt, und auch jetzt verließ ihn sein Frohsinn nicht. Ja, seine Mannschaft habe nervös begonnen und zu langsam Entscheidungen getroffen, „aber ich habe die Reaktion nach der Halbzeit geliebt“, sagte er. Tuchel fand viele lobende Worte, vor allem zu den zahlreichen Torgelegenheiten und Balleroberungen. Aber klar sei auch: „Wir können Dinge verbessern, wir müssen im Turnier wachsen.“

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Im Grunde war das schon während des ersten Spiels in der Gruppe L passiert. Zunächst musste mit Fragezeichen versehen werden, ob dieser Mannschaft wirklich eine titelreife Stabilität zuzutrauen ist. Die Offensive der Engländer mit ihrem Kapitän Harry Kane in der Spitze war aber nach der Pause imposant aufgetreten und hatte gemessen an ihren Chancen eher noch zu wenige Ausrufezeichen durch die vier Tore gesetzt.

Tuchels Mutrede

Und zu tun hatte das offenbar viel mit Tuchels Halbzeitansprache, mit der er die Hemmungen gelöst habe, wie Kane erzählte. Der Trainer verdiene dafür „ein großes Lob“, befand der Mittelstürmer des FC Bayern. Tuchel sagte, er habe die Spieler zu jener Herangehensweise ermutigt, die sie sich gemeinsam vorgenommen hätten. Er sagte: „Ich möchte, dass sie mutig, tapfer, intensiv und offensiv sind.“ Auch furchtlos sollen sie sein. Es klang ein wenig, als wolle Tuchel Bravehearts formen.

Dabei erstaunte, dass sich die Engländer zwei Führungen zunächst auch wegen ihrer Zögerlichkeit wieder nehmen ließen. Früh war Kroatiens Kapitän Luka Modrić, 40, eine Unachtsamkeit unterlaufen, als er beim Versuch, den Ball aus dem eigenen Strafraum zu schlagen, einen Strafstoß verursacht hatte. Kanes ersten Versuch parierte Kroatiens Torwart Dominik Livaković, doch weil er sich zu früh von der Linie bewegt hatte, wurde der Strafstoß wiederholt. Kanes erfolgreichem zweiten Versuch in der zwölften Minute folgte der Ausgleich durch Martin Baturina (36.).

Gegen Tuchels Willen hatten sich die Engländer nach ihrer Führung passiv verhalten. Und auch ihren zweiten Vorsprung durch Kanes Kopfball (42.) gaben sie noch vor der Pause erstaunlich leicht wieder her.

Erst zu Beginn der zweiten Halbzeit entfaltete England seine Offensivwucht. Zunächst traf Jude Bellingham zum 3:2 (47.). Später bereitete Saka das 4:2 durch Rashford vor (85.). Das englische Team demonstrierte dabei auch seine Möglichkeiten, von der Bank ohne nennenswerten Qualitätsverlust nachlegen zu können.

Kroatien dagegen kann aus dem WM-Auftakt nicht viel Hoffnung schöpfen. Eher enttäuschend war die erfahrene Mannschaft aufgetreten. „Es war ein komisches Spiel, wir haben viele Fehler gemacht“, sagte Trainer Zlatko Dalić, „wir müssen im Angriff besser werden, wenn wir gegen Panama und Ghana gewinnen wollen.“ Für Tuchel und seine Engländer geht es in umgekehrter Reihenfolge gegen diese Gruppengegner weiter. Verbessern müssen sie eher ihre Defensive.

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3 Kommentare

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  • Müsste es nicht eher 'God save the Kane' heißen

  • Den einzigen WM-Spass haben uns die Japaner genommen, seufz.....

  • "Es klang ein wenig, als wolle Tuchel Bravehearts formen."



    Eieiei. Tuchel ist Trainer von ENGLAND! Braveheart war der Beinname des schottischen Volkshelden William Wallace.



    Will der Autor die stolzen Schott:innen provozieren? 😁