Die Wahrheit: Süß!
Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit. Heute darf sich die Leserschaft an einem Poem über einen Aufbruch zu neuen Geschmacksufern erfreuen.
Sollst jedes alte Ufer seelenruhig verlassen,
den Abschied lieben lernen und nicht hassen,
sollst alle Fülle fliehen und die Leere suchen –
Hauptsache, man serviert dort richtig geilen Kuchen.
Sollst frisch und fromm und fröhlich, frei das Neue wagen
und jedem zweiten Lebensrufe „Lass mich bloß in Ruhe!“ sagen,
sollst wie Odysseus dich verirrn an bislang unbekannte Orte –
Hauptsache, man versteht sich dort auf prima Torte.
Sollst jedem Sturm und Drang ins tränenwunde Auge sehen
und wie ein Fähnchen mit dem Wind der Leidenschaften gehen
ins Land, wo die Zitronen blühen und die Landschaft und Rosinen –
Hauptsache, man kredenzt dort unbegrenzt Pralinen.
Die Wahrheit auf taz.de
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Die Wahrheit
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Warum sachlich, wenn es persönlich geht.
Warum recherchieren, wenn man schreiben kann.
Warum beweisen, wenn man behaupten kann.
Deshalb weiß Die Wahrheit immer, wie weit man zu weit gehen kann.
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