Berliner Gesundheitspolitiker zu Corona: „Die Lage ist undramatisch“

Bisher verlaufen die Erkrankungen in Deutschland meist harmlos, sagt Wolfgang Albers, Vorsitzender des Gesundheitsausschusses. Er warnt vor Panik.

rote Stühle vor zwei geschlossenen Türen, ein Schild an der Wand, darauf steht in deutsch und englisch: Wartebereich. Bitte warten Sie, bis Sie aufgerufen werden.

Testen nur, wenn der Arzt das empfiehlt, sagt Wolfgang Albers: in einer Coranateststelle in Berlin Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

taz: Herr Albers, wie dramatisch ist die Corona-Lage in Berlin?

Wolfgang Albers: Undramatisch. Dramatisch wird die Panik, die drumherum entsteht und die offenbar auch nicht in den Griff zu bekommen ist.

Eine interessante These.

Wir hatten bis Montag 48 Fälle in Berlin. Alle sind bisher symptomarm bis symptomlos verlaufen. Wir Abgeordnete hätten in der Sitzung des Gesundheitsausschusses gerne genauere Zahlen dazu gehabt, wie viele dieser Fälle in ärztlicher Behandlung sind, wie viele davon in stationärer Behandlung und bei wie vielen wiederum es bisher zu ernsthaften Komplikationen gekommen ist. Aber die Zahlen gibt es offensichtlich nicht.

Da Sie dieses Zahlen nicht haben: Wie kommen Sie zur Einschätzung, die Lage sei undramatisch?

Wenn es dramatische Fälle gäbe, wäre das sicher längst öffentlich geworden. Wir wollen ja höchste Transparenz. Es gibt nach meiner Kenntnis am Mittwochmorgen vier stationäre Fälle in Berlin. Um den Schweregrad einer Krankheit wissenschaftlich objektiv einschätzen zu können, ihre Pathogenität also...

... das heißt die Einschätzung, wie schwer eine Krankheit verläuft …

„Infizierter ist nicht gleich Erkrankter. Das ist ganz wichtig.“

... brauchen wir solche Fakten. Offenbar hält sich diese Pathogenität noch in engen Grenzen. Wir haben noch keine hochfieberhaften Patienten, die einer intensivmedizinischen Therapie bedürfen. Deswegen verstehe ich die Dramatisierung aus unserer bisherigen Erfahrung nicht. Die Ansteckungsrate beim Coronavirus ist unbestritten hoch.

Ein Infizierter steckt zwei weitere an.

Genau. Aber bei Grippe steckt jeder Mensch zwei bis drei andere an, bei Masern im Schnitt 16. Und man muss es ja nicht leugnen: Die Zahlen steigen. Was aber offensichtlich nicht steigt, ist die Anzahl der dramatischen Verläufe, zumindest in unseren bundesdeutschen Breitengraden.

Wolfgang Albers

geboren 1950, sitzt seit 2006 für die Linkspartei im Berliner Abgeordnetenhaus. Er ist dort Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung. Er hat Medizin studiert und ist Chirurg.

In Italien sieht es etwas anders aus.

Ja, da gibt es seit einigen Stunden offenbar eine dramatische Entwicklung mit erschütternden Aufrufen. Ich kann das nicht verharmlosen. Woran das liegt, kann ich nicht beurteilen. Aber in der Bundesrepublik ist es nicht so. Es gilt aber die Entwicklung in Italien ganz genau zu analysieren.

Mit wie vielen Infizierten rechnen Sie bis Ende März für Berlin?

Das weiß man nicht. Ich warne davor, das zu unterschätzen. Aber Panik machen hilft eben auch nicht: Infizierter ist nicht gleich Erkrankter. Das ist ganz wichtig. Eigentlich müsste neben der Zahl der Neuinfektionen auch immer die Zahl der tatsächlich Erkrankten genannt werden.

Immerhin sind die ersten Menschen in Deutschland gestorben.

Eine 89-jährige Frau. Mit 89 Jahren – das ist zwar bedauerlich – kann man auch an einer Virusinfektion sterben; die muss auch nicht Corona heißen. Der andere Fall war ein 78-Jähriger mit vielen Vorerkrankungen. Diese Bilanz macht mich epidemologisch zunächst einmal nicht nachdenklich.

Manche Wissenschaftler vergleichen den Verlauf in China, Italien und Deutschland und sagen, wir lägen bei den Zahlen gut eine Woche hinter Italien. Sehen Sie das auch so?

Was die Infektionsrate betrifft, ist das möglich. Aber noch mal: Derzeit gibt es – Stichtag 10. März – 1.139 Infizierte in Deutschland, darunter, wie gesagt, zwei Todesfälle. Das entspricht 0,17 Prozent. Und dabei muss man berücksichtigen, dass die Letalitätsrate wohl eher noch niedriger liegt, weil sie auf der Basis der nachgewiesenen Infektionen errechnet wird, man aber nie alle Infizierten erfasst. Das Robert-Koch-Institut (RKI) geht von einer 10- bis 20-fachen Untererfassung aus. Die Zahl der Verläufe mit tödlichem Ausgang ist also bisher eher niedrig und fällt nicht aus dem Rahmen auch anderer landläufiger Infektionskrankheiten. Bisher spricht auch nichts dafür, dass sich daran bei Covid-19, so heißt diese Erkrankung ja offiziell, noch etwas ändert.

In anderen Ländern ist die Sterberate höher.

In Italien ist sie momentan bei 4,9 Prozent. Das liegt zwar noch im Rahmen vergleichbarer Infektionskrankheiten, ist aber natürlich auffällig viel höher als anderswo. Und offenbar steigt sie noch weiter.

„In Österreich wird jetzt bei allen Einreisenden Fieber gemessen: Reiner Aktionismus.“

In Nordrhein-Westfalen ist die Lage schlimmer als in Berlin. Wird sich das angleichen?

Auch in NRW sind die meisten Betroffenen bisher nicht wirklich ernsthaft krank. In Berlin haben wir momentan noch viel mehr Probleme mit Menschen, die befürchten krank zu sein, als mit denen, die wirklich krank sind.

Wie meinen Sie das?

Nun, sie überfluten zum Beispiel die Untersuchungseinrichtung der Charité, die diese geschaffen hat, um eine Blockade der Notfallaufnahme zu verhindern, weil sie unbedingt auf das Virus getestet werden möchten. Und sie überlasten die Telefonleitungen der Hotline und der niedergelassenen Ärzte, weil sie sich – oft grundlos – Sorgen machen, infiziert zu sein. Das frisst Ressourcen an Personal, an Zeit und Material. Ressourcen, die wir eigentlich bräuchten, falls dann doch tatsächlich mehr und schwerer Erkrankte kommen. In Österreich wird jetzt bei allen Einreisenden Fieber gemessen: eine Maßnahme, wie mir scheint, mit wenig Sinn und noch weniger Wirkung. Reiner Aktionismus.

Warum?

Menschen sitzen in einem Cafe in Rom

Warten auf Gäste: In Rom ist nicht mehr viel los Foto: dpa

Mit Fiebermessen erwischen Sie zwar Leute, die – aus welchem Grund auch immer – Fieber haben mögen. Aber es ist bekannt beim Coronavirus, dass es bereits ansteckend ist, bevor überhaupt solche Symptome wie Fieber beim Infizierten auftreten, und manchmal bleibt der gar völlig symptomlos, verbreitet seine Keime aber trotzdem. Die wenigen Fieber-Auffälligen werden so herausgezogen, aber die möglicherweise weit größere Zahl der symptomlosen Keimträger marschiert unbehelligt durch.

Der Regierende Bürgermeister hat sich am Dienstag gegen ein Pauschalverbot von Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern ausgesprochen und drängt auf eine bundeseinheitliche Regelung. War Müllers Entscheidung richtig?

Ja, solche Absagen muss man im Einzelfall entscheiden. Die größte Massenveranstaltung ist in Berlin weiterhin der öffentliche Nahverkehr mit 4 Millionen Fahrgästen jeden Tag. Und den benutzen die Menschen ja auch und sind da auf engstem Raum zusammen. Im Moment schürt so ein undifferenziertes Verbot nur Panik. Das ist doch völlig irrational.

Kultursenator Klaus Lederer hat am Dienstagabend alle geplanten Veranstaltungen in den großen Sälen der staatlichen Theater, Opern- und Konzerthäuser in Berlin abgesagt – bis Ende der Osterferien.

Eine Entscheidung, die auf der Linie der Absage der Tourismusmesse ITB liegt. Der politische Druck ist groß; niemand mag sich dem Vorwurf aussetzen, gerade angesichts der aktuellen Nachrichten aus Italien, sich leichtfertig über Empfehlungen hinwegzusetzen, die auf Bundesebene geeint wurden. Ich enthalte mich da der Bewertung, kann seine Entscheidung aber verstehen.

Es dürfte auch in Berlin zu weiteren generellen Verboten kommen; am Donnerstag treffen sich ja die Ministerpräsidenten.

Nach dem Infektionsschutzgesetz können die nicht viel verbieten – da liegt die Entscheidung aus gutem Grund nach wie vor bei den lokalen Gesundheitsbehörden. Die werden sich aber wohl kaum dem ungeheuren politischen Druck widersetzen können. Das war ja schon bei der ITB so. Ich habe den Eindruck, dass hier auch viel Aktionismus im Spiel ist, mit dem sich mancher jetzt als Krisenmanager profilieren möchte. Aber wir brauchen Besonnenheit in politischer Verantwortung. Dazu gehört es nicht, erst die Verunsicherung zu schüren, die letztlich bis zu Hamsterkäufen führt, und sich dann in der Rolle als Deichgraf zu präsentieren, der mahnend den Dammbruch meistert. Unser ambitionierter Bundesgesundheitsminister gefällt sich offenbar in dieser Rolle.

„Wir brauchen Besonnenheit in politischer Verantwortung. Dazu gehört es nicht, Verunsicherung zu schüren.“

Was glauben Sie: Wie lange müssen sich die Berliner auf Einschränkungen einstellen?

Das weiß ich nicht, und das wissen die, die diese Einschränkungen postulieren, auch nicht. Italien macht mir da schon Sorgen.

In China ebbt die erste Erkrankungswelle jetzt ja ab.

Aus der Entwicklung dort kann man wichtige Erkenntnisse schöpfen, da hat man nun grob ausgedrückt einen abgeschlossenen Krankheitszyklus vor sich: Wie lange hat die akute Phase gedauert, wer war betroffen und wie schwer war der Verlauf für welche Risikogruppen?

Aber China hat auch sehr dramatisch reagiert!

Völlig richtig. China hat es relativ schnell geschafft, die Pandemie auf ein bestimmtes Gebiet zu begrenzen. Die meisten der Toten stammen aus einer Region.

Spricht das nicht doch dafür, dass ein drastisches Vorgehen in Deutschland und Europa erfolgreich sein könnte?

Wie soll das denn aussehen? Auch Viertel abriegeln und Straßen aufreißen? In Italien sind die Maßnahmen schon die ganze Zeit drastisch, aber die Wirkung ist offensichtlich ausgeblieben. Grenzen zu schließen – selbst wenn, dafür ist es viel zu spät. Und da fehlt es den Verantwortlichen dann ja auch an Konsequenz. Man hat in Berlin die ITB abgesagt, aber nicht die Berlinale eine Woche zuvor. Man lässt Busse und Züge von überall her weiterhin in die Stadt, die Flughäfen sind offen. Wir wissen doch gar nicht, wie viele Leute unter uns den Keim schon haben. Abriegeln macht da keinen Sinn.

Warum tun wir uns so schwer im Umgang mit dem Virus?

Tun wir das? Mich erinnert die öffentliche und mediale Debatte sehr an die Schweinepest 2009. Ein Riesentheater, fast noch größer als jetzt. Ich war damals schon gesundheitspolitischer Sprecher der Linksfraktion; der regierenden rot-roten Koalition wurde vorgeworfen, wir würden in Berlin nicht genug tun und massenhaft Tote durch die Grippe riskieren. Es gab auf der ganzen Welt, nicht nur in Berlin, Hysterie. Eine Posse, das alles.

Können Sie das erläutern?

Unmengen an Impfstoffen wurden angeschafft, die letztlich niemand brauchte und die dann schamhaft entsorgt wurden. Schließlich hat selbst der Europarat untersuchen lassen, welche Umstände damals die Weltgesundheitsorganisation bewogen haben mögen, die höchste Pandemiestufe 6 auszurufen, bei einer letztlich relativ harmlosen Erkrankung. Ich kann nicht vorhersagen, wie sich Covid-19 weiter entwickelt. Ich will es nicht verharmlosen, aber auch nicht dämonisieren. Doch manches in der jetzigen Debatte kommt mir daher vor wie ein Déjà-vu-Erlebnis.

Was raten Sie den Menschen hier?

Es gibt keinen Grund, beunruhigt zu sein. Wir haben einen neuen Keim, der wird auch einige Zeit in der Welt sein und je länger, desto mehr Abwehrkräfte werden sich wahrscheinlich dagegen entwickeln. Vielleicht gibt es auch in einem Jahr eine Impfung. Und wir sind ja auch heute schon keineswegs hilflos. Natürlich gibt es entsprechende Medikamente, mit denen die einzelnen Symptome behandelt werden können, die bekanntermaßen bei einer symptomatischen Coronainfektion im Vordergrund stehen, und diese Medikamente sind gegen den Husten, den Halsschmerz, den Kopfschmerz oder das Fieber auch wirksam. Problematisch wird es bei der Lungenentzündung, wie man den aktuellen Nachrichten aus Italien entnehmen kann.

Was sollte man also tun?

Sich so verhalten wie bisher bei Ansteckungskrankheiten. Testen lassen macht nur Sinn, wenn der Arzt das empfiehlt. Also: Hygiene beachten, Abstand halten, übrigens auch in der U-Bahn. Denn was die Gesundheitssenatorin am Montag gesagt hat, stimmt so leider nicht mehr ganz. Mittlerweile zeigt eine Studie: Coronaviren bleiben sehr wohl auch an glatten Oberflächen virulent, also auch an Handgriffen, und das bis zu fünf Tagen. Also nicht alles antatschen und die Finger dann auch nicht in den Mund!

Einmal zahlen
.

Fehler im Text entdeckt? Wir freuen uns über einen Hinweis!

■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

Mit der taz Bewegung bleibst Du auf dem Laufenden über Demos, Diskussionen und Aktionen in Berlin & Brandenburg. Erfahre mehr

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben