Corona-Krise: Berlin im Stresstest: Die U-Bahn bleibt sicher

Gesundheitssenatorin Dilek Kalaycı (SPD) sieht erste „Stressmomente“ in den Gesundheitsämtern. Bezirke entscheiden weiter über Großveranstaltungen.

Menschen in einem ueberfuellten Zugabteil der U-Bahn in Berlin

Je voller die U-Bahn, desto größer die Ansteckungsgefahr Foto: Frank Sorge/imago

BERLIN taz | Die Kapazitäten im Gesundheitsdienst hochfahren, keine Panik und auf jeden Fall weiter U-Bahn fahren: Wir haben die Corona-Krise im Griff, war die Botschaft von Gesundheitssenatorin Dilek Kalaycı (SPD) am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses. 48 bestätige Infektionsfälle mit dem Virus Sars-CoV-2 zählte sie am Montagmorgen. Am Freitag waren es noch 19 gewesen. Der erste Fall in Berlin liegt gerade mal eine Woche zurück. Kalaycı sagte, sie rechne für die nächsten Tage mit einer „sehr deutlichen Fallzahlsteigerung.“

Streit gab es am Montag um die „Empfehlung“ von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU): Der hatte am Sonntag getwittert: „Empfehle, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern abzusagen.“

So pauschal mochte man das in Berlin nicht unterschreiben. Es bleibe bei der bisherigen Linie, dass jeder Veranstalter eine eigene Risikoanalyse treffen müsse und dann gemeinsam mit den bezirklichen Gesundheitsämtern entscheide.

Wenn man eine Grenze für Veranstaltungen ziehe, brauche es dafür ein einheitliches Vorgehen aller Länder. Soll heißen: Solange es das nicht gibt, mag die Senatorin sich und den bezirklichen Gesundheitsämtern nicht reinreden lassen. Auch Innensenator Andreas Geisel (SPD), dessen Verwaltung einen etwaigen Corona-Katastrophenfall in Berlin koordinieren müsste, zeigte sich not amused über die Spahnsche Obergrenze.

Nach dem Covid19-Verdacht in Neustadt/Dosse befinden sich laut Amtsdirektor der Kleinstadt 4.000 bis 5.000 Menschen in häuslicher Quarantäne. Das sagte Amtsdirektor Dieter Fuchs am Montag.

Lehrer einer Gesamtschule in Neustadt/Dosse hatten Kontakt mit einer mit dem Coronavirus infizierten Berlinerin. Daraufhin ordnete das Gesundheitsamt die häusliche Isolation an. Das betrifft laut Behörde die Schüler der Gesamtschule, Lehrer, Verwaltungsmitarbeiter und die Angehörigen.

Der Landkreis wollte die Zahl von bis zu 5.000 Menschen nicht bestätigen. Die Schule mit angegliederter Grund-und Förderschule wird von insgesamt 730 Schülerinnen und Schülern aus dem gesamten Bundesgebiet und der Region besucht. (dpa)

Im Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf wurde der Vorstoß des Gesundheitsministers ebenfalls zurückhaltend aufgenommen. „Es wird in der derzeitigen Situation kein pauschales Verbot geben“, sagte Gesundheitsstadtrat Detlef Wagner (CDU) der taz. Sein Amt werde weiterhin alle Veranstaltungen einzeln begutachten, auch jene mit mehr als 1.000 TeilnehmerInnen. Und da in dem Bezirk mit der Messe, dem Olympiastadion, der TU und vielen weiteren Hallen zahlreiche Orte mit dieser Kapazität liegen, sind das laut Wagner mindestens zehn pro Woche.

Auch kleine Veranstaltungen gefährlich

Wagner betrachtet Spahns Vorschlag als „das, was er ist: eine Empfehlung“, sprich als einen Faktor unter vielen. Sein Amt und seine Amtsärztin müssten abwägen zwischen schwersten Einschränkungen eines Grundrechts und dem Schutz der Bevölkerung. „Und ich weiß noch aus meiner Zeit als Polizist: Den einfachen Weg zu gehen ist nicht immer der Weg, der dem Handeln nach Recht und Gesetz entspricht.“ Es gäbe auch kleine Veranstaltungen, die etwa aufgrund der Herkunft der TeilnehmerInnen eine viel größere Gefahr für eine Verbreitung des Virus darstellten.

Senatorin Kalaycı vermeldete indes „Stressmeldungen“ aus den Krankenhäusern und den Gesundheitsämtern – allerdings nichts, womit die momentan nicht fertig würden. Die inzwischen sechs Extra-Anlaufstellen für „begründete Verdachtsfälle“ würden keinesfalls überrannt, sondern überlegt aufgesucht. Zudem hätten bisher kaum Fälle stationär aufgenommen werden müssen, sodass es auch keine Betten-Engpässe gebe. Die Krankenhäuser würden von Tag zu Tag neu schauen und gegebenenfalls nicht notwendige Operationen verschieben.

Die Berliner Polizei hat einen zweiten Corona-Fall. Am Samstag war bekannt geworden, dass sich ein Beamter der 32. Einsatzhundertschaft (EHu) bei einem Besuch des Clubs „Trompete“ in Mitte mit dem Virus angesteckt hat. Wie Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Montag sagte, hat sich dort auch ein Beamter der 35. EHu infiziert.

75 Kolleginnen und Kollegen, die mit den beiden Polizisten unmittelbaren Kontakt gehabt hätten, seien unter häusliche Qurantäne gestellt worden. Die Gesundheitverwaltung hatte Ende letzter Woche den Aufruf gestartet, alle Personen sollten sich melden, die am Samstag, den 29.2. in der „Trompete“ waren. Der Mann, der am Donnerstag als Coronafall Nummer 12 bestätigt worden war, hatte dort verkehrt. (plu)

Die bezirklichen Gesundheitsämter indes ziehen inzwischen auch MitarbeiterInnen aus anderen Abteilungen des Bezirksamts zusammen – „Pooling“, nannte das Kalaycı. Man sei, sagte ihre Sprecherin, „in einer neuen Situation die Dynamik und der Vielzahl von Kontaktpersonen betreffend.“ Die Amtsärzte seien durch die Nachverfolgung der Kontaktpersonen „stark beansprucht.“ Der Krisenstab der Gesundheitsverwaltung habe deshalb empfohlen, „die Teams die Amtsärztinnen und Amtsärzte mit bis zu 50 Personen aus den bezirklichen Ämtern zu verstärken.“

Die SPD-Abgeordnete Ülker Radizwill beunruhigte das eher: „Bei gerade mal 48 Fällen macht mir das Sorge.“ Derzeit sind 60 Stellen in den Gesundheitsämtern nicht besetzt.

Arztpraxen fehlt Schutzkleidung

Fünf neue Anlaufstellen für begründete Verdachtsfälle sollen im Laufe der Woche eröffnet werden. Auf dem Campus der Charité am Virchow-Klinikum im Wedding, Augustenburger Platz, gibt es eine solche Untersuchungsstelle bereits seit vergangener Woche.

Ab Montag: Vivantes Klinikum Prenzlauer Berg, Zugang über Diesterwegstrasse, Montag bis Freitag von 10.00 bis 19.00 Uhr, Samstag und Sonntag von 10.00 bis 17.00 Uhr. Bitte vor Besuch bei der Hotline der Gesundheitsverwaltung anrufen: 030 – 9028-2828

Vivantes Wenckebach-Klinikum, Zugang über Albrechtstraße, 12099 Berlin, Montag bis Freitag von 10.00 bis 19.00 Uhr, Samstag und Sonntag von 10.00 bis 17.00 Uhr. Bitte vor Besuch die Hotline anrufen.

Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge,Herzbergstraße 79, 10365 Berlin, Montag bis Freitag 10.00 bis 19.00 Uhr; Samstag und Sonntag: 10.00 bis 17.00 Uhr

Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, Kladower Damm 221, 14089 Berlin, Montag bis Freitag 9.00 bis 20.00 Uhr. Bitte vor Besuch bei Klinik-Hotline 030 36501-7222 anrufen.

Ab Dienstag: An den DRK Kliniken Berlin Westend Spandauer Damm 130, Haus 10, 14050 Berlin. Öffnungszeiten: ab 9.00 Uhr.

Ziel der externen Anlaufstellen ist die Entlastung der Arztpraxen und Rettungsstellen. (taz)

Schwierig indes sei die Lage bei den hausärztlichen Praxen, sagte Kalaycı: „Da haben wir in der Krise eine Lücke entdeckt.“ Die Lücke sei vor allem eine mangelhafte Ausrüstung mit Schutzkleidung. Kalaycı sagte, da sei der Senat selbst im Katastrophenfall „nicht in der Pflicht, das müssen die Arztpraxen eigenverantwortlich organisieren.“

Das allerdings ist schwierig: Mundschutz und Anzüge sind europaweit quasi ausverkauft. Die Krankenhäuser seien gut bevorratet. Feuerwehr, Polizei, Gesundheitsämter würden aus den Beständen für einen Katastrophenfall bedient. Ansonsten hoffe man auf die „zentrale Beschaffung“, die jetzt auf Bundesebene anlaufen solle.

Der FDP-Abgeordnete Florian Kluckert regte indes am Montag „flächendeckende Tests“ der BerlinerInnen auf das Virus an. Das brachte den Ausschussvorsitzenden Wolfgang Albers (Linke), selbst Mediziner, auf die Palme. Der rechnete vor, dass die Mortalitätsraten kaum höher als bei der Influenza lägen, wenn man den Experten vom Robert-Koch-Institut Glauben schenke, die sagten: Rechne man alle wahrscheinlich nicht erkannten Fälle mit rein, komme man auf eine Mortalitätsrate von 0,4 Prozent.

Was Albers suggerierte: Eventuell fahren wir das Gesundheitssystem umsonst an seine Grenzen, wenn um jeden Corona-Fall Wirbel gemacht wird.

Sicher war am Montag laut Kalaycı nur soviel: Der ÖPNV ist sicher. „Auf Haltegriffen ist das Virus nicht stabil.“

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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