piwik no script img

Anschlag auf Nord-Stream-GasleitungenViele Fragen in der Pipeline

Immer mehr deutet darauf hin, dass die Ukraine am Anschlag auf Nord Stream 1 und 2 beteiligt war. Was bedeutet das?

Explosion der Pipeline Nord Stream 2: Ausdruck der deutschen Naivität gegenüber Putins Russland Foto: Danish Defence Command/Forsvaret Ritzau Scanpix/Reuters

Worum geht es?

Verschiedene Medien berichten, deutsche Er­mitt­le­r*in­nen hätten alle Beteiligten am Anschlag auf die Nordstream-Pipelines im Herbst 2022 identifiziert. Demnach handelt es sich um insgesamt sieben Personen, mit ukrainischer Staatsangehörigkeit. Gegen sechs von ihnen liegen Haftbefehle vor. Beim siebten handelt es sich offenbar um einen Soldaten der ukrainischen Armee, der inzwischen wohl bei Kämpfen gegen die russischen Invasoren getötet wurde. Vor seinem Tod soll er letztes Jahr in Deutschland eine militärische Ausbildung erhalten haben.

Wurde nicht vor Kurzem erst jemand in diesem Zusammenhang verhaftet?

Letzte Woche nahm die italienische Polizei bei Rimini den Ukrainer Serhii K. fest, der den Anschlag koordiniert haben soll. Er sitzt im Moment in einem italienischen Gefängnis, bisher wurde noch nicht über seine Auslieferung nach Deutschland entschieden.

Was genau wird Serhii K. und den anderen sechs Beschuldigten vorgeworfen?

Die Gruppe soll im September 2022 in Rostock die Segelyacht „Andromeda“ gemietet haben und damit vor die dänische Insel Bornholm gesteuert haben. Dort verlaufen in rund 80 Meter Tiefe die Rohre der beiden Nordstream-Pipelines. Vier der Beschuldigten sollen hinabgetaucht sein und die Leitungen gesprengt haben.

Warum waren die Pipelines so wichtig?

Über Nordstream 1 lieferte Russland schon seit 2011 große Mengen Flüssiggas an Deutschland. Viele Nato-Staaten sahen darin einen Versuch Russlands, Deutschland in die wirtschaftliche Abhängigkeit zu führen. Mit dem Bau von Nordstream 2 ab 2013 wurden diese Bedenken bei den engsten Verbündeten Deutschlands noch größer: Zusammen hätten durch beide Pipelines 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr fließen können. Die USA erwogen zeitweise sogar, beteiligte deutsche Firmen zu sanktionieren. Am Ende verhinderte der russische Angriff auf die Ukraine im Februar 2022, dass Nordstream 2 in Betrieb genommen wurde. Russland stellte damals auch die Gaslieferungen über Nordstream 1 ein.

Die Pipelines waren zum Zeitpunkt des Anschlags also ohnehin bedeutungslos?

Symbolisch waren die Pipelines weiterhin Ausdruck der deutschen Naivität gegenüber Putins Russland. Die Sprengung be­endete endgültig alle Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme der Lieferungen, die besonders russlandfreundliche deutsche Po­li­ti­ke­r*in­nen bis dahin noch hatten.

Welche Rolle spielt die Ukraine?

Ein Tatmotiv hätten ukrainische Stellen jedenfalls: die wirtschaftlichen Verbindungen Deutschlands zum russischen Aggressor endgültig zu kappen. Die ukrainische Regierung weist zwar alle Vorwürfe von sich, aber die Beweislast wird immer größer. Das fängt damit an, dass alle sieben Tatverdächtigen ukrainische Staats­bür­ge­r*in­nen sind. Und sie reisten auf dem Weg zum Anschlag offenbar mit ukrainischen Originalpässen durch Polen, die allerdings auf falsche Namen ausgestellt waren.

Das war ’s?

Als die deutschen Behörden letztes Jahr einen der Verdächtigen in Polen aufspürten, wurde er nicht nur mutmaßlich von polnischen Stellen gewarnt, sondern floh mit einem Auto in die Ukraine, das ein ukrainisches Diplomatenkennzeichen hatte. Die Er­mitt­le­r*in­nen gehen­ außerdem davon aus, dass zu­mindest einige der Beschuldigten Verbindungen zu ukrai­nischen Nachrichtendiensten hatten.

Wie geht die Bundesregierung damit um?

Bislang drückt sich die Bundesregierung vor eindeutigen Aussagen. So fordern Unions- und SPD-Politiker*innen immer wieder Aufklärung und loben die Ermittlungen. Zu den Hinweisen auf eine ukrainische Beteiligung schweigen sie bislang aber konsequent. Es ist ja auch ein Dilemma: Die schwarz-rote Koalition unterstützt die Ukraine stärker als alle vorangegangenen Regierungen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) knüpft die Abwehr des russischen Angriffs immer wieder an die Sicherheit Deutschlands und ganz Europas. Da ist es natürlich unbequem, wenn ausgerechnet die Ukraine hinter einem Anschlag auf einen wichtigen Teil der deutschen Energieinfrastruktur steckt. Die Nordstream-Pipelines mögen 2022 ein peinliches Relikt fehlgeleiteter deutscher Außenpolitik gewesen sein – ein ukrainischer Angriff darauf wäre aber trotzdem ein eindeutiger Fall von Staatsterrorismus.

taz lesen kann jede:r

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Texte, die es nicht allen recht machen und Stimmen, die man woanders nicht hört – immer aus Überzeugung und hier auf taz.de ohne Paywall. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

98 Kommentare

 / 
  • Letzten Endes ist Russland an allen Toten und allen Zerstörungen dieses Krieges schuld, denn es ist allein schuldig an diesem Krieg.

    Hätte im zweiten Weltkrieg eine Pipeline Gas von Deutschland nach England transportiert, hätte man es dann als „Terrorismus“ bezeichnet, wenn Polen sie gesprengt hätte?

    • @Suryo:

      Nein, als Kriegsverbrechen. Gasleitungen sind zivile Objekte, deren Zerstörung als verbotene Gewaltanwendung gilt und vom Selbstverteidigungsrecht in der Regel nicht gedeckt ist.

  • Wir müssen wohl damit leben, dass fremde Regierungen, ob wohlgesonnen oder nicht, versuchen, die Politik in anderen Ländern zu ihren eigenen Gunsten - auch mit kriminellen Methoden - zu beeinflussen bzw. versuchen zu beeinflussen. Vermutlich war es noch nie anders und ist ein Teil der "Außenpolitik".

    Nach dem Krieg fände ich es gut, wenn der Ukraine zumindest der wirtschaftliche Schaden in Rechnung gestellt werden kann oder in anderer Hinsicht in irgendeiner Form "Wiedergutmachung" geleistet wird. Zumindest eine Entschuldigung ist aus meiner Sicht angebracht.

  • Die Möglichkeit der Begnadigung ist für genau solche Fälle wie diesen gedacht.

    In denen etwas vormal unter einen § fallen mag, das Verhalten aber eigentlich nicht vorwerfbar oder sogar heldenhaft ist.

    • @Ruhrpott-ler:

      Das gefährliche Sprengen der Pipeline ist nicht vorwerfbar? Heldenhaft sogar? In welcher Welt lebst Du denn????

      • @Perkele:

        Welche Gefahr bestand denn?

        • @Suryo:

          Wie wär's denn mit der unglaublichen Klimagasemission? Mit der wahnsinnigen Zerstörung der maritimen Gleichgewichte? Mit der Möglichkeit allein durch den Transport des Sprengstoffes Schaden bei der Schifffahrt und somit Menschen zu verursachen?



          Und by the way: wenn keine sofort ersichtliche Gefahr zu bestehen scheint, dann darf man Sprengungen dieses Ausmaßes gerne durchführen? Echt jetzt??

    • @Ruhrpott-ler:

      Absolut richtig!

      Zumal BuPrä Steinmeier so auch tätige Reue für seine als Außenminister zu verantwortende unrühmliche Russlandpolitik beweisen könnte.

  • Einige Kommentare hier in der Kommune sind sehr irritierend und zeigen das Dilemma was wir generell in Debatten inzwischen in vielen Debatten in unserer Gesellschaft haben. Wir verdrängen oft unangenehme Fakten, so auch in diesem Fall:



    1.) es handelt sich um deutsche (!) Infrastruktur auf die ein Anschlag verübt würde, auch wenn manche User dieses nicht akzeptieren wollen. Deswegen ermittelt ja auch die Bundesstaatsanwaltschaft.



    2.) rechtlich betrachtet handelt es sich um eine schwere Straftat und unter moralischen Aspekten ist anzumerken, dass man "Freunde" nicht angreift.

    Es sieht so aus als wenn die Ukraine hinter dem Anschlag steckt und wie "der Spiegel" schon vor einem Jahr anmerkte kann das eigentlich nur im Auftrag bzw mit Wissen der obersten Heeresleitung geschehen sein.

    • @Alexander Schulz:

      Erstens: nein. Wurde ihnen nun auch schon lang und breit erklärt.

      Zweitens: der Angriff galt Russland und nicht Deutschland und faktisch entstand eben Deutschland KEIN SCHADEN.

      • @Suryo:

        Kein "Angriff", sondern eine vorsätzliche Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und verfassungsfeindliche Sabotage bzw. schwere Sabotage.

        Zu den möglichen Motiven:

        "Nord Stream 2 gefährde demnach die ohnehin unsichere wirtschaftliche Lage des Landes, da der Ukraine gewichtige ökonomische Einnahmen durch den Verlust der Transitgebühren entfallen."

        Zu "der Angriff galt Russland":

        Und warum sabotiert oder sprengt man nicht die auf ukrainischem Staatsgebiet befindlichen Transitpiplines, die einzig und allein russisches Erdgas transportieren?

        Und wie ist es zu "verstehen", wenn man den 2005/6 beginnenden "Gasstreit" in der Gesamtbetrachtung berücksichtigt?

        de.wikipedia.org/w...streit?wprov=sfla1

  • Na, ich bin ja mal gespannt, ob/wann/welche Urteile in dieser Causa gefällt werden: Freispruch oder Einstellung?

  • "" Nordstream 1 lieferte Russland schon seit 2011 große Mengen Flüssiggas an Deutschland.""



    ==



    Russland lieferte -- bis Putin die Lieferungen einstellte -- Gas im gasförmigen Agregatzustand -- und kein LNG.

    2.. ""Die Nordstream-Pipelines mögen 2022 ein peinliches Relikt fehlgeleiteter deutscher Außenpolitik gewesen sein – ein ukrainischer Angriff darauf wäre aber trotzdem ein eindeutiger Fall von Staatsterrorismus.""

    ==

    Angela Merkel wusste genau, das sie es mit einem imperialistischen Verbrecher Putin zu tun hatte. Northstream 2



    könnte Merkels letzter Versuch gewesen sein, das Abhängigkeitsverhältnis umzukehren.

    Da Putin den dreckigen Krieg gegen die Ukraine begann kurz bevor Northstream 2 in Betrieb gehen sollte und darüber hinaus



    kurze Zeit später Northstream 1 abstellte sprechen alle Indizien dafür das Putin die Gaslieferungen nutzte um die Bundesrepublik und die EU in die Abhängigkeit zu zwingen.

    Kurz nach dem Kriegsbeginn zog Putin seinen Joker und stellte das Gas ab. Habeck war derjenige der Putin in die Suppe spuckte



    -- und die wirtschaftlichen Schäden so gering wie irgend möglich hielt.

  • Wen man bedenkt was wir anderen "Verbündeten", wie den USA so alles an Rechtsbrüchen auch auf Deutschen Boden durchgehen lassen, könnte man auch einfach sagen: "Schwamm drüber."



    .



    Es war ein Anschlag ohne Opfer und auch der materielle Schaden kann argumentativ gegen 0 gesetzt werden. Wäre die Pipeline im Betrieb gewesen sehe das schon anders aus.



    .



    Ein echtes Problem für die Regierung sehe ich hier nicht.

    • @sociajizzm:

      Zeitenwende heißt auch solche Partisanenaktionen (oder Geheimdienst-). mit anderem Auge zu betrachten.

      Die Dänen in deren Wirtschaftzone (und ich glaube sogar bei einer Explosion in deren Hoheitsgewässern) waren vernünftig genug die Ermittlungen einzustellen.



      -Und die Polen einen Verdächtigen vorzuwarnen.

    • @sociajizzm:

      Ihre Auffassung von Rechtsstaat ist erschreckend und beängstigend!



      Weil sie genau die Hauptmerkmale von Diktatoren wiedergibt und rechtfertigt, nämlich willkürliche Anwendung der Justiz je nach politischen -sagen wir mal wohlwollend- Sympathien für Täter/Antipathien bzw gleichgültige Ignoranz für die Opfer, wenn sie denn bei Ihnen überhaupt als solche anerkannt werden. Rechtsstaatliche Grundprinzipien haben Sie eben mal in drei Sätzen außer Kraft gesetzt, weil Sie die Ukraine mögen. Neben den Geschädigten, die mein Vorredner bereits sehr richtig benannt hat, gehörten diese Pipelines dem deutschen Steuerzahler, denn diese haben sie finanziert und was auch immer damit politisch, ökonomisch oder ökologisch hätte geschehen sollen, hätte einzig und allein eine deutsche Entscheidung sein müssen! Und nicht von Terroristen, die nicht bestraft werden sollen, weil man sie für die Guten hält? Selbstjustiz mal moralisch okay, à la Hollywood?!?



      Abgesehen davon, was ist das für eine Respektlosigkeit und Unart, einem Freund, Helfer und finanziellen Unterstützer gegenüber, sein Staatseigentum terroristisch zu zerstören, statt den Weg erwachsener Kommunikation zu wählen?

      • @Edda:

        Es war kein Terrorismus.

        Niemand hat Terror, also Angst, angesichts der gesprengten Pipeline verspürt.

        • @Suryo:

          Kein Terror, Ihr Ernst?! was denn sonst, ein ukrainischer Freundschaftsdienst als Überraschung? Sie versuchen hier auf Teufel komm raus, doppelmoralisch zu relativieren, obwohl die Recht stattliche lage klipp und klar ist. Sie wollen also das Recht selektiv und nicht nach Straftat, sondern je nach Täter angewandt wird.

          Und hier noch mal die Definition von Terror, da sie anscheinend unter Verwechslung der Wörter, Terror und Terrorismus glauben, dass jemand Angst haben muss (und Sie nicht mal auf die Idee kommen, dass die Zerstörung von Natur und Umwelt, abgesehen von der verbrecherischen, Zerstörung, fremden Staatseigentums, auch Terrorismus ist).

          Terrorismus ist Gewalt gegen Mensch, Natur und Eigentum, um damit politische Ziele durchzusetzen und kann von Staaten, Organisationen oder Einzelpersonen ausgehen.

          Über die Zukunft dieser Pipelines, die mit deutschen Steuergeldern bezahlt wurden und deutsches Eigentum sind, hätte in Deutschland im Zuge der politischen Entwicklung kommender Jahre entschieden werden müssen, anstatt durch irgendwelche filmreifen Terroraktionen durch ausländische Saboteure in Nacht-und-Nebelaktion vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden!

    • @sociajizzm:

      "Es war ein Anschlag ohne Opfer"

      Opfer war in diesem Fall die Natur und die Meeresbewohner der Ostsee. Eine halbe Million Tonnen Methan wurde bei der Explosion freigesetzt, entspricht 25% des jährlichen Methanausstosses in Deutschland. Dazu wurde durch das Aufwühlen der Sedimente die Fortpflanzung vieler Arten gefährdet und der Meeresboden mit Blei und anderen Schwermetallen belastet.

      Also Schwamm drüber?

      • @Sam Spade:

        Da ist beim Bau der Leitungen wesentlich mehr „den Bach runter gegangen". Auch Ihnen, wie schon einigen Kommentatoren hier, empfehle ich das Buch „Nordstream".

      • @Sam Spade:

        Das dürfte nur einem Hauch der Schäden entsprechen, die täglich alleine nur durch den Fischfang entsteht.



        .



        Würden wir andere Schäden im Meeresgebiet wie das illegale Entsorgen von Fischnetzen, Trailernetze, Töten von Delfinen und Wahlen usw. auch halbwegs konsequent verfolgen oder auch nur regulieren, wäre die Situation eine andere.

    • @sociajizzm:

      Das ausgeströmte Gas spricht wenig für "nicht in Betrieb".



      Eine ökologische Auswirkung hatte es ganz bestimmt!

    • @sociajizzm:

      Nö. Bestimmt nicht ist das Austreten von enormen Mengen an Treibausgas auch nur der Hauch eines Probelms. Die unmittelbaren Schäden an dem Ort der Sprengung sind auch nur Kleinkram und das gesetzeswidrige Handeln - alles Pillepalle. Na das ist doch mal 'ne Meinung. . .

      • @Perkele:

        Na dann können wir die Klimapolitik genauso weiter betreiben, wenn jede einzelne Geschichte nur Kleinkram ist.



        Danke für die Info!

      • @Perkele:

        Gesetzeswidrig handeln auch andere Verbündete und Partner von Deutschland.

        Wären es die USA gewesen, würde Deutschland auch den Sch*** einziehen., nach einem lauten "Du du du!"

      • @Perkele:

        Stimmt. Das ganze war bestenfalls Grober Unfug.



        Und da dieser Verfehlungstatbestand Anfang der 70er abgeschafft und zur "Belästigung der Allgemeinheit" OWig wurde, - die Allgemeinheit (außer der Afd) gar nicht belästigt wurde, sondern die Preise sogar sanken...

  • Die Frage stellt sich, wieviel Maßbänder eine deutsche Regierung zur Verfügung hat!? Für jede Situation ein anderes Maß - das ist doch DIE Lösung!!! Was helfen da Gesetze, moralische Vorstellungen wie etwa Gleichbehandlung oder humanitärer Firlefanz? Man nimmt das Maßband, das gerade passt und keine Konsequenzen erfordert. Prima Sache!!!

  • Wieder fehlt die Frage, warum die beiden Nord Stream 2 Röhren mit Erdgas unter Hochdruck gefüllt waren, obwohl noch keine Betriebsgenehmigung vorlag. Das hat die eingetretene Umweltschaedigung durch das ausgetretene Erdgas bzw. Methan deutlich erhöht. Ein Versagen der deutschen Genehmigungsbehörde in Mecklenburg-Vorpommern?

    Eine Röhre müsste technisch funktionsfähig sein.

    • @meerwind7:

      Vorprüfungen, für das tech. Genehmigungsverfahren, was ja an sich auch abgeschossen war. Die Genehmigung wurde ja im Endeffekt als de-facto Sanktion verwehrt.

    • @meerwind7:

      Und was hat das mit der terroristischen Zerstörung der Röhren zu tun?

      Obwohl sicher eine berechtigte Frage, aber einfach nicht in diesem Rahmen angebracht, die muss woanders und unabhängig von dem Verbrechen gestellt werden.

      • @Edda:

        Wieso glauben Sie, es sei Terrorismus?

        Erstens gibt es im Völkerrecht gar keine echte Definition von Terrorismus. Terrorismus ist ein politischer Begriff.

        Zweitens umfasst eine Mindestdefinition von Terrorismus, dass das Ziel der Attacke die Erzeugung von Angst und Schrecken über das unmittelbare Geschehen und seinen Ort hinaus ist.

        Das war definitiv nicht der Fall.

        Wenn, dann handelt es sich um Sabotage.

        Und zwar an der Infrastruktur von RUSSLAND, das nun mal der Alleinschuldige an diesem Krieg ist.

        Hätte Russland die Ukraine nicht angegriffen, dann wäre diese russische Pipeline auch nicht zerstört worden.

        Jetzt begriffen?

        • @Suryo:

          Wie kommen Sie darauf, dass EINZIG „… das Ziel der Attacke die Erzeugung von Angst und Schrecken über das unmittelbare Geschehen und seinen Ort hinaus ist.“ Terrorismus ist?



          Terrorismus ist ursächlich ideologisch, nicht dämonisch, auch wenn das einfacher wär. Dann bin ich jetzt auf Ihre Unterscheidung zwischen Kriegen und Terrorismus gespannt. Außerdem auch schöne Freisprechung für Leute, die Bahnanlagen oder Strommasten sprengen, um politisch zu protestieren, denn auch bei derartigen Anschlägen trifft ihre Definition ja nicht zu. Also ist es kein Terrorismus? Denn niemand wird über das unmittelbare Geschehen hinaus, in Angst und Schrecken versetzt wenn dann halt eine Woche lang die Verbindung zwischen Berlin und Hamburg ausfällt?!?

          Selbstverständlich ist Terrorismus definiert! Es gibt eine international anerkannte Definition, nämlich kurz: politische Ziele mit Gewalt durchsetzen!



          Ihre polemische Aggressivität, insbesondere im letzten Absatz der meine Fähigkeit zu begreifen, bezweifelt, statt die Schwäche Ihrer Argumentation, ändert nichts daran, dass ihre Haltung weder demokratisch noch rechtsstaatlich ist oder im Konsens mit allgemein als Solche akzeptierten Werten ist.

  • Es bedeutet gar nichts.

    Diese Menschen verteidigten ihr Land, in dem sie ein Symbol der Abhängigkeit Deutschlands von Russland zerstörten. Das geschah nicht in Deutschland und es schadete Deutschland auch nicht, da sowieso kein Gas mehr durch die Pipeline strömte.

    Erinnert sich noch jemand a die Sprengung des Kharkowka-Staudamms durch die Russen? Wer damals schwieg oder achselzuckend meinte, dass “das eben Krieg ist, da passiert so was”, soll hier erst recht den Mund halten.

    • @Suryo:

      Andere Menschen würden gerne oder verteidigen auch ihre hr Land und niemand gesteht ihnen eine so weitreichende Definition von Selbstverteidigung zu (außer Israel natürlich). Würden palästinensische Einheimische der Westbank auch nur ansatzweise etwas Derartiges probieren, zum Beispiel seitens der illegalen jüdischen Siedler abgezweigte Wasserleitungen auf deren illegale Grundstücke, in der Verteidigung ihres Landes, ihres Eigentums und ihrer Kinder zerstören. wäre es doch ganz klar für Sie Terrorismus, oder?

    • @Suryo:

      Wie viele tausende Kilometer Erdgastrassen befinden sich auf ukrainischem Staatsgebiet?



      Wie viele von denen wurden sabotiert oder zerstört? Und warum wurde bis Ende 2024 durch die Transgas-Pipline russiches Gas geleitet?

      "Nach der Auflösung der Sowjetunion im Jahre 1991, durch die die Ukraine politisch von Russland unabhängig wurde, entwickelten sich zwischen den beiden Ländern zunehmende Meinungsverschiedenheiten bezüglich der angemessenen Vergütung, die die Ukraine für die Durchleitung des russischen Gases zur Transgas-Pipeline erhalten sollte. Der russisch-ukrainische Gasstreit gipfelte ab 2005 mehrmals darin, dass die Ukraine die durchgeleitete Menge stark drosselte, woraufhin Russland die Lieferung vorübergehend einstellte.



      Um nicht vollkommen auf die Transgas-Trasse – und damit auf die Transitländer, insbesondere die Ukraine – angewiesen zu sein, suchte Russland nach Ausweichmöglichkeiten und plante mehrere Alternativtrassen."

      • @Grundiliebhaber:

        Vielen Dank für Ihren Kommentar, der allein eigentlich schon jedem den Wind aus den Segeln nimmt, Der das für gerechtfertigt und als keinen Terrorismus empfindet, sondern nur eine „Tat“ (?), über die man halt mal hinwegsehen könne, wenn man politisch nur wollte. Was mich echt eigentlich als demokratisch geprägte Bürgerin eines demokratischen Landes und dies in einer linken Zeitung lesend, sprachlos da lässt

    • @Suryo:

      Gibt es dafür Belege?



      Mir ist nur bekannt, dass beide Seiten es sich vorwarfen.



      Wobei der strategische Vorteil klar bei der Ukraine lag.

      • @Mark Menke:

        Den Willen, so etwas bösartiges zu tun, hat nur Russland.

        • @Suryo:

          Ihre Haltung klingt wie antiquierte US-Propaganda aus den 80ern des kalten Krieges und hat nichts mit einer demokratischen, modernen und rechtsstaatlichen Sicht auf die Weltordnung unserer Zeit zu tun.



          Aber ich verstehe durchaus, dass für manche die Welt halt einfacher ist, wenn klar ist, wer die Guten und wer die Bösen sind. Dynamische Komplexität, in einer sich ständig verändernden Weltordnung und Interessenkonflikten auszublenden, ist zwar sehr infantil, aber scheinbar für einige Zeitgenossen nicht anders verdaulich…

          Leider haben Sie auch die Grundprinzipien unserer demokratischen Rechtsordnung scheinbar nicht begriffen, denn eben um Willkür und Diktatur zu verhindern, macht das Recht keinen Unterschied bei gleichen Straftaten zwischen Tätern. Bitte denken Sie vielleicht auch mal soweit, dass das, was Sie heute für die aus ihrer Sicht Guten fordern, morgen von anderen, die wiederum Sie als Feindbild haben, gegen Sie genauso angewandt werden kann. Kannst nach dem Motto gleiches Unrecht für alle

  • Ja, ein klassisches Dilemma!



    Bei aller Schelte, die auf Politik oft einprasselt - leicht ist es derzeit wirklich nicht, diese Verantwortung zu tragen.

  • Bemerkenswert!



    Der Anschlag auf die Pipeline war ein Terrorakt.



    Es ist bemerkenswert, wie der nun verschönert wird.



    Ermittlungen gegen Ukrainer wurden lange als Russland Propaganda abgewertet.



    Eine "false flag" Unternehmung wurde "vermutet".



    Noch vor Tagen wurde kommentiert, dass es technisch "unmöglich sei" , den Sprengstoff auf einem Segelschiff zu transportieren.



    Die Realitätsferne diverser KommentatorInnen ist beeindruckend und artet in Verschwörungstheorien aus.



    Nun ist eine US Duldung/Mitwisserschaft im Gespräch.



    Dieses Ausweichen ist symptomatisch für die gesamte Einstellung zu Ukraine.



    Angesichts der Tatsache, dass es sich bei der Agression Putins um einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg handelt, werden sämtliche Verfehlungen der Ukraine "schön geredet".



    Absurd! Entweder man/frau hält das Völkerrecht für bindend, dann muss es für Alle gelten, oder es ist Alles "erlaubt".



    Die Schönfärberei ist auch nichts anderes als Propaganda, diesmal für die Ukraine.



    Ich erinnere die selbsternannten "Wäschfrauen" an den jüngsten Skandal um Selensky, der mit seinem Gesetzentwurf die Unabhängigkeit der Korruptionsbekämpfung aufheben wollte.

    • @Philippo1000:

      Es war kein Terror.

      Terrorismus soll Angst und Schrecken verbreiten.

      Niemand hatte Angst wegen der Sprengung.

    • @Philippo1000:

      Vielen Dank, schließe mich dem komplett an und stehe auch mit offenem Mund da…

    • @Philippo1000:

      Absurd! Entweder man/frau hält das Völkerrecht für bindend, dann muss es für Alle gelten, oder es ist Alles "erlaubt".

      Sie schreiben selbst, Russland greift völkerrechtswidrig an.

      Und? Haben wir deshalb Russland dran gehindert? Ist frieden in der Ukraine weil diese im Recht ist?

      Es gilt bereits das Recht des Stärkeren. Russland bombardiert Schulen und KH und die Konsequenzen sind gleich 0.

      • @Pawelko:

        "Haben wir deshalb Russland dran gehindert?"



        Was sonst als Russland an seinem Krieg zu hindern hat uns Waffenlieferungen, Ausbildung und Sanktionen denn machen lassen?



        Natürlich haben wir Russland gehindert.



        Nur dass die Strategie nicht aufgegangen ist, die Annalena B. zu Beginn verkündet hat.

  • Nicht hinter jeder Straftat, die deutsche Staatsbürger irgendwo im Ausland begingen, mußte auch gleich die Bundesregierung stecken. Da waren uns die Spanier anscheinend ein Stück voraus, wenn wieder mal auf Malle ... Denn der einzige Beleg dafür, daß die Sprengungen von offiziellen Stellen der Ukraine in die Wege geleitet wären, besteht darin, daß die Leute anscheinend gefälschte (auf andere Namen ausgestellte) Pässe hatten. Und dann noch, daß an einem Fluchtauto ein ukrainisches Kennzeichen hing. Keiner fragt, ob das Kennzeichen zu dem Auto gehörte und wenn ja, ob der Mann berechtigt war, dieses Auto zu fahren. Obwohl False-Flag-Operationen nun in der Geschichte nichts Neues sind. Von Gliwice zum Beispiel, ein Stück westlich von Katowice gelegen, könnte der eine oder andere etwas in der Schule gehört haben ...

    Putin wollte nicht mehr liefern, die Amerikaner hatten was dagegen, andere wurden durch die Pipelines um ihre Transitgebühren geprellt ...

    Wer also schreibt, "die Ukraine habe ...", der möge entweder stichhaltige Belege liefern oder sich auf die Fakten beschränken und die Ermittler derweil ihren Job machen lassen.

    • @dtx:

      Es könnte sich um eine private Aktion gehandelt haben, unterstützt durch einzelne Offizielle, aber ohne Kenntnis oder Auftrag der politischen Führung

      • @meerwind7:

        Ja, sicher, es könnte anscheinend alles mögliche sein, nur bloß nicht das Naheliegendste, weil weil es unbequem ist, nämlich mindestens die Beteiligung hoher Regierungsstellen der Ukraine, denn es gibt nun mal keinen privaten, terroristischen Nutzen an der Zerstörung von außenpolitisch relevantem Staatseigentum

    • @dtx:

      Also erstmal braucht so eine Aktion eine Menge Logistik, die Lage der Pipeline muss ermittelt werden, Tieftauch -ausrüstung muss beschafft werden, dann 500 kg Sprengstoff, und das alles unerkannt. Dazu gehören Unterwasserzünder usw. Sehr schwierig für ein paar unabhängige Akteure, insbesondere der Sprengstoff. Dann müssen die Leute ausgebildet werden, alles Sachen die eigentlich nur mit staatlicher Unterstützung / mit dem Wissen staatlicher Stellen gehen. Und die Pässe waren nicht gefälscht, das waren echte ukrainische Pässe mit falschen Namen. Auch das stelle ich mir nicht einfach vor. Dann kommt noch die Motivation, warum sollten ein paar Akteure daas machen? Da hätten Staaten wie die UA oder Biden´s USA schon wirkliche Interessen. Was die "false flag" angeht, dann erinnern Sie sich doch mal an die Medienberichterstattung damals. Da wurden natürlich sofort die Russen beschuldigt, alle die auf die UA hingeewiesen haben wurden als Putinversteher usw bezeichnet. Sie sehen, auch die Fakten deuten auf die UA...

      • @Gerald Müller:

        Die Lage der Pipeline finden Sie in jeder Seekarte oder noch simpler auf in der "OpenGridmap" im Netz...

        Ich denke es waren eigenmächtig handelnde Partisanen oder Russland.

        • @Ruhrpott-ler:

          Jeder Planer und Ingenieur weiss dass das was auf einer Karte / auf einem Plan oder einer Zeichnung ist nicht notwendigerweise mit der Wirklichkeit übereinstimmt. In diesem Fall möglicherweise auch aus Sicherheitsgründen, nicht notwendigerweise aus Nachlässigkeit oder anderem. Bevor man eine solche Aktion startet muss man sich vergewissern dass die Lage wirklich so ist wie man glaubt, oder auch nicht. Eigenmächtig sowas duurchzuziehen ist sehr schwierig, kostenaufwändig und riskant weil man mehreren Geheimdiensten auffallen könnte. Und ich meine nicht den BND, sondern Dienste die zulangen. Mit der Lizenz zum Töten. Und warum sollte Russland das machen, um Jahre später die UA beschuldigen zu können? Daals ging e sdarum Fatkten zu schaffen (kein russisches Gas für Deutschland) und einen Gegner zu diskreditieren. Wer wurde denn damalas praktisch unisono beschuldigt das gemacht zu haben? Richtig, Russland...

      • @Gerald Müller:

        Vorallem das ganze auf einer „Nussschale" unterzubringen stelle ich mir unmöglich vor.



        Da muss im Vorfeld schon einiges geschehen sein.

  • Also ich möchte ja Sabotage nicht gutheißen aber selbst wenn die Ukrainische Regierung direkt oder indirekt beteiligt ist hat sie uns Deutschland in gewisserweise von denn Russischen Erdgas fesseln befreit.



    Ja es wird leider immernoch was geliefert aber das durch sehr dubiose Umwege.

    Denn es war Gerhard Schröder(SPD) der diese Nordstream1******** maßgeblich vorangebracht/verhandelt hat und uns in die Abhängigkeit Russlands gebracht hat er hat Deutschland verraten/verkauft.



    Typisch SPD und ihre Russlandnähe

    Angela Merkel hätte bei ihrer ersten Kanzlerschaft 2005 es stoppen können, hat sie aber nicht 2011 nahm Nordstream1 denn Betrieb auf auch das nach der Krim Annektierung 2014 wurde Nordstream2 gebaut 2022 fertiggestellt es fehlte ja nurnoch die Zertifizierung und sogut wie fast alle Europäischen Länder vorallem Baltikum/Polen usw haben uns gewarnt.



    Selbst USA BushJr/Obama/Trump 1amtszeit/Biden waren stinksauer auf Deutschland.

    • @Elyar:

      Ohne die Sprengung hätte Putin schon im Herbst 22 die Pipeline durch die Ukraine beschießen lassen, so wie es jetzt seit Anfang des Jahres geschieht, als die Transitverträge ausliefern.



      Dann hätte die Ukr. auch kein turkmenisches Gas mehr durch Russland beziehen können und die Lage wäre noch viel schlimmer gewesen, als es durch den Beschissen der Heizwerke und Stromleitungen ohnehin schon war.

      Der Nordstream Defekt hat das verhindert.

  • Die heftigsten Gegensprecher der Nordstream-Leitungen kamen jahrelang aus den USA. Was, wenn die Biden-Regierung für ihre Unterstützung im Ukrainekrieg, als Gegenleitung die Zerstörung der Pipeline beauftragte? Für mich ein denkbares Szenario...

    • @Nudel:

      Ja, was dann? Dann hätte die Biden-Regierung halt auch hier einfach schlichtweg richtig gehandelt, denn Nordstream 1 & 2 waren von Anfang an ein Fehler.

  • Ich behaupte mal, die Ukrainer haben das nicht ohne Kenntnisnahme der USA gemacht.

    Den im Falle eines scheiterns, oder einer Festnahme bei Ausübung, hätten die Ukraine den wichtigsten Unterstützer in Europa verloren. Bei dieser Reichweite, muss sich die Ukraine zuvor in Übersee abgesichert haben. Alles andere ist m.M.n. unlogisch.

    • @DasIstJaNichtZuGlauben:

      Diese Ukrainer - nicht "die Ukrainer". Denn wie ich oben schon schrieb: Nicht für alles, was irgendein zu sehr der mallorcinischen Bowle ergebener Deutscher anstellt, wird gleich die ganze Nation oder wenigstens die Bundesregierung verantwortlich gemacht ...

      • @dtx:

        und wie Ihnen oben schon geantwortet wurde erklären Sie doch bitte wie ein paar Privatpersonen an Pässe mit falschem Namen kommen 500kg Sprengstoff + restliche entsprechende Ausrüstung besorgen können und offensichtlich auch staatliche Rückendeckung erhalten.



        .



        Oder mal anders gefragt. Wenn es russische Staatsbürger gewesen wären, würden Sie auch glauben es könnte es könnte ein Anschlag, ohne staatliche Unterstützung gewesen sein?

  • Bin ich der einzige der es aberwitzig findet ein Land mit Geld un Waffen zu unterstuetzen, der Vermutlich in der groessten Sabotage Aktion gegen unser Land seit 1945 beteiligt war? Freunde machen so etwas nicht ...

  • Alles deutet leider auf die Ukraine hin. Natürlich müsste das Konsequenzen haben. Es passt ja auch in das Bild, dass die Ukraine immer wieder versucht den Durchfluss durch die "Freundschaftspipeline" nach Europa zu stören. Finanziell hält sich der Nutzten in Grenzen, aber es geht wohl darum Ländern wie Ungarn zu einer anderen Außenpolitik zu zwingen. Das ist verständlich, gerade bei Orban, aber so geht man mit Verbündeten nicht um - hier ist auch zu berücksichtigen, dass andere Länder neben Ungarn davon betroffen sind.



    Bei Konsequenzen sollte man mit Bedacht vorgehen, um die Ukraine aktuell nicht zu schwächen.



    Denkbar wäre z.B., dass Deutschland mitteilt, dass es zu den Ländern gehören wird, die gegen einen EU-Beitritt stimmen werden (falls es überhaupt zu einer Abstimmung kommt) , sofern es nicht grundlegende Änderungen in der Ukraine gibt.

    • @Alexander Schulz:

      Ich kann Suryo nur zustimmen.



      Im Übrigen hält sich der finanzielle Nutzen nicht in Grenzen, gerade im letzten Monat hat die Ukraine mit Angriffen auf weitere Pipelines und Raffinerien Russland ganz erhebliche Verluste zugefügt. Im Petrostaat gibt es jetzt Engpässe an den Tankstellen.



      Aber auch das wird manchen Leuten wieder egal sein. Hätten wir hierzulande die russischen Wirtschaftsindikatoren (Inflation, Kreditkosten, Firmenschließungen) würde die Hütte brennen. Aber Russland bleibt natürlich unbesiegbar, und im Gegensatz zum bellizistischen Europa gibt es auch keine Kritik an seinem friedliebenden Verhalten. Heute Nacht haben sie zwar die diplomatische Vertretung der EU bombardiert, aber Verhandlungen sind schon wichtig und so.

    • @Alexander Schulz:

      Ihr Kommentar passt in das Bild, das man inzwischen von Ihnen hat.

      Wirklich jede Gelegenheit, die Ukrainer als unserer Hilfe nicht würdig darzustellen, wird genutzt. Immer werden Zweifel gesät, immer wird insinuiert, dass die Ukraine in Wahrheit auch nicht schlimmer sei als Russland.

      Sparen Sie sich also bitte auch das „leider“ am Anfang. Das ist nun wirklich heuchlerisch.

      • @Suryo:

        Heuschlerisch erscheint mir der, der das unter dem Tisch kehrt:

        "Ungeachtet des Russisch-Ukrainischen Krieges wurde über die TRANSGAS bis Ende 2024 Gas von Russland nach Mitteleuropa geliefert. Ende 2024 lief der Transitvertrag zwischen Russland und der Ukraine aus."

        Also bis Ende 2024 Russland unterstützt?

      • @Suryo:

        ",dass die Ukraine in Wahrheit auch nicht schlimmer sei als Russland."

        Das ist nun wirklich absurd. Davon abgesehen passt auch die von Ihnen Verwendung des Wortes "leider" sehr gut. Sollten die Ukraine wirklich dahinter stecken wäre es auch ein sehr trauriger undankbarer Vorgang.

        • @Alexander Schulz:

          Das ist nicht absurd, das ist so und jeder kann es nachlesen.

          Was haben Sie eigentlich gegen die Ukraine?

      • @Suryo:

        Aber sind es nicht die Zweifel, die das Denken voranbringt?



        Ohne Zweifel würden wir doch heute noch annehmen, dass Russlan die Röhren sabotiert hat. Die Wahrheit ist es doch, die wir suchen, nicht die Bestätigung unserer Vorurteile.

        • @Peter Teubner:

          Ich persönlich habe von Anfang an gedacht, dass es wohl die Ukrainer waren.

          Es stört mich nur nicht im geringsten.

  • Ohne Zweifel: Wer uns schadet, unsere Infrastruktur in die Luft sprengt, so etwas muss ich doch nicht auch noch unterstützen! Mit anderen Worten: Keinen Cent mehr für die Ukraine.

    • @Pico :

      Hat uns halt nur nicht geschadet: Die Preise sind danach gesunken.



      Denn die Spekulation an den Spotmärkten mit dem dauernden An-und-ausstellen der Pipe hat darauf aufgehört.

  • "wichtigen Teil der deutschen Energieinfrastruktur steckt."

    Nord Stream 1



    Betreiber: Nord Stream AG (Schweiz)



    Eigentümer:



    Gazprom (Russland): 51 %



    Wintershall Dea (Deutschland): 15,5 %



    PEG Infrastruktur AG (E.ON) (Deutschland): 15,5 %



    Gasunie (Niederlande): 9 %



    Engie (Frankreich): 9 %

    Quelle: Nord Stream AG – Our Shareholders

    Nord Stream 2



    Betreiber: Nord Stream 2 AG (Schweiz)



    Eigentümer:



    Gazprom (Russland): 100 %

    Warum werden die Pipelines immer "deutsche Infrastruktur" genannt?



    Nord Stream 1&2 sind überwiegend/ausschließlich Russisch. Also selbst wenn es die Ukraine war, darf die Ukraine sich gegen den russischen Staatsterror (denn Russland begehrt echten Staatsterror mit Angriffen auf Schulen und Krankenhäuser) wehren.



    Bin mir sicher die Sprengung war teil der russischen 51%.

    Können wir bitte auch mal über Russlands hybriden Krieg gegen Deutschland bei der taz lesen? Viele Foristen nehmen diese Artikel über die Pipeline leider als Vorwand "endlich" der Ukraine die Unterstützung zu streichen da Geld eben doch leider bei vielen wichtiger ist als Gewissen.

    • @Pawelko:

      „Gazprom (Russland): 100 %



      Warum werden die Pipelines immer "deutsche Infrastruktur" genannt?“

      Weil sich die Pipelines überwiegend gerade nicht in deutscher Hand befinden, sondern insoweit lediglich der deutschen Daseinsvorsorge dienten. Der Bezug zu den Pipelines wird nicht über das Eigentumsverhältnis, sondern deren Bedeutung für die Infrastruktur in Deutschland hergestellt. Die Zerstörung der Anlagen benachteiligt nicht nur die unmittelbar betroffenen Eigentümer, sondern auch deren Kunden, die Kunden dieser Kunden und auch alle anderen, die aus günstigeren Gaslieferungen einen direkten oder indirekten Vorteil gezogen hätten.

      • @Yes:

        „…, sondern auch deren Kunden, die Kunden dieser Kunden und auch alle anderen, die aus günstigen Gaslieferungen einen direkten oder indirekten Vorteil gezogen hätten.“

        Mmm, täusche ich mich oder wurde über diese Pipelines überhaupt kein Gas mehr geliefert?



        Also ist mir nicht ersichtlich, welche Sub-Subkunden hier einen Vorteil gezogen hätten.

        • @MBG:

          Das ist zu kurz gedacht. Nach der Argumentation, dass durch die Pipelines im Zeitpunkt der Sprengung ja ohnehin kein Gas geliefert worden sei, dürften Sie die Zapfsäulen an jeder Tankstelle sprengen, die irgendjemandem wegen gestörter Geschäftsbeziehungen vorübergehend kein Benzin mehr liefern will. Die Sprengung der Pipelines hat Deutschland die Rückkehroption zu russischen Gaslieferungen genommen. Das hat auch heute Einfluss auf den Marktpreis, weil die übrigen Anbieter nunmehr wissen, dass den deutschen Abnehmern eine günstigere Alternative endgültig fehlt. Vorher wollten diese nicht, seitdem können sie nicht mehr, selbst wenn sie es wollten. Der Endverbraucher (der Sub-Subkunde) merkt dies z. B. durch gestiegene Gaspreise oder Subventionen, die er als Steuerzahler mitfinanziert.

          • @Yes:

            Wieso ist eine Rückkehroption durch die Sprengung genommen worden?



            Die Tür hat Putin und später Deutschland geschlossen.



            Und ob Sie es glauben oder nicht, der Gaspreis ist bereits vor dem Angriffkrieg und vor der Sprengung gestiegen, weil Russland da zunächst nicht ausreichend und später garnicht mehr lieferte.



            Übrigens hinkt Ihr Vergleich mit den „gestörten Geschäftsbedingungen“ doch ziemlich.

      • @Yes:

        Die Pipeline war ein Werkzeug Russlands, um Deutschland zu erpressen.

        Es floss gar kein Gas mehr, weil Russland es abgedreht hatte.

        Niemand in Deutschland musste wegen der Zerstörung der Pipeline irgendwelche konkreten Nachteile hinnehmen.

        • @Suryo:

          Nordstream war kein reines Erpressungswekzeug, sondern garantierte Deutschland bis zum Lieferstopp störungsfreiere, umwelfreundlichere sowie für Wirtschaft und Verbraucher preisgünstigere Gaslieferungen als die heutigen Bezugsquellen. Das Projekt stärkte außerdem die Verhandlungspositionen Deutschlands als Energielieferant in Mitteleuropa und als Abnehmer gegenüber anderen Gaslieferanten. Die Sprengung hat die Lieferungen nicht unterbrochen, aber die Perspektive auf eine Wiederinbetriebnahme und mögliche russische Gaslieferungen (z. B. in der Nachkriegszeit) genommen. Das schwächt die Verhandlungspositionen Deutschlands nachhaltig und führt für lange Dauer zu umweltschädlicheren und teureren Gaslieferungen. Zudem kann der Verdacht einer staatlichen Beteiligung der Ukraine die deutsch-ukrainischen Beziehungen langfristig belasten und den Zuspruch zu ihrer Unterstützung entschieden verringern. Dass dadurch niemand Nachteile hinzunehmen habe, wage ich zu bezweifeln.

          • @Yes:

            Nordstream wurde natürlich als Erpressungswerkzeug genutzt.



            Wollen Sie das bestreiten?



            Putin hat nur das Problem, dass Deutschland und die EU eben anders reagiert haben als gedacht.

          • @Yes:

            Nordstream garantierte Russland einen steten Strom deutscher Milliarden, mit denen es seine Kriegsmaschinerie finanzierte.

            • @Suryo:

              Ja, genauso wie der Gasexport von Russland über die Ukraine, der erst Ende letzten Jahres eingestellt wurde.

    • @Pawelko:

      Immer diese unangebrachten Relativierungen. Würden Sie zb auch behaupten, dass der größte Hafen von Griechenland in Piräus keine griechische Infrastruktur ist, weil der Haupteigner chinesisch ist!?

      • @Alexander Schulz:

        Wenn Piräus sich in internationalen Gewässern befinden würde?

        Na sicher.

      • @Alexander Schulz:

        Ja, weil einzig die Chinesen bestimmen was dort passiert. Da kann der griechische Staat sich in eine lange Reihe stellen und Wünsche vortragen. Mehr nicht.

        Warum durfte Cosco nur 24,9% des Hamburger Hafens kaufen? Ich sage es Ihnen, weil es dann eben keine deutsche Infrastruktur mehr wäre, über welche der deutsche Staat bzw. die Stadtregierung noch Einfluss hätte.

        • @MBG:

          Dann erklären Sie doch der deutschen bundestawaltschaft, dass sie dafür gar nicht zuständig ist, da es sich um russische Infrastruktur handelt.



          Sie verbreiten Unwahrheiten.

          • @Alexander Schulz:

            Mal ganz vorsichtig mit der Behauptung, andere würden Unwahrheiten verbreiten.

            • @MBG:

              Kritische Infrastruktur ist definiert. Betreiber sind durch Gesetz zu "Maßnahmen" verpflichtet, die keinen Unterschied zwischen deutschen, russischen oder globalen Eigentümerschaften machen.



              de.m.wikipedia.org...sche_Infrastruktur

              • @Grundiliebhaber:

                Dann ist es Infrastruktur. Aber keine deutsche Infrastruktur, wenn ich als Staat keinen direkten Zugriff auf diese habe.

      • @Alexander Schulz:

        Wenn China Taiwan angreift und Taiwan gegen China zurückschlägt wäre das in Ordnung, ja. Mit dem Geld werden Waffen gekauft um Zivilisten zu töten (23 alleine letzte Nacht). Wieso hat Russland die Möglichkeit nach belieben Krankenhäuser und Schulen anzugreifen, die Ukraine aber nicht eine russische Pipeline zu zerstören?

        • @Pawelko:

          "...die Ukraine aber nicht eine russische Pipeline zu zerstören?"

          Und warum haben sie dann nicht eine russische Pipeline zerstört?

          "Ungeachtet des Russisch-Ukrainischen Krieges wurde über die TRANSGAS bis Ende 2024 Gas von Russland nach Mitteleuropa geliefert. Ende 2024 lief der Transitvertrag zwischen Russland und der Ukraine aus."

          Wenn man eine russische Pipeline zerstören will/möchte, warum dann nicht eine der vielen Erdgastrassen (Sojus, Brotherhood, Yamal), die mit weit mehr als 1000 km Länge russisches Gas über ukrainischem Gebiet verlaufen, und somit den Transit nach Europa ermöglichen/ten?

        • @Pawelko:

          Gerne benenne ich noch einmal die wichtigsten Gründe, die gegen diese Tat sprechen. Rechtlich gesehen handelt es sich um einen Straftat gegen deutsche Infrastruktur, weshalb ja auch die Bundesstaatsanwaltschaft ermittelt. Ferner gibt es noch moralischen Aspekt. Man greift keine "Freunde" an.



          Finden Sie diese Diskussion nicht auch ein wenig absurd?

          • @Alexander Schulz:

            Die Bundesanwaltschaft ermittelt, weil in diesem Fall deutsche, und eventuell auch europäische, Interessen betroffen sein könnten. Ob diese Sichtweise sich vor einem deutschen Gericht hält, ist überhaupt noch nicht klar.



            Das macht die Nordstream Pipelines aber noch nicht zu einer deutschen Infrastruktur.

            • @MBG:

              Die Bundesstaatsanwalt kann nur ermitteln, da es sich um deutsche Infrastruktur handelt.



              Gerne erkläre ich Ihnen nochmal ausführlich warum.



              Die Nord-Stream-Pipelines enden in Lubmin bei Greifswald in Deutschland. Die Pipelines verlaufen auch durch deutsche Hoheitsgewässer (Dänemark und Schweden ermittelten zb auch weil die Pipeline durch ihr AWZ geht). Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass Nordstream ein Teil der deutschen Energieversorgung war. Die Besitzerverhältnise sind hier also gar nicht entscheidenden, obwohl auch hier anzumerken ist, dass es eine deutsche Beteiligung gab.



              Also bitte aufhören mit dem Verbreiten von Unwahrheiten!

          • @Alexander Schulz:

            Es war kein Angriff auf Deutschland, sondern auf Russland.

            Was ist falsch daran, russische Infrastruktur zu zerstören, mit deren Hilfe dieser faschistische Staat Milliarden scheffeln könnte, um seine Kriegsmaschinerie zu finanzieren?

            Wie kommt man eigentlich auf die Idee, dass die Ukraine mit der Sprengung von Nordstream Deutschland schädigen wollte?

            • @Suryo:

              Das ist doch absurd! Die Bundesstaatsanwalt ermittelt auf Grund eines Angriffes auf deutsche Infrastruktur und hier wird in Frage gestellt, dass es sich überhaupt um deutsche Infrastruktur handelt. Das ist doch Propaganda in Reinsform!

            • @Suryo:

              Warum wurde u.a. bis Ende 2024 russisches Gas über ukrainischem Gebiet nach Westeuropa Transit gewährt, Transitgebühren eingenommen und dabei Russland Beihilfe zur Füllung der russischen Kriegskasse geleistet?

              • @Grundiliebhaber:

                Weil weite Teile der EU sich vom russischem Gas abhängig gemacht haben.

  • Jajaja Staatsterrorismus. Welche Konsequenten hatten gleich noch mal der von Russland in Auftrag gegebene Mord im Tiergarten und die Verfolgung Oppositioneller durch die Türkei in Deutschland?



    Eben. Wobei nicht auszuschließen ist, dass die Bundesregierung bei nicht autokratischen Staaten "mutig" genug ist aufzumucken - Was sie sich bei Putin oder Erdogan nie getraut hat, da sie auf verschiedene Weisen abhängig oder erpressbar war.



    Außerdem:Man darf doch Sachen beschädigen, um Schaden von Land und Leuten abzuwenden. Ein Orden währe symbolischerweise angebracht.