+++ Corona-News am Mittwoch +++: Spanien: 738 Tote in 24 Stunden

Spanien verzeichnet stärksten Fallanstieg seit Ausbruch. 21-jährige Britin an Covid-19 gestorben. Einreisestopp für Saisonkräfte und Erntehelfer ab 17 Uhr.

Muffins mit Mundschutz

Eine Idee für alle, die zu Hause bleiben: Muffins backen Foto: Foto: Sakchai Lalit/dpa

16.15 Uhr: Der Bundestag lockert mit sehr großer Mehrheit die Schuldenbremse im Grundgesetz, um ein Hilfspaket von Hunderten Milliarden Euro gegen die wirtschaftlichen Folgen der Viruskrise zu finanzieren.

15.49 Uhr: Jeder zweite Deutsche fürchtet einer Ipsos-Umfrage zufolge wegen der Coronapandemie um seinen Job. Noch größer seien die Befürchtungen in Vietnam, wo 66 Prozent und in Italien, wo 63 Prozent der Menschen um ihren Arbeitsplatz bangten, teilt das Institut mit.

15.20 Uhr: Einreiseverbot für saisonale Erntehelfer: Ihnen werde „bis auf weiteres“ die Einreise nach Deutschland im Rahmen der bestehenden Grenzkontrollen ab 17 Uhr nicht mehr gestattet, teilt das Bundesinnenministerium mit. Der Bauernverband hatte gefordert, den Einreisestopp „so kurz wie möglich zu halten.“ In der Landwirtschaft arbeiten jedes Jahr knapp 300.000 Saisonkräfte vor allem aus Rumänien und Polen.

15.09 Uhr: Der Bundestag hat den Nachtragshaushalt in Höhe von 156 Milliarden Euro und den Unternehmens-Rettungsschirm im Volumen von 600 Milliarden Euro beschlossen.

14.45 Uhr: Die EU-Seuchenschutzbehörde hält es für unwahrscheinlich, dass das neuartige Coronavirus im Sommer mit steigenden Temperaturen verschwinden wird.

14.38 Uhr: Das für den 22. April geplante Referendum über eine Verfassungsänderung in Russland wird laut Wladimir Putin wegen der Viruskrise verschoben. Über einen neuen Termin werde nach Empfehlungen der Mediziner entscheiden, kündigt der russische Präsident an.

14.10 Uhr: Der polnische Innenminister kündigt die Verlängerung der Grenzschließung bis zum 13. April an.

14.05 Uhr: In Großbritannien ist eine 21-Jährige an Covid-19 gestorben, berichtet die Zeitung The Sun. Die junge Frau habe keine Vorkrankungen gehabt.

13.59 Uhr: NRW will in Justizvollzugsanstalten 1.000 Zellen für Quaratänefälle freibekommen. Justizminister Peter Biesenbach (CDU) kündigt an, dass einige Häftlinge daher mit einem Strafaufschub oder einer Strafunterbrechung rechnen könnten. Die Regelung betreffe jedoch weder Sexualstraftäter noch Gewalttäter mit mehrjährigen Haftstrafen.

13.42 Uhr: In Großbritannien dürfte der Bedarf nach Plätzen auf den Intensivstationen nach Einschätzung eines Experten in den nächsten drei Wochen den Höhepunkt erreichen.

13.18 Uhr: In Spanien ruft die Armee die Nato-Partner im Kampf gegen das Coronavirus zu Hilfe. Spanien habe Coronatests, Beatmungsgeräte und Schutzausrüstung angefordert, sagt Generalstabschef Miguel Villarroya. Innerhalb der letzten 24 Stunden sind in Spanien 738 Menschen an dem Virus gestorben, das ist der stärkste Anstieg seit dem dortigen Ausbruch.

13.00 Uhr: Papst Franziskus betet mit Christen weltweit gleichzeitig das „Vater Unser“. Er hatte am Sonntag alle Christen aufgerufen, das Gebet am Mittwoch um 12 Uhr italienischer Zeit zu rezitieren.

12.33 Uhr: Das Auswärtige Amt hat gemeinsam mit den Reiseveranstaltern bisher mehr als 150.000 im Ausland gestrandete deutsche Urlauber zurückgebracht, wie ein Sprecher mitteilt. Das Augenmerk richte sich nun auf die Fälle, wo das Ausfliegen schwieriger sei.

12.32 Uhr: Russland mobilisiert nach Abgaben des Verteidigungsministeriums im Kampf gegen das Virus sein Militär. Präsident Wladimir Putin habe für die kommenden Tage Übungen der medizinischen Spezialtruppen angewiesen, teilt das Ministerium mit.

12.15 Uhr: Die Bundesregierung will aktuell nicht darüber diskutieren, wie die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie wieder heruntergefahren werden sollen. Man wolle die Lage nach Ostern neu bewerten, sagt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. „Wir erleben eine leichte Abflachung der Infektionskurve.“

11.50 Uhr: Indien plant Insidern zufolge ein rund 20 Milliarden Dollar schweres Konjunkturpaket zur Bekämpfung des Abschwungs durch die Coronakrise.

11.47 Uhr: Am Montag und Dienstag sind vom Bund jeweils eine Million Schutzmasken an die Länder und Kassenärztlichen Vereinigungen verteilt worden, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilt. Vergangene Woche seien in Deutschland etwa 200.000 Menschen auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet worden.

11.45 Uhr: Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) stellt in der Coronakrise ihren Unternehmenskunden kurzfristig 3 Milliarden Euro an zusätzlichen Krediten zur Verfügung. Seit Beginn der Woche habe die LBBW mehr als 1.000 Anfragen erhalten.

11.38 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin kündigt wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus eine Fernsehansprache an. In dem Land steigt die Zahl der Neuinfektionen stark an.

11.32 Uhr: Der britische Thronfolger Prinz Charles ist nach einem Bericht des Fernsehsenders ITV positiv auf das Coronavirus getestet worden.

11.10 Uhr: In den deutschen Kliniken werden nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) derzeit rund 1.000 Coronapatienten auf Intensivstationen behandelt. Insgesamt betreuten die Häuser aktuell bis zu 4.000 Coronapatienten, sagt DKG-Präsident Gerald Gaß den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

11.02 Uhr: In den Niederlanden hat sich die Ausbreitung des Coronavirus nach Einschätzung des nationalen Gesundheitsinstituts deutlich verlangsamt. Die Zahl der neuen bestätigten Fälle in den Niederlanden stieg laut Reichsinstitut für Gesundheit und Umwelt (RIVM) am Dienstag im Vergleich zum Vortag auf 5.560.

10.53 Uhr: Seit dem Vormittag berät der Bundestag über Hilfspakete für Unternehmen, Selbstständige, Beschäftigte, Familien und Krankenhäuser. Am Nachmittag kommt er erneut zusammen, um die Gesetze zu verabschieden.

10.40 Uhr: Die Krankschreibungsregeln in Deutschland werden gelockert. Ab sofort können Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege oder Verdacht auf Corona nach telefonischer Rücksprache eine Bescheinigung auf Arbeitsunfähigkeit für bis zu 14 Tage ausgestellt bekommen, dafür muss keine Arztpraxis aufgesucht werden. Die Regelung gilt vorerst bis zum 23. Juni, wie der Spitzenverband der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen mitteilt.

10.32 Uhr: CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt beziffert das Volumen des Hilfspakets der Bundesregierung auf etwa 1.400 Milliarden Euro.

10.28 Uhr: Zum dritten Mal in 160 Jahren des Bestehens setzt die Tageszeitung des Vatikans, der Osservatore Romano, den Druck aus. Online werde die Zeitung aber weiter erscheinen.

10.18 Uhr: Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI) sagt, es könne derzeit keine Aussage darüber getroffen werden, wann die in Deutschland bestehenden Einschränkungen wieder gelockert werden könnten.

10.15 Uhr: Das RKI erklärt, dass grundsätzlich nur Menschen mit Symptomen getestet werden sollen.

10.06 Uhr: Russland verzeichnet einen Rekordanstieg bei der Zahl der Coronainfektionen. Gegenüber dem Vortag seien 163 neue Fälle bestätigt worden, heißt es auf der Internetseite der Regierung. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen liege bei 658.

9.53 Uhr: In Tokio sind japanischen Medienberichten zufolge mehr als 40 Coronainfektionen am Mittwoch gemeldet worden.

9.53 Uhr: Linken-Fraktionschefin Amira Mohamed Ali fordert einen Zuschlag von 500 Euro im Monat als Krisenzulage für Beschäftigte in „systemrelevanten Berufen“.

9.50: Die Zahl der in Frankreich am Coronavirus verstorbenen Menschen ist nach Angaben des Krankenhausverbandes des Landes deutlich höher als angezeigt. Grund sei, dass die offizielle Regierungsbilanz nur jene berücksichtige, die in Krankenhäusern sterben.

9.28 Uhr: Die Europäische Union muss nach Auffassung der spanischen Außenministern Arancha Gonzalez eine „umfassende und zuverlässige“ gemeinsame fiskalische Antwort auf die Coronavirus-Krise geben.

9.19 Uhr: Für den Nachtragshaushalt von 156 Milliarden Euro muss der Bundestag die Schuldenbremse im Grundgesetz wegen einer außergewöhnlichen Notsituation außer Kraft setzen. „Ich bitte Sie heute, im Namen der Bundesregierung, das zu tun“, sagt Finanzminister Olaf Scholz (SPD).

8.51 Uhr: Die Sorge einer Ansteckung mit dem Coronavirus in den USA treibt chinesische Studenten aus dem Land. Eltern mit genügend Geld besorgen einen Privatjet, da immer mehr Charterflüge zwischen China und den USA gestrichen werden. Ein Platz auf einem Flug etwa von Los Angeles nach Shanghai kostet nach Angaben des Unternehmens Air Charter Service 23.000 Dollar.

8.34 Uhr: Das deutsche Jobvermittlungsportal für Erntehelfer wird laut Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) „überrannt“. Bis Dienstagabend hätten sich 16.000 Menschen gemeldet, die in der Landwirtschaft aushelfen wollten, sagt sie dem SWR. Die Coronakrise zeige zudem, wie wichtig es sei, heimische Lebensmittelproduktion flächendeckend vor Ort zu haben.

8.18 Uhr: Die Banken und Versicherer in Norwegen sollten der Finanzaufsicht zufolge bis auf weiteres keine Dividende ausschütten dürfen. Das sieht ein Vorschlag der Aufsicht an das Finanzministerium vor. Die Entscheidung darüber müsse aber das Ministerium treffen, hieß es.

7.58 Uhr: Die OECD sieht die globale Wirtschaft vor einer tiefen Rezession. „Es ist zunehmend wahrscheinlich, dass das Bruttoinlandsprodukt weltweit und in den verschiedenen Weltregionen in diesem und auch in den nächsten Quartalen 2020 schrumpfen wird“, schreibt der Generalsekretär der Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD), Angel Gurría, im Handelsblatt.

7.13 Uhr: Die Zahl der Infektionen in Deutschland ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) um 4.191 auf 31.554 gestiegen. Die Zahl der Toten habe um 36 auf 149 zugenommen.

5.09 Uhr: Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warnt vor katastrophalen Zuständen in der Altenpflege angesichts der Corona-Krise. „Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und die Altenpflegekräfte werden von der Politik vergessen“, sagt Stiftungsvorstand Eugen Brysch den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

5.04 Uhr: „Alles runterfahren ist keine Option“, sagt Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. „Mit Blick auf unsere Wirtschaft muss das Ziel sein, dass wir unsere Unternehmen, kleine wie große, weiter am Laufen halten“, so der Präsident des Bundes deutscher Arbeitgeber.

4.41 Uhr: Die indische Regierung verbietet den Export des Arzneistoffes Hydroxychloroquin. Experten testen das Malaria-Mittel aktuell auf seine Wirksamkeit bei der Behandlung von Patienten, die mit COVID-19 infiziert sind.

3.34 Uhr: US-Präsident Trump ist mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in in Gesprächen über die dringende Lieferung medizinischer Ausrüstung. Trump habe versprochen, er werde koreanischen Produzenten helfen, die Genehmigung der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) für die Produkte zu erhalten, teilt das südkoreanische Büro im Blauen Haus mit.

3.14 Uhr: Südkorea kündigt an, die Grenzkontrollen für Reisende aus den USA bis Freitag zu verschärfen. Die Regierung in Seoul hatte bereits strenge Grenzkontrollen für Besucher aus Europa, China, Italien und dem Iran eingeführt. Das Korea Center for Disease Control and Prevention (KCDC) meldet 100 neue Coronavirus-Fälle, womit sich die Gesamtzahl der Infektionen im Land auf 9.137 erhöht. Die Zahl der Toten steigt von 125 auf 126.

2.37 Uhr: Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hält die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus für „Hysterie“. In einer Ansprache fordert er die Bürgermeister der abgeriegelten Städte Rio de Janeiro und Sao Paulo auf, „zur Normalität zurückzukehren“. Die Zahl der Todesfälle im Land ist am Dienstag nach Regierungsangaben von 34 auf 46 gestiegen, die Zahl der bestätigten Fälle auf 2.201 von 1.891.

1.59 Uhr: Neuseeland ruft den Notstand aus. Seit Mitternacht (Ortszeit) sei das Land mit einer vollumfassenden Ausgangssperre belegt, erklärt die Regierung. Das Land hatte am Mittwoch 47 neue Fälle bestätigt.

1.47 Uhr: In China gehen den Behörden zufolge die Zahl der neuen bestätigten Coronavirus-Fälle zurück. Die Neuerkrankungen fallen von 78 am Vortag auf 48, wie das Gesundheitsamt mitteilt. Alle seien Reisende aus dem Ausland.

0.01 Uhr: Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Carsten Linnemann (CDU), hat ein schnelles Ende des Wirtschaftsstillstandes wegen der Corona-Krise gefordert. „Für manche Unternehmen ist jetzt schon die Grenze erreicht“, sagte Linnemann zu Bild.

0.00 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nennt das Ende der Osterferien in seinem Bundesland (18. April) als Richtpunkt für die Corona-Maßnahmen. Bei Bild live sagte Laschet: „Wir haben alle Maßnahmen befristet bis zum 19. April.“ Allerdings könne man nicht spekulieren, „weil die Maßnahmen erst einmal wirken müssen“. (rtr)

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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