Tourismus in Spanien: Keine klaren Horizonte

Die spanische Tourismusbranche leidet unter den Folgen des Coronavirus. Es herrscht Ausgangssperre im ganzen Land und damit Reiseverbot.

leerer Strand

Barcelona: Der Strand ist menschenleer Foto: Joan Mateu/ap

Es ist eines der Bilder der Covid-19-Krise in Spanien. Am Abend des 16. März brannte auf dem Rathausplatz in Valencia die riesige Büste einer Frau mit Atemschutzmaske. Der Rest des Körpers der „Falla“ – die Figuren, die kurz vor Frühlingsbeginn überall in der Mittelmeerstadt aufgebaut und schließlich in einem rauschenden Volksfest verbrannt werden – ging weniger Meter entfernt ebenfalls in Flammen auf. Ohne Publikum, ohne Feuerwerk, drei Tage zu früh. „Das ist das würdigste Ende“, das sie für ihr Werk hätten finden können, erklärten die Künstler.

Das Fest „Las Fallas“, das Valencia normalerweise zu San José am 19. März in ein Meer aus Flammen und Feuerwerk verwandelt, Hunderttausende Besucher in die Stadt bringt und zig Millionen Euro in die Kassen der Hotels, Kneipen und Geschäfte spült, war aus Angst vor dem Coronavirus auf Mitte Juli verschoben worden. Während die anderen Künstler ihre Figuren abbauten und einlagerten, wollten die Schöpfer der Frau mit Maske mit dem Titel „Aço també passará“ – „Das geht auch vorüber“ – nicht warten. Sie übergaben ihr Werk bei Nacht und Nebel den Flammen. Das Bild ging durch die Presse.

Mit der Absage der Fallas wurde allen klar: Die Krankheit verläuft rasant. Mittlerweile herrscht Ausgangssperre im ganzen Land und damit Reiseverbot für Einheimische. Die Grenzen für Nicht­spanier sind geschlossen. Tausende Touristen, die Jahr für Jahr mit ihren Wohnmobilen auf den Campingplätzen an der Mittelmeerküste überwintern, wurden aufgefordert, die Zelte abzubrechen, bevor die Plätze schließen mussten; so auch Hotels und Pensionen.

Christophorus Heufken sitzt in seinem Büro und klärt die letzten Details, bevor auch er zusperrt. Seit 20 Jahren betreibt er das Acht-Zimmer-Hotel Sant Salvador in Artà im Osten der Baleareninsel Mallorca. „Meine acht Mitarbeiter sind bereits vorübergehend arbeitslos gemeldet“, sagt er. Die meisten arbeiten seit über zehn Jahren bei ihm. „Die ständigen Ausgaben für das Hotel, wie Wartungs­verträge, Grund­ge­bühr für Strom und Wasser etc. laufen weiter, auch wenn wir geschlossen haben“, sagt er und rechnet, wie er über die Runden kommt.

Stornierungswelle bis zum Sommer

„Gäste habe ich schon seit Wochen keine mehr“, berichtet der Hotelier, der einst aus dem Ruhrgebiet kam. „Normalerweise füllt sich das Haus im März, dieses Jahr kam niemand“, erklärt er. Und die langfristigeren Buchungen für Ostern, das Frühjahr und den Frühsommer wurden alle storniert. Das Sant Salvador lebt zu 90 Prozent von internationalen Urlaubern, der Rest sind Festlandspanier. Doch weder die einen noch die anderen reisen jetzt.

Die Ausgangssperre und damit die staatlich verordnete Schließung aller Hotels wurde nach den ersten zwei Wochen erst einmal bis zum 11. April verlängert. „Ich hoffe, dass im Mai alles vorbei ist“, versucht sich Heufken selbst Mut zuzusprechen. „Doch dann werde ich das Hotel erst mal zu lassen“, überlegt er laut. Der Unternehmer will sich auf sein neues Projekt konzentrieren, das durch den Ausnahmezustand ebenfalls brachliegt: Ein kleines Restaurant mit Live-Musik in einem historischen Gebäude. Das müsste sich doch auch ohne Touristen mit den Inselbewohner füllen lässt.

Bleibt die Frage, ob die Menschen nach der Krise noch Geld haben, um es für Abendessen und Musik auszugehen. Denn auf den Balearen macht der Tourismus – wie auch auf den Kanaren oder den Regionen entlang des Mittelmeers – rund 35 Prozent des regionalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Insgesamt arbeiten auf den Inseln in der Hochsaison um die 190.000 Menschen in der Branche. Hinzukommen die indirekten Arbeitsplätze.

Letztendlich lebt jeder irgendwie vom Geld, das die Urlauber auf den Inseln lassen. Acht von zehn Unternehmen auf den Balearen werden wohl Mitarbeiter entlassen oder sie, wie Heufken, vorübergehend zum Arbeitsamt schicken müssen. „Vor dem Ausnahmezustand dachte ich, das war's“ sagt der Hotelier. Mittlerweile hat er wieder etwas Mut gefasst. Denn die Regierung in Madrid hat ein Hilfsprogramm aufgelegt.

Tourismus wichtigste Industrie

200 Milliarden Euro will der sozialistische Ministerpräsidenten Pedro Sánchez für wirtschaftliche und soziale Hilfsprogramm mobilisieren. Von Zuschüssen über Bürgschaften ist alles dabei. Die Herausforderung ist groß. Wenn der erneute Normalzustand sechs Monate auf sich warten lässt, dann könnten – so die Schätzungen der Unternehmerverbände – allein in der Tourismusbranche 62 Milliarden der 158 Milliarden Euro, die sie 2020 zum BIP beitragen sollte, verloren gehen.

Das Geschäft mit Urlaubern und Reisenden stellt über 12 Prozent des spanischen BIP und knapp 13 Prozent der Arbeitsplätze. Mindestens ein halbe Million Menschen werden wohl allein im Tourismus in der laufenden Saison ihren Job verlieren. Die Wachstumsrate von 1,6 Prozent, mit der der Internationale Währungsfonds für 2020 in Spanien rechnete, ist Geschichte. Fehlende Urlauber und Ausfälle im heimischen Konsum werden sich stark bemerkbar machen.

„So eine Krise haben wir noch nie erlebt“, erklärt José Luis Zoreda de la Rosa, der stellvertretende Vorsitzende von Exceltur, einem Verband, der 28 Großunternehmen aus der Tourismusbranche umfasst, gegenüber dem spanischen Rundfunk RTVE. Insgesamt gibt es in Spanien 14.600 Hotels und rund 800 Campingplätze. Hinzu kommen Tausende Unternemen aller Art, die ihre Dienstleistungen den Urlaubern anbieten. 200 Milliarden Euro für die gesamte spanische Wirtschaft und zur Milderung von persönlichen Notlagen bei einer Bevölkerung von 47 Millionen klingt da plötzlich gar nicht mehr so viel.

In anderen schwierigen Situationen, so etwa während der Eurokrise, sei die Tourismusbranche der Rettungsring der spanischen Wirtschaft gewesen, meint Zoreda de la Rosa, „aber jetzt ist es die anfälligste Branche“. Es gebe „keinen klaren Horizont. Niemand kann sagen, wie lange es letztendlich dauern wird.“ Ihm bleibt nur eine Hoffnung, dass, sobald das Virus besiegt ist, eine schnelle Erholung einsetzt, wie das etwa nach der Vogelgrippe der Fall war. Um dabei nachzuhelfen, bereiten Hotels und Reiseveranstalter Werbekampagnen und Sonderangebote vor.

Die Kurse fallen

Die Coronakrise trifft Spanien nach sieben fetten Jahren. Dank der politischen Instabilität auf der Südseite des Mittelmeeres stiegen die Besucherzahlen in Spanien Jahr für Jahr. Mit 82,7 Millionen ausländischen Besuchern war Spanien im vergangenen Jahr weltweit die Nummer 2 nach Frankreich.

Wie tief das Reiseland jetzt fallen wird, darüber will das Ministerium für Handel und Tourismus in Madrid nicht spekulieren. „Wir haben keine Daten. Die Zukunft wird davon abhängen, wie lange die Pandemie und der Ausnahmezustand dauern“, heißt es aus der Pressestelle. Auch bei den großen ­Hotelketten und Reiseveranstaltern halten sich die Presse- und Marketingabteilungen bedeckt. Die Unternehmen sind an der Börse notiert. Die Kurse fallen. Pessimistische Prognosen helfen da nicht. Und Optimismus könnte schnell von der Realität eingeholt werden. Auch das wäre nicht gut für die Aktien.

Lorenz Vega, Vermieter

„Für uns in der Extremadura ist das Jahr gelaufen“

Reiseveranstalter TUI, der Mitte März alle Flüge nach Spanien einstellte, begnügt sich mit einem Kommuniqué. „Wir möchten Ihnen in diesem schweren Augenblick für die gute Zusammenarbeit danken“, heißt es darin an die örtlichen Hotels. „Aufgrund der gegenwärtigen globalen Unsicherheit ist es viel zu früh, Prognosen abzugeben. Auf jeden Fall sind wir optimistisch und hoffen, bald wieder zur Normalität zurückzukehren und unsere Kunden in naher Zukunft wieder willkommen zu heißen“, erklärt Sara Ramis, Corporate Marketing Director der Barceló Hotel Group, mit 16.553 Betten verteilt auf 64 Hotels, die zweitgrößte Kette des Landes.

Am Härtesten wird es für die Selbstständigen. Eine von ihnen ist die Bremerin Almuth Intemann, die seit 2003 Bildungs- und Kulturreisen in Spanien für deutsches Publikum führt. „Meine letzten Gäste reisten an jenem Samstag, dem 14. März ab, als die Ausgangssperre verhängt wurde. Zum Glück hat sie einen Minivertrag mit einem der Anbieter, der ihr jetzt etwas Kurzarbeitergeld beschert. „Ich werde wohl mein Erspartes anbrechen müssen“, sagt sie. Bis Mitte Mai wurden von ihren Auftraggebern alle Reisen nach Barcelona und Madrid storniert. „Ich habe noch eine Gruppe in der zweiten Maihälfte nach Kastilien, aber die wird wohl auch nicht stattfinden. Mit etwas Glück können wir das alljährliche Kulturwandern in den Pyrenäen ab Juni aufrechterhalten“, fügt sie hinzu. Mit einer umfangreichen Erholung der Lage rechnet sie nicht vor Herbst. „Und dann auch nur, wenn die Menschen nach Monaten des Stillstands Geld haben. Tourismus sei ein Luxusgut, gibt Intemann zu bedenken.

„Für uns ist das Jahr gelaufen“

Kulturreisen und Wanderungen sind ein deutliches Zeichen dafür, dass immer mehr Touristen in Spanien nicht nur Strand und Sonne suchen. Über 17.000 casas rurales – ländliche Unterkünfte, meist in historischen Landhäusern und Bauernhöfen – sind in den letzten Jahrzehnten entstanden. Das schaffte Arbeitsplätze auch in Restaurants, Kneipen und im lokalen Kunsthandwerk. So manche junge Familie blieb auf dem Dorf, anstatt, wie noch in der Elterngeneration üblich, auf Suche nach Arbeit in die Städte abzuwandern.

Lorenzo Vega bewirtschaftet im Unesco-Geopark Las Villuercas, Ibores, Jara in Extremedura ein solches Landhaus. „Für uns ist das Jahr gelaufen“, bedauert er. Denn die Hauptsaison für Reisen ins Landesinnere ist das Frühjahr und dort vor allem die Osterwoche. „Im Sommer ist es hier zu heiß, um etwa zu wandern oder Rad zu fahren. Im Herbst und vor allem im Winter ist das Wetter schlecht“, erklärt Vega. Sein Haus ist so abgelegen, dass er mit Frau und Kindern sogar ab und an trotz Ausgangssperre einen Spaziergang im Wald unternehmen kann. Etwas, was in den Städten und Dörfern Spaniens seit dem 14. März (und mindestens noch bis Mitte April) undenkbar ist.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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