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Kritik an Reiches HeizungsplänenGrüngasquote macht Heizen teurer, warnen Verbände

Öl- und Gasheizungen sollen zunehmend mit Biobrennstoffen betrieben werden. Das sei zu teuer und ein Irrweg, sagen Umwelt- und Verbraucherverbände.

Umwelt- und Verbraucherverbände fordern, dass die Bundesregierung die ab 2028 vorgesehene Biobrennstoffquote für Heizungen zurücknimmt und stattdessen den Ausstieg aus der fossilen Wärmeversorgung voranbringt. Die sogenannte Grüngasquote sei eine „Scheinlösung“ und kein wirksames Instrument gegen die Klimakrise, heißt es in einer Erklärung von zehn Verbänden, darunter Greenpeace, der Bund für Umwelt und Naturschutz, der Deutsche Mieterbund und der Verbraucherzentrale Bundesverband. Nach Auffassung der Verbände bringt die Regierung den Austausch fossiler Heizungen so nicht voran. Vielmehr drohe, dass deren Betrieb verlängert und Ver­brau­che­r:in­nen durch hohe Heizkosten belastet werden.

Hintergrund: Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will, dass fossile Heizungen ab 2028 mit einer schrittweise zunehmenden Quote von grünen Gasen wie Biomethan oder mit Bioöl betrieben werden. So sollen die Klimaziele erreichbar bleiben, obwohl es kein Datum mehr für das Aus von Gas- und Ölheizungen gibt. Das ist Teil des Gebäudemodernisierungsgesetzes, mit dem die schwarz-rote Bundesregierung die Heizungsreform der Ampel entkernt hat. Händler sollen verpflichtet werden, nur Brennstoffe mit der geforderten Beimischung zu verkaufen. Die Quote soll 2028 zunächst 1 Prozent betragen und bis 2045 auf 100 Prozent steigen. Kri­ti­ke­r:in­nen bemängeln, dass nicht genug Biobrennstoffe verfügbar und diese sehr teuer sind.

„Die Grüngasquote droht zu erheblichen zusätzlichen Heizkosten für private Haushalte zu führen“, warnen die Verbände. Tarife mit einem Anteil von mindestens 10 Prozent Biomethan seien schon heute im Schnitt 25 Prozent teurer als herkömmliche.

Nach Reiches Plänen soll die Grüngasquote nur für Privathaushalte gelten, nicht für die Industrie oder den Verkehr. Die Bundesregierung plane, dass Händler „ihre Verpflichtungen aus der Grüngasquote auch durch die Lieferung von erneuerbarem und kohlenstoffarmem Wasserstoff an Industrieunternehmen erfüllen können“, so die Verbände. Das lehnen sie als „Quersubventionierung von Wasserstoff in der Industrie durch Privathaushalte“ entschieden ab. Der Hochlauf von Wasserstoff sei nötig, aber dafür müsse es eigene Finanzierungsinstrumente geben.

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5 Kommentare

  • Flemming

    Dieser Art Vorschläge, ein Paradebeispiel einer Milchmädchenrechnung, sind gänzlich ungeeignet eine gewünschte Verbesserung herbeizuführen.



    Anstatt den Ausstieg zu fördern, werden eher Kontraproduktive Lösungen etabliert.



    Recht haben die jüngeren Generationen mit ihren Vorwürfen an die Politik. Die Angst ist mehr als berechtigt, wir befinden uns alle zunehmend in einer Realität welche sich mit einer Geschwindigkeit verändert sodass es der Menschheit schwerfallen wird sich anzupassen.



    Sämtliche Wohnungen der Republik mit leistungsfähigen Klimaanlage auszustatten, ist nicht mal so nebenbei abzuarbeiten.



    Die Vorschläge aus dem Wirtschaftsministerium sind ein Indiz für ein nicht wahrnehmen von Verantwortung. Auch Frau Reiche hat einen Eid abgelegt?

  • Janix

    Biogas ist relativ sauberes Gas und das kleinste Übel bei Fossil. Wer (noch) nicht zur Wärmepumpe wechselt, kann mit Biogasanteil seinen CO2-Fußabdruck reduzieren. Suchen Sie mal nach sauberem Biogas, und Sie bekommen auch einen Eindruck, was der Preisunterschied je nach den Prozenten ist.

    Aber besser ist es, etwa zur Wärmepumpe zu wechseln. Jeder weiß es, auch in den Branchen.



    Öl ist noch ärger. Wer sich jedoch zuletzt eine neue Gasheizung hinsetzte, ist fast immer selbst schuld. Mensch hätte das Haus beleihen können.

  • Aurego

    Natürlich ist eine "Grüngasquote" langfristig ein Irrweg. Das ist nämlich eine Alternative nur für ganz Wenige, ähnlich wie Pelletheizungen. Wer rechnen kann, ist klar im Vorteil, denn bei der Grüngasquote stellt sich die Frage, wo das ganze "grüne" Gas eigentlich herkommen soll, wenn (zu) viele Leute damit heizen wollen.

    • elektrozwerg

      @Aurego:

      Wollen ist da relativ.



      Wenn man in einem der 50% von Haeusern wohnt, die Waermepumpen ready sind, kanns trotzdem noch schief gehen, zum Beispiel weil der Netzbetreiber keine Waermepumpen mehr anschliesst. 2 Nachbarsorte weiter geht da ne Weile garnix.



      Oder man wohnt in einem der 40% Haeuser, die energetisch saniert werden muessen, bevor ne Waermepumpe wirtschaftlich betrieben werden kann. Vielleicht fehlt das Geld, zum Beispiel weil durch die politischen Energiepreiserhoehung der letzten Jahre nichts fuers Sparen geblieben ist. Manche sind zu alt fuer einen Kredit oder fuer die Sanierung an sich.



      Dann sind da noch die, die in den restlichen 10% der Haeuser leben. Das sind die, in die eine Waermepumpe praktisch bzw ueberhaupt nicht eingebaut werden kann. Duerften so um die 2 Millionen Haeuser sein.

  • elektrozwerg

    Was waeren die armen Gasheizungsbesitzer nur ohne die Unterstuetzung der Klimaverbaende. Die machen sich solche Sorgen, dass sie vollkommen vergessen haben, wer in den letzten Jahren fuer immer hoehere Energiepreise via CO2-Steuern lobbyiert hat. Einfach herzallerliebst.