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Trump, Selenskyj und Europa Ukraine, verkauft und im Stich gelassen

Kommentar von

Mathias Brüggmann

Immer offener paktiert der US-Präsident mit dem Kremlchef. Die EU setzt die Hoffnungen auf die Midterms, derweil wird die Ukraine heftig beschossen.

E s ist erbärmlich, wie US-Präsident Donald Trump die Ukraine verkauft und wie die Europäer hilflos danebenstehen, wo sie doch längst viel mehr hätten tun können. Worauf warten sie nur? Zwar erklärte Wladimir Putins außenpolitischer Berater nach dem Treffen mit Donald Trumps Sondergesandtem Steve Witkoff, man sei zu Gesprächen zwischen der Ukraine und Russland unter Vermittlung der USA bereit – aber nur über Sicherheitsgarantien für beide Konfliktparteien nach einem Friedensschluss und erst im kommenden Monat.

Ob Trumps Geduld so lange hält? Die Halbwertzeit seiner Aussagen wurde zuletzt immer kürzer. Putin möchte Trump dafür gewinnen, bei einem Dreiertreffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping über einen Waffenstillstand zu verhandeln. Ohne Beisein der Ukraine. Während Trump die Verbündeten verrät und immer offener mit Putin paktiert, spielen der Kreml und Europa auf Zeit: Die EU wartet auf den Ausgang der Midterm-Wahlen in den USA Anfang November und hält vorläufig still. Putin will bis April warten, in der Hoffnung, dass die rechtsextreme Marine LePen die Wahlen gewinnt und die Einigkeit für EU-Ukrainehilfen dann ein baldiges Ende hat.

Derweil taumelt die Ukraine, jeden Tag getroffen von Hunderten russischen Raketen und Drohnen, auf einen katastrophalen Winter zu. Trumps schändlichem Verrat setzt Europa bisher nur Heuchelei entgegen. Zwar wird mit Geld und Waffen geholfen. Doch die militärischen Rüstungsgüter, die die Ukraine wirklich bräuchte, um Putins Soldateska tief im Hinterland zu attackieren, werden nicht geliefert.

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Seit der russischen Vollinvasion im Februar 2022 haben EU-Staaten rund 239 Milliarden Euro mehr für fossile Energieträger in Moskaus Kriegskasse gezahlt als der Ukraine an Unterstützungsleistungen. Längst hätten die 210 Milliarden Euro russischer Zentralbankgelder, die beim belgischen Zahlungsdienstleister Euroclear eingefroren sind, konfisziert werden können, um sie der Ukraine zur Verfügung zu stellen. Denn eigenständig Milliarden verdienen können Kyjiws Exporteure aktuell nicht – seit Moskau das Schwarze Meer für Frachter mit ukrainischem Getreide blockiert.

Polen, Rumänien und die Slowakei lassen Eisenbahnwaggons voller Weizen und Mais an der EU-Außengrenze vergammeln. Solange das so bleibt, sind Europas warme Worte für Selenskyj reine Verlogenheit. Und am Ende werden wir ein Vielfaches zahlen müssen für unsere Sicherheit vor Russland.

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17 Kommentare

  • Perkele

    Trump ist nicht nur extrem korrupt, er sit auch ein Verräter. Verrat an der Demokratie im eigenen Land, Verrat an seinen engsten Verbündeten in Kanada und Europa, Verrat an den Menschen in der Ukraine, die für seine Deals und Bereicherungen sterben.

  • Hierjetzt

    Verstehe ich das richtig? Man hofft darauf, dass Trump nach den Wahlen Druck bekommt um sich dann wieder daran zu beteiligen den Krieg in der Ukraine am laufen zu halten? Das klingt eher nach Verrat an den Menschen, die auf beiden Seiten diese Politik mit dem Leben bezahlen.

    • Il_Leopardo

      @Hierjetzt:

      So wie ich es sehe, ist es ja wohl Putin, der den Krieg am Laufen hält oder?

    • Machiavelli

      @Hierjetzt:

      Der Krieg läuft solange Putin will, wer in beenden will muss die Ukraine so unterstützen das Russland keine chance auf Sieg mehr sieht.

  • Il_Leopardo

    Putin signalisiert Bereitschaft zum Verhandeln. Ich lach' mich tot. Er will Zeit gewinnen und hofft, dass Trump die Geduld verliert und die Regierung die Hilfe völlig einstellen und die Ukraine sausen lassen wird. Und Musk hilft dabei schon mal mit, in dem er Starlink und Starshield drosselt.



    Und die Europäer - mich würde mal interessieren, was Europa bislang getan hat, um sich vom Großen Bruder unabhängiger zu machen? Seit Jahren reden sie darüber - aber was ist bereits umgesetzt?



    Ein Gespräch soll in China stattfinden - mit Trump und Putin, aber ohne Selensky. Und Europa bleibt auch draußen vor der Tür.



    Und Magdeburg, oder besser: Der Duftkerzenvertreter träumt von Friedensgesprächen. Aber leider wird er dazu nicht eingeladen werden.

  • Günter Witte

    Das wirklich traurige ist aber das die Meinung die Ukraine einfach fallen zu lassen auch die Meinung der Radikalen Ränder unserer Parteienlandschaft ist, und diese damit Wahlen gewinnen.

  • Astrid Sehnefeld

    "Längst hätten die 210 Milliarden Euro russischer Zentralbankgelder, die beim belgischen Zahlungsdienstleister Euroclear eingefroren sind, konfisziert werden können, um sie der Ukraine zur Verfügung zu stellen."



    Absolut richtig.



    "Polen, Rumänien und die Slowakei lassen Eisenbahnwaggons voller Weizen und Mais an der EU-Außengrenze vergammeln. Solange das so bleibt, sind Europas warme Worte für Selenskyj reine Verlogenheit. Und am Ende werden wir ein Vielfaches zahlen müssen für unsere Sicherheit vor Russland."



    Das glaube ich nicht. Wir brauchen weiterhin Energie. Gas, Öl - ich meine wir kaufen es ja immer noch, nur über Umwege, um es zu verschleiern.



    Die 210 Milliarden werden, so mutmaße ich, mit den ersten Verträgen zwischen Russland und der EU wieder freigegeben.



    Und diese Verträge schlummern bereits fertig in Schreibtischen.



    Nicht, weil Europa die Ukraine verraten will, aber weil Europa mittlerweile andere Fronten hat: USA, China - und weil die eigene Bevölkerung die Geduld verliert.



    Kriegsmüdigkeit war schon immer der größte Feind - wer im Krieg zögert verliert, alles altbekannt🤷



    Europa wollten nie gewinnen, die Ukraine darf nicht verlieren sagte Bearbock - das wurde erreicht.

    • Machiavelli

      @Astrid Sehnefeld:

      Putin interessiert sich nicht für Handel oder Verträge. Es geht ihm um mehr Land, mehr Menschen zu beherrschen und mehr Macht. Daher wird Trump scheitern, daher werden alle Friedensinitaitiven scheitern.

      • Astrid Sehnefeld

        @Machiavelli:

        Gut möglich, aber auch Putin wird sterben oder gestorben werden - letzteres ist in Russland ja nicht unüblich - oder irgendwann von Oligarchen oder seinem eigenen Apparat gezwungen einzulenken, weil sie wieder Zugriff auf "ihre" Vermögenswerte haben wollen oder die Geliebte oder das Töchterchen zum Studium nach Paris will...🤷



        Auch dieser Krieg wird enden und für den Tag danach schlummern definitiv bereits wirtschaftliche Abkommen in den Schreibtischen.



        Europa kann nicht ohne Russland - das ist einfach so.



        Vom Uran bis zum Gas, in Zukunft auch die Nordostpassage (der deutlich kürzere Weg per Schiff nach Asien) und in dem Zug auch gleich die Ausbeutung des dann eisfreien Nordpols.



        Die EU braucht Frieden mit Russland und wird ihn schließen - deshalb, meiner Meinung, wurde auch von Anfang an nur mit angezogener Handbremse der Ukraine geholfen.



        Man weiß, dass man Russland auch in Zukunft braucht.

        • Machiavelli

          @Astrid Sehnefeld:

          Ich glaube dieser Konflikt wird nur auf zwei Arten enden. Russland kann seine Hegemonie über osteuropa entfalten oder es geht als Staat unter. Der russische Staat is strukturell nicht mehr zu Frieden und einer regelbasierten Ordnung fähig.

          • Astrid Sehnefeld

            @Machiavelli:

            Interessante These.



            Ich kann sie auch nachvollziehen.



            Und dennoch hoffe ich, dass sie nicht zutrifft.



            Denn ein untergehendes Russland kann keiner wollen. Tausende Atombomben - definitiv würden Islamisten oder andere Wahnsinnige über irgendwelche Kanäle an Material kommen.



            Bevor das passiert, soll Russland wieder Hegemon östlich der alten Linie werden.



            Eine zerfallende Atommacht wäre der globale Supergau.

  • Perkele

    Der Sondergesandte Witkoff hat gerade eben den Potus als Menschenfreund bezeichnet und dann gleich Putin ebenso. Hat man es denn nur noch mit Irren zu tun?

    • DocSnyder

      @Perkele:

      Ich habe es heute auch im Radio als Aufzeichnung gehört. Der "Menschenfreund", der jede Nacht die Ukraine bombardieren lässt. Sowas geht dem Autokraten im Kreml runter wie öl.



      Gleichzeitig erklärt Trump, dass Russland die Ukraine gut behandelt.



      Es wird nichts aus einem Dreiertreffen mit der Ukraine, USA und Russland. Putin versucht Trump dadurch etwas Aufschwung für die Midterms zu verschaffen, aber selbst einige seiner Republikaner, die moralisch nicht so verkommen sind wie Trump, sagen, dass dieser ein Verräter ist und dem Autokraten Putin in den Hinter krie....t.

      Die US-Regierung hat ganz offensichtlich die Partei für den Kreml ergriffen und greift öffentlich die Ukraine an.



      Hoffentlich gibt es genug US-Amerikaner, außer den Hardcore Trump Fans, die bei den Midterms die richtige Entscheidung treffen.

  • shitstormcowboy

    Musk, Trump, sie haben sich entschieden mit Putin gemeinsame Sache zu machen. Das ist für die Ukraine ganz schlimm. Aber was bedeutet das für Deutschland? Wie können die Amerikaner Ramstein und andere Stützpunkte weiter betreiben, wenn sie jetzt an die Seite Putins treten? Das können sie im Prinzip nicht und deshalb muss die Regierung die Amerikaner auffordern Deutschland unverzüglich zu verlassen.

    • Astrid Sehnefeld

      @shitstormcowboy:

      Das können wir uns wirtschaftlich gar nicht leisten.



      Selbst wenn wir die politischen Folgen mal völlig außer Acht lassen - Stichwort Zölle - die US Stützpunkte sorgen für hunderttausende Arbeitsplätze rundherum.



      Und auch geostrategisch sind die US Basen Gold wert. Ramstein ist das größte Drehkreuz der USA, somit ist Deutschland für Trump schützenswert.



      Nicht, weil er uns mag, aber weil die Stützpunkte erhalten werden müssen.



      Wenn die USA die deutschen Basen räumen würden, könnte Putin mit Mitteleuropa machen was er will - so nicht.



      Das hilft der Ukraine nicht, aber uns schon🤷



      Außerdem ist Trump kein König und alt - es wird auch wieder ein NATO freundlicher Präsident kommen.



      Man reißt nicht die Brücken eines Jahrhunderts ab wegen eines Irren der 4 Jahre am Ruder ist.



      Auch Trump und Putin werden sterben und die Welt sich trotzdem weiterdrehen.

  • Sonnenhaus

    Bleibt nur zu hoffen, dass Europa ausserhalb des Mediengeschehens die militärische Unterstützung liefert, welche die Ukraine benötigt, um sich zu verteidigen und vor allem die Infrastruktur von Putins Diktatur zu zerstören. Es bleibt zu hoffen, das die EU die ÖL Lieferungen von Russland nun endlich im Gebiet der Ostsee und entlang der EU stoppt und endlich auch die eigenen letzten Gas- und Öllieferungen enedlich einstellt um der Doppelmoral und zahnlosen Diplomatie ein ende zu setzen. Kein Wunder das Europa von den Großmächten nicht am Verhandlungstisch gewünscht ist - es wird nicht ernst genommen, bei solch einem Verhalten.



    Die kommende Wahl in den USA wird sicher eine Wendung bringen, vorallem, wenn Trump weiterhin auf dem aktuellen Kurs bleibt und die USA weitere zivile Tote in der Ukraine verantwortet.



    Aktuell ist auf die Nato kein Verlass mehr. Die USA haben Europa verraten. Der Präsident von Amerika hat unser Bündnisvertrauen an Putin und Xi, für wenige Milliarden für seine eigene Familie verkauft. Schwarze Tage für die USA.



    Es ist 5 nach 12 unsere Souveränität selbst in die Hand zu nehmen, nicht nur militärisch.

  • Claudio M.

    Es tut mir Leid.