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+++ Nachrichten im Irankrieg +++Neue Hoffnung auf Friedensabkommen

Es gibt Hoffnung auf ‌ein baldiges Abkommen, der Ölpreis fällt. Ein Deal könnte in Europa geschlossen werden. Doch Iran dementiert die Friedensgespräche.

Hoffnung auf Friedensdeal im Irankrieg drückt Ölpreis

Die ‌Hoffnung auf ‌ein baldiges Friedensabkommen im Irankrieg hat Öl deutlich billiger gemacht. Die Notierungen für das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI fielen am Freitag um mehr als zwei Prozent auf 88,35 beziehungsweise 85,13 Dollar je Fass. Seit Mittwoch sind die Preise um jeweils mehr als fünf Prozent abgerutscht. US-Präsident Donald Trump ‌hatte zuletzt erklärt, die Gespräche mit Iran seien vorangekommen und ein Friedensabkommen, das die Straße von Hormus wieder für die Schifffahrt öffnen würde, könne bereits an diesem Wochenende unterzeichnet werden.

Trump hatte sich in den vergangenen Wochen schon öfter optimistisch gezeigt, ohne dass es jedoch zu einer Einigung gekommen ist. Ray Attrill, Leiter der Devisenstrategie bei der National Australia Bank, blieb allerdings zuversichtlich: „Sollten wir etwas Positives aus Iran hören, dürften sich die Chancen auf ein Friedensabkommen ganz klar verbessern“, erklärte er. Von der iranischen Seite hieß es, es sei noch kein Text ⁠für eine Absichtserklärung gebilligt worden. Wenn aber die USA den von Iran gemachten Vorschlag akzeptieren würden, sei es wahrscheinlich, dass Iran ebenfalls zustimme.

Seit Beginn des Krieges ‌Ende Februar ‌sind die Ölpreise massiv nach oben geschnellt. Zeitweise ⁠lag die Brent-Notierung bei 126 Dollar je Fass. Iran blockiert den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus, über ‌die vor dem Krieg ein ‌Fünftel des weltweiten Bedarfs an Öl und Flüssigerdgas verschifft wurde. (rtr)

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Trump und Teheran widersprechen sich in Sachen Einigung

Nach der Absage neuer Angriffe auf Iran durch US-Präsident Donald Trump hat es in der Nacht zum Freitag keine neuen Attacken in der Golfregion gegeben. Von Trump gemachte Angaben, dass eine „großartige Vereinbarung“ für ein Ende des Krieges erzielt worden sei, wurden von Teheran aber offiziell zurückgewiesen.

„Bislang ist Iran zu keiner abschließenden Entscheidung über das Abkommen gelangt“, erklärte der Sprecher des Außenministeriums, Esmail Bakaei. Die Nachrichtenagentur Tasnim schrieb, Trump habe schon 38-mal eine anstehende Einigung verkündet. „Solange Iran keine mögliche Einigung verkündet, sollten alle Angaben von Trump zu diesem Thema genauso betrachtet werden wie seine bisherigen Äußerungen.“

Der US-Präsident hatte zuvor nach eigenen Angaben „die für heute Abend geplanten Angriffe und Bombardierungen gegen Iran abgesagt“. Er begründete dies mit deutlichen Fortschritten bei den Verhandlungen. Diese seien mit „der höchsten Ebene der iranischen Führung“ geführt worden. Zeit und Ort der Unterzeichnung des Abkommens würden „in Kürze bekanntgegeben“, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social.

Kurz nach diesem Post sagte Trump im Weißen Haus zu Journalisten, es sei eine „großartige Vereinbarung“ für ein Ende des Irankriegs erzielt worden. Die entsprechenden Dokumente müssten noch fertiggestellt werden. Eine Unterzeichnung des Abkommens werde „vielleicht in Europa“ stattfinden.

Mit der Abmachung werde die Straße von Hormus wieder geöffnet, kündigte Trump an. Zudem werde Iran „niemals eine Atomwaffe“ haben. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu erklärte, er habe von Trump die Zusage, dass Iran sein angereichertes Uran werde abgeben müssen. Zugleich verwies Netanjahu darauf, dass Israel „nicht Teil der Absichtserklärung“ sei.

Trump wurde im Weißen Haus auch gefragt, ob der neue oberste Anführer des Iran, Ayatollah Modschtaba Chamenei, die Vereinbarung persönlich abgesegnet habe. „So wie ich es verstehe, ist die Antwort ja“, sagte der US-Präsident. Trotz des Dementis aus Teheran sorgten die Aussagen von Trump am Freitag an den asiatischen Börsen für deutliche Kursanstiege. Zuvor waren an der Wall Street in New York bereits die Aktienkurse nach oben geschnellt, der Ölpreis sank.

Trump hatte Iran ursprünglich für Donnerstagabend mit weiteren „sehr heftigen“ Angriffen gedroht. „In nicht zu ferner Zukunft“ würden die US-Streitkräfte zudem die strategisch wichtige „Insel Charg und andere Ölinfrastruktur-Orte einnehmen“, fügte er hinzu. Die im Norden des Persischen Golfs gelegene Insel ist der wichtigste iranische Ölterminal, über den normalerweise 90 Prozent des Rohöls aus dem Land umgeschlagen werden. Ende März hatte Trump gedroht, Charg zu „vernichten“, sollte Iran die Straße von Hormus nicht wieder für den Schiffsverkehr freigeben.

In den vergangenen Tagen war es angesichts stockender Verhandlungen erneut zu Angriffen zwischen den USA und Iran gekommen. Das US-Militär griff Ziele in Iran an, Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain, Jordanien und Kuwait. (afp)

Reist Vance für Deal nach Europa?

Derweil sagte Trump im Weißen Haus, für eine mögliche Unterzeichnung eines Deals am Wochenende könnte Vizepräsident J.D. Vance nach Europa reisen. Einen genauen Ort oder ein Land nannte der Republikaner nicht. Er selbst werde nicht dabei sein können, sagte Trump. Er feiert an diesem Sonntag in Washington seinen 80. Geburtstag und will danach zum G7-Gipfel der Gruppe führender demokratischer Wirtschaftsmächte nach Frankreich fliegen. (dpa)

US-Militär schießt zwei iranische Drohnen ab

Das US-Militär hat einem Insider zufolge zwei iranische Angriffsdrohnen abgeschossen. „Der ‌Schiffsverkehr durch die Meerenge läuft weiter“, erklärte der Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Iran versuche offenbar, Handelsschiffe bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus anzugreifen. (rtr)

Iran hindert Öltanker an Fahrt durch Straße von Hormus

Iranische ‌Streitkräfte haben Staatsmedien ‌zufolge einen Öltanker an der Durchfahrt durch die Straße von Hormus gehindert. Das Schiff habe sich nach Warnungen der Marine der Revolutionsgarden an das Durchfahrtsverbot gehalten, meldeten iranische Medien am frühen ‌Freitag unter Berufung auf Militärkreise. Zuvor gemeldete Explosionsgeräusche vor der Küste der Stadt Sirik könnten laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna im Zusammenhang mit dem Vorfall gestanden haben. Die iranische Militärführung hatte am Donnerstag die Schließung der Meerenge für Öltanker und Handelsschiffe bekanntgegeben. Dabei drohte sie, auf jedes Schiff ‌zu feuern, das eine Durchfahrt versuche. (rtr)

EU-Außenbeauftragte fordert diplomatische Lösung im Iran-Konflikt

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas ‌fordert angesichts der jüngsten Eskalation im Konflikt mit Iran eine diplomatische Lösung. Sie habe mit dem iranischen Außenminister Abbas Araqchi gesprochen, teilt Kallas auf der Plattform X mit. Die wiederaufgenommenen Angriffe auf die Golfstaaten und ihre kritische Infrastruktur seien inakzeptabel. Der diplomatische Weg bleibe der beste Ausweg aus diesem Krieg. (rtr)

Zwölf Tote bei Explosion von Munitionslager im Jemen

Bei einer Explosion in einem Munitionslager im Jemen sind mindestens zwölf Kämpfer einer Pro-Regierungs-Miliz getötet worden. Bei der nächtlichen Detonation im Stützpunkt Al-Solban in der südlichen Hafenstadt Aden seien zudem neun Angehörige der sogenannten Brigade der Giganten verletzt worden, sagte ein Militärvertreter am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Ein weiterer Militärvertreter bestätigte die Angaben. Der Grund für die Explosion war zunächst unklar.

Der Jemen ist das ärmste Land auf der arabischen Halbinsel. Große Teile des Jemen werden von der von Iran unterstützten Huthi-Miliz kontrolliert, die 2014 die Hauptstadt Sanaa eingenommen hatte. 2015 begann ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis, zugunsten der Regierungstruppen in den Konflikt einzugreifen.

Die Brigade der Giganten war von den Vereinigten Arabischen Emiraten gegründet worden. Im vergangenen Jahr kam es zu Gefechten zwischen von den Emiraten und von Saudi-Arabien unterstützten Einheiten. Nachdem Saudi-Arabien sich durchsetzen konnte, zogen sich die Emirate zurück. Die Brigade der Giganten ist inzwischen mit den von Saudi-Arabien unterstützten Regierungstruppen verbündet. (afp)

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