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Familienministerin will kürzenKinder sollen weniger kosten

Der Berufsverband für Soziale Arbeit kritisiert die geplante Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe. SPD und Grüne pochen auf individuelle Rechte.

Kein Herz für Kinder? Bundesfamilienministerin Karin Prien will Gelder kürzen Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Gruppenlösung olé, Einzelfallhilfe ade – es gibt viel Kritik an der geplanten Reform der Kinder- und Jugendhilfe. Dem vorliegenden Gesetzesentwurf zufolge setzt Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) darauf, Einzelfallhilfe stärker durch pauschale Angebote zu ersetzen. Das soll langfristig Kosten senken. Einsparmöglichkeiten sieht die Ministerin auch bei Schulbegleiter*innen, die Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen oder Lernschwierigkeiten bislang individuell zur Seite stehen. Sie sollen zukünftig mehrere Kinder begleiten.

Prien will durch die Reform ab 2028 pro Jahr rund 200 Millionen Euro einsparen, ab 2038 rechnet sie mit Einsparungen von rund 2,7 Milliarden Euro pro Jahr. Es ist die größte Reform der Kinder- und Jugendhilfe seit Jahrzehnten. Viele Fachleute beunruhigt sie.

Ludwig Prothmann etwa, vom Deutschen Berufsverband für Soziale Arbeit e. V. (DBSH). „Dass mit der Reform alle Hilfen aus einer Hand kommen, ist erst mal gut“, sagt er. Sorge aber machten den So­zi­al­ar­bei­te­r*in­nen die vielen Klauseln im Gesetzentwurf, die darauf abzielten, Regelangebote zu bevorzugen: „Wir befürchten, dass Einzelfallhilfen dann nicht mehr gewährt werden“ – etwa weil in einem Gruppenangebot vor Ort zufällig noch ein Platz frei ist.

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Statt auf Kosten zu schielen, müsse der Fokus auf einer passgenauen Hilfe liegen, die wirklich wirke. „Wenn wir das nicht gewährleisten, lassen wir zu, dass Fälle eskalieren“, sagt Prothmann. „Und das kostet am Ende langfristig viel mehr.“ Statt 10.000 Euro im Jahr für eine ambulante Hilfe könne das schnell steigen auf rund 100.000 Euro für eine stationäre Unterbringung.

„Sehr viele Fragen“

Auch die vorgesehenen Sanktionen lehnt der DBSH ab. „Das ist ganz klar auf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ausgerichtet, wenn sie sich nicht an dem ihnen zugewiesenen Wohnort befinden“, sagt Prothmann. „Sanktionen oder Bußgelder dürfen aber auf keinen Fall ins Jugendhilfegesetz.“ Hier dürfe der Gesetzgeber den Auftrag der Jugendhilfe nicht ignorieren, die ja so stattfinden solle, dass „auf eine Annahme hingewirkt wird“, sagt Prothmann.

Auf die Jugendämter sieht Prothmann Herausforderungen zukommen. Die geplante bürokratische Erleichterung betrifft ja erstmal nur die Antragsteller*innen“, sagt er. Die Behörden müssten Personal schulen und neu einstellen. Hier müsse der Bund sich darum kümmern, dass die Kommunen das finanziell überhaupt bewältigen können. „Wenn Jugendsozialarbeit Aufgaben übernehmen soll, dann muss der Bund auch dafür sorgen, dass die Kommunen in diesem Bereich nicht kürzen, weil ihnen das Geld für freiwillige Leistungen fehlt“, sagt Prothmann. Aus seiner Sicht sei es „noch ein weiter Weg“ hin zu einer inklusiven Kinder- und Jugendarbeit. „In seiner jetzigen Form wird das Gesetz aus unserer Sicht Krisen verschärfen, weil Leistungen nicht mehr präventiv wirken.“

Denise Loop, jugendpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, hat nach dem Lesen des Entwurfs noch „sehr viele Fragen“ – vor allem dazu, wie die Regelungen umgesetzt werden sollen. Loop ist Sozialarbeiterin und hat in einem Jugendamt in Schleswig-Holstein gearbeitet. „Dass Regelangebote in der Jugendsozialarbeit Vorrang haben sollen vor der Einzelfallhilfe – das ist Standard, das wird jetzt schon so gemacht“, sagt sie. „Aber was bedeutet es, wenn es jetzt gesetzlich festgeschrieben wird?“

Heißt dass, das ein Jugendamt Hilfe verweigern kann, wenn grundsätzlich ein Regelangebot da ist, auch wenn das Angebot etwa auf dem Land für Kinder und Jugendliche gar nicht richtig erreichbar ist? Und was kann ein Jugendclub leisten, der nur noch einmal die Woche geöffnet ist? „Es müssen weiterhin die individuellen Bedarfe von Kindern und Jugendlichen im Vordergrund stehen“, sagt Loop. Auch bei den Schulbegleitungen komme es auf die Umsetzung im Einzelfall an.

Eine reine Kürzungsreform?

Es bestehe auch die Gefahr, dass das Gesetz die Situation für junge Volljährige verschärft, sagt Denise Loop. Die gesetzliche Jugendhilfe reiche bis zum 27. Lebensjahr. Allerdings sei es schon jetzt teils so, dass die Jugendämter nach der Volljährigkeit auf ein schnelles Ende der Hilfen drängten. „Da ist mein Eindruck, dass es den Jugendlichen teils so schwer wie möglich gemacht werden soll“, sagt Loop. „Dabei stellt gerade der Übergang in Ausbildung, Job oder Studium wichtige Weichen und es lohnt sich, da noch mal Geld zu investieren“, sagt sie.

Bei den Schulbegleitungen kommt es Loop zufolge auf die Umsetzung im Einzelfall an. „Jedes Kind mit dem Bedarf hat das Anrecht auf eine eigene, individuelle Begleitung“, sagt sie. „Wenn das fünf Kinder in einer Klasse sind, ist tatsächlich die Frage, ob da fünf Erwachsene mit rein müssen, oder ob weniger Be­treue­r*in­nen die Aufgaben übernehmen könnten“, sagt Loop. Das sei auch eine Forderung aus Fachkreisen. Eine Voraussetzung dafür sei aber, dass die Fachkräfte entsprechend breit aufgestellt seien. „Das Pooling kann gut sein – wenn die Bedarfe der Kinder und Jugendlichen im Fokus stehen“, sagt die Grünenabgeordnete.

Dass die Eingliederungshilfe in die Jugendhilfe überführt werden soll, begrüßt Loop. Das sei entlastend für Eltern, die bisher teils von Behörde zu Behörde geschickt worden seien, weil unklar war, wer es übernimmt. Besonders Pflegefamilien könnten ein Lied davon singen, wie sie teils an verschiedenen Stellen um die Schulbegleitung hätten regelrecht betteln müssen. „Wir sind aber weit entfernt von einem Gesetz, dass wirklich auf eine inklusive Kinder- und Jugendarbeit abzielt“, sagt sie. Der Referentenentwurf bringe eine wichtige Strukturreform auf den Weg. „Es ist zu hoffen, dass am Ende keine reine Kürzungsreform bleibt“, sagt sie.

Aus der SPD heißt es verhalten, Priens Reform setze an zentralen Punkten an. Laut Jasmina Hostert, SPD-Sprecherin für Bildung und Jugend, brauche es starke kommunale Infrastrukturen, eine bessere Abstimmung zwischen Leistungssystemen und weniger Bürokratie. Die SPD setze auf „wirksame, qualitätsorientierte und nachhaltige Veränderungen, die Hilfen verlässlicher machen und Kommunen entlasten“. Hostert sagt: „Pauschale Leistungskürzungen lehnen wir ab“. Das individuelle Recht junger Menschen auf Unterstützung und Teilhabe müsse bestehen bleiben.

Im Mai will Karin Prien ihr Gesetz im Kabinett vorstellen, danach geht es ins Parlament.

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44 Kommentare

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  • "SPD und Grüne pochen auf individuelle Rechte."



    .



    Das ist doch Verarschung.



    .



    Es gibt diverse Bundesländer, wo SPD, Grüne und auch Linkspartei grundgesetzlich verantwortlich sind für die Bildung und Schulbegleiter in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt haben müssten. Nur gebacken bekommen haben es die Parteien nicht.



    .



    Natürlich muss Prien da die Notbremse ziehen und den Fachkräftemangel pragmatisch so organisieren, das die Verteilung gerecht verläuft.

  • Sind die Linken die waren Konservativen ??



    Nein, nur nichts ändern ist die Antwort auf alles. Es ist egal wie ineffektiv etwas ist, es ist egal ob Steuergelder sinnlos verbrannt wird, Hauptsache man ändert nichts daran. Am schönsten finde ich ja das man dann seine rückständige Meinung mit der Verteidigung der Demokratie rechtfertigt. Alle Systeme in Deutschland kranken dermaßen daran das wir zwar Unmengen von Geld ausgeben aber halt fast nicht da ankommt für das es bestimmt ist. Jeder der sich weigert unumgängliche Änderungen in alle Bereichen zu akzeptieren hilft den wahren Feinden unserer Demokratie.

    • @Günter Witte:

      Wenn jedoch mal irgendwer in Verantwortung anders handelt, dann wird er/sie sofort in Grund und Boden verdammt, gehetzt und verleumdet. Das ist etwa mit den GRÜNEN passiert und keineswegs beendet, vor allem mit Habeck.

  • Man hat bei dieser Parodie einer Regierung schon lange Orwell'sche Erinnerungen. Die einzelnen Ministerien scheinen immer gegen die Gruppe zu arbeiten, für die sie gedacht sind. Wie das Ministerium für Wahheit für Lügen zuständgig war.



    Der Staatsminister für Kultur versucht Kultur zu beschränken, die Familienministerin arbeitet gegen die Familien - im Nebenjob zerstört sie noch die Demokratie (leben).



    Und die WählerInnen wählen fleißig. Mündig - was heißt das noch gleich?

    • @Jalella:

      Jedes Ressort soll einen bestimmten Prozentsatz an Ausgaben einsparen.

      Und logischerweise betreffen diese Vorschläge für Einsparungen das eigene Ressort und nicht andere Ressorts.



      Das Bundesministerium für Familie und Soziales wird also keine Vorschläge unterbreiten, wo bei der Kultur gespart werden soll.

    • @Jalella:

      Und die Wirtschaftsministerin arbeitet darauf hin, weiter von fossilen Energien abhängig zu bleiben, statt qua EE dafür zu sorgen, dass die Wirtschaft, die gesamte Gesellschaft unabhängiger wird.... Nebenbei wird die Bevölkerung durch diese Politik immer mehr von Klimaexzessen in Mitleidenschaft gezogen.

      • @Perkele:

        Gedanken an "die Bevölkerung" verschwenden??



        Soweit kommts noch....

  • Familienministerin will kürzen! Kinder sollen weniger kosten?



    ----



    Aus der Vergangenheit lernen heißt SPAREN lernen!



    Seit Jahrzehnten, ich kenne den Satz aus den 1970ger Jahren ist bekannt & wiss. belegt:



    " 10 € in Bildungs-, Sozial-, Kinder- & Jugendarbeit HEUTE investiert, spart in der Zukunft 100 € Kosten bei Krisen-Intervention bei Erwachsenen! "



    Ein besseres lohnenderes INVESTMENT gibt es kaum in unseren auch so sparsamen politischen System!



    Können oder wollen unsere "Politiker" das immer noch nicht verstehen?



    Ps. Wenn DIE o.a. aber nur in 4-5 Jahresschritten denken, sind die "Einsparungen" zu verstehen! Langfristige Politik schien es deswegen nicht mehr zu geben. Die Anschlussverwendung steht wohl im Vordergrund! :-((

  • So finanziert der 'Sozialsektor' die Steuerpolitik der Verantwortlichen im Staat bzw. die Vermögen.

  • Wieviel Kinder diesem Land wert sind, kann man darin sehen, das man es noch nicht mal geschafft hat parteiübergrifend eine Kindergrundsicherung einzuführen, soviel sind Kinder gewisse Parteien wert, die immer absolut verlogen und mit dreckiger Heuchelei ein bestimmtes Familienbild als Monstranz vor sich her tragen.

  • Assistenzkräfte an Schulen fehlen bereits heute. Gruppenlösungen sind der einzig gangbare Weg, um die Assistenz zu gewährleisten. Das ist die einzig pragmatische Lösung. Oder man führt die Wehrpflicht, auch für Frauen, ein, um an das dafür notwendige Personal zu kommen.

    www.butenunbinnen....inklusion-104.html

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      SchulbegleiterInnen fehlen hauptsächlich wegen der schlechten und unkalkulierbaren Bezahlung.

      Warum übrigens Frauen seit Jahrtausenden kaum zum Dienst an der Waffe herangezogen wurden, hat ganz triftige und durchaus vernünftige Gründe.

  • Inflationsbereinigt haben sich die Kosten zur Erziehung in den letzten 25 Jahren auf 20 Mrd. € verdreifacht. Mehr Kinder hat Deutschland nicht, man sollte sich also die Frage stellen, warum Eltern immer weniger in der Lage sind, ihre Kinder eigenständig zu erziehen. Dass diese Kostensteigerung jedenfalls nicht auf Dauer so weitergehen kann, ist klar. Von daher ist eine Reform dringend notwendig.

    • @Nisse:

      Natürlich verdreifachen sich Kosten innerhalb von 25 Jahren gern mal. Das gilt auch für neue Autos.

    • @Nisse:

      Bei einem Bundeshaushalt von mehr als 500,- Mrd. € und zusätzlichen Gesamtausgaben aller Länder zusammen in wohl mindestens gleicher Höhe fände ich 20,- Mrd. € für die Kinder- und Jugendhilfe nicht allzu üppig. Es geht nicht nur um Kitaplätze u. ä., sondern die Einsparungen betreffen offenbar auch Assistenzleistungen für junge Menschen mit Behinderungen oder Lernschwierigkeiten. Wobei diese Einschränkungen übrigens auch bei einer geglückten Erziehung vorliegen können.

      • @Yes:

        Die 20 Mrd. sind nur die Ausgaben für die "Hilfen zur Erziehung". Da ist noch kein einziger Kita-Platz bezahlt. Dies kostet jährlich weitere 50 Mrd. €. Die Hilfen zur Erziehung sind beispielsweise sozialpädagogische Familienhilfe, Heimunterbringung, Erziehungsbeistandschaften, .... die Verdreifachung wäre gerechtfertigt, wenn diese Maßnahmen positive Wirkungen zeigen würden, also beispielsweise weniger Jugendliche ohne Schulabschluss, weniger Jugendkriminalität, weniger Ausbildungsabbrüche, ... Aber diese Kennzahlen haben sich ja in den letzten Jahrzehnten nicht wirklich bewegt.

        • @Nisse:

          Das könnte auch ein Argument für mehr Hilfen sein. Stellen Sie man nicht zu hohe Erwartungen an Kinder und Jugendliche mit komplexen Einschränkungen, die sich mitunter in schwierigen Problemlagen befinden. Bei ihnen geht es vorrangig um soziale Teilhabe und nicht bloß um den Nutzen für das Gemeinwohl. Dieser zeigt sich jedoch in den Bereichen Bildung, Erwerbstätigkeit, Gesundheit und Delinquenz. Näheres können Sie dieser fachlichen Information entnehmen:



          www.freiewohlfahrt...%20zur%20Erziehung



          Allgemeine Kennzahlen sind hierzu nicht ergiebig.

          • @Yes:

            Ich möchte nochmal zur Haushaltsfrage nachsetzen:



            Stellen Sie sich vor, ein Vater geht mit seinen beiden Kindern und rund 100,- € ins Café. Die Kinder dürfen sich eine Kugel Eis für 2,- € teilen, den Rest verfrühstückt der Vater. Fänden Sie es angemessen, sich über die Sinnhaftigkeit der Ausgaben für die Kinder zu echauffieren?

    • @Nisse:

      Ich habe es nicht nachgerechnet, aber ich verwette meinen Hinterspeck, dass sich im Verhältnis zum BIP nichts, oder kaum etwas geändert hat. Dabei bin ich ob meines freimütigen Wetteinsatzes sehr zuversichtlich, dass ich meinen Hinterspeck behalten darf. Was sich zudem verschlechtert hat, das ist die Einnahmeseite zur 'Aufgabenseite' der Kommunen.

      • @Gerhard Krause:

        Sie denken, dass sich das BIP in den letzten 25 Jahren verdreifacht hat? Preisbereinigt sind es laut Statistischen Bundesamt gute 40% Wachstum. Also sehr weit von einer Verdreifachung weg. Die Wette hätte ich also gewonnen, aber leider an dem Einsatz kein Interesse...

  • Hat hier irgendjemand wirklich den Artikel gelesen? Es sagen quasi alle, dass das eine gute und überfällige Reform ist und die Umsetzung (wie immer) auch Risiken mit sich bringt. Was hier mal wieder daraus gemacht wird, nur weil die zentralen Leistungserbringer um Mittel fürchten und etwas intransparent die Einzelbedarfe vorschieben, während es auch um eigene Finanzen geht. Und gerade in der Einzelfallhilfe gibt es massenweise unbesetzte Stellen, die Reform ist also längst überfällig.

    • @Moralapostbote:

      Stimmt.

      Selbst die Opposition räumt das ein.

      Das ist schon manchmal spannend, wie ein Confirmation Bias funktioniert.

    • @Moralapostbote:

      Richtig! Prien gewährleistet das, was die Bundesländer trotz bereitstehender Gelder für Assistenzstellen nicht mehr gebacken bekommen: die Assistenz für Kinder, die es nötig haben.

  • So geht das Land halt mit seiner Zukunft um. Und wundert sich dann, wenn immer mehr Junge nicht mehr mitspielen und auswandern wollen.

    • @Carolin Rudolf:

      Nö. Nicht das Land, es ist diese Lobbytruppe aka Schwarz/Rote Koalition.

      • @Perkele:

        Nein. Sie sind es, weil Sie sich nicht auf die bereitstehenden Ausschreibungen für Assistenzstellen bewerben.

        • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

          Geht nicht! Bei meiner links/grün versifften Haltung bin Radikalist. ;-)

  • Was für Sanktionen sind da gemeint? Da der Politico-Podcast vom 30.03. sehr allgemein und exklusiv informiert, kann man das nirgends nachlesen. Jedenfalls finde ich nichts, und den Abschnitt hier im Text verstehe ich nicht. Insgesamt ist es irritierend, detaillierte Stellungnahmen zu etwas berichtet zu bekommen, was offenbar noch nicht öffentlich ist, und diese Stellungnahmen nicht eingeordnet zu bekommen. Sozialarbeiter:innen machen sich bereits Sorgen über einzelne Klauseln des Entwurfs, ich finde nirgends Informationen zum Inhalt. Sehr verwirrend. Eine Meinung bilde ich mir lieber erstmal nicht :-)

  • Wir haben zunehmend ein demographisches Problem und sparen auf Kosten der Kinder? Haben wir noch alle Tassen im Schrank? Wo bin ich hier eigentlich?

    • @Aurego:

      Sie sind an der falschen Stelle und stellen die Lage falsch dar. Gelder für Assistenzstellen wurden nicht gestrichen.



      .



      Es fehlen die Bewerber. Sie (im Sinne von Bürger) sollten sich auf diese Stellen bewerben und solidarisch den Mangel beheben.



      .



      Mit der Bereitstellung der Gelder allein ist es nicht getan wenn dem Bürger die Solidarität am Allerwertesten vorbeigeht.

      • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

        Ich bin genau an der richtigen Stelle und stelle die Lage durchaus nicht falsch dar, denn ich sehe regelmäßig, dass an unserem Nachwuchs gerne gespart wird. Das fängt mit niedrigeren Freibeträgen an, geht bei der Betreuung weiter und hört bei der schulischen Ausbildung noch lange nicht auf.

      • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

        Wie war das nochmal mit dem freien Markt? Dann soll die CDU die Vergütung erhöhen, dann kommen auch die Bewerber

  • Demografisch sind bald die Rentner:innen die größte Altersgruppe in D. Weniger Kinder heißt, dass wir MEHR Geld für diese hätten und mehr Angebote in Bildung, Sozialem, Kultur für Kinder und Jugendliche KEIN Problem wäre. Wenn man wollen würde. Will man aber nicht, die.meisten Wähler sind 50ties plus, also wird nur noch für sie Politik gemacht. Wahlalter auf 12 runter und ODER Belange fpr Kinder und Jugendliche direkt von diesen per verbindlicher Bürgerbeteiligung gestalten lassen!

    • @Nina Janovich:

      Das ist aus meiner Sicht Augenwischerei bzw. im richtigen Kleid ("Politik für andere") die falsche Kernaussage. Die Politik wird nicht für "Boomer" gemacht, sondern nur der klägliche Rest von Politik, der von der Politik übrig bleibt, die man für die Vermögenden macht. Wenn Sie also z. B. das Wahlalter senkten, dann bewegten Sie nur innerhalb dieses kläglichen Restes etwas, das zur Verschärfung der Spannungen innerhalb der Gruppen, die diesem kläglichen Rest angehören, beitrüge.

  • Das passt genau in die Maxime der csdU. Sparen an Projekten, die extremst wichtig für unsere Zukunft sind. Bei Kindern und Jugendlichen zu sparen führt geradewges in verringerte Bildungschancen, soziale Fehlentwicklungen und schließlich zu Aufwendungen der Allgemeinheit für soziale Belange und auch materielle Schäden insgesamt. Das ist die gleiche Dummheit, die in der Energiepolitik sichtbar ist: aus rein populistischen Erwägungen wird das wirklich Vernünftige und Notwendige geopfert, weil man es nicht wagt an Subventionen und andere, unnötige Vorteile der Wirtschaft und der Superreichen heranzugehen.

    • @Perkele:

      Nur sagt die Sprecherin der Grünen zum Beispiel, dass es jetzt bereits so praktiziert wird.

      Die SPD hat ebenfalls Verständnis für Reformvorschläge.

  • Ich halte es für wichtig das neben dem Namen der Minister auch immer die Parteizugehörigkeit steht, also Karin Priem (CDU). Das so entstehende Gesamtbild könnte einiges in den Köpfen vieler Wähler gerade rücken.

  • Wir wollen mehr Kinder aber die Regierung versteht nicht das man dafuer den buerger der sie bekommen soll entlasten muss. Diese K0oalition hat bis jetz nur eins geschafft: arbeitende andauernd als faule da stehen zu lassen und ihnen zu sagen das sie einfach zu teuer sind, waehrend man sich schoen die Diaeten und die Loehne des beamtenapparats hochdreht.

  • Es soll mal wieder bei den Schwächsten gespart werden , bei Kindern und Jugendlichen aus wirtschaftlich schwachen Famielen.



    Das ist doch wieder typisch für die CDU und



    ihre asoziale Marktwirtschaft .



    Die SPD steht wieder dumm daneben und



    nickt alles ab , wie immer in einer GroKo .

    • @Worgt Michael:

      Ein Bild das sich über die Jahre so zeigt.



      War schon in den 1980 so. Nur fiel das nicht jedem auf.

  • "Auch die vorgesehenen Sanktionen lehnt der DBSH ab. „Das ist ganz klar auf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ausgerichtet, wenn sie sich nicht an dem ihnen zugewiesenen Wohnort befinden“, sagt Prothmann. "



    Hä?? Ist es nicht selbstverständlich, dass Kinder immer dort sich aufhalten, wo die Erziehungsberechtigten sie hin bitten.

    • @Christoph Strebel:

      Nein, erstens sind die ja oft "unbegleitet" und zweitens entziehen sich gerade die schwierigen Fälle oft dem Zugriff des Jugendamts und kommen kurz- bis mittelfristig bei Familienmitgliedern quer durch ganz Deutschland unter (unbegleitet heißt ja nur ohne Eltern, meist gibt es aber viel Familie in D) oder verschwinden woanders. Man hat da quasi keine Sanktionsmöglichkeiten, was Kooperation eher erschwert als erleichtert. Momentan kann man nicht sanktionieren, selbst wenn es pädagogisch sinnvoll wäre, das zu versuchen und es gib kaum Druck - der auch nicht immer sinnvoll ist, aber ganz ohne geht es nicht.

  • ⛔️ Alle betroffenen Eltern sollten ihre Kinder direkt ins Parlament schicken❗️