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Hitlers Kronjurist und US-GotteskriegerPolitische Theologie für Spinner

Carl Schmitt war Nazi-Jurist und Staatstheoretiker. In den USA erlebt er bei rechten Akteuren wie Peter Thiel und J. D. Vance ein Comeback.

Rechte Fans: Carl Schmitt bei einer Rede 1930 Foto: ullstein bild

Ü ber die Feiertage widmete ich mich dem Feinschliff eines Buches. Ich feilte an ein paar Sätzen herum. Diese finalen Verbesserungen nenne ich gerne meine „Carl-Schmitt-Operation“, denn das Faszinierendste an dem ultrarechten Juristen waren immer seine ersten Sätze. Natürlich auch die Eiseskälte, die seine Texte durchweht. Man nannte Schmitt Hitlers „Kronjuristen“.

Schmitts Texte starten mitunter mit explodierenden Einstiegssätzen, die eine These formulieren, apodiktisch, provokant. Nicht selten sind sie ein Postulat, auf das man normalerweise nicht leicht käme. „Der Begriff des Staates setzt den Begriff des Politischen voraus“, ist etwa so ein Satz. Schmitts Einstiegsknaller sind schnörkellos, kurz, auf das Wesentliche reduziert, maximal verdichtet. So ähnlich wie Suppenwürfel. In denen ist ja auch die Brühe zusammengepresst. Und sie ziehen einen sofort in den Text hinein.

Man kann auch von Nazis was lernen. Natürlich könnte man die Feinschliff-Operation genauso gut die „Franz-Kafka-Unternehmung“ nennen, dessen erste Sätze auch legendär sind. Man denke nur an: „Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums.

Neben diesen Handwerks-Kniffen habe ich noch meine Terry-Eagleton-Technik. Der britische Marxist und Literaturtheoretiker hat etwas, was Carl Schmitt völlig abging: Humor. Er schreibt die tiefgründigsten Abhandlungen, macht sich aber die Extramühe, sie möglichst lässig zu formulieren. Seine Maxime: Kompliziert und unverständlich über Philosophie und Kulturtheorie kann jeder schreiben. Echte Könner dagegen vermögen es so zu übersetzen, dass auch interessierte Laien mitkommen. Dazwischen streut Eagleton Witze oder lustige Metaphern, sodass mir vor Lachen das Buch aus der Hand fällt.

Der Terry-Eagleton-Jünger in mir denkt sich manchmal bemüht ein paar Witze aus. Wenn mir keiner einfällt, frage ich Chatgpt. Der ist aber auch nur halblustig, so ähnlich wie Dieter Nuhr. Viele stört ja, dass Nuhr ein Reaktionär von eher schlichtem Gemüt ist. Mich stört mehr, dass er nicht lustig ist. Wahrscheinlich lässt er sich auch seine Pointen von Chatgpt schreiben. Seine „Pointen“.

Carl Schmitt lesen – ohne Trauma

Zurück zu Carl Schmitt, dessen Gesamtwerke ich in den neunziger Jahren fast vollständig gelesen habe, ohne dass mich das zu einem schlechteren Menschen gemacht hätte. Die Lektüre hat mich noch nicht einmal „traumatisiert“, womit heute ja oft gemeint ist, dass man sich ein bisschen ärgert. „Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet“ – der berühmte erste Satz seiner „Politischen Theologie“. Oder: „Alle prägnanten Begriffe der modernen Staatslehre sind säkularisierte theologische Begriffe“ (so beginnt das dritte Kapitel).

Peter Thiel, der rechte Strippenzieher der Trump-Regierung, Milliardär und Sponsor halb- und ganzfaschistischen Geisteslebens weltweit, liest in den vergangenen Jahren auch sehr viel Carl Schmitt. Der hat es ihm ebenso angetan wie der katholische Religionsphilosoph René Girard. Schmitts Diktum, dass alle prägnanten Begriffe der modernen Staatslehre säkularisierte theologische Begriffe seien, ist zunächst einmal bloß eine ideengeschichtliche Behauptung. In der westlichen Welt sind etwa Endzeitideen, eine Geschichtsphilosophie, die von einem Fortschritt in Richtung einer Höchststufe der Entwicklung – einem „Ziel der Geschichte“ – ausgeht, an tradierten christlichen Zeitvorstellungen geschult, genauso wie die messianische Idee von Befreiung.

So unterschiedliche Charaktere wie Walter Benjamin (er schrieb an Schmitt einen bewundernden Brief), der Theologe Karl Löwith oder der jüdische Rabbiner und Philosoph Jacob Taubes hatten ein tiefes Einverständnis mit Schmitt. Diese „Linksschmittianer“ fanden plausibel, dass etwa Vorstellungen vom Paradies eine gewisse Analogie zum „Kommunismus“ haben. Auch Ideen vom großen Ereignis, das die Zeiten scheidet, weisen starke Züge religiöser Motive auf, möge man dazu Rückkehr des Messias sagen oder Weltrevolution. Manche linke Philosophinnen bauen ihr halbes Werk auf Herumgeschmitte auf, wie die Theoretikerin Chantal Mouffe seit bald dreißig Jahren mit ihren Thesen, dass „das Politische“ mehr Konflikt und weniger Konsens braucht.

Eine progressiv-liberale Weltregierung wäre ein diabolischer Plan des Antichristen

Dass es zwischen theologischen und weltlichen Begriffen eine metaphorische Ähnlichkeit gibt, heißt noch nicht viel. Katholischer Fundamentalismus lässt sich daraus nicht begründen. Peter Thiel und seine wackeren Gotteskrieger-Freunde gehen aber weiter. Sie lesen Schmitt buchstäblicher, als er das selbst gewollt hätte.

Liberale Weltregierung als Plan des Antichristen

Thiel ist von einer tiefen Angst besessen. Etwa, dass wir bald vom Antichristen beherrscht werden. Der Antichrist – also der Teufel – würde uns aber nicht unterwerfen, sondern in sein Regiment hineinlocken, wie der Konsumkapitalismus in den Einkaufstempel. Eine progressiv-liberale Weltregierung, sie wäre ein diabolischer Plan des Antichristen, meint Thiel, mit ihrem Versprechen von Frieden, Toleranz, Sicherheit. Der Antichrist hätte auch keine Hörner am Kopf. Womöglich ist ja Greta Thunberg der Antichrist, meinte er unlängst. Denn sie verspricht, uns vor der Klimakatastrophe zu retten.

Einem solchen Weltregime müsse man sich entgegenstellen. Die Trump-Regierung tut das schon ein wenig, indem sie die paar Fundamente einer globalen, liberalen Weltordnung zerstört. Dabei greift Thiel wieder ein Motiv Carl Schmitts auf, nämlich das vom „Katechon“, dem Aufhalter, der sich dem Unheil und dem Fortschritt entgegenstellt. Ein bisschen durchgeknallt ist das alles. Quasi politische Theologie für schrullige Käuze.

Man vergesse freilich nicht: Thiel hat seinen Jünger J. D. Vance schon im Amt des Vizepräsidenten untergebracht. Vance ist wie Thiel der Meinung, die Schwäche des Christentums sei die Nächstenliebe, die Empathie, weil sie den Starken ein schlechtes Gewissen mache. In den USA entsteht ein extremistisch-fundamentalistischer Katholizismus. J. D. Vance ist mit viel Trara zum Katholizismus konvertiert. Er hat sogar den letzten Papst besucht. Der ist daraufhin gleich verstorben.

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Robert Misik
Geboren 1966, lebt und arbeitet in Wien. Journalist, Sachbuchautor, Ausstellungskurator, Theatermacher, Universaldilettant. taz-Kolumnist am Wochenende ("Der rote Faden"), als loser Autor der taz schon irgendwie ein Urgestein. Schreibt seit 1992 immer wieder für das Blatt. Buchveröffentlichungen wie "Genial dagegen", "Marx für Eilige" usw. Jüngste Veröffentlichungen: "Liebe in Zeiten des Kapitalismus" (2018) und zuletzt "Herrschaft der Niedertracht" (2019). Österreichischer Staatspreis für Kulturpublizistik 2009, Preis der John Maynard Keynes Gesellschaft für Wirtschaftspublizistik 2019.
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38 Kommentare

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  • "Vance ist wie Thiel der Meinung, die Schwäche des Christentums sei die Nächstenliebe, die Empathie, weil sie den Starken ein schlechtes Gewissen mache. In den USA entsteht ein extremistisch-fundamentalistischer Katholizismus."



    Die Nähe zu Carl Schmitts krudem "Gedankengut" im Nationalsozialismus muss überprüft werden.



    "Die Philosophin Herlinde Pauer-Studer hat sich diese Schriften mit Julian Fink angeschaut"



    (...)



    "Zu den bekanntesten Texten gehört Carl Schmitts „Der Führer schützt das Recht“, mit dem er die Morde an dem SA-Stabschef Ernst Röhm und weiteren SA-Funktionären rechtfertigte. Ermordet wurden auch Regimekritiker, darunter der frühere Reichskanzler Kurt Schleicher und seine Frau, insgesamt etwa 200 Menschen.



    Hitler als „oberster Gerichtsherr“



    Hitler selbst hatte die blutigen Taten als Niederschlagung eines Putsches, des sogenannten Röhm-Putsches, dargestellt und nachträglich mit einem „Gesetz über Maßnahmen der Staatsnotwehr vom 3. Juli 1934“ legalisiert. Carl Schmitt schrieb in seinem Text von Hitler als „oberstem Gerichtsherr“, der im „Augenblick der Gefahr kraft seines Führertums“ unmittelbar Recht schafft. Das Führerprinzip wird zur Rechtsquelle.."



    deutschlandfunk.de

  • Ach wie schön, die Welt wird nicht langweilig. Es gibt immer etwas zu kämpfen - und vor allem zu bekämpfen. Amen.

    • @Salinger:

      Wenn ich Fachleute, wie Herfried Münkler soeben im Deutschlandfunk, richtig verstanden habe, denken die Euphemist*innen der Politikvermittlung eher an eine schrittweise transformierende Neuordnung als an eine plumpe pure Destruktion, notwendig ist ihnen dabei Dekonstruktion und Disruption.



      Münkler sprach die geopolitische Bedeutung von Grönland und Island für die Kontrolle des Atlantiks durch die Machthaber in der westlichen Hemisphäre an.



      Zeitenwende als epochales geopolitisches Unterfangen.



      "Heute gehört uns..."



      Ganz üble Vorahnung.



      Posts von Angehörigen der US-Regierungsmitglieder lassen das auch erahnen.



      Die Fortsetzung wird wohl globalere Ausmaße annehmen.

  • "Diese „Linksschmittianer“ fanden plausibel, dass etwa Vorstellungen vom Paradies eine gewisse Analogie zum „Kommunismus“ haben."

    Das passt doch zu Wilhelm Weitling, dem ersten deutscher Theoretiker des Kommunismus. Er war Frühsozialist mit christlichen Überzeugungen. Er initiierte den Bund der Gerechten, welcher als Vorläufer und Keimzelle der späteren sozialistischen und kommunistischen Parteien Europas und der Welt gilt.

    de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Weitling

  • Die Methode, zum Terry-Eagleton-Jünger zu werden, ist wohl gut geeignet, um die "Katechons" Trump & Techs noch mit einem gewissen Humor zu ertragen. Ich hab jedenfalls beim Artikel mehrfach gelacht, obwohl die Sache ziemlich ernst ist. Maduro, der gerade von Trump in die USA zwangstransportiert wird, ist vermutlich auch einer der "Antichristen". Er wird nicht der letzte sein.

    • @chat cat:

      Das Problem mit den Feindbildern ist ja immer, dass es nach deren Einsperren/Töten immer noch nicht klappt. Mit wenigen Ausnahmen, wo es tatsächlich an einer Person gehangen zu haben schien.

      Wer die Offenbarung auch läse (und ernsthaft als Anleitung sähe), sollte den Antichrist als nötiges Übel zur Wiederkehr Jesu aushalten können. Wäre aber nicht meine Idee. Den Himmel den Spatzen!

      • @Janix:

        "Wer die Offenbarung auch läse"



        Das Problem könnte in der religiösen Überfrachtung des Politischen verortet werden, im "Exil in Plettenberg" hatte Schnitt ein vergleichsweise ruhiges Refugium.

        "Doch Schmitt, der in der Heimat weiter wirkte und oft Besuch von Intellektuellen aus dem linken wie rechten Lager erhielt, verklärte seine Rolle als Verstoßener konsequent: So kam es, dass Schmitt seine Bleibe San Casciano nannte – das Exil des italienischen Staatstheoretikers Niccolo Macchiavelli. In der Heimat, im Sauerland, verstarb Carl Schmitt am Ostersonntag des Jahres 1985 im Alter von 96 Jahren. Schmitts politische Theologie aber vermag noch heute zu faszinieren – nicht zuletzt, weil sie verdeutlicht, welches Risiko in der religiösen Überfrachtung des Politischen liegt."



        Bei deutschlandfunkkultur.de



        Dort steht weiterhin:



        "Einen Geistesverwandten diesen politisch-theologischen Ansatz fand Schmitt im Spanier Juan Donoso Cortés, einem spanischen Diplomaten und Politiker, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wirkte.



        „Jede große politische Frage schließt stets auch eine große religiöse Frage in sich.“



        Offensichtlich werden in diesen Tagen hieraus unterschiedliche Lehren gezogen.

  • Ach was. “ J. D. Vance ist mit viel Trara zum Katholizismus konvertiert. Er hat sogar den letzten Papst besucht. Der ist daraufhin gleich verstorben.“



    &



    Danke - daßse tonn End - doch noch dem Terry-Eagleton-Jünger in Ihnen -



    Wenigstens ein Stückchen Zucker geben - wa!

    unterm—— nochens



    “Zurück zu Carl Schmitt, dessen Gesamtwerke ich in den neunziger Jahren fast vollständig gelesen habe, ohne dass“



    … Au Backe & Who know’s?



    Bonmot



    Wollte dem - aber nur pointillistisch - näher treten



    (halte mich - Blendwerk hin oder her an den Satz meines katolsch-reaktionären Deutschpauker “man muß ein 🥚 nicht ganz aufessen - um festzustellen, daß es faul ist!;)



    doch gelang es mir nicht - das insgesamt



    3/4 Meter umfassende Kopien-Konvolut aus karlsruher Zeit eines Freundes an Land zu ziehen! Anyway - vllt auch besser so.



    Who know‘s - wa! 🙀🥳🧐

    Liegt mir ein Hermann Heller - der Kronjurist der Sozialdemokratie a.F. eh um Meilen näher.



    “Rechtsstaat oder Diktatur“



    www.bpb.de/shop/ze...politische-kultur/



    Dezidiert vs Carl Schmitt - soll mal reichen •

    • @Lowandorder:

      Ok Ok / zur subkutanen Wirksamkeit Carl Schmittscher Suade in der Nachkriegsjustiz dess noch: In der Justizakademie NRW Gustav Heinemann Haus - Tagung “Justiz und Nationalsozialismus“ hatte ich mit “Der Führer schützt das Recht“ beginnend ähnliches wie hier zum Besten gegeben.



      In der ☕️☕️☕️Pause ein ähnlich alter Senatsvorsitzender OVG-Münster:



      “ Na! Sie haben sich ja scheint‘s besonders ausgiebig mit der Materie bschäftigt!“



      “Ja mein. Gott. Was haben Sie denn während Ihres Studiums gelesen?! Das Zeugs stand doch frei zugänglich in den Regalen rum!“



      Ihn rettete das Pausenklingeln! 🙀🥳🧐

      • @Lowandorder:

        "Auctoritas, non veritas facit legem”

        Menschlich ein Totalausfall, aber analytisch brilliant. Das sollte nicht verschwiegen werden.

        In der zweiten Hälfte des 20 Jahrhunderts weitgehend totgeschwiegen, im neuen Jahrtausend seit 9/11 wieder an Bedeutung gewonnen und seit Putin, Trump, AfD & Co sogar hoch aktuell.

        Die aktuellen Entwicklungen lassen sich samt und sonders mit den Theorien von Schmitt erklären und gewähren auch einen Blick in die Zukunft.

        Stichwort Grossraumtheorie, Ausnahmezustand und nicht nur für die AfD Jünger natürlich die Homogenität des Volkes.

        Und interessanterweise sind auch die Antworten welche eine Demokratie auf derartige Entwicklungen geben kann von Schmitt bereits mitgedacht worden.

        Fazit: Schmitt zu verunglimpfen ist nicht allzu schwierig, ihn richtig zu interpretieren und auf heutige Zeiten auszulegen, da gehört etwas mehr dazu, als den Kanon gelesen zu haben.

        Wusste schon Helmut Schmidt anno 1962 im Hamburger Hochwasser wie das praktiziert wird.

        Es ist halt nicht das erhoffte "Ende der Geschichte" eingetreten, sondern es besteht die akute Gefahr, dass sich das Rad zurückdreht.

        • @Sam Spade:

          "..es besteht die akute Gefahr, dass sich das Rad zurückdreht." - Ein antriebsloses verhält sich wie ein Pendel.



          --



          Was wusste Schmidt bei der Flut 1962? Dass es gilt zu helfen.

          • @Mondschaf26:

            "Was wusste Schmidt bei der Flut 1962? Dass es gilt zu helfen."

            Nein, die staatsrechtliche Rechtfertigung Helmut Schmidts seinerzeit sich über geltendes Recht hinwegzusetzen mit Bezug auf Carl Schmitts Aussage "Souverän ist wer über den Ausnahmezustand entscheidet" betreffend der eigenmächtigen Anforderung der Bundeswehr für den Inlandseinsatz.

            Wird in England sogar als Fallstudie im Studium behandelt. Zu meiner Zeit jedenfalls.

            • @Sam Spade:

              "...hinwegzusetzen mit Bezug auf Carl Schmitts Aussage "Souverän ist wer über den Ausnahmezustand entscheidet" betreffend der eigenmächtigen Anforderung..."



              Aktuell kann ich nicht umhin, hier unverzüglich d. "Spiegel-Affäre" zu assoziieren, gewissermaßen einzufügen in d. Reigen bundesdeutscher Ereignisse aus d. Rubrik kasuistische Raritäten.



              "60 Jahre SPIEGEL-Affäre



              Ein Abgrund von Machtmissbrauch



              1962 besetzte die Polizei den SPIEGEL. Die Staatsmacht nahm Journalisten fest, denen auch Bundeskanzler Adenauer »Landesverrat« vorwarf. Lesen Sie hier alle Hintergründe zur bis dahin wohl größten Staatsaffäre der Bundesrepublik."



              Bei spiegel.de 2022



              Wer da wohl Schlechtes denken mag, wenn er sieht, wer FJS Hochachtung zollt oder Vorbildcharakter attestiert (oder als quasi Ziehsohn sich gebiert).



              Weiter "Spiegel":



              "Sie klebten sich symbolisch die Münder mit Heftpflaster zu, andere skandierten: »SPIEGEL tot – Freiheit tot!« Ende Oktober 1962 gingen in der noch jungen Bundesrepublik plötzlich Tausende ganz unterschiedliche Demonstranten auf die Straße: Akademiker und Arbeiter, Linke und Konservative, Junge und Alte sorgten sich gemeinsam um die Pressefreiheit und forderten..."



              Bald Déjà-vu?

            • @Sam Spade:

              Mal den ⚽️ etwas flacher halten / siehe auch @janix



              🤖.“Krisenmanagement: Er flog über das Gebiet, setzte einen provisorischen Krisenstab ein und forderte massiv Unterstützung von Bundeswehr und NATO an, was damals unüblich war.



              "Macher" und Krisenmanager: Durch sein resolutes und unbürokratisches Vorgehen erlangte er bundesweit Anerkennung und das Image des "Machers", der in Krisen souverän handelt



              Übergesetzlicher Notstand: Schmidt nutzte in der Praxis Situationen, die an einen übergesetzlichen Notstand grenzten, und traf kühne Entscheidungen, um Schlimmeres zu verhindern, ohne jedoch formell einen "Ausnahmezustand" auszurufen.



              Bedeutung:



              Die Sturmflutkatastrophe war der entscheidende Moment, der Helmut Schmidts politisches Profil schärfte und ihn als fähigen Krisenmanager etablierte, was ihm später als Bundeskanzler zugutekam.“



              &



              Man sieht - daß le feldwebel die Flut ganz allein gestoppt habe - gehört in den Kreis der Fama 🙀🥳🧐



              schade eigentlich - wa!

              • @Lowandorder:

                Sie schreiben es doch selbst.



                "der in Krisen souverän handelt.." fehlt noch "und sich über geltendes Recht hinwegsetzt", denn er "forderte massiv Unterstützung von Bundeswehr und NATO an, was damals unüblich war".

                Ersetzen sie "unüblich" gegen "rechtswidrig" im Sinne der Kompetenzüberschreitung, dann passt das zusammen und sie haben ihren Carl Schmitt komplett.

                Das ein Ausnahmezustand explizit erklärt werden muss, davon ist nicht die Rede. Carl Schmitt hat dieses im Sinne eines Prinzips definiert und nicht im Sinne einer Verordnung.

                • @Sam Spade:

                  Short cut.…anschließe mic h@ Janix



                  &



                  Ja. Aber. Le feldwebel (©️ Harry Rowohlt) war Innensenator von HH - NS-Zeit gestählt & nicht doof!



                  Drohende spätere Untersuchungsausschüsse vorausschauend abblockend - vermied er “Fensterklärungen“, handelte und ging nur soweit wie geboten (btw mit Notstand läßt sich so ziemlich alles begründen - wa!🙀



                  Carl Schmitts “Souverän (groß geschrieben!!) ist wer …“



                  Ist mit Verlaub - ne völlig andere Hausnummer •



                  (entre nous only - staune immer wieder - wenn’se leicht durchsichtig angreifbar “unjuristisch“ argumentieren - wo‘s aber anders notwendig ist - nischt for unjut - wa!;)

        • @Sam Spade:

          Hola. Was ein schräg angeschnitter Endsatzangriff mit - da schau her



          “Hamse gedient?“ der andere Schmidt von der HH Flutkatastrophe



          “Nü norge or old norge? Egal



          Sach mal so: die Endsatzaufzählung:



          Much all weesen. Da versteh ich zu wenig von! But



          Das ist nicht der Punkt - wa!



          Dann wollmer euch beide vom Kopf auf die Füße 👣👣 stellen:



          An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!

          Zu der ewigen Renaissance des Freund-Feind-Denkens - nix



          Zu dem unfaßbaren “Der Führer schüzt das Recht!“ Nix



          Als E. R. Huber, ein anderer schlimmer Finger in der NS-Zeit - zuletzt Nazi-Uni Straßburg!



          Er & Carl Schmitt waren zuvor persönliche juristische Berater des im Röhm-Putsch bestialisch ermordeten General v. Schleicher - post WK II seinen Buddy Carl Schmitt anging - sie müßten sich öffentlich zu ihren Verfehlungen äußern!! Wies der feine Herr Carl Schmitt: da gäbe es nichts - dieses Ansinnen Schroff zurück!



          (The difference - Hubers Sohn wurde bekanntlich Bischof)



          Carl Schmitt aber ging von seinem 🦅 horst Plettenberg aus, trotz zeitweiligem Lehrverbots in die Vollen. Sein Hochsitz, der Ritterschlag der Audienz wurde zum must have universitärer wie konservativ-reaktionärer Karrieren.



          & Antisemitismus •

          • @Lowandorder:

            “Nü norge or old norge?"

            Gibt es nur auf dem Papier.

            Wir haben acht verschiedene Schriftsprachen, davon zwei offizielle (Bokmål/Nynorsk).

            Da es in Norwegen aber ein breites Dialektkontiniuum gibt, wird keine davon im Alltag wirklich gesprochen.

            In meiner Region ist der Dialekt an Bokmål auch riksmål genannt angelehnt, dieser ist stark vom dänischen geprägt, enthält aber auch schwedische Einflüsse, weshalb für uns beide Sprachen leicht verständlich sind.

            Lernen muss man in der Schule aber beides Bokmål und Nynorsk.

            Auf Norddeutsch würde man wahrscheinlich den Zustand der norwegischen Sprache als "Kuddelmuddel" bezeichnen.

            Ist halt von Region zu Region verschieden und teils sogar zwischen Stadt und Land in derselben Region.

            • @Sam Spade:

              Danke fürs Erhellen



              Mein Ruderkumpel (StatOil d.1.Stunde;) lebt in Stavanger - erzählte / daß seime Torill aus Oslo - anschließend eine Sprache zu unterrichten hatte - die sie nicht kaonte!;)



              Und wenn ich’s recht weiß hatten “die Osloer“ anfangs wenig Neigung auf ihr gewohntes Dänisch zu verzichten! Bis sich mindestens zwei Lehrer ins nationalRennen warfen!;))



              Der Erfolg luegt klar auf der Hand 🙀🧐

          • @Lowandorder:

            Auch nach 1945 wich Schmitt nicht von seinem Antisemitismus ab. Als Beleg hierfür gilt ein Eintrag in sein Glossarium vom 25. September 1947 in dem er den „assimilierten Juden“ als den „wahren Feind“ bezeichnete: „Denn Juden bleiben immer Juden. Während der Kommunist sich bessern und ändern kann. Das hat nichts mit nordischer Rasse usw. zu tun. Gerade der assimilierte Jude ist der wahre Feind. Es hat keinen Zweck, die Parole der Weisen von Zion als falsch zu beweisen.“



            „San Casciano“, Wohnhaus Carl Schmitts in Plettenberg-Pasel, Am Steimel 7, von 1971 bis 1985



            Schmitt flüchtete sich in Selbstrechtfertigungen und stilisierte sich als „christlicher Epimetheus“. Die Selbststilisierung wurde zu seinem Lebenselixier. Er erfand verschiedene, immer anspielungs- und kenntnisreiche Vergleiche, die seine Unschuld illustrieren sollten.…usw usf

            Na Mahlzeit



            de.wikipedia.org/wiki/Carl_Schmitt

          • @Lowandorder:

            Auch nach 1945 wich Schmitt nicht von seinem Antisemitismus ab. Als Beleg hierfür gilt ein Eintrag in sein Glossarium vom 25. September 1947 in dem er den „assimilierten Juden“ als den „wahren Feind“ bezeichnete: „Denn Juden bleiben immer Juden. Während der Kommunist sich bessern und ändern kann. Das hat nichts mit nordischer Rasse usw. zu tun. Gerade der assimilierte Jude ist der wahre Feind. Es hat keinen Zweck, die Parole der Weisen von Zion als falsch zu beweisen.“



            „San Casciano“, Wohnhaus Carl Schmitts in Plettenberg-Pasel, Am Steimel 7, von 1971 bis 1985



            Schmitt flüchtete sich in Selbstrechtfertigungen und stilisierte sich als „christlicher Epimetheus“. Die Selbststilisierung wurde zu seinem Lebenselixier. Er erfand verschiedene, immer anspielungs- und kenntnisreiche Vergleiche, die seine Unschuld illustrieren sollten.…usw usf

            Na Mahlzeit



            de.wikipedia.org/wiki/Carl_Schmitt

        • @Sam Spade:

          Schmidt mit d hat 1962 im Nachhinein schon auch zurechtglorifiziert. Er hätte sich aber nie die Souveränität des Ausnahmezustands oder den Katechon zugeschrieben. Da siegte doch Popper über die Wehrmachtserziehung.



          Schmitt mit tt zumindest in Auszügen zu kennen ist Allgemeinbildung auch außerhalb der Juristerei. Mensch muss seinen Behauptungen ja nicht alles glauben (ähnlich wie bei Nietzsche oder Sloterdijk) bzw. sie auch normativ zu übernehmen.



          Die Homogenität (igitt) des (igitt²) Volks würde ich bereits Herders Fantasie zuschreiben. (Schmitt war damals als Katholischer vom Sauerlandkaff vielleicht auch anfällig, denn eigentlich war man in Preußen staatstreu lutherisch-reformiert auf den wichtigen Posten; "Volk" verdeckt das ja auch)



          Trump versucht in Venezuela ja post-monroeisch/tedrooseveltisch gerade "raumfremde" Mächte durch seine Truppen zu ersetzen. Diagnose.



          Rezept: Russlands Rohstoffmacht durch Schluss mit Fossil angehen, aber eben selbst nicht den Diktator machen. Trans-schmittianisch.

  • Den Ausdruck "Herumgeschmitte" finde ich schön. Er erinnert mich an die Aussage eines Bekannten: "Der X hatte schlechte Laune und heideggerte die ganze Zeit herum."

    Nun ist in Deutschland aber das Gegenteil der Fall. Es wird hier nicht geschmittet, sondern gemittet. Es herrscht der Glaube an eine klassenübergreifende politische Vernunft, an eine "gesellschaftliche Mitte", die vom Mindestlöhner bis zum mittleren Finanzdienstadel alle einschließt und in der Verteilungskämpfe so etwas wie vermeidbare Atavismen sind. (Der vom Autor angeführte Dieter Nuhr ist sozusagen der vulgärideologische und in der Tat höchst unlustige Ausdruck dieses gefühlten Mittigseins.)

    Aber dann haben wir noch einen Bereich, in dem der Teufelsglaube sich hierzulande doch wieder Bahn bricht, und zwar die Internationalen Beziehungen. Da wird immerfort der symbolische Notstand ausgerufen. Da wird aus der inneren Mitte heraus vor Zorn gezittert und gegen den äußeren Teufel erbittert geschmettert und geschmittert.

    • @Kohlrabi:

      Kohlrabi / 🏴‍☠️ feines Stichwort für MITTG - btw

      Ich meine mich zu erinnern - daß unser Mitflorist 🏴‍☠️ - als es die Familie dank Onkel Adolf mittig in die spätere Trizonien/BRD verschlagen hatte.



      Die öh Logierdame für eine nahrhafte 🥣



      Grünliche Blätter huldvoll reichte!



      &



      Erst viel später hätten sie geschnallt /



      Daß da unterend noch so grüne Kugeln zugehörten. 🙀🥳🧐



      &



      Es dauerte dann noch ne Weile / bis sie & viele andere in ehra Kohlrabi-Mittig schmittig angekommen sind - wa.

  • So viele Theorien, Philosophien, Ideologien, Religionen und all das Zeugs. Meistens kehren sich all diese gutgemeinten Dinge bald in ihr Gegenteil um, sobald ein -ismus hinten drangehängt wird.

    Da halte ich mich doch lieber an den Leitsatz für die fortgeschrittene Linke:

    "Willst Du die Welt verändern, fang bei Dir selber an."

  • „Thiel ist von einer tiefen Angst besessen."



    --



    Der Kapitalismus erfand den Besitz.



    Jetzt haben alle Verlustangst. Ein teuflischer Witz.

    • @Mondschaf26:

      "Kapitalismus erfand den Besitz."



      ...den extrem amplifizierten Besitz.



      Und Besitz ist immer schon Macht. Auch Größenwahn kann auf ein exorbitantes Wahnsinns-Besitztum folgen.



      Thiel kann nicht POTUS werden, das ist vielleicht auch Frustration, also schafft er sich ein eigenes Imperium.



      Dem klassischen Cäsarenwahn kann er vom Status seiner Herkunft nicht anheimfallen, aber er kann ihn fördern.

  • Danke. Es ist erschütternd!



    Sein “Der Führer schützt das Recht!“



    Zum Röhm-Massaker las ich im 2. Semester.



    www.flechsig.biz/DJZ34_CS.pdf



    Ab da war mir klar - was gebacken war •

    Ja. Seine Rezeption bis heute ist mehr als bedrohlich.



    (Hans Kelsen hatte dem ewigen PrivDoz einen Lehrstuhl verschaft: Als die jüdischen Juristen 1933 in Köln durch die Straßen getrieben wurden - wandte sich die gesamte JurFak -



    “,…aber doch nicht Hans Kelsen!“



    Außer Carl Schmitt - den üblen Strippenzieher post WK II. Plettenberg ein Wahlfahrtsort - Kohl - Böckenförde (ja ja!) usw usf



    & Däh selbst =>



    “Glänzender Stil“ Prof Freiburger



    “Ja. Blendend! Genau das!“

    • @Lowandorder:

      Sorry - mißverständlich -

      richtig:“.…Prof. Freiburger Schule…“

      ps post WK. II - der mit Adenauer befreundete Hans Kelsen - maßgeblicher Erfinder der Verfassungsgerichtsbarkeit - wäre liebend gern in die BRD zurückgekehrt.



      Was Carl Schmitt systematisch zu verhindern wußte.



      Bis heute & bis in den sog Dritten Senat (der karlsruher Maschinenraum) firmiert der konservative Teil des Bundesverfassungsgericht als “Carl-Schmitt-Fronde“; gleiches gilt für die VVDStRL !



      de.wikipedia.org/w...Staatsrechtslehrer



      & sein Lieblingsschüler Ernst Forsthoff



      Uni Mbg/L - Öffr.Inst. : 2. Aufl. seiner Diss -



      (angeblich: ~ Nachdruck des um einige den Zeitläuften geschuldeten Passagen gekürztes Originals) Ach was! 🙀🧐



      Gehste ums Regal rum! Däh 1.Aufl./Original:



      “Die Grundrechte sind obsolet“ -



      “Der Führerstaat“ usw usf



      de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Forsthoff

    • @Lowandorder:

      "... dem ewigen PrivDoz"



      Ich vermassele Ihnen ja nur ungern die kleine Spitze, aber Schmitt hatte seit 1921 einen Lehrstuhl in Greifswald und erhielt ein Jahr darauf den Ruf nach Bonn - auch nicht gerade eine akademische Klitsche.

      • @Schalamow:

        Danke für den Hinweis - wo ich meins als Kelsen-Motivation hernehme - offen gesagt



        Koa Ahnung nich - ob‘s aber wirklich den VKW den vereinigten Kalkwerken entfleucht ist? -



        Ich schau mal nach!,)

        • @Lowandorder:

          & Däh nach 🤖 hängts noch a weng anders



          Carl Schmitt, ein politischer Jurist und Kritiker der Weimarer Demokratie, stand in scharfer Opposition zu Kelsen und seiner normativen Rechtsordnung, was sich in ihren publizistischen Auseinandersetzungen widerspiegelte, besonders in den 1930er Jahren.



          Kölner Rezeption von Schmitt: Auch wenn Schmitt nicht direkt eine Professur in Köln innehatte, beeinflusste seine Politik- und Rechtsauffassung die Debatten an der Universität, oft als Gegenpol zu Kelse



          “ Kölner Rezeption von Schmitt: Auch wenn Schmitt nicht direkt eine Professur in Köln innehatte, beeinflusste seine Politik- und Rechtsauffassung die Debatten an der Universität, oft als Gegenpol zu Kelsen.



          Das Duell Kelsen vs. Schmitt:



          Kelsen stand für das positive Recht und die reine Lehre, während Schmitt die politische Macht und den Ausnahmezustand in den Mittelpunkt stellte.



          Relevanz heute: Die Konfrontation dieser beiden Denker wird weiterhin als zentrale Auseinandersetzung der Weimarer Zeit und als grundlegende Frage nach der Rolle des Rechts in Krisenzeiten diskutiert. …“

          Danach hatte Schmitt keinen Lehrstuhl Uni Köln - gehörte aber der JurFak an => Nichtunterzeichnung Kelsen/ Brief

  • Sehr dichter und umfangreicher Vortrag auf dem 39c3 zum Thema: media.ccc.de/v/39c...topien-als-malware

  • "Der Antichrist hätte auch keine Hörner am Kopf. Womöglich ist ja Greta Thunberg der Antichrist, meinte er unlängst. "



    Womöglich ist ja Peter Thiel der Antichrist.



    Spaß beiseite, ich bin strenggläubiger Atheist und dieses Religionsgeseiere ist nur eine manipulative Methode, handfeste Ziele durchzusetzen. Aber da viele anfällig für so etwa sind, sind Menschen wie Peter Thiel halt extrem gefährlich. Das zeigen alle Berichte aus den USA über die verzückt mitkandierenden evangelikalen "Christen", die sich den größten Müll erzählen lassen, mit der Begründung, das stehe in der Bibel so.



    Mein Highlight: "Jesus machte sich aus Stricken eine Peitsche und jagte die Händler mit all ihren Schafen und Rindern aus dem Tempelbezirk."



    www.bible.com/de/bible/73/JHN.2.15.HFA



    Das benutzen die Rednecks in den USA als Rechtfertigung für ihren Waffenfetischismus.



    Den Satz nach dem Zital lassen sie gerne weg: "Er schleuderte das Geld der Wechsler auf den Boden und warf ihre Tische um."



    Das ist ihnen wohl zu kapitalismuskritisch.

    • @Jalella:

      „Vance ist wie Thiel der Meinung, die Schwäche des Christentums sei die Nächstenliebe, die Empathie, weil sie den Starken ein schlechtes Gewissen mache."



      --



      „Der Größte unter euch soll euer Diener sein." (Mt. 23) - Miit diesem zentralen Satz des Christentums haben die natürlich Probleme.

      • @Mondschaf26:

        Sie haben mit der ganzen Kernbotschaft des Christentums Probleme, sie predigen geradezu das Gegenteil. "Fürchtet euch nicht!" ist die Botschaft Jesu -- und wer keine Angst mehr hat, kann weltliche Sicherheiten loslassen und sich dem Mitmenschen zuwenden; aber sie bewaffnen sich bis an die Zähne mit Schießprügeln und Geldspeichern... das sind alles arme Würstchen.

        • @miri:

          „Nach Golde drängt doch,



          Am Golde hängt doch



          Alles. Wir Armen!"



          (Frust I - Gretchen) 😃

      • @Mondschaf26:

        Der Größte unter uns als Diener:



        Die "Problematik" für die Thiel-Jünger wird noch größer, wenn man größer und kritischer zu denken beginnt und nicht mehr alles glauben mag, sondern Alternativen zulässt.



        Die frühchristlichen Schriften, 1945 in der Nähe der ägyptischen Stadt Nag Hammadi gefunden, geben mit dem Thomas-Evangelium einen interessanten weiteren Aspekt zur Nächstenliebe.



        Bei anthrowiki.at



        "Erkenntnis ist jedoch Teil jeden Glaubens. Bekannt ist, dass der Apostel Thomas, möglicher Autor der Logien, seine Sicht des Glaubens keineswegs geheim gehalten hat, sondern sie damals in Südindien bekannt gemacht hat.



        Es ist sicher, dass das Thomasevangelium im Manichäismus bekannt war und benutzt wurde. Die Manichäer waren eine gnostische Bewegung Ende des dritten und im vierten Jahrhundert, die auch Vorstellungen aus dem Buddhismus und Parsismus aufgriffen."



        /



        "ganz eigene Inspirationsquelle. Denn auf merkwürdige Weise baut das Evangelium Brücken zur modernen spirituellen Praxis, zu östlichen Traditionen und deren Suche nach Erleuchtung diesseits des Himmels. Als verriete Jesus darin einen gangbaren Pfad der Glückseligkeit. Sein kürzester Hinweis: "Werdet Vorübergehende!"



        Bei br.de