Referierende: Ilka Quindeau, Soziologin, Psychologin und Psychoanalytikerin

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Ilka Quindeau, Jahrgang 1962, ist Lehranalytikerin und Professorin für Klinische Psychologie an der FH Frankfurt. Als Psychoanalytikerin arbeitet sie in eigener Praxis. Sie kritisiert die Heteronormativität vieler psychologischer Theorien. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die psychoanalytische Theoriebildung sowie Geschlechter-, Trauma- und Biografieforschung.

Wie wird man heterosexuell? Die Umkehrung der üblichen Frage, wie es dazu kommt, das Menschen schwul werden, zeigt die Originalität der theoretischen Arbeit von Ilka Quindeau. Für sie ist Heteronormativität ein Problem, dem sich auch die Psychoanalyse stellen muss. Ihr Vorschlag lautet, auf die Unterscheidung einer männlichen und einer weiblichen Sexualität und auf die Unterscheidung von Hetero- und Homosexualität zu verzichten. In ihrer Habilitierungsschrift hat sie sich mit dem Stellenwert der Verführung und der Erinnerungsarbeit in der psychoanalytischen Theorie beschäftigt. Später widmete sie sich dem Problem, welche neuen Konzepte von Männlichkeit in der klinischen Praxis zur Anwendung kommen – eine Frage, für die sich nicht nur die Psychoanalyse interessieren sollte.