Wohnpolitik: Topf sucht Mietendeckel
In Berlin will die Linke große Wohnungsunternehmen enteignen. Dafür braucht es auch die Unterstützung von der Gesellschaft. Wo bleiben die Proteste?
C hristian Specht, Jahrgang 1969, ist politisch engagiert und setzt sich für mehr Mitwirkungsmöglichkeiten von Menschen mit Beeinträchtigung in den Medien ein. Seit 2017 ist er der erste Mensch mit Beeinträchtigung im Vorstand der Lebenshilfe Berlin. Wenn er möchte, zeichnet er uns den „Specht der Woche“.
Hier habe ich die Mietendeckel gemalt und direkt noch einen Topf dazu. Außerdem einen Löffel, denn mit dem können sich alle die Suppe teilen in der Stadt. Es geht natürlich um die Enteignungen, die die Linke hier in Berlin plant. Ich glaube, das könnte etwas dauern. Das Problem ist doch überhaupt erst einmal, dass die Berliner Regierung kaum Wohnungen mehr hat.
Die hat sie damals verkauft, als die SPD und die PDS regiert haben. Klaus Wowereit war das, der hat damals tausende Wohnungen an private Eigentümer verkauft. Da war ich sauer. Ganz Berlin war sauer. Aber heute ist es so und wir müssen überlegen, wie wir damit umgehen. Vielleicht sollten wir es so machen, wie in Spanien, wo nämlich Leute in Zelten protestieren. Da wurde eine alte Frau aus ihrer Wohnung geschmissen, und dann haben die Leute gemeinsam dafür protestiert, dass sie wieder zurückdarf. Leider ist sie nun verstorben.
Oder in Frankreich, wo die Leute auch protestieren, sogar ganz junge und alte Leute zusammen. Solch ein Erfolgserlebnis bräuchte Berlin auch mal wieder. Und wir können doch beim Protest auch einfach gemeinsam Suppe essen. Protokoll: Ann-Kathrin Leclère
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen
meistkommentiert