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Welttag der humanitären HilfeHilfswerke prangern Angriffe auf humanitäre Helfer an

Die Vereinten Nationen würdigen den Einsatz von Helfer*innen. Die Diakonie Katastrophenhilfe verweist auf die großen Gefahren in Gaza und im Sudan.

epd/rtr | Zum Welttag der humanitären Hilfe an diesem Mittwoch warnen Hilfsorganisation vor den zunehmenden Gefahren für ihre Arbeit in Kriegen und Konflikten. „Kriegsparteien, die Helfende angreifen, treten das Völkerrecht mit Füßen“, sagte der Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe, Martin Keßler, am Dienstag in Berlin. Auch der entwicklungspolitische Dachverband Venro äußerte sich besorgt. Helferinnen und Helfer dürften „niemals das Ziel von Angriffen sein“, sagte die Vorstandsvorsitzende Anica Heinlein.

Jedes Jahr würdigen die Vereinten Nationen am 19. August die Arbeit von Helferinnen und Helfern – und erinnern an die Gefahren ihres Einsatzes. Die Angriffe haben zuletzt zugenommen. Allein im Jahr 2025 wurden laut der in Großbritannien ansässigen Aid Worker Security Database mindestens 350 Helferinnen und Helfer weltweit getötet. Nur 2024 lag diese Zahl bisher höher. Damals kamen laut der international anerkannten Datenbank 387 Mitarbeitende von Hilfsorganisationen ums Leben. Im laufenden Jahr wurden demnach 82 Helferinnen und Helfer getötet.

UN-Generalsekretär António Guterres nannte das Ausmaß der Gewalt entsetzlich. Er rief die Staaten dazu auf, das Kriegsrecht zu respektieren und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. „Anderen zu dienen, ist gefährlicher geworden denn je“, sagte Guterres im Vorfeld der geplanten Gedenkfeiern zum Welttag der humanitären Hilfe.

Ein Grund für die zunehmende Gefahr ist den UN zufolge der verstärkte Einsatz bewaffneter Drohnen. Die Verbreitung billiger und flexibel einsetzbarer Drohnen in Konflikten habe die Risiken erhöht, erklärte der UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher. So seien im März bei ‌Drohnenangriffen in Goma im Osten der Demokratischen Republik Kongo mindestens drei Menschen getötet worden, darunter ein französischer Helfer. Auch im Sudan und in der Ukraine seien Hilfskonvois wiederholt getroffen ⁠worden.

Sudan und Gaza im Fokus

Der mit Abstand gefährlichste Ort für Hilfsorganisationen war laut der Aid Worker Security Database zuletzt der Gaza-Streifen. 186 Helferinnen und Helfer wurden dort allein 2025 getötet. Außer dem Sudan nennen die Fachleute die Ukraine, Äthiopien, Syrien, Haiti, den Tschad sowie Kamerun als Länder mit einem besonders großen Risiko.

„In den vergangenen zwei Jahren verloren unsere Partnerorganisationen in Gaza fünf Mitarbeitende“, sagte Keßler. Im Sudan wiederum sei bis heute nicht genau bekannt, wie viele Freiwillige der Hilfsinitiative Emergency Response Rooms bei der Einnahme von El Fascher ums Leben gekommen seien. Die Stadt in der Darfur-Region war im Oktober nach monatelanger Belagerung von der RSF-Miliz erobert worden.

Die Venro-Vorstandsvorsitzende Heinlein nahm die Bundesregierung in die Pflicht. Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht seien international zu selten benannt und kaum geahndet worden, sagte sie mit Blick auf den Krieg in Gaza. Auch Deutschland habe viel zu oft weggesehen. „Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie sich konsequent und ausnahmslos hinter das humanitäre Völkerrecht stellt.“

Kritik an Kürzungen bei Hilfsgeldern

Zugleich kritisierte Heinlein Kürzungen bei der humanitären Hilfe. Die Zahl der Krisen nehme zu, während die Finanzierung immer weiter schrumpfe. Der Generalsekretär der Hilfsorganisation Help, Thorsten Klose-Zuber, warnte vor einem „Systemschock“. Die „massiven Mittelkürzungen“ der vergangenen Jahre zwängen zur „humanitären Triage“, sagte Klose-Zuber.

Venro ist der Dachverband deutscher Hilfs- und Entwicklungsorganisation. Nach eigenen Angaben gehören ihm 146 Mitglieder an.

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