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Umgang des DFB mit RassismusNiemand ist zufrieden

Nach der Niederlage gegen die Slowakei versucht der DFB gegen rassistische Anfeindungen im Netz vorzugehen. Und wirkt dabei ziemlich hilflos.

E s war nicht nur ein verzweifelter Kommentar zur 2:0-Niederlage im WM-Quali-Spiel gegen die Slowakei, den der DFB kurz nach dem Spiel auf Instagram postete. Es war vor allem ein Zeichen von Hilflosigkeit. Und des Versagens darin, konsequent gegen nicht seltene rassistische Anfeindungen im Fußball vorzugehen. Vielleicht auch der Versuch, etwas kleinzuhalten, das eigentlich viel stärker angegangen werden muss.

So schrieb das Social-Media-Team: „Wir sind nicht zufrieden. Ihr seid nicht zufrieden. Können wir auch absolut nicht sein. Aber bevor ihr jetzt unter diesem Post kommentiert, denkt bitte daran, dass Hass Situationen noch nie besser gemacht hat. Besonders Rassismus hat hier überhaupt keinen Platz.“ Mit einer solchen Aussage läuft der DFB fast Gefahr, mit Unzufriedenheit Hass und rassistische Kommentare im Netz zu verharmlosen.

Die Bitte sei laut Verband eine „konkrete Reaktion auf heftige Anfeindungen“ gewesen, die es gegen Antonio Rüdiger, Jonathan Tah und Nnamdi Collins gegeben hatte. Sie endet mit den Worten: „Lasst uns gemeinsam weitermachen! Wir brauchen euch an unserer Seite.“ Dazu drei Herzchen-Emojis in Schwarz, Rot und Gold. Eine ganz befremdliche Mischung aus Nationalgefühl und Antidiskriminierungsarbeit.

Was fürchtet der DFB? Fans zu verlieren, weil man sich deutlich positioniert? Die rassistischen Anfeindungen gegen die deutschen Abwehrspieler wurden an die Staatsanwaltschaft übermittelt. Immerhin. Aber es braucht mehr. Druck auf die Politik zum Beispiel. Für deutlich mehr Regulierung in den sozialen Netzwerken und harte Sanktionen gegen diejenigen, die sich – im Namen der „Meinungsfreiheit“ – gegen eine solche wehren.

Der englische Fußball macht's vor

Der DFB könnte sich dabei ein Beispiel an Englands Fußballklubs nehmen. Diese boykottierten 2021 für drei Tage die sozialen Medien, um gegen rassistische Beleidigungen und Anfeindungen im Netz zu protestieren.

Oder an den deutschen Basketballern – bei der EM bislang ungeschlagen. Im Spiel gegen Litauen wurde Dennis Schröder mit Affengeräuschen rassistisch angefeindet. Beim nächsten Spiel hielten Tausende Zuschauer „Stop Racism!“-Schilder in die Höhe.

Das Social-Media-Team des DBB kommentierte: „KEIN PLATZ FÜR RASSISMUS! Wir stehen hinter dir, Dennis.“ Das ist Haltung. Und was Teamgeist und Leidenschaft angeht, kann sich der DFB-Kader bestimmt auch noch was abschauen.

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Ruth Lang Fuentes

Ruth Lang Fuentes Autorin

Geboren 1995 in Kaiserslautern, bis Januar 2023 taz Panter Volontärin. Sie studierte Mathematik in Madrid und Heidelberg. Schrieb dort für Studierenden- und Regionalzeitung. Seit 2022 schreibt sie im Wechsel mit Aron Boks die taz.FUTURZWEI-Kolumne "Stimme meiner Generation".
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3 Kommentare

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  • Die Diskussionen um den herbeigeredeten "Inklussionseffekt" und die Frage des Umgangs mit Rassismus des Fussballs hat mir den Spaß am Spiel nachhaltig verdorben. Seit der Kausa Özil bin ich raus.

    Es gibt auch noch andere Sportarten; Tennis zum Beispiel. Das ist sowohl bei den Damen als auch bei den Herren schön und spannend.

  • Rassistische Anfeindungen sind keine Angelegenheit des DFB's, sondern eine gesamtgesellschaftliche Angelegenheit. Kürzer: Nicht die rassistischen Anfeindungen werden in diesem Artikel kritisiert, sondern der Umgang des DFB's mit rassistischen Anfeindungen. Auch eine Form Rassismus zu verharmlosen. Rassismus wird im öffentlichen Diskurs eher verdrängt, als wirklich thematisiert. Sorry, es handelt sich hier um eine Straftat: Was unternimmt die Polizei? Warum werden diese Straftaten von Journalismus nicht zum Tagesthema? Der DFB spielt eher eine Nebenrolle....

  • Rassisten braucht niemand an seiner Seite.