U-Boote für Kanada : Der Auftakt zum Auftakt
Im Vorfeld des Nato-Gipfels verkündet Kanada einen milliardenschweren Rüstungsdeal mit Thyssen-Tochter. Das ist auch ein klares Zeichen an die USA.
Foto: Darren Calabrese/The Canadian Press/ap/dpa
B esseres Timing kann es kaum geben. Am Montagabend kurz vor Beginn des Nato-Gipfels in Ankara verkündete die kanadische Regierung, einen U-Boot-Deal mit Deutschland und Norwegen abgeschlossen zu haben. Die milliardenschwere Kooperation beinhaltet bis zu 12 U-Boote des Kieler Marineschiffbauers TKMS. Als Alternative galt bis zuletzt ein südkoreanischer Hersteller.
Für Kanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius gleicht das Abkommen einem Geschenk an die transatlantischen Beziehungen. Das Auswärtiges Amt schießt in der Euphorie direkt über das Ziel hinaus: Mit dem Deal mache man „den Atlantik kleiner“. Die Transatlantiker freut es. Fakt ist, dass die drei Nato-Partner mit der Kooperation ein klares Zeichen an die USA senden. Kanada will sich stärker an die europäischen Partner binden und sich nicht auf den direkten Nachbarn verlassen müssen.
Der U-Boot-Deal ist dabei gewiss nur der Anfang einer Reihe an milliardenschweren Aufträgen, die während des Gipfels abgeschlossen werden. Die deutsche Regierung kann als Investitions-Streber bereits mit gemachten Hausaufgaben anreisen, gleichzeitig stärkt es die eigene Postion in geopolitisch wichtigen Regionen. Und vor den eigenen Wähler*innen zu Hause wird der Rüstungsrausch der Nato-Partner mit den gesicherten Arbeitsplätzen in Kiel verknüpft werden. Kanada und Deutschland wollen sicherstellen, dass beide wirtschaftlich profitieren.
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Denn der Nato-Gipfel stellt die Mitglieder vor die Herausforderung, die beschlossenen hohen Summen für den Verteidigungsbereich auch tatsächlich zu investieren – unabhängig davon, dass die 5-Prozent-Marke auch allein dafür beschlossen wurde, um US-Präsident Trump zu besänftigen und die USA in der Nato zu halten. Bereits vor dem Gipfel forderte Generalsekretär Mark Rutte, dass man schneller und in größerem Umfang produzieren müsse. Kanada scheint nun einen Schritt weiter zu sein.
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