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U-Boote für Kanada Der Auftakt zum Auftakt

Anastasia Zejneli

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Anastasia Zejneli

Im Vorfeld des Nato-Gipfels verkündet Kanada einen milliardenschweren Rüstungsdeal mit Thyssen-Tochter. Das ist auch ein klares Zeichen an die USA.

B esseres Timing kann es kaum geben. Am Montagabend kurz vor Beginn des Nato-Gipfels in Ankara verkündete die kanadische Regierung, einen U-Boot-Deal mit Deutschland und Norwegen abgeschlossen zu haben. Die milliardenschwere Kooperation beinhaltet bis zu 12 U-Boote des Kieler Marineschiffbauers TKMS. Als Alternative galt bis zuletzt ein südkoreanischer Hersteller.

Für Kanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius gleicht das Abkommen einem Geschenk an die transatlantischen Beziehungen. Das Auswärtiges Amt schießt in der Euphorie direkt über das Ziel hinaus: Mit dem Deal mache man „den Atlantik kleiner“. Die Transatlantiker freut es. Fakt ist, dass die drei Nato-Partner mit der Kooperation ein klares Zeichen an die USA senden. Kanada will sich stärker an die europäischen Partner binden und sich nicht auf den direkten Nachbarn verlassen müssen.

Der U-Boot-Deal ist dabei gewiss nur der Anfang einer Reihe an milliardenschweren Aufträgen, die während des Gipfels abgeschlossen werden. Die deutsche Regierung kann als Investitions-Streber bereits mit gemachten Hausaufgaben anreisen, gleichzeitig stärkt es die eigene Postion in geopolitisch wichtigen Regionen. Und vor den eigenen Wäh­le­r*in­nen zu Hause wird der Rüstungsrausch der Nato-Partner mit den gesicherten Arbeitsplätzen in Kiel verknüpft werden. Kanada und Deutschland wollen sicherstellen, dass beide wirtschaftlich profitieren.

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Denn der Nato-Gipfel stellt die Mitglieder vor die Herausforderung, die beschlossenen hohen Summen für den Verteidigungsbereich auch tatsächlich zu investieren – unabhängig davon, dass die 5-Prozent-Marke auch allein dafür beschlossen wurde, um US-Präsident Trump zu besänftigen und die USA in der Nato zu halten. Bereits vor dem Gipfel forderte Generalsekretär Mark Rutte, dass man schneller und in größerem Umfang produzieren müsse. Kanada scheint nun einen Schritt weiter zu sein.

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Anastasia Zejneli

Anastasia Zejneli Redakteurin

studierte Wirtschaftspolitischen Journalismus in Dortmund, war Taz-Volontärin, Redakteurin im Auslandsressort und arbeitet aktuell bei Taz2. Schreibt in der Kolumne "Economy, bitch" über Popkultur und Wirtschaft. Bluesky: anastasiazej
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1 Kommentar

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  • Das ist wirklich ein gutes Signal!



    Kanada wird so mehr an Europa gebunden und die Zusammenarbeit steht den Annektionsgedanken trumps entgegen.



    Es ist positiv, dass wir mit gleichgesinnten demokratischen Staaten enger zusammenarbeiten.



    Der weltweite Trend ist ja eher antidemokratisch.



    Natürlich ist es auch für Wismar und die Demokrat*Innen in Mecklenburg gut, wenn da Arbeitsplätze entstehen.



    Dass im Gegenzug Bombardier die neuen Flugzeuge zur Luftüberwachung bauen wird, ist wiederum gut für Kanada,



    Saab liefert die Überwachungstechnik, somit ist auch Schweden in Zukunftspläne eingebunden.



    Es blieb nicht unbeobachtet, dass Russland derzeit seine Truppenpräsenz an der Natogrenze massiv ausbaut.



    Zusammenarbeit ist da ein Schlüssel, Versäumtes schnell aufzuholen .



    Interessant ist am Rande, dass sich Merz und Wadephul zu Wort melden, obwohl sich Pistorius und Klingbeil für den Deal stark gemacht hatten…